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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von joachimeh
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    Pfeil Experiment mit HDR

    ...nicht um zu beeindrucken, sondern um zu fragen, was da schief lief, hier ein Foto aus der VLux1 (aufgenommen bei bedecktem Himmel am späten Vormittag im spitzen Winkel zur Wasseroberfläche; Automatik-Programm; AWB; f/6,3; 1/400; ISO 100; 88,8mm = 420 mm KB):

    1. Bild: JPG wie aus der Kamera (Belichtung -2,6; Aufhellung 4; Schwarz 1; Helligkeit +67) nur noch auf Bildgröße für das Web heruntergerechnet.
    L1010427.jpg


    2. Bild: RAW aus der Kamera im RAW-Konverter vervierfacht mit 5 Helligkeitsstufen und dann mit Photomatix als HDR wieder zusammengefügt und mit Tonemapping bearbeitet.
    L10104275_1_3_4.jpg


    Liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass beim Original die Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche die Automatik irritiert haben?
    __________________
    Gruss, Joachim

  2. #2
    Administrator Avatar von Dieter
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    Daumen hoch

    Hallo Joachim,

    Du könntest mir Deiner Vermutung Recht haben. Das Resultat ist beeindruckend, jedoch auch etwas zu starke Farben, aber das ist man ja von HDR durchaus gewohnt...

    Hab auch mal rumgespielt an einer RAW Aufnahme:

    Sonnenuntergang.jpg

    Kritik ist immer willkommen.

    Viele Grüße, Dieter.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von joachimeh
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    Standard HDR ja oder nein?

    Ich bin inzwischen mehr und mehr der Überzeugung, dass HDR gegenüber einer vernünftigen Nachbearbeitung von JPG oder RAW kaum etwas bringt. Mag sein, dass es an meinen Motiven liegt, mag sein, dass ich zu wenig Erfahrung mit HDR habe, aber die Resultate (zumindest meine hier gezeigten Fotos) unterstreichen meine Meinung. Zudem ist "echtes" HDR, d.h. HDR mit mehreren Bildern mit genau gleichem Bildinhalt selbst mit Stativ nur bei ganz unbeweglichen Motiven zu erzielen.

    Bild 1 wurde aus 3 automatischen 8MB JPG-Serienfotos mit HDR erstellt.
    Bild 2 und 3 sind ein und dieselbe 10 MB Aufnahme, als JPG und als RAW gespeichert (macht die Kamera automatisch) und mit CS3 bearbeitet.
    Bis auf die Kräuter im Vordergrund ist es das gleiche Motiv innerhalb weniger Minuten fotografiert.

    L1010570_68_69.jpg
    HDR aus 3 Fotos


    L1010577_jpg.jpg
    JPG bearbeitet



    L1010577.jpg
    RAW bearbeitet


    _____________________________________________
    Gruss,
    Joachim

    ps: für technische Hinweise wäre ich dankbar!
    Geändert von joachimeh (11.09.2007 um 19:58 Uhr)

  4. #4
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    Du kannst sicher sein, dass die HDR Fotografie auf jeden Fall einiges bringt, aber wie du schon richtig sagtest, funktioniert das nur bei unbewegten Motiven zufriedenstellend.

    Zudem muss das ganze ja auch irgendwie sinnvoll sein. Ich finde z.B. dass deine beiden Motive nicht wirklich für HDR geeignet sind. Das erste besonders.

    Bei HDR (High dynamic range = hoher Kontrastumfang) geht es ja darum, eine große Schwäche der aktuellen Sensortechnologie zu umgehen, dem beschränkten Maximalkontrast.

    Heute übliche Kompaktkameras nehmen in der Regel einen Maximalkontrast von 8-9 Blendenstufen auf, was einem Kontrast von 1:256 (2hoch8) bis 1:512 (2hoch9) entspricht. Es gibt aber nicht wenige Situationen, in denen der Kontrast ein vielfaches von dem beträgt.
    In solchen Situationen behilft man sich, indem man für alle Bereiche passend belichtete Aufnahmen erstellt, diese verrechnet und anschließend das Ergebnis einer Dynamikkompression (Tone mapping) unterzieht, um es auf dem Monitor wiedergeben zu können. Jpg ist hier nämlich auf 8bit also 256 Abstufungen (1:256) pro Farbkanal begrenzt.

    So viel zur Theorie.

    Zu deinen Bildern:
    Beispiel 1
    Wenn man sich das Histogramm anschaut, stellt man fest, dass es nur in den dunklen Bereichen den Kontrastumfang gesprengt hat. Diese Bereiche findet man vor allem in den Schatten unter den Blättern und im Wasser.
    Jetzt stellt sich die Frage inwieweit es sinnvoll ist, diese Schatten besser zu durchzeichnen bzw. aufzuhellen.
    Ich würde da keinen Sinn drin sehen und es einfach so belassen. Mit anderen Worten: Das Bild ist aus meiner Sicht absolut nicht für HDR geeignet. Mit einer entsprechenden normalen Bearbeitung, hättest du ähnliches wie in der "HDR" Version erreichen können.

    Beispiel 2
    Mit der automatischen Belichtungsreihe hast du versucht den Kontrast zu erweitern. Ich vermute mal, dass die Unterschiede zwischen den Aufnahmen eine Blendenstufe betrugen und du die EV Korrektur nicht verwendet hast.
    Du hast damit also den Kontrastumfang durch die überbelichtete Aufnahme in den Tiefen erweitert und mit der unterbelichteten Aufnahme in den Lichtern erweitert.
    Aber jeweils nur eine Stufe, was jeweils einer Verdoppelung des Kontrastes entspricht.

    Was bedeutet das:
    Du könntest, wenn gewollt, die Tiefen deutlich aufhellen ohne das Rauschen zu verstärken, was aber letztendlich nicht notwendig war.
    Die Dynamikerweiterung wäre in den Lichtern viel notwendiger gewesen, denn da fressen die hellen Bereiche völlig aus.
    Dort hast du tatsächlich sichtbar mehr Zeichnung in den Wolken, auch wenn das noch nicht gereicht hat um es natürlich aussehen zu lassen.
    Bei dem Bild hättest du wohl deutlich mehr erreicht, wenn du die EV Korrektur um eine Stufe in den - Bereich verschoben hättest. Damit wäre die Reihe dann so ausgefallen:
    0EV, -1EV, -2EV
    Du hättest also noch eine weitere Stufe Reserve in den Lichtern gehabt, und somit mehr Zeichnung erhalten können.

    Letztendlich ist aber auch das Motiv nicht 100%ig HDR tauglich, weil zu viel Zeichnungserhaltung das Bild unnatürlich hätte wirken lassen. Zudem ist im Himmel bestimmt einiges an Bewegung vorhanden gewesen.

    Solche Motive sind dann ein gefundenes Fressen für die Fuji DSLR Kameras oder meine alte S20pro. Durch einen speziellen Sensor hat man zumindest bei RAW Bearbeitung (bei der aktuellen S5pro auch in jpg) ca.12 Blendenstufen Kontrastumfang (1:4096) zur Verfügung. Damit lassen sich dann fast alle Situationen brauchbar händeln.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von joachimeh
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    Hallo tassetee1,
    Deine Ausführungen zur Technik finde ich sehr aufschlussreich. Was mich allerdings stutzig macht: Bild 1 ist HDR aus 3 Fotos, Bild 2 ein Einzelbild. Hast Du das in Deinem Kommentar vertauscht?
    ________________________________________
    Gruss,
    Joachim

  6. #6
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    Bei Beispiel 1 bezog ich mich auf die Seerosenbilder, mit Beispiel 2 auf das LandschaftsHDR.
    Wenn noch was offen bleibt, zitiere die irreführende Stelle einfach.

    Nochmal etwas zum Seerosen HDR.
    Du hast da ein HDR aus einem RAW gemacht. Es wird zwar häufig geschrieben, dass das etwas bringen würde, mir ist jedoch nicht klar wo dabei der Vorteil gegenüber einer normalen Anpassung der Gradationskurve sein sollte.
    Bei RAW sollte man desweiteren immer bedenken, dass der Vorteil zu einem jpg bezüglich des Dynamikumfanges eher minimal ist.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von joachimeh
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    ok, alles klar, danke.

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