Hallo,
vor einigen Wochen habe hier eine Thread eröffnet bei dem nach einem lichtstarken Standardobjektiv gesucht habe: Standardobjektive für APS-C bzw. DX.
Nun habe ich mich doch für das Sigma 30mm f1.4 für meine Nikon D90 entschieden. Gekauft habe ich es in Hamburg bei Foto Gregor für 419 Euro.
Im Folgenden möchte ich mit Euch meine Erfahrungen mit dieser Linse teilen.
Abbildungsleistung:
Es gibt viele Testberichte, die sich mit der Schärfe des Objektivs befassen, darum werde ich nicht viel darüber sprechen. Wen es interessiert kann sich hier Beispiele ansehen:
Sigma 30mm & Nikon 35mm
ISO 12233 Chart 100% Crops
Ich habe jetzt einige Male fotografiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Blende f1.4 nur im Notfall zu benutzen ist. Ab f1.8 steigert sich die Schärfe sichtbar und ab f2.8 ist in der Mitte das Objektiv wirklich sehr scharf. Leider ist die Abbildungsleistung am Rand eher so lala. Hier ein Beispielbild und anschließend ein Bildausschnitt mit 100%-iger Vergrößerung:
Sigma_auflösung_gesamt.jpg
Sigma_auflösung.jpg
Das Bokeh des Objektivs ist schön weich. Damit sind wirklich schöne Portraits möglich, obgleich ich darauf hinweisen möchte, dass mit 30mm die Brennweite für nahe Portraits etwas zu gering ist. Hingegen ist das Bokeh des Nikon 35mm f1.8 meiner Meinung nach deutlich unruhiger.
Hier ein Beispiel von Sigma bei f1,4:
bokeh.jpg
Die Vignettierung bei großen Blenden ist auf einigen Motiven bei genauerem Hinsehen sichtbar. Ich habe jedoch kein Beispielbild hinbekommen, wo man das deutlicher sehen kann.
Ich habe auch das Gefühl, dass das Objektiv bei großen Blenden leicht zur Überbelichtung neigt.
Im Großen und Ganzen halte ich die Abbildungsleistung des Objektivs für befriedigend. Ich habe viele professionelle Tests gelesen, wo vor allem die Randschärfe des Objektivs kritisiert wurde, gleichzeitig war ich aber überrascht, dass die meisten Erfahrungsberichte die Schärfe des Objektivs lobten. Ich vermute, dass das davon kommen könnte, dass einige sich das Objektiv als Zusatz zu einem Kit-Objektiv holen. Im Vergleich zu dem Nikon 18-55mm f3.5-4.5D AF bildet das Sigma 30mm deutlich besser ab. Ich dagegen besitze zwei weitere feste Brennweiten und diese sind wiederum dem Sigma überlegen.
Haptik:
Das Objektiv fühlt sich sehr wertig an. Das Gehäuse besteht aus Metall, die Tulpenförmige Sonnenlichtblende aus Kunststoff. Die Blende sitzt trotzdem spielfrei auf dem Objektiv als wäre alles aus einem Guss.
Es gibt an der Nikon-Version keinen Umschalter zwischen automatischem und manuellem Fokus, der wegen des Ultraschallantriebs auch obsolet wäre, weil man ständig in den Fokussiervorgang eingreifen kann und die Kamera selbst einen Umschalter besitzt. Übrigens ist der Fokus sehr schnell, um den ganzen Fokus zwei Mal zu durchlaufen wird weniger als eine Sekunde benötigt.
Der Ring zum Fokussieren ist meiner Meinung nach zu schwergängig. Auch entsteht dabei ein leises Schleifgeräusch.
Nachtrag:
Ich war heute im Laden und habe das Schleifen beim Fokussieren angesprochen. Anschließend habe ich ein neues Objektiv erhalten, welches dieses Problem nicht mehr hat
Sonstiges:
Zusammen mit dem Objektiv bekommt man eine gepolsterte Kunstfasertasche. Diese Tasche besitzt im Inneren eine Schaumstoffeinlage. Ohne diese Einlage, passt das Objektiv auch mit aufgesetzter Sonnenblende in die Tasche.
tasche.jpg
Leider habe ich bei dem Objektiv ein weiteres Problem. Das Fokussieren im LiveView dauert oftmals mehrere Sekunden (bis zu 10 Sekunden). Das Telefonat mit Sigma ergab, dass es sich wohl um ein Softwareproblem des Objektivs handelt. Um dies zu beheben müsste ich das Objektiv einschicken. Leider brauche ich die Linse in den nächsten Wochen und werde darum mit dem Problem erst einmal leben müssen.


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