Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
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    Standard Test Canon Powershot SX100IS

    Da es für mich selbst immer eine große Hilfe ist, vor einem Kauf Meinungen über die Modelle der engeren Wahl zu lesen und es zu dieser Kamera im Internet noch relativ wenig zu lesen gibt - habe ich mal einen kleinen Test zur Canon Powershot SX100IS mit 10fach Zoom. Ich bin selbst eher der "Knipser", der mehr oder weniger schnell ein Foto machen will.


    Negatives:

    Blitzaufladezeit:
    Der Blitz dauert nach einem Foto ca. 4 bis 6,5 Sekunden, bis er wieder aufgeladen ist. Bei Reihenaufnamen mit durchgedrücktem Auslöser dauert es ca. 2 Sekunden pro Bild.

    Batterie-Restanzeige:
    Es gibt keine Batteriere-Restanzeige (blinkt nur kurz davor, wenn gewechselt werden muss)


    Allgemein:

    Energieverbrauch:
    Die Akkuladung (am Beispiel Enerloops 2000 ma) reicht für ca. 100 Bilder mit Blitz – kommt darauf an, wie lange man sich die gemachten Fotos anschaut, wie oft man ein Ziel rein- und rauzoomt, Einstellungen wann das Objektiv bei Inaktivität einfährt usw.
    Die Kapazität ohne Blitz habe ich noch nicht getestet. Am besten einfach ein paar Akkus mehr in der Tasche und fertig.

    Lichstärke:
    Absolut unglaublich - bei wirklich jedem Innenraumlicht ist ein Foto (mit Blitz) möglich. Ob eine einzige Kerze den Raum aufhellt, Kunstlicht oder Tageslicht in den Raum scheint – das Hilfslicht fokussiert auch in dunklen Räumen blitzschnell. Fotos in dunklen Räumen sind kein Problem! Ich habe bei "fast Dunkelheit" sogar mit vollem Zoom sofort den AF. Ohne Blitz muss natürlich trotz optischem Bildstabilisator eine längere Belichtung her und somit ein Stativ benutzt werden.

    Autofocus:
    Sehr schnell - immer 1 bis 1,5 Sekunden.

    Auslöseverzögerung:
    ca. 1 Sekunde

    Verarbeitung:
    Plastik - das Gewicht ist etwas höher als bei Minicams.

    Zoom:
    Der 10x optische Zoom funktioniert freihand sehr gut (Bildstabilistor). Wer vorher eine Kamera mit 3x Zoom hatte, hat sofort Spass an den neuen Möglichkeiten. In Verbindung mit dem Digitalzoom kommt man auf satte 40x Vergrösserung. Dies verschlechtert zwar merklich die Bildqualität, macht aber noch mehr Spass. Diese Kombination macht zudem bessere Ergebnisse als mit einem Grafikprogramm den gewünschten Ausschnitt rauszuschneiden und eventuell noch zu vergrössern. Zusätzlich gibt es noch die Einstellung Telekonverter mit 1,6x und 2,0x. Hierbei wird von Anfang an ein wenig gezoomt und laut Anleitung ohne Qualitätsverlust, der beim normalen Digitalzoom entsteht.

    Gesichtserkennung mit Folgefunktion:
    Geht bei einem Gesicht sehr gut. Komischerweise auch bei Bildern / Fotos mit Gesichtern und TV-Bildern, wenn mal zum Testen auf den TV hält. Mit mehreren Gesichtern habe ich 2x getestet und einmal hat er nur 2 erkannt, dann 3.
    Laut Anleitung erkennt er bis 32 Stück, wovon man sich das wichtigste Gesicht aussuchen kann / hin-und her schalten.

    Display:
    Meiner Meinung nach sehr gut. Bei Dunkelheit rauscht es natürlich.

    Videos:
    640er Auflösung im avi-Format bis Karte voll. Digitalzoom während der Aufnahme möglich. Die Qualität ist für mich gut. Im Abspielmodus auch Vorspulen und Zeitlupe möglich.

    Menüführung:
    Sehr gut gelungen und logisch.
    Sachen wie Blitz, Reihenaufname, Makromodus durch Knopf direkt wählbar.
    Eine Taste ist für 1 von 6 weiteren Features frei definierbar / belegbar. Ich habe dort die Gitternetzhilfe draufgelegt, die für Gebäudefotografie eine Schieflage verhindert.
    Neben dem Automatikmodus gibt es noch „fertige“ Szenen wie Landschaft, Schnee, Strand, Laub, Feuerwerk, Portrait, Tiere usw.) und Manuell mit den üblichen Einstellmöglichkeiten.

    Im der Einstellung „Programm“ hat man quasi einen Automatimodus, bei dem man etwas mit Effekten wie z. B. Sepia, S/W, Helligkeit, Umgebungslicht, kräftige Farben, Schärfe, Kontrast, ISO bis 1600, Blitzstärke, manueller Fokus mit Lupeneffekt (1cm bis 5 Meter) spielen kann. Jeder „Effekt“ lässt sich leicht finden und ist nach kurzer Einarbeitung in 2 bis 4 Sekunden aktiviert.
    Die Barriere zum Testen manueller Fotografie ist also durch das schnelle Finden motivierend. Der Rest liegt am Fotografen.

    Nachtfotos:
    Noch nicht getestet - Langzeitbelichtung ist bis 15 Sekunden möglich.

    Panorama-Fotos:
    Die Canon hat eine Panorama Funktion, bei der sich die Belichtung automatisch auf alle folgenden Bilder feststellt. Es wird immer ein Bild geschossen, dann folgt das nächste, wobei man nun das vorherige Bild an das noch nicht geschossene Bild dransetzen kann. Das endgültige Zusammenfügen erfolgt über die mitgelieferte Software Photostich 3 und funktioniert kinderleicht.

    Anschauen / Bearbeiten der Bilder:
    Sehr gut - mit Überblendeffekt und erstellbaren Ordnern. Der Clou ist, dass man nachträglich bei jedem Foto sehen kann, wohin man den AF gezielt hat. Dieser wird in einem kleinen Bild vergrößert direkt neben dem Hauptbild dargestellt.
    Die dritte Anschauoption (wieder mit demselben Knopf wählbar) zeigt das Bild mit den wichtigsten EXIF Daten, um zu schauen, wie es geschossen wurde. Eine Überbelichtung wird inform von schwarz / weiß blinkenden Pixeln sofort sichtbar. Ein Histogramm (ob ein Bild gleichmässig ausgeleuchtet ist) wird ebenfalls gezeigt. Sogar ich als Laie kann mit diesen Daten etwas anfangen.

    Netter Gimmick:
    Durch einen Sensor kann bei entsprechender Handbewegung die Cam die Bilder auch automatisch kippen, so dass auch vertikal geschossene Bilder korrekt angeschaut werden können. (Man kann übrigens auch Breitbildformat-Bilder schiessen).
    Was mir auch gefällt ist, dass sich nach einem geschossenen Foto die Anzeigedauer des Bildes in Sekunden einstellen lässt. Mit der Funktion der Überbelichtungsanzeige macht das jetzt auch Sinn, kurz das Bild zu sehen. Kann auch direkt „gehalten“ werden und mit einem Knopfdruck sofort gelöscht. Das Management geht also schnell von der Hand.
    Die Bilder lassen sich auch nachträglich verkleinern, um Platz zu schaffen und es lassen sich Tonaufnahmen zu den Bildern anhängen. Drucken kann man auch direkt über die CAM.

    Bildrauschen:
    Momentan scheint das Thema Bldrauschen sehr modern zu sein. Ich habe noch Bilder von einer 2 MP und einer 5 MP Kamera. Diese habe ich nochmal raugekramt und siehe da – auch diese haben immer ein Bildrauschen. Die Canon SX100 hat meiner Meinung nach kein wesentlich höheres Rauschen. Ich würde sagen, je nach Licht ist ab ISO 200 Rauschen vorhanden. Ab ISO 800 bis 1600 ist das Rauschen extrem. Im Automatikmodus nimmt er meist ISO 80 bei normalem Licht, bei Makros auch ISO 80, bei Kunstlicht und Partylicht ISO 200 oder 250.

    Makromodus:
    Finde ich auch sehr gut. Die Mindestentfernung ist 1 cm. Manchmal ist es besser (sonst hängen einem die Fussel schon im Objektiv) etwas weiter weg zu gehen und dann zu zoomen oder den Telekonverter zu nehmen. Auf dem Display steht auch immer die Mindestentfernung, bzw. wie weit man für das momentane Fotomotiv entfernt sein muss. Also 1cm Entfernung und 10fach Zoom geht natürlich nicht. Auch wird nach dem AF vor dem Foto eingeblendet, welche ISO Zahl genommen wird.

    Rote Augen Korrektur:
    Geht mal gut, mal weniger gut. Falls rote Augen auf dem Foto vorhanden sind, kann das nachträglich in der Cam auch erkannt und korrigiert werden. Das Ergebnis ist dann wieder mal gut und mal weniger gut.

    Bildqualität:
    Es gibt richtig schlechte Kameras und gute Kameras (wozu auch die Canonn SX100IS gehört).
    Wenn man eine Testbericht über eine gute Kamera im Internet liest, liest man oft „Gute Bildqualität“ und dann kommt eine unterschiedlich lange „Aber , aber , aber“ Folge. Jetzt ist man meist fast genauso schlau wie vorher, denn „hohe Farbverfälschung - aber scharf“ bringt mich nicht weiter. Genauso andersherum „Super Farben – aber total undeutlich“.
    Auch müsste gesagt werden, unter welchen Umständen das Foto gemacht wurde mit Exif- Anhang.

    Fazit:
    Ich finde die Qualität einer Kamera kann man herausfinden, indem man selbst mit ihr Fotos macht. Auch der Umgang mit einem Grafikprogramm kann ein Bild völlig anders aussehen lassen, so dass ich die folgenden Beispielbilder NICHT bearbeitet habe. Kann man also selbst versuchen, hier und da was zu verbessern.

    - guter Allrounder mit guten Bildern (bei weitem nicht perfekt!)
    - guter Zoom
    - schneller Zugriff auf Einstellungen durch logisches Menü
    - gute Anschauoptionen der Bilder mit Überbelichtungsanzeige, Histogramm und AF-Anzeige


    Testfotos unbearbeitet:
    (am besten mit der rechten Maustaste „speichern unter“ wählen und dann im Grafikprogramm oder Exif Viewer anschauen).

    1. Katzenmakro mit Fokus auf der Nase
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/1-katzennase.jpg

    2. Vogel bei wenig (Kunst)Licht fotografiert – bisschen Zoom
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/...l-mit-zoom.jpg

    3. Strasse Gesamtbild (musste 1x neu gespeichert werden, um die Nummernschilder zu verdecken)
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/3-strasse.jpg

    4. Strasse mit 40x Zoom
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/4-strasse-zoom.jpg

    5. Vogelmakro bei Kunstlicht
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/5-vogel-makro.jpg

    6. Mond mit 40x Zoom Freihand
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/6-mond-freihand.jpg

    7. Brotmakro mit Fokus auf 2 Rosinen
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/7-makro-rosinen.jpg

    8. Obst bei sehr dunklem Kunstlicht – bisschen Zoom
    http://mitglied.lycos.de/fress465en/8-obst.jpg
    Geändert von canondob (25.11.2007 um 22:44 Uhr)

  2. #2
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    @ canondob
    Willkommen im Forum
    Finde ich gut, dass du dir die Mühe gemacht hast so etwas zu verfassen. Es ist so geschrieben, dass auch Laien was damit anfangen können. Vor allem die Beispielbilder finde ich sehr hilfreich.
    Freue mich schon jetzt auf weiter Beiträge von dir.

    Gruß
    Olaf
    Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt!

  3. #3
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    Daumen hoch

    Hallo Canondob,

    Danke für diesen tollen umfangreichen Testbericht zur Canon PowerShot XS100 IS. Nebenbei bemerkt ist dies eine wirklich interessante Kamera.

    Achja, by the way: Herzlich Willkommen im dkamera Forum



    gruß
    gunter

  4. #4
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    Reden

    Hallo Cannondob,

    ich hab so lang nach einem vernünftigen Beitrag zur Powershot SX100IS gesucht, nichts so richtig gefunden, sie trotzdem bestellt, und jetzt Deinen Beitrag gesichtet.
    Das nenn ich spätes Glück!

    Danke Dir, jetzt freu ich mich erst recht auf "meine".
    Dein Beitrag ist sehr informativ, und die Idee mit den ins Netz gestellten Bildern ist grandios.

    Sehr konstruktiv - Megalob!

    Canonia

    P.S.: Deine Bilder sind auf einen anderen Server umgezogen. Könntest die Links neu eingeben? Bitte bitte...
    Geändert von Canonia (29.12.2007 um 01:11 Uhr)

  5. #5
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    Hallo,

    was mich noch interessiert: Kann man mit der SX100 auch eine Belichtungsreihe machen?

    Im Datenblatt steht, dass eine Belichtungsreihe möglich ist und eine Belichtungskorrektur bis zu 2 Lichtwerten vorgenommen werden kann. Die technischen Daten auf der Canon-Internetseite enthalten leider keine Info, ob Belichtungsreihen erstellt werden können.

    Ich habe die SX100 in die engere Wahl genommen und möchte (wenn's geht) auch HDR-Montagen machen (bisher fotografiere ich mit einer analogen Spiegelreflex).

  6. #6
    mor
    mor ist offline
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    Hallo,
    ich möchte dir die SX100 nicht ausreden aber den Spiegelreflexsucher wirst du schnell vermissen.
    Gruß Jürgen

  7. #7
    Neuer Benutzer
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    So, nach einigem recherchieren im Internet habe ich festgestellt, dass die SX100 (entgegen der Angabe im Datenblatt von dkamera) wohl doch keine automatische Belichtungsreihe ermöglicht. Da sie aber viele manuelle Einstellungen bietet, werde ich die Belichtungsreihe durch entsprechendes Einstellen der Belichtungskorrektur vor jeder Einzelaufnahme machen müssen (ein Stativ braucht man dazu ohnehin).

    @ mor
    Dass die SX100 im Vergleich mit einer Spiegelreflex nur ein Kompromiss ist, ist mir auch klar. Da ich aber meine Canon T 90 (samt Zubehör!) jedoch komplett ausmustern müsste (es lassen sich weder Objektive noch Blitz an einer Digital-EOS verwenden), fange ich die Digitalfotografie halt mal mit einer Kompaktkamera an. Und da ist es mir wichtig, dass sie einen großen Brennweitenbereich abdeckt, jackentaschentauglich und praktisch in der Handhabung ist sowie eine ordentliche Bildqualität bietet. Die HDR-Fotos sind etwas, das mich zusätzlich reizt und ich gerne ausprobieren möchte.

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