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ACDSee Photo Studio Ultimate 2018 im Test

Bildverwaltungs-, Bildbetrachtungs- und -bearbeitungssoftware in einem

Nach der Aufnahme kommen das Sichten, Sortieren und die Bildbearbeitung. Diese Vorgehensweise gilt für viele Fotografen. Wer seine Fotos nicht direkt in der Kamera final begutachten sowie auswählen möchte und danach per Speicherkarte ausdruckt, kommt an dieser Arbeitsweise kaum vorbei. Wir haben mit ACDSee Photo Studio Ultimate 2018 eine Software getestet, mit der sich alle Arbeitsschritte durchführen lassen.

Allgemeine Informationen:ACDSee Photo Studio 2018 ist in drei unterschiedlichen Versionen erhältlich. Die Ultimate-Version, die wir in diesem Test unter die Lupe nehmen, verfügt über alle Funktionen, die Professional- und die Standard-Version über weniger. Während bei der Professional-Version laut Herstellerinformationen lediglich die Frequenztrennung und die Anpassungsebene „Teiltonung“ fehlen, muss bei der Standard-Version auf wesentlich mehr verzichtet werden. Unter anderem auf diverse Werkzeuge (Verflüssigen, Körnung, Polygonauswahl), den Actions-Browser und das intelligente Löschen.

Die allermeisten Unterschiede betreffen die Bildbearbeitungsfunktionen; die Anzeige und das Verwalten von Fotos sind dagegen – mit Ausnahme der RAW-Bearbeitung – fast identisch. Interessierte Fotografen sollten sich daher vor dem Kauf überlegen, welche Funktionen benötigt werden und dementsprechend zur optimalen Version greifen. Dadurch lässt sich einiges an Geld sparen. Während die Ultimate-Version zum Testzeitpunkt 171,99 Euro kostete, waren die Professional- (114,99 Euro) und die Standard-Version (68,99 Euro) deutlich günstiger zu erwerben. Eine kostenlose Testversion steht für 30 Tage zur Verfügung.

Boxshot von ACDSee Photo Studio Ultimate 2018:

Für ACDSee Photo Studio 2018 wird, egal in welcher Version, ein Prozessor ab der Pentium 4- oder Athlon 64-Generation mit 64-Bit Unterstützung benötigt, 2GB Arbeitsspeicher (empfohlen werden 6GB) und eine DirectX-10-kompatible Grafikkarte mit 512MB Videospeicher sollten ebenfalls vorhanden sein. Als Betriebssystem werden Windows 7, 8, 8.1 und 10 unterstützt, dies jedoch nur in der 64Bit-Variante. Auf Computern mit 32Bit Betriebssystem ist die Software nicht lauffähig.

Die Arbeitsoberfläche und Einstellungsmöglichkeiten:
Nach dem Programmstart begrüßt einen ACDSee Photo Studio 2018 mit einer bekannten Arbeitsoberfläche bzw. genau genommen mit fünf: Verwalten, Fotos, Ansicht, Entwickeln und Bearbeiten.

Die Arbeitsoberfläche des Verwalten-Modus:

Die Verwaltungsoberfläche wird von der Software direkt nach dem Start aufgerufen und hat eine reguläre Ordneransicht zu bieten. Hier kann man Fotos grob ansehen, sortieren oder auch verschieben. Des Weiteren ist es möglich, Bilder in den Katalog von ACDSee Photo Studio zu importieren, zu bewerten (über Tastenkombinationen oder das Ziehen eines Bildes auf einen spezifischen Wert) und alle wichtigen Aufnahmeinformationen abzurufen. Per Diashow-Funktion können die Fotos in einem Ordner direkt ohne weiteres Zutun durchlaufend angesehen werden. Videos kann ACDSee Photo Studio 2018 ebenfalls abspielen, dies scheint jedoch nicht mit allen Dateiformaten zu funktionieren.

Bilder lassen sich hier unter anderem verschiedenen Kategorien zuordnen:

Über die Fotos-Oberfläche lassen sich alle katalogisierten Bilder anzeigen. Diese werden von ACDSee Photo Studio 2018 anhand ihres Aufnahmedatums sortiert und in der entsprechenden Aufnahmefolge angezeigt. Weitere Bearbeitungsschritte sind hier nicht möglich.

Bei der Fotos-Ansicht werden die Aufnahmen nach dem Aufnahmedatum sortiert angezeigt:

Sobald man in der Verwalten- oder der Fotos-Oberfläche ein Bild auswählt, um dieses vergrößert darzustellen, wird automatisch zur Ansichts-Oberfläche bzw. zum Ansichtsmodus gewechselt. Hier lässt sich in Bilder hineinzoomen, und selbige können gedreht oder in 1:1-Darstellung betrachtet werden. Des Weiteren ist es möglich, Bilder an andere Programme „weiterzuleiten“ und die Vorschaudarstellung (Auto-Light, Schwarz-Weiß oder Sepia-Tönung, ...) zu beeinflussen. Die Änderungen werden allerdings auf alle Bilder angewandt und betreffen nicht nur eine Aufnahme.

Die Vollbildarstellung mit Zoom ist im Ansichts-Modus möglich:

Außerhalb der Ansichtsdarstellung von ACDSee Photo Studio 2018 werden die Änderungen erst nach einem zusätzlichen Speichervorgang angezeigt, selbst die Miniaturansicht in der Verwaltenoberfläche wird nicht aktualisiert. Es handelt sich somit um eine reine Vorschau. Das ist für den Benutzer nicht unbedingt intuitiv. Gleiches gilt für die Navigation in den Menüs. Teilweise lässt sich mit den Pfeiltasten zwischen den Bildern wechseln oder die Position im Bild verändern. Auch die per Doppelklick auslösbare Aktion unterscheidet sich je nach Oberfläche. Hier wäre eine einheitliche Vorgehensweise sinnvoll.

Im Entwickeln-Modus sind klassische Bearbeitungen durchführbar:

Die Entwickeln-Oberfläche gleicht der Bearbeitungsoberfläche der meisten Bildbearbeitungsprogramme und erlaubt die bekanntesten Bildkorrekturen. Die Werkzeugpalette befindet sich standardmäßig an der linken Seite und besteht aus den vier Reitern „Einstellen“, „Detail“, „Geometrie“ und „Reparieren“. Zu den Einstellen-Optionen gehören unter anderem die Belichtung, der Kontrast, die Klarheit und der Weißabgleich.

Des Weiteren lassen sich Bearbeitungen über Gradationskurven vornehmen, und Fotografen können per Light-EG- und Farb-EQ-Parametern eingreifen. Ein Teil der Parameter lässt sich nicht nur auf das gesamte Bild anwenden, dies funktioniert gezielt auch per eingezeichneter Maske sowie mit zwei Verlaufswerkzeugen. Effekte in Form einer Körnung oder einer Vignette runden die Bearbeitungsoptionen ab.

Natürlich lassen sich Bilder nachschärfen oder das Bildrauschen reduzieren:

Zu den Detail-Optionen von ACDSee Photo Studio 2018 gehören die Scharfzeichnung, die Rauschunterdrückung, der Hautton und die Korrektur von chromatischen Aberrationen (händisch, keine Automatik). Ein kleines Fenster mit 1:1-Darstellung hilft bei der Kontrolle der Bearbeitungsschritte.

Für einige Objektive sind automatische Korrekturprofile verfügbar:

Die Geometrie-Optionen erlauben die Korrektur von Linsenfehlern, das Drehen und Begradigen von Bildern, Perspektivkorrekturen, das Zuschneiden und eine Vignetten-Korrektur. Bei den Reparieren-Optionen sind ein Bereichsreparaturpinsel und ein Werkzeug zum Verringern von roten Augen zu finden. Gut gelöst: Vorgenommene Änderungen können per Standardeinstellungen-Symbol schnell zurückgenommen werden. Wer die Bearbeitungen kontrollieren und vergleichen möchte, kann einen Parameter per Taste einfach deaktivieren und wieder aktivieren.

Die Arbeitsoberfläche des Bearbeiten-Modus:

Während die Entwickeln-Oberfläche wie ein RAW-Konverter aufgebaut ist und dessen klassische Optionen beinhaltet, erinnert die Bearbeiten-Oberfläche mehr an ein Bildbearbeitungsprogramm. Zahlreiche Auswahlwerkzeuge (Lasso, Polygon oder Rechteck) erlauben das Festlegen eines bestimmten Bildbereichs, per Pinsel und Verlauf sind diese ebenfalls markierbar. Die Bearbeitungsoptionen befinden sich wieder in einer Palette an der linken Seite, auf der rechten Seite liegt eine Anzeige für Ebenenoptionen. Spätestens damit wird ACDSee Photo Studio 2018 ein mächtiges Bildbearbeitungsprogramm, das praktisch alle Bearbeitungen erlaubt. Der Export der Fotos (u. a. als JPEG, PNG oder TIFF) ist nicht nur auf dem Computer möglich, über die Plattform 356.acdsee.com können Aufnahmen schnell mit anderen Personen geteilt werden. Informativ: Das Dashboard der Software erlaubt einen Einblick in verschiedene Bilder sowie Kamerastatistiken.

Bei der Bildbearbeitung kann man auch Ebenen verwenden:

Die Software im Einsatz:
ACDSee Photo Studio 2018 hat in der Ultimate-Version unzählige Bearbeitungsmöglichkeiten zu bieten, die alle Korrekturen erlauben, die man sich nur vorstellen kann. Zu den Komfortfunktionen der Software gehören neben der Arbeit mit Ebenen unter anderem ein Smart-Erase-Pinsel für das intelligente Löschen unerwünschter Bilderteile, eine Stapelverarbeitung sowie die Aufnahme und Wiedergabe von Aktionen. Mit Letzterer können Bearbeitungsschritte gespeichert und auf andere Bilder automatisch angewendet werden. Tools zur automatischen Bildkorrektur gibt es natürlich ebenfalls. An Einstellungsmöglichkeiten fehlt es bei ACDSee Photo Studio 2018 also keinesfalls. Wie mächtig die Software ist, zeigt unter anderem das über 500 Seiten lange Handbuch, das die Oberfläche und Bearbeitungsoptionen detailliert erläutert. Während uns die Möglichkeiten der Bildbearbeitung rundum überzeugen und auch die Oberfläche übersichtlich gestaltet ist (die zahlreichen Optionen "erschlagen" einen zuerst jedoch durchaus), müssen wir an der Performance deutlichere Kritik üben. Beispiele: In der Bearbeiten-Oberfläche öffnen sich selbst einfache Werkzeuge erst nach einer Gedenksekunde, bei Korrekturen mit dem Smart-Erase-Pinsel nehmen auch kleine Korrekturen mehrere Sekunden in Anspruch. Des Weiteren kostet das Wechseln von einer Arbeitsoberfläche zur nächsten immer eine bis zwei Sekunden Zeit, und das Verschieben des Bildausschnitts bei vergrößerten Ansichten ruckelt durch ständige Neuberechnungen. Die Performance-Schwäche tritt immerhin nicht bei allen Werkzeugen auf, vielfach werden Korrekturen auch sofort angezeigt. Da im Test ein leistungsstarker Computer (mit AMD Ryzen 7 1700X und 16GB RAM) verwendet wurde und alle Testbilder auf einer SSD lagen, hätten wir eine bessere Performance erwartet.

Der Smart-Erase-Pinsel erlaubt die automatische Korrektur von Bildteilen:

Am Schluss unseres Tests gehen wir noch auf die RAW-Kompatibilität der Software ein. Von 20 getesteten RAW-Daten-Bildern aktueller sowie etwas älterer Kameras (unter anderem Canon EOS 77D, FujiFilm X-T20, Nikon D7500, Olympus OM-D E-M1 Mark II, Pentax KP, Panasonic Lumix GX800, Sigma DP2 und Sony Cyber-shot DSC-RX100V) ließen sich nur die Bilder der Kameras von FujiFilm (RAF), Sigma (X3F) und Pentax (PEF) nicht ansehen bzw. bearbeiten. Die RAW-Unterstützung ist also durchaus gut, wenngleich nicht flächendeckend. Vor dem Kauf sollte die Unterstützung der Kamera auf der Produktseite überprüft werden.

Unser Fazit:
ACDSee Photo Studio 2018 in der Ultimate-Version überzeugte im Test als eine Allround-Lösung: ansehen, sortieren, umbenennen und bearbeiten. Die Liste der Features ist lang, bis auf Spezialfälle müssen Fotografen zu keinem anderen Programm greifen. Des Weiteren konnte die Software mit einer ordentlichen RAW-Unterstützung punkten. Die Arbeitsoberfläche mit vielen Bedienelementen kann auf den ersten Blick für eine Überforderung sorgen, mit der Zeit findet man sich als ambitionierter Nutzer jedoch zurecht. Die teilweise nicht intuitive Bedienung (Beispiel: ein Doppelklick sorgt in unterschiedlichen Oberflächen für abweichende Aktionen) und die nicht optimale Arbeitsgeschwindigkeit fielen uns dagegen negativ auf. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie stark dies die Arbeit beeinflusst.

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