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Dias digitalisieren – Wie's geht und nicht so kompliziert wird

Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus

Gastbeitrag
Ein Gastbeitrag von Adrian Ahlhaus

Es gibt viele Wege, um die eigenen Dias aus den Ablagen in Schränken, Regalen und Schubläden als elektronische Bilddaten zu speichern. Und wie man es sich denken kann, ist der teuerste Weg auch der Beste. Je mehr man investiert, desto besser wird die Qualität der Bilddaten. Aber, und man kann es nicht deutlich genug sagen, vieles muss gar nicht von der besten Qualität sein. Der Unterschied bei etwas weniger Aufwand führt technisch betrachtet nur zu geringen Einbußen an Qualität, und ist doch deutlich preisgünstiger.

Das geht schon damit los, dass man darüber nachdenkt, wer Dias im Auftrag von Kunden digitalisiert und was das kostet. Wer die für den Hobbyisten angebotenen Dienstleistungen durchforstet, wird einige, wenige Firmen finden, die alle recht ähnliche Angebote haben. Grundlegend gleich wird jedes Dia in einen Scanner gesteckt, darin abgetastet und als digitale Datei ausgegeben. Dazwischen rechnet eine spezielle Software alle Kratzer und Fusseln weg – davon hat jedes Dia Unmengen – und schließlich wird eine CD gebrannt, die man nun mit nach Hause nimmt, samt der Dias.

Doch wohin mit den „alten“ Dias? Die meisten werden einfach nur froh sein eine riesige Menge an Dias entsorgt, Schränke, Regale und Schubläden leer zu sehen. Anderen kommt ein wehmütiges Gefühl, all die Mühe und Freude an den Bildern nun auf ein winziges Nichts geschrumpft zu sehen, zu unansehnlichen, die nichts sagenden Bits und Bytes auf silbernen Scheiben herum zu tragen. Soll man das wirklich machen, so sang- und klanglos, ab in den Müll?

Doch es geht irgendwann los. Wer nun die beste Qualität will, der muss schon sehr aufwendig suchen, um einen Dienstleister mit Trommelscanner aufzutreiben, dessen Gerät auch noch justiert ist, und hat fast maßlos tief in die Tasche zu greifen. Denn jedes Dia muss man aus dem Rahmen lösen, von Hand in den Scanner spannen und recht lange abtasten, damit sich letztlich riesige Bilddaten ergeben, die man selbst im professionellen Bereich nur selten braucht. Wie gesagt, der Preis für eine solche Arbeit ist immens.

Der andere Weg ist, sich einen speziellen Scanner für KB-Dias zu kaufen. Das gilt als der beste Weg, um eine große Menge eigener Dias, sagen wir mal fünftausend, über einige Monate und nach Feierabend, so peu à peu, zu einer digitalen Bilddatenbank zu verarbeiten. Bei Ebay gibt es einen regelrechten Scanner-Markt. Jeder hat so ein Gerät mal gekauft und dann wieder verkauft. Das Gerät funktioniert ohne großen Aufwand und in ansprechender Qualität. Allerdings überlässt man die Beseitigung der vielen Fusseln und Kratzer einer Software, und die schönen Kodachrome lassen sich mit einem solchen Gerät auch nicht scannen. Man muss also auf Fehler gefasst sein. Auch meint die angegebenen Auflösungen bei einigen Geräten lediglich interpolierte Daten und nicht die reale Abtastrate, die eines der Merkmale für die Qualität ist. Des Weiteren: das Entfernen von Fusseln und Kratzern mittels einer Software hinterlässt schon mal Spuren an Bilddetails, die verloren gehen können.

Kaum anders, aber mit deutlich geringerer Qualität arbeitet man mit einem preiswerten Flachbettscanner und einer Durchlichteinheit. Je kleiner das Dia, desto geringer die Abtastrate, also die entstehende Datenmenge. Bei den Abtastraten darf man sich auch nicht täuschen lassen. Viele angegebenen Auflösungen meinen auch hier nur die interpolierten Daten, die realen Auflösungen liegen dann deutlich darunter. Ein Gerät für 150 Euro bringt keine Qualität. Wer seine großformatigen Dias von 6 x 9 cm oder größer scannen will, wird bei solchen Flachbettscannern und Durchlichteinheiten keine ausreichend gleichmäßige Ausleuchtung finden. Erst der Trommelscanner oder professionelle Geräte, zum Beispiel der Firma „Heidelberg“ und die Software „Silverfast“ bringen die geeignete Qualität.

Eine andere Möglichkeit ist das Abknipsen der Dias. Dafür gibt es den so genannten Duplikator. Das ist ein röhrenförmiger Vorsatz samt Makroobjektiv vor der DSLR. Damit wird ein Dia als Makro-Aufnahme mit der eigenen Kamera abfotografiert. Zur Beleuchtung hält man diese Röhre als fest verbundene Einheit mit der Kamera gegen den Himmel und knipst das Dia ab. Das ist ein leichter und recht schneller Weg zum Digitalisieren. Allerdings muss man auch hier jedes Fussel und jeden Kratzer nachträglich von Hand retuschieren. Der zweite, entscheidende Nachteil: die Farbe des Tageslichts entscheidet über die Farbigkeit des digitalen Bildes. Blauer Himmel geht schon mal gar nicht. Eine zu hoch oder zu tief stehende Sonne hinter Wolken verfälscht die Farben der digitalen Bilder ebenfalls deutlich. Denn der automatische Weißabgleich einer digitalen Kamera kommt mit Dias als Makromotiv nicht gut zurecht.
Übrigens, auch für Bridge-Kameras gibt es solch einen Duplikator. Der hat dann kein dreilinsiges Makroobjektiv samt Blende, sondern als optische Einheit eine sehr gute Nahlinse, die vor die Frontlinse der Kamera geschraubt wird.

Bei dem Beleuchtungsproblem hilft nur ein Blitzgerät weiter, und auch die manuelle Einstellung des Weißabgleichs. Man setzt sich in ein dunkles Zimmer, blitzt mit einer manuellen Einstellung gegen eine weiße Wand, gegen die man aus mehr als einem Meter den Duplikator hält und sieht sich dann sehr genau die Ergebnisse an. Stimmt die Belichtung und stimmt der Weißabgleich? Das alles lässt sich leicht korrigieren. Dann wird mit diesen Einstellungen Dia für Dia abfotografiert.

Die Qualität der Bilder ist allerdings etwas eingeschränkt, da das Licht nun zwar sehr weich ist, doch bleiben die Kontraste der Bilder gelegentlich unbefriedigend. Auf den Dias ist an einigen Stellen mehr zu sehen, als auf der Durchschnittsbelichtung der digitalen Kopie. Und die Kodachrome-Dias sind auch nur mäßig gut. Erst die Kontraststeuerung des Lichtes kann in sehr hellen und recht dunklen Bildpartien zu einer Verbesserung der Durchzeichnung führen. Ebenso lassen sich die Kodachrome-Dias damit bearbeiten. Doch das ist etwas für erfahrene Anwender, die die Kontraste einer Beleuchtung steuern können.

Trotzdem, eine Frage bleibt offen. Warum sollte man die alten Dias wegwerfen können? Die Antwort: weil siebzig Jahre alte Dias nur unter archivalischen Bedingungen ansehnlich bleiben. Und die hat man zuhause wohl äußerst selten.

Gastbeiträge enthalten die Meinung des jeweiligen Autors und spiegeln nicht die Meinung von dkamera.de wieder.

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Kommentare

Es gibt noch eine äußerst ...

Es gibt noch eine äußerst qualitativ akzeptabele Methode:
1. Sonniges Wetter im Freien nutzen
2. Stativ + Balgengerät
3. Auf den Boden unterhalb Balgengerät "weißes Papier" legen
4. Digital-Camera (z.B. Casio-Exilim)zum Abknipsen
verwenden mit folgenden Einstellungen:
- MAKRO AUTOFOCUS
- ISO50 ; Blende 5,6
- Zoomen,bis Display formatfüllend erfasst ist
- Pixeleinstellung >= 4 Millionen
5. Dia von Hand vor Balgengerät führen und ausrichten;
Cameraknopf leicht antippen,bis alles scharf erscheint
und dann abdrücken.
6. Exakter Bildausschnitt erfolgt dann später mittels
Bearbeitungsprogramm "Xnview" bzw."Picasa2" am PC

Als Hersteller möchte ich hier ...

Als Hersteller möchte ich hier den sehr interessanten und ausführlichen Bericht noch um eine weitere Möglichkeit des Abfotografieren von Dias ergänzen.

Man nehme als Lichtquelle eine Kaltlicht-Leuchtplatte und zur leichten Bearbeitung ein Reprostativ. Wir haben uns genau auf diese Methode mit unseren Produkten spezialisiert. Das Abfotografieren erfolgt so in Sekunden mit der eigenen Digitalkamera. Das Zubehör bestehend aus einer Anlegeschablone und einer Wasserwaage ermöglichen ein genaues und schnelles Arbeiten.

2000 und mehr Dias sind mit diese Methode an einem Tag auf der Festplatte.

Unter digilightbox erfährt man näheres. Der Download der sehr umfangreichen Anleitung mit vielen Tips ist kostenlos.

Woher stammt die Kaltlichtplatte? Ich ...

Woher stammt die Kaltlichtplatte? Ich bin auf der Suche nach einer, die ich genau fixieren und justieren kann, und die auch hält, wenn ich das Dia wechsle.

Ich interessiere mich für die ...

Ich interessiere mich für die Digitalisierung von alten Dias und bitte um Informationen, Preise usw.

Eine ganz interessante Möglichkeit große ...

Eine ganz interessante Möglichkeit große Diabestände in kürzester Zeit zu "scannen", ist das Abfotografieren mit einem Diaprojektor.

Angebot siehe hier:
http://digitalisierung.image-engineering.de/article.php/SP-Scan

Problematisch ist die exakte Ausrichtung von Projektor und DSLR.

Was braucht man?
-Diaprojektor ohne Objektiv
-eine Mattscheibe im Strahlengang des Projektors um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu gewährleisten
-DSLR
-Macroobjektiv
-Einrichtung zur Ausrichtung von Kamera und Projektor.

Wenn der Aufbau aber mal steht dauert das Fotografieren nur 1 bis 3 Sekunde pro Bild.

Das läßt sich sehr komfortabel lösen, indem man die Kamera über ein USB-kabel an den PC anschließt. Entsprechende Software vorausgesetzt(bei Canon im Lieferumfang) wird dann jedes Bild sofort auf den PC übertragen und kann am Bildschirm betrachtet werden.
Kamera und Projektor werden dabei über ihre Fernbedienungen gesteuert.

MfG
P.

Der Link lautet: www.digilightbox.de

Der Link lautet:

www.digilightbox.de

Hallo, ich möchte eine Menge ...

Hallo,

ich möchte eine Menge (über 1000) Dias einscannen lassen und Sie später am Fernseher anschauen und ggf. Abzüge davon machen. Wie ich gesehen habe gibt ja unterschiedliche Auflösungen, siehe z.B.

http://www.fotoporto.de/digitalisierung.html
http://www.enns-gmbh.de/enns/dia-scannen-info-preis.html

Was empfehlt Ihr mir ?

Grüße

Klaus

Hallo, um ein gutes Dia ...

Hallo, um ein gutes Dia am hochauflösenden Fernseher zu betrachten, ist eine Auflösung von mindestens 2000-3000 dpi erforderlich. Die Angebote mit 1000 dpi sind eher für die Verwendung von kleinen Grafiken im Internet oder ausgedruckten Fotos geeignet. Allerdings sollte der Sinn der Digitalisierung ja sein, das Dia zu ersetzten. Also lieber etwas zu viel Auflösung als zu wenig. Einige Anbieter bieten direkt nur eine (hohe) Auflösung an. Das hat sicher auch seinen Sinn. Ich habe mir bei dieser Firma meine bescheidene Sammlung digitalisieren lassen. Das Problem, was ich jetzt noch habe: Wie sichere ich meine Bild-Daten am besten? Gebrannte DVDs halten bekanntermaßen nicht lange. Also eine externe Festplatte?

Gruß Thommy.

Hallo, Je höher die Auflösung ...

Hallo,

Je höher die Auflösung eines Bildes ist, desto mehr Details können von dem Dia bzw. Negativ dargestellt werden. Für den durchschnittlichen Bildbetrachter wird eine Auflösung von 2000 dpi (z.B. Hintergrundbild PC; Bildbetrachtung am Fernseher mit DVD-Player), für den anspruchsvollen Bildbetrachter eine Auflösung von 3000 dpi (Foto-Shows am PC mit intensiver Nutzung der Zoom-Funktion) und für den Profi eine Auflösung von 4000 dpi (Vortrag mit Beamer; Heimkino, etc.) empfohlen. Bilder mit einer hohen Auflösung lassen sich nachträglich auf einfache Weise verkleinern (z.B. Batchkonvertierung über die Software Irfanview) und auf eine zweite Foto-CD sichern.

Gruß,
Franz

Hallo Klaus, vielen Dand für ...

Hallo Klaus,

vielen Dand für Deinen Hinweis auf fotoporto vom 05.01. (s.o.). Habe dort in der Zwischenzeit über 1000 KB-Negative digitalisieren lassen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Gewählt habe ich den Profi-Scan mit 2400 dpi. Die bieten übrigens seit neuestem auch einen kostenlosen Probescan an.

Gruß Paul

Möchte mir ein Gerät zum ...

Möchte mir ein Gerät zum digitalisieren meiner Dias kaufen,
es sollte schon 3000 Dpi haben.
Wer hat Erfahrung, und kann mir ein Gerät empfelen?

Das hier beschriebene Verfahren des ...

Das hier beschriebene Verfahren des abfotografierens ist nicht nur einfach sondern auch effektiv und für kleinere Mengen an Dias praktikabel zu verwirklichen.

Aber: DIAS dann zu entsorgen, ist eigentlich unverantwortlich! Dias wie auch Super 8 Filme können sehr lange bei ganz normalen Bedingungen wie Raumtemperatur zwischen 18 und 25 Grad Celsius, Luftfeuchte im normalen Rahmen, und dunkel gelagert in entsprechenden Archivsystemen Jahrzehnte lang aufbewahrt werden, ohne dass sie Schaden nehmen. Ich habe die Super8 Filme meines Vaters (allesamt Kodak), die inzwischen 40 Jahre alt sind, neulich mal wieder angesehen, und die Qualität war 1A! Ich bin davon überzeugt, dass KEINE CD und schon gar keine DVD/BlueRay so lange halten wird! Daher: nach dem Digitalisieren AUF KEINEN FALL DIAS entsorgen! Was soll eine schlechte Kopie auf schnell alternden Medien, wenn die Originale weggeworfen sind? Zu bedenken ist nur die Instandhaltung von Super 8 Projektoren und Diaprojektoren, wobei dieses Problem jedoch sicher besser zu lösen ist als das der Vorrathaltung von Hardware zum Abspielen von CDs/DVDs in 40 Jahren.

Hallo auch! Ich stimme zu ...

Hallo auch!

Ich stimme zu was die CDs bzw. DVDs angeht, die Lebensdauer dieser Medien beträgt maximal 5-10 Jahre. Je nach Qualität der Rohlinge und Lagerung auch weniger, mehr ist Zufall. Daher sind diese Medien keine Option zur Archivierung, sondern nur zum Transport geeignet.

Festplatten halten in etwa gleich lang, aber wenn man diese regelmässig benutzt merkt man dass sie ausfallen und kann sie ersetzen. Einzige sinnvolle Lösung ist also meiner Meinung nach die Speicherung auf Festplatten, mit sinnvollem Backup-konzept. Die Daten sollten also mindestens doppelt auf verschiedenen Platten liegen (was nicht nur für Fotos, sondern für *alle* Daten gilt).

Ob man die Dias nun wegschmeisst oder nicht ist dann nicht mehr sooo wichtig. Wichtig ist für mich: Digitale Bilder werden sicher nicht mehr schlechter, Dias evtl schon. Ausserdem will ich meine Sammlung ja nur einmal digitalisieren, und nicht warten bis meine digitale Kopie kaputt ist und dann alles nochmal machen. Daher sind die orginale als "Backup" für mich keine Option. Ich werde meine Dias also wenn dann nur aus nostalgischen Gründen behalten.

Grüsse aus der Schweiz

Hallo, ich verfüge über alle ...

Hallo, ich verfüge über alle technischen Geräte, um meine Dias und Bilder zu digitalisieren. Insbesondere mein Sohn hat mir zum Geburtstag/Weihnachten solche technischen Geräte zum Geschenk gemacht. Er dachte dabei natürlich auch an seine Jugenderinnerungen. Dabei erwähnte er auch, daß ich ja als Rentner/Pensionär jetzt viel Zeit hätte, mich dieser Aufgabe zu widmen. Als er jetzt nach Ergebnissen nachfragte, habe ich ihm erwidert, daß ich nicht mehr berufstätig bin und meine freie Zeit anders nutze als hunderte Dias und Bilder zu digitalisieren. Nach meinem Tod könnte er Alles als Erbmasse übernehmen und diese Friemelsarbeit selber machen. Ich habe keine Lust dazu und gehe lieber mit Frau und Hund den Tag genießen. Verstehe auch gar nicht, daß man hier so geil auf das Digitalisieren ist. Meine Diaprojektoren gehen noch und das reicht mir. Schönen Tag wünsche ich noch.

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