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Die Panasonic Post Focus-Funktion im dkamera Praxistest

Alles Wissenswerte zur Technik, der Bildqualität und der Handhabung

Update: Wir haben unseren Artikel um neue Informationen (kamerainternes Focus Stacking) ergänzt. Panasonic bietet mit der Post Focus-Funktion ein Feature an, das es erlaubt, ein Bild mit unterschiedlichen Schärfeebenen zu speichern sowie eine Aufnahme mit hoher Schärfentiefe zu erstellen. Wir haben die auf der 4K-Fotoaufnahme aufbauende Technologie bei einer Panasonic Lumix DMC-G70 (Post Focus-Funktion) und Panasonic Lumix DMC-G81 (Post Focus-Funktion mit Focus-Stacking) unter die Lupe genommen.

Generelle Informationen:
Die Post Focus-Funktion wurde von Panasonic im Herbst 2015 vorgestellt und ließ sich zu Beginn bei verschiedenen Kameramodellen nur per Firmware-Update nachrüsten. Zu den ersten Modellen zählten die Panasonic Lumix DMC-GX8 ​, die Panasonic Lumix DMC-G70 ​ und die Panasonic Lumix DMC-FZ300 . Seitdem hat Panasonic die Post Focus-Funktion bei fast allen neuen Kameras standardmäßig integriert.

Aktuell (Stand: März 2017) lässt sich die Post Focus-Funktion bei folgenden Kameras nutzen: Panasonic Lumix DC-GH5, Panasonic Lumix DC-GX800, Panasonic Lumix DC-FZ82, Panasonic Lumix DMC-G81, Panasonic Lumix DMC-FZ2000, Panasonic Lumix DMC-LX15, Panasonic Lumix DMC-GX80, Panasonic Lumix DMC-TZ101, Panasonic Lumix DMC-TZ81, Panasonic Lumix DMC-FZ300, Panasonic Lumix DMC-G70, Panasonic Lumix DMC-GX8, und Panasonic Lumix DMC-GH4.

Bei älteren Kameramodellen muss die Firmware auf den neuesten Stand gebracht werden:

Nachfolgend finden Sie die Links zu den benötigten Firmware-Versionen bei älteren Kameras:
Firmware-Update 2.0 für die Panasonic Lumix DMC-GX8
Firmware-Update 2.0 für die Panasonic Lumix DMC-G70
Firmware-Update 2.0 für die Panasonic Lumix DMC-FZ300
Firmware-Update 2.5 für die Panasonic Lumix DMC-GH4

Die Technik:
Unter der Post Focus-Funktion versteht Panasonic die nachträgliche Fokussierungsmöglichkeit bei einem Bild. Eine derartige Technologie bietet auch die Firma Lytro mit seinen beiden Lichtfeldkameras Lytro (Testbericht) sowie Lytro Illum an. Während die nachträgliche Fokussierung bei diesen beiden Kameras allerdings durch die Lichtfeld-Technologie ermöglicht wird, die im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras völlig anders funktioniert und technisch wesentlich aufwendiger ist, wählt Panasonic einen ganz anderen Ansatz. Hierfür muss keine spezielle Optik oder ein spezieller Bildsensor verwendet werden, die nachträgliche Fokussierung wird durch die Kombination von Einzelbildern mit unterschiedlichen Fokuseinstellungen ermöglicht. Dazu nutzt Panasonic die in den Kameras bereits vorhandene 4K-Funktion, die auch für die 4K-Fotoaufnahme (dkamera Praxistest) verwendet wird. Dank der im 4K-Modus hohen Auflösung von rund acht Megapixel lassen sich trotz einer sehr hohen Bildrate von 30 Aufnahmen pro Sekunde detailreiche Bilder ausgeben. Anders als bei Einzelbildern, die aus Full-HD-Aufnahmen stammen und somit nur etwa zwei Millionen Bildpunkte auflösen, können die Einzelbilder von 4K-Videos auch für hochqualitative Fotos verwendet werden.

Neben der Lumix G70 unterstützt unter anderem auch die GH5 Post Focus-Technik:

Der Vorteil der Post Focus-Funktion von Panasonic gegenüber der Lichtfeld-Technologie ist schnell klar: sie funktioniert prinzipiell mit jeder Kamera. Die Funktion könnte Panasonic somit eigentlich bei jedem Modell anbieten, wirklich Sinn macht diese aber nur bei Kameras, die auch 4K-Videos festhalten können. Warum die Panasonic Lumix DMC-FZ1000 (Testbericht ) mit 4K-Videoaufnahme keine Post Focus-Funktion spendiert bekommen hat, ist uns nicht bekannt.

Zu den Nachteilen: Da mehrere Bilder zu einer Aufnahme kombiniert werden, darf sich das Motiv bei der Post Focus-Funktion nicht oder allenfalls minimal bewegen. Somit fällt eine große Anzahl von Situationen, in denen die Post Focus-Funktion eingesetzt werden könnte, weg. Lichtfeldkameras sind in dieser Hinsicht nicht eingeschränkt.

Ebenso ist zu bedenken, dass wie bei Aufnahmen mit der 4K-Fotofunktion weitere Nachteile bestehen. Die Bilder lassen sich nur im JPEG-Format ausgeben. Eine stärkere Bearbeitung ist somit nicht mehr möglich. Zudem ist die Kompression der Bilder relativ stark und durch den elektronischen Verschluss kann der Einsatz bei Kunstlicht problematisch sein. Ebenso eingeschränkt ist die Verschlusszeit, diese beginnt erst ab 1/30 Sekunde. Der Einsatz von niedrigen ISO-Werten bei schlechten Lichtverhältnissen ist somit nicht möglich. Diese Einschränkung macht zwar wenig Sinn, scheint aber an der grundsätzlichen Technik der 4K-Aufnahme mit 30 Bildern pro Sekunde zu liegen. Hier sind Belichtungszeiten länger als 1/30 Sekunde natürlich nicht möglich. Bei der Post Focus-Funktion würden auch weniger als 30 Bilder pro Sekunde nicht problematisch sein. Die mit acht Megapixel geringere Auflösung schränkt die Verwendung darüber hinaus weiter ein. In der Praxis sehen wir Ausdrucke bis zum DIN A3-Format jedoch als problemlos an.

Vor der Aufnahme muss die Post Focus-Funktion aktiviert werden (bei der G70 z. B. im Menü):

In der Praxis:
Wer die Post Focus-Funktion verwenden möchte, muss diese bei der Panasonic Lumix DMC-G70 zum Beispiel über die Einstellung „Post-Fokus“ auf der vierten Menüseite des „Rec“-Menüs aktivieren. Bei anderen Kameramodellen funktioniert dies teilweise anders. Ist die Post Focus-Funktion aktiv, erwartet einen eine deutlich „abgespeckte“ Quickmenüansicht. Durch die Einschränkungen sind deutlich weniger Einstellungen als bei der normalen Fotoaufnahme möglich. Neben dem Bildstil lassen sich das Seitenverhältnis der Bilder, die Blende/Belichtungszeit, die Belichtungsmessmethode, die Belichtungskorrektur, der ISO-Wert und der Weißabgleich verändern. Des Weiteren ist es auch möglich, noch ein paar wenige weitere Einstellungen anzupassen. Viele Parameter sind im Menü allerdings ausgegraut und lassen sich somit nicht verändern. Als Seitenverhältnisse stehen bei der Aufnahme 4:3, 3:2, 16:9 sowie 1:1 zur Verfügung. Alle liefern in etwa die bereits genannten acht Megapixel.

Die Aufnahme der Bilder erfolgt vollständig automatisiert:

Ist das passende Motiv gefunden, muss nur noch der Auslöser gedrückt werden. Danach übernimmt die Kamera selbstständig die Aufnahme. Der Fokusbereich des Objektivs wird von der Naheinstellgrenze bis zur Unendlichkeitsstellung durchfahren, währenddessen erfolgt die kontinuierliche Bildaufnahme. Welche Stellen im Bild scharf gestellt wurden, zeigen die bekannten grünen Fokusfelder an. Nach erfolgter Aufnahme muss nur ein paar Sekunden während der Verarbeitung gewartet werden.

Nach der Aufnahme werden die Bilder berechnet und abgespeichert:

Im Wiedergabemodus wird eine Bildserie wie eine 4K-Fotoaufnahme angezeigt:

Nach der Speicherung ist es am Display per Touch oder über die Tasten möglich, ein Bild mit der passenden Fokussierung auszuwählen. Besonders erstere Funktion ist dabei durchaus beeindruckend. Die besten Aufnahmen können direkt in der Kamera als Einzelbild gespeichert werden, dazu muss nur die Set-Taste des Steuerkreuzes gedrückt werden. Nachträglich ist die Einzelbildextraktion zudem auch am Computer möglich, da alle Bilder als kurze Videodatei zusammengefasst sind. Die Bildqualität ist unserer Meinung nach sehr gut, auch größere Ausdrucke sind kein Problem.

Per Touch oder auch über das Steuerkreuz lässt sich der Fokuspunkt nachträglich setzen:

Einzelne Bilder lassen sich über den Speichern-Dialog ausgeben:

Auf anderen Ausgabegeräten sind die Möglichkeiten in der Praxis leider noch sehr beschränkt. Während Lytro eine spezielle Galerie anbietet, in der per Mausklick der gewünschte Bereich eines Bildes scharfgestellt werden kann, ist dies bei Panasonic nur über das Display der Kamera möglich. Eine derartige Software bzw. Onlinefunktionalität würden wir uns daher wünschen.

Beispielaufnahmen der G70 (aufgenommen mit dem Lumix G 20mm F1,7 II):

Beispielbilder-Serie 1 (Stativ):

Beispielbilder-Serie 2 (Freihand):

Beispielbilder-Serie 3 (Stativ):

Beispielserien-Videos (Stativ):

Post Focus-Funktion mit Focus Stacking:
Zur Photokina 2016 hat Panasonic die Post Focus-Funktion um die Möglichkeit eines kamerainternen Focus Stackings erweitert. Dessen Fehlen haben wir bei unserem ersten Test der Post Focus-Funktion noch kritisiert. Das Focus Stacking wird allerdings nur von neueren Kameramodellen unterstützt. Für die schon etwas ältere Panasonic Lumix DMC-GX80 (Testbericht) wurde allerdings ein Firmware-Update nachgereicht. Grundsätzlich funktioniert die Aufnahme einer Bildserie mit unterschiedlichen Schärfeebenen wie bei der ersten "Generation" der Post Focus-Funktion, die Bilder lassen sich danach aber zu einer Aufnahme mit großer Schärfentiefe zusammensetzen.

Bei der Panasonic Lumix G81 erreicht man das Focus Stacking-Menü über die Fn1-Taste:

Im zweiten Schritt muss man sich für die Berechnungs-Methode entscheiden:

Dies ist bei der von uns verwendeten Panasonic Lumix DMC-G81 (Testbericht) durch das Betätigen der Fn1-Taste möglich. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, bei dem man sich zwischen der Option „Auto Mischen“ und „Bereich Mischen“ entscheiden kann. Während bei ersterer Option die Bilder aller Schärfeebenen verrechnet werden, kann man diese bei der zweiten Option von Hand (per Touch über das Display oder mittels der Tasten) bestimmen. Danach übernimmt die Kamera alle weiteren Bearbeitungen und speichert ein Bild mit den gewünschten Einstellungen ab.

Die Option "Bereich Mischen" erlaubt die Wahl der Fokusbereiche:

Zum Schluss muss die Aktion bestätigt werden:

Der Berechnungsvorgang dauert bis zu einer halben Minute:

Die zusammengesetzten Aufnahmen mit großer Schärfentiefe wissen zu gefallen, Bildfehler sind uns nur wenige aufgefallen. Bei genauem Hinsehen kann man diese jedoch anhand von falsch berechneten Pixeln teilweise erkennen.

Beispielaufnahmen:

Links sehen Sie ein "Standardbild", rechts eine Aufnahme mit großer Schärfentiefe:

Unser Fazit:
Wie bereits die 4K-Fotofunktion ist die Post Focus-Technologie ein interessantes Feature, das Panasonic durch die 4K-Videoaufnahme bei einem großen Teil seiner Kameramodelle realisieren konnte. In der Praxis konnte uns dieses Feature durchaus überzeugen, die vorhandenen Einschränkungen (unter anderem: Fotografie nur von statischen Motiven, 1/30 Sekunde als kürzeste Belichtungszeit, keine RAW-Aufnahme) machen die Post Focus-Technologie aber nicht für alle Motive interessant. Das Panasonic bei neueren Modellen ein kamerainternes Focus Stacking ermöglicht, ist eine sinnvolle Verbesserung. Es wäre jedoch wünschenswert, dass diese Funktion bei älteren Kameras nachgerüstet werden kann.

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Kommentare

Fehlende Extration für die Panasonics ...

Fehlende Extration für die Panasonics Post Focus Funktion und Stacking auf PC/MAC
erfüllt seit kurzem folgende Software
Helion Focus 6.5 - heliconsoft.

Die weitaus teurere Lumix DMC-FZ1000 ...

Die weitaus teurere Lumix DMC-FZ1000 EG hat keine Panasonics Post Focus Funktion. Kommt da noch ein Update dafür.

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