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Nikon D7500 und Canon EOS 80D im Duell (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegelreflexkameras der gehobenen Klasse mit APS-C-Sensor


Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Nikon D7500.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Tests der Nikon D7500 und der Canon EOS 80D unter anderem das Objektivangebot, die Arbeitsgeschwindigkeit und den Autofokus unter die Lupe genommen haben, gehen wir in diesem letzten Teil auf weitere Funktionen und Features, die Videoaufnahme sowie die Erweiterbarkeit ein.

Funktionen und Features:
Der Verschluss beider Spiegelreflexkameras arbeitet mechanisch, die Belichtungszeit ist zwischen 30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde wählbar. Längere Belichtungen können per Bulbmodus erfolgen. Damit decken beide Modelle alle wichtigen Belichtungszeiten ab.

Als Belichtungsmesssensor kommt bei der Nikon D7500 ein Medell mit 180.000 RGB-Pixel zum Einsatz. Der Sensor der 80D löst mit 7.560 RGB-Pixel deutlich geringer auf. In der Praxis haben wir bei der Belichtungsmessung allerdings keine Unterschiede feststellen können. Als Belichtungsmessmethoden werden jeweils die Mehrfeld- (bzw. Matrix-), die mittenbetonte und die Spotmessung unterstützt. Die D7500 erlaubt des Weiteren eine sogenannte lichterbetonte Messung. Diese orientiert sich an den hellsten Stellen im Bild, und hilft Überbelichtungen bei einzelnen, starken Lichtquellen zu vermeiden.

Bei den Fotoprogrammen können Fotografen zwischen zahlreichen Automatiken und den PSAM-Modi wählen. Des Weiteren stehen Custom-Modi und auch Filtereffekte zur Verfügung. Die Digitalkameras sind dadurch von Einsteigern und ambitionierten Fotografen gleichermaßen gut zu bedienen.

Die Aufnahmen landen jeweils auf einer SD-Karte:
Links sehen Sie die Nikon D7500, rechts die Canon EOS 80D.

Als Speichermedien verwenden beide Modelle jeweils SD-Karten, zur Speicherung ist ein Slot vorhanden. Wir hätten uns zwei Slots gewünscht, damit ein kamerainternes Backup erfolgen kann. Apropos Speichern: Das funktioniert bei Fotos jeweils im JPEG- sowie RAW-Format. Die EOS 80D erlaubt im Gegensatz zur D7500 allerdings nicht nur RAW-Bilder mit voller Auflösung, sondern auch Dateien mit weniger Pixeln (M-RAW, S-RAW).

Die Akkus der Kameras sind mit Kapazitäten von 1.900mAh bzw. 1.865mAh jeweils sehr groß und ermöglichen beim Fotografieren (mit dem Sucher) fast 1.000 Bilder.

Unsere Wertung bei den Funktionen und Features: Unentschieden.

Videoaufnahme:
Die Videofunktion wird bei Spiegelreflexkameras stetig wichtiger. Nikon und Canon waren vor fast zehn Jahren die Hersteller, die diese zuerst integriert haben. Seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen, die besten Videofunktionen sind schon länger bei den dafür viel besser geeigneten spiegellosen Modellen zu finden. Verschiedene Videofeatures fehlen bei beiden Modellen trotzdem nicht. In puncto Auflösung liegt die Nikon D7500 vor der EOS 80D, 3.840 x 2.160 Pixel („4K“) hat nur erstere zu bieten. Die EOS 80D speichert Videos maximal in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Dabei nimmt sie 60 Vollbilder pro Sekunde auf, die D7500 schafft das in Full-HD ebenfalls. In 4K sind allerdings maximal 30 Vollbilder pro Sekunde möglich.

Die D7500 hält Videos in der aktuellen 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) fest:

Nikon D7500.

Die EOS 80D speichert Videos maximal in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel):

Canon EOS 80D.

Grundsätzlich unterstützen beide Kameramodelle alle herkömmlichen PAL- und NTSC-Bildraten, Zeitlupenfunktionen gibt es allerdings nicht. Als besonderes Speicherformat hat die 80D die All-Intra-Codierung zu bieten, hier werden die Videos (bei bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde in Full-HD) weniger komprimiert.

Video-Bildqualitätsvergleich bei 3.840 x 2.160 (D7500) und 1.920 x 1.080 Pixel (EOS 80D):

Hinsichtlich der Bildqualität setzt sich die D7500 von der 80D durch die viermal höhere Auflösung deutlich ab, Details werden sichtbar besser wiedergegeben. Ein Nachteil der 4K-Videos der D7500 sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben: Dies ist ein starker Cropeffekt, der durch das Auslesen der Bildpunkte im Zentrum entsteht. Dadurch verändert sich der Bildwinkel bei Videos deutlich, für Weitwinkelaufnahmen wird ein Ultraweitwinkelobjektiv benötigt. Bei Full-HD-Aufnahmen tritt dieses „Problem“ nicht auf.

Die manuelle und halb automatische Belichtungssteuerung unterstützen beide Digitalkameras, des Weiteren ist der Ton in feinen Stufen pegelbar. Für ein externes Mikrofon gibt es jeweils einen Eingang, für Kopfhörer einen Ausgang. Die Stabilisierung erfolgt regulär durch bewegliche Linsen im Objektiv, bei Videos lässt sich jedoch auch eine elektronische Stabilisierung (maximal in Full-HD) zuschalten.

In puncto Autofokus weiß die Canon EOS 80D dank des Dual-Pixel-CMOS-AFs deutlich mehr zu gefallen. Dieser erlaubt sehr sanfte Fokusfahrten und stellt außerdem sehr präzise scharf. Bei der D7500 arbeitet der Fokusmotor nicht nur langsamer, des Öfteren werden unnötige Fokuskorrekturen vorgenommen. Das ist natürlich unschön.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Nikon D7500.

Die Schnittstellen der Nikon D7500:

Nikon D7500.

Die Schnittstellen der Canon EOS 80D:

Canon EOS 80D.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Höherklassige Systemkameras sind gegenüber einfacheren Modellen deutlich besser zu erweitern. Dies zeigt sich auch bei den Kameras in unserem Vergleich. Beide Modelle verfügen neben einem integrierten Blitzgerät jeweils über einen Zubehörschuh. Des Weiteren kann man ein Mikrofon und einen Kopfhörer anschließen, das Bild per HDMI ausgeben, und natürlich finden sich auch Anschlüsse für eine Fernbedienung sowie zur Verbindung mit einem Computer. Die drahtlose Datenübertragung und Fernsteuerung werden per WLAN realisiert, passende Apps sind vorhanden. Per Bluetooth soll die Verbindung bei der D7500 zu einem Mobilgerät permanent aufrechterhalten bleiben, bei der 80D wird die Verbindungsaufnahme über NFC vereinfacht. In der Praxis lässt sich mit der Camera-Remote-App von Canon deutlich besser als mit der SnapBridge-App von Nikon arbeiten, mit letzterer dauert die Bildübertragung beispielsweise deutlich länger. Blitzgeräte wurden bei beiden Kameras integriert, für externe Modelle stehen Zubehörschuhe zur Verfügung.

Unsere Wertung bei der Erweiterbarkeit und den Schnittstellen: Unentschieden.

Beide Digitalkameras haben als gehobene Modelle zahlreiche Features zu bieten:

Links sehen Sie die Nikon D7500, rechts die Canon EOS 80D.

Unser Fazit:
Die beiden Kameramodelle, die wir in diesem Vergleichstest unter die Lupe genommen haben, erreichen in vielen Punkten ähnliche und oftmals sehr gute Ergebnisse. Wie es sich für Kameramodelle der gehobenen Klasse gehört, können die DSLRs mit einer rundum guten Ausstattung und vielen Features punkten. Die Kameragehäuse werden äußerlich zwar nur aus Kunststoff gefertigt, fallen aber trotzdem recht hochwertig aus. Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser erlauben das Fotografieren bei nicht optimalen Umgebungsbedingungen. Die Abmessungen der Gehäuse unterscheiden sich nicht wesentlich, auch das Gewicht ist sehr ähnlich. Gegenüber Einsteigermodellen sind die Gehäuse größer und schwerer, liegen allerdings auch besser in der Hand. Viele Tasten und Wählräder erlauben den direkten Zugriff auf einige Einstellungen, die manuelle Belichtung kann dadurch unter anderem sehr komfortabel erfolgen. Über die Kontrolldisplays wird man zu jeder Zeit über die wichtigsten Parameter informiert. Als Unterschied lässt sich erwähnen, dass die D7500 etwas größere Tasten besitzt und die Bedienelemente im Gegensatz zur 80D auch auf der linken Kameraseite zu finden sind. Ein paar Tasten können bei beiden Kameras frei belegt werden, für weitere Parameter steht ein Quickmenü zur Verfügung. Dieses ist bei der 80D etwas umfangreicher. Die Hauptmenüs ermöglichen das Verändern von allen wichtigen Optionen.

Die Nikon D7500 liegt aus unserer Sicht einen Hauch vor der EOS 80D:

Links sehen Sie die Nikon D7500, rechts die Canon EOS 80D.

In etwa gleichauf sehen wir beide Kameras auch bei den Möglichkeiten der Bildkontrolle. Der Sucher der Nikon D7500 fällt einen Tick größer aus, beide Pentaprismensucher zeigen 100 Prozent des Bildfeldes an. Bei der Größe des LCDs liegt die D7500 mit 3,2 Zoll gegenüber 3,0 Zoll (80D) ebenso leicht vorne, das Display der Kamera von Canon besitzt mit 1,04 Millionen gegenüber 922.000 Subpixel dagegen etwas mehr Bildpunkte. In der Praxis sind diese Unterschiede jedoch kaum relevant. Wichtiger ist dagegen, dass sich das LCD der 80D sowohl drehen als auch schwenken lässt, das LCD der D7500 kann man lediglich nach oben und unten schwenken. Wer keine Selbstporträts aufnehmen oder sich nicht selbst filmen möchte, wird sich bei der D7500 daran aber kaum stören.

In puncto Serienbildfunktion setzt sich die Nikon D7500 mit einer etwas höheren Bildrate ab, bei RAW-Aufnahmen schafft sie zudem deutlich mehr Bilder in Folge mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Die Fokussierung erledigt die D7500 beim Blick durch den Sucher schnell, die Canon EOS 80D sogar extrem schnell. Im Liveview- und Videomodus kann nur der AF der EOS 80D als problemlos einsetzbar bezeichnet werden, die D7500 stellt hier viel zu langsam scharf. Bei der Einschaltzeit liegt die 80D mit 1,66 Sekunden gegenüber 2,03 Sekunden ebenso vorne. Die D7500 nimmt das erste Bild nach dem Kamerastart dagegen schneller auf (0,27 Sekunden vs. 0,43 Sekunden).

Die Gehäuse liegen sehr gut in der Hand und sind abgedichtet. Leider bestehen sie aus Kunststoff:

Links sehen Sie die Nikon D7500, rechts die Canon EOS 80D.

Die Canon EOS 80D stellt nicht nur schneller scharf, ihr Autofokussystem ist auch leistungsfähiger. Von 45 Kreuzsensoren wird das komplette erweiterte Zentrum abgedeckt, 27 Messfelder funktionieren bis zu einer Offenblende von F8. Die D7500 besitzt zwar 51 Messfelder, lediglich 15 davon sind aber Kreuzsensoren. Sie ist damit zwar nicht schlecht ausgestattet, alle Kreuzsensoren befinden sich aber in einem kleinen Bereich in der Bildmitte. Außerhalb davon liegen nur noch Liniensensoren. Davon wird der Fotograf etwas eingeschränkt. Des Weiteren lässt sich bei F8 einzig noch der mittige Sensor verwenden. In der Praxis sind jedoch beide Kameras zum Verfolgen von bewegten Motiven oder natürlich zum Fotografieren von statischen Objekten gut geeignet. Dies gilt wie erwähnt jedoch nur für das Verwenden des Phasen-AF beim Blick durch den Sucher. Bei hochgeklapptem Spiegel leistet allein die 80D eine gute Arbeit. Autofokus-Optionen haben beide Kameras dagegen viele zu bieten, alle wichtigen Einstellungen lassen sich verändern.

Zu den Beispielaufnahmen des Testsiegers:

Hinsichtlich der Bildqualität liegt die Nikon D7500 vorne. Ihre Aufnahmen sind trotz der etwas geringen Auflösungen detailreicher, bei höheren Empfindlichkeiten hat die Spiegelreflexkamera von Nikon das Bildrauschen besser unter Kontrolle. Bei Videoaufnahmen setzt sich die D7500 des Weiteren mit der 4K-Auflösung sehr deutlich ab. Die EOS 80D speichert Videos maximal in Full-HD. Leider zeigt die DSLR von Nikon bei 4K-Aufnahmen einen starken Crop, der Detailreichtum der Aufnahmen ist jedoch sehr überzeugend. Videooptionen gibt es jeweils einige, ein Mikrofon und ein Kopfhörer sind anschließbar.

Die mechanischen Verschlüsse beider Digitalkameras erlauben Belichtungszeiten bis zu 1/8.000 Sekunde, der Belichtungsmesssensor der D7500 besitzt wesentlich mehr RGB-Pixel als der Sensor der 80D (180.000 vs. 7.560). Erweitern kann man beide Kameras sehr gut, das Objektivangebot fällt jeweils sehr groß aus.

Unser Testsieger:

Am Ende unseres Vergleichstests wollen wir kurz auf den Preis eingehen. Die Nikon D7500 kostet aktuell (Stand: Juli 2017) rund 450 Euro mehr als die Canon EOS 80D. Dies liegt unter anderem am deutlich jüngeren Erscheinungsdatum der DSLR von Nikon. Die Preise beider Kameramodelle werden sich daher noch deutlich stärker annähern.

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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