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Preview: Hands-On-Praxistest der Leica M10

Unser erster Eindruck von der neuesten Leica-Kamera mit Messsucher

Leica hat mit der M10 sein neuestes M-Modell präsentiert. Die Messsucherkamera, die ab sofort für 6.500 Euro (ohne Objektiv) erhältlich ist, wurde in verschiedenen Punkten überarbeitet. Wir hatten die Gelegenheit, ein finales Modell des Wetzlarer Kameraherstellers bei der offiziellen Produktvorstellung in Augenschein zu nehmen.

Zugegeben, die Leica M-Kameras sind sehr spezielle Modelle und fallen in Zeiten der Smartphones sowie der vollautomatischen Aufnahmemodi etwas – oder eigentlich sogar sehr – aus der Reihe. Unter anderem gerade deswegen sorgen sie für einen gewissen Reiz, dem sich einige Fotografen nicht entziehen können.

Dr. Andreas Kaufmann (Vors. des Aufsichtsrats) und Oliver Kaltner (CEO) bei der Vorstellung:

Die neue Leica M10 ist ein weit entfernter Verwandter der Leica M3 aus dem Jahr 1954 und schreibt die Geschichte der wohl bekanntesten Kameraserie fort. Im Vergleich zu den bislang erschienenen digitalen M-Kameras hat Leica verschiedene Verbesserungen vorgenommen. So fällt der Messsucher so groß wie noch bei keiner anderen „M“ der Neuzeit aus. Leica nennt ein um 30 Prozent größeres Sehfeld und eine 0,73-fache Vergrößerung.

Der Sucher erlaubte im Test eine sehr gute Übersicht des Motivs, mit dem eingeblendeten Leuchtrahmen hat man den vom Objektiv abgedeckten Ausschnitt im Blick. Über den Messsucher der Leica M-Kameras wird standardmäßig die Schärfe kontrolliert, die Fokussierung erfolgt rein manuell. Das Motiv ist richtig scharfgestellt, wenn beide Einzelbilder im Sucher deckungsgleich überlagert sind.

Die Leica M10 mit dem elektronischen Visoflex-Aufstecksucher (EVF 2):

Naturgemäß sorgt ein Messsucher sowohl für Vor- als auch Nachteile. Beispielsweise erlaubt er eine bessere Übersicht, da auch Motive außerhalb des Bildfeldes des Objektivs zu sehen. Andererseits wird das gleichbleibende Sucherbild bei längeren Brennweiten zum Nachteil. Der per eingeblendetem Leuchtrahmen angezeigte Bildausschnitt wird bei längeren Brennweiten immer kleiner, Leica bietet für die M daher nur Objektive bis 135mm an. Sollte sich die Bildkontrolle per Messsucher als nicht optimal herausstellen, kann bei der Leica M10 allerdings zu einer Liveview-Ansicht gewechselt werden. Hier helfen eine Fokuslupe und ein Peaking beim Scharfstellen. Das Livebild kann außerdem über den optional erhältlichen, schwenkbaren Visoflex-Aufstecksucher betrachtet werden.

Die Belichtungszeit wird wie bekannt mittels eines Wählrades auf der Oberseite festgelegt:

Die Belichtungszeit wird wie üblich bei den M-Modellen über ein Wählrad auf der Oberseite bestimmt, die Blende über den Blendenring des Objektivs angepasst. Der Verschluss arbeitet Leica-typisch leise, mit nur 1/4.000 Sekunde wird man bei Sonnenschein und lichtstarken Optiken aber durchaus zum Abblenden gezwungen sein. Automatiken sind grundsätzlich nur wenige vorhanden, dies würde zum Stil der Leica M-Serie aber auch nicht passen. Einen Videomodus hat Leica bei der M10 gleich ganz weggelassen. Das wird die meisten Leica-User nicht stören oder einige sogar erfreuen, wir hätten ihn jedoch behalten. Ebenso verzichten muss man auf einen USB-Port. Die Bilder lassen sich somit nur direkt per Speicherkarte oder über WLAN kopieren.

Der Vollformatsensor der Leica M10 löst 24 Megapixel auf:

Als Bildwandler nutzt Leica bei der M10 einen 36 x 24mm großen Vollformatsensor mit 24 Millionen Bildpunkten. Dieser, also genauer gesagt sein Pixel- bzw. Mikrolinsendesign, wurde für lichtstarke Objektive optimiert und soll auch hiermit für beste Ergebnisse sorgen. Die ISO-Wahl ist zwischen ISO 100 und ISO 50.000 möglich, ab ISO 200 auch in Drittelstufen. Zur ISO-Wahl hat Leica ein neues Einstellrad auf der linken Oberseite angebracht, Sensorempfindlichkeiten über ISO 6.400 werden über das Menü eingestellt. Auf Wunsch lässt sich zudem eine Automatik verwenden. Die Bildqualität unserer Testaufnahmen fällt ansprechend aus: Die Detailzeichnung ist fein, bis ISO 6.400 ist das Bildrauschen sehr gut und bis ISO 12.500 immer noch gut im Griff.

Die ISO-Wahl kann per Einstellrad an der linken Oberseite erfolgen:

Bei der Gestaltung der Rückseite folgt Leica seinem Motto „Das Wesentliche“ und hat die Anzahl der Tasten links vom Display auf drei reduziert. Neben dem Favoriten-Menü, über welches auch das eigentliche Hauptmenü aufgerufen wird, kann man über große Tasten nun den Wiedergabemodus sowie den Liveviewmodus erreichen.

Die Rückseite der M10: Links vom Display sind nur noch drei Tasten zu finden:

Rechts vom 3,0 Zoll großen und hoch aufgelösten Display befindet sich ein etwas klein dimensioniertes Steuerkreuz. Es wird unter anderem zur Navigation in den Menüs genutzt. Das bekannte rückseitige Einstellrad, das beispielsweise zur Korrektur der Belichtung verwendet wird, ist wieder mit an Bord.

Die Bedienung der Leica M10 ist auf die Basic-Parameter reduziert, diese sind aber schnell anzupassen. Für alle darüber hinausgehenden Optionen muss man das Menü aufsuchen. Wer sich klassisch auf die Wahl der Blende, der Belichtungszeit und der Sensorempfindlichkeit beschränkt, wird bei der M10 – auch wegen des hinzugekommen ISO-Rades – kaum etwas nichts vermissen.

Die Messsucherkamera ist so kompakt wie keine digitale "M" zuvor:

Verändert hat Leica bei der M10 im Vergleich zu den Vorgängermodellen aber nicht nur die Anzahl der Tasten, auch bei den Abmessungen des exzellent verarbeiteten Gehäuses hat sich etwas getan. Die M10 besitzt eine nur 33,8mm tiefe Deckkappe, gegenüber der M (Typ 240) wurden vier Millimeter eingespart. Das sorgt für ein angenehmes Griffgefühl in der Hand und macht die M10 für eine Vollformatkamera besonders klein und unauffällig. Als Materialien kommen wie gewohnt nur die Hochwertigsten zum Einsatz: Die Deckkappe und der Bodendeckel werden aus Messing gefertigt, der Rest besteht aus Magnesium-Druckguss. Beim Festhalten des sehr schicken, aber auch glatten Gehäuses, profitiert man von der angebrachten Belederung. Diese gibt der Hand mehr Halt. Das abgerundete Gehäuse lässt sich mittels des optional erhältlichen Griffs noch einmal besser festhalten, dieser zerstört aber doch ein wenig das stilvoll elegante Design.

Blick in das Favoriten-Menü der Leica M10:

Unser Fazit:
Eine Kamera ohne Autofokus, automatische Fotoprogramme, Videomodus und mit weiteren Einschränkungen – wie soll man diese heutzutage bewerten? Im klassischen Schema der spiegellosen Modelle ist das zweifellos nicht möglich. Die Leica M10 hat statt technischer Errungenschaften – die viele Fotografen verständlicherweise nicht mehr missen möchten – andere Vorzüge zu bieten. Unter anderem ein exzellent verarbeitetes Gehäuse, das für viel Charme sorgt.

Die Leica M10 ist keine gewöhnliche Kamera und reduziert auf "Das Wesentliche":

Für ein Vollformatmodell mit entsprechend überzeugender Bildqualität sind die Abmessungen außerdem sehr kompakt und die Aufnahme ist vergleichsweise leise möglich. Nicht vergessen darf man zudem den „Nostalgiefaktor“, denn mit einer „M“ hält man Fotografie-Geschichte in der Hand. Sicher, die Leica M10 ist keine Kamera für jeden. Das lässt allein der stolze Kaufpreis von 6.500 Euro (ohne Objektiv) nicht zu. Wer jedoch beispielsweise einen Oldtimer fährt, der wird seine Leidenschaft auch nicht mit vielen technischen Features begründen können.

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