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Testbericht Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM

Kompaktes Kitobjektiv für die spiegellosen EOS-M-Kameras von Canon

Canon hat mit seiner ersten spiegellosen Systemkamera, der EOS M, im Jahr 2012 ein neues Bajonett mit dem Namen EF-M eingeführt. Damals wurde mit dem EF-M 18-55mm F3-5-5,6 IS STM auch ein vergleichsweise großes Kitobjektiv vorgestellt. 2015 folgte mit dem Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM ein weiteres Kitobjektiv, das beim Transport durch eine „Parkposition“ deutlich kleiner ausfällt. Wir haben es unter die Lupe genommen.

Lieferumfang:
Kitobjektive werden in aller Regel nur mit dem allernötigsten Zubehör ausgeliefert. Canon verzichtet wie üblich auf das Beilegen einer Gegenlichtblende, diese muss optional erworben werden. Im Paket befinden sich daher nur die beiden Objektivdeckel sowie drei Zettel mit Produkt- und Garantieinformationen.

Das mitgelieferte Zubehör:

Ebenso mitgeliefert werden die beiden Objektivdeckel:

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Mit dem EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM hat Canon für die spiegellosen EOS M-Modelle ein besonders kompaktes Objektiv konstruiert. Das EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM ist wirklich kompakt, auf den ersten Blick hält man das Zoom kaum für ein APS-C-Objektiv.

Es misst durch seine Parkposition beim Transport gerade einmal 6,1 x 4,5cm. Wer mit dem Objektiv fotografieren möchte, muss zuerst den einzigen Schalter am Gehäuse betätigen und kann dann den Tubus durch das Drehen des Zoomrings auf die 15mm-Position herausschieben. Hier wird das Zoom rund zwei Zentimeter länger. Damit bleibt es aber noch immer recht kompakt. Das Gewicht fällt mit 130g für ein Zoomobjektiv sehr gering aus.

Auf der linken Seite befindet sich das Objektiv in der Parkposition, rechts ist es aufnahmebereit:

Zum Lösen der Parkposition muss der einzige Schalter des Objektivs betätigt werden:

Das geringe Gewicht konnte unter anderem realisiert werden, da das Gehäuse des EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM komplett aus Kunststoff gefertigt wird. Dies gilt sowohl für das Bajonett als auch den Zoom- und Fokusring. In der Hand sorgt das Objektiv somit nicht für den hochwertigsten Eindruck, die Verarbeitung ist aber „okay“. Beide Einstellringe kann man problemlos drehen, durch eine aufgeraute Oberfläche finden die Finger akzeptabel Halt.

Alle äußeren Teile des Objektivs werden aus Kunststoff gefertigt:

Ein Kunststoffbajonett fällt nicht so robust wie ein Metallbajonett aus, durch das geringe Gewicht des EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM ist es jedoch auch keinen großen Kräften ausgesetzt. In der Praxis sollte der Einsatz von Kunststoff somit für keine Nachteile sorgen. Das Filtergewinde des Objektivs misst 49mm, beim Scharfstellen verändert es durch die Innenfokussierung seine Position nicht.

Bei der Brennweitenabdeckung überzeugt das EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM mit kleinbildäquivalenten 24 bis 72mm. Das 3-fach-Zoom fällt somit weitwinkeliger als die meisten Kitobjektive aus, die in aller Regel zwischen 27 bis 29mm KB-Brennweite beginnen. Das ist ganz klar ein Vorteil. Am „langen Ende“ stößt man mit 72mm KB-Brennweite in den leichten Telebereich vor, in der Praxis lassen sich damit recht viele Motive vernünftig abbilden. An einem zusätzlichen Teleobjektiv kommt der Fotograf zur Aufnahme von weiter entfernten Motiven aber nicht vorbei.

Die Lichtstärke fällt – wie von den allermeisten Kitobjektiven gewohnt – schwach aus. Im Weitwinkel liegt die größte Blendenöffnung bei F3,5, am Teleende bei F6,3. Wer mit einer mittleren Brennweite, also zum Beispiel 36mm (KB), fotografieren möchte, kann maximal F4,5 nutzen. Für schlechte Lichtverhältnisse ist das Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM also denkbar wenig geeignet. Das verwundert – eben weil es sich um ein Kitobjektiv handelt – aber nicht. Schließen lässt sich die aus sieben Lamellen bestehende Blende auf F22 bis F38. Das ist von der eingestellten Brennweite abhängig.

Die Frontansicht mit 49mm großem Filtergewinde:

Damit scharfe Aufnahmen aus der Hand auch bei längeren Belichtungszeiten gelingen, hat Canon dem EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM einen optischen Bildstabilisator spendiert. Dieser gleicht Verwacklungen um etwa zwei bis drei Blendenstufen aus. Das ist ein gutes bis sehr gutes Ergebnis. Zudem werden auch bei Videos Verwacklungen sichtbar reduziert. Beim optischen Aufbau setzt Canon auf zehn Linsen in neun Gruppen, bei drei Linsen handelt es sich um asphärische Elemente.

Autofokus/manueller Fokus:Als Autofokusmotor verwendet Canon beim EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM einen Stepper-Motor, das Kürzel „STM“ im Namen gibt dies für alle ersichtlich an. Der Stepper-Motor wurde unter anderem für Videoaufnahmen konzipiert und erlaubt eine gleichmäßige kontinuierliche Fokussierung. Bei Fotos arbeitet er sehr schnell, im dkamera.de-Labor haben wir für das Scharfstellen nur 0,16 Sekunden gemessen. Der Motor gibt dabei praktisch kein Geräusch von sich. Die manuelle Fokussierung wird per Focus-by-Wire-Umsetzung realisiert, das Drehen des Fokusrings wird daher nicht direkt an die Linsen übertragen, sondern von einem Motor umgesetzt. Der Widerstand beim manuellen Arbeiten ist etwas leichtgängig, nach einer Eingewöhnungszeit kommt man damit jedoch problemlos zurecht.

Gut zu wissen: Wer den AF+MF-Betrieb der Kamera wählt, kann in die Fokussierung zu jeder Zeit manuell eingreifen. Scharfstellen lässt sich mit dem EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM ab einem Abstand von 25cm von der Sensorebene, bei der längsten Brennweite ergibt dies einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:4. Das reicht nicht für echte Makroaufnahmen, nicht allzu kleine Motive sind jedoch noch recht gut festzuhalten.

Mit dem vorderen Einstellring wird fokussiert, mit dem hinteren u. a. die Brennweite verändert:

Bildqualität:
Zum Test der Bildqualität des EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM haben wir die Canon EOS M6 (Testbericht) mit einem 24 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor verwendet. Bei einem Kitobjektiv wie dem EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM kann man über ein paar optische Schwächen sicherlich hinwegsehen, „Festbrennweiten-Qualität“ darf nicht erwartet werden.

Auflösungsvergleich von Blende F3,5 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 24mm (KB):

Im Weitwinkel, also bei 24mm KB-Brennweite, löst das Objektiv in der Bildmitte bereits bei Offenblende viele Details auf. Die Bildränder fallen dagegen sichtbar „weicher“ aus, die Detailwiedergabe ist hier gerade noch akzeptabel. Das Abblenden um etwa eine Stufe (auf F5,6) sorgt am Rand für eine sichtbar höhere Auflösung, in der Bildmitte verändert sich dagegen fast nichts. Bei F8 legen die Ränder noch einmal zu, die beste Abbildungsleistung wird aber erst bei F11 erreicht. Im Zentrum löst das Objektiv die meisten Details bei F5,6 bis F8 auf, der Unterschied zur Offenblende ist jedoch nur recht gering. Bei F11 sinkt die Detailwiedergabe bedingt durch die Beugung bereits wieder ab. Der Auflösungsverlust ist bei F16 dann schon sehr deutlich. Eine kleinere Blende als F11 sollte daher nicht verwendet werden.

Auflösungsvergleich von Blende F4,5 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 38mm (KB):

Bei 38mm Brennweite (KB) fällt der Unterschied zwischen der Bildmitte und den Rändern geringer aus, auch hier liegen die Ränder aber noch sichtbar zurück. Während die beste Abbildungsleistung im Zentrum bereits bei Offenblende bzw. F5,6 erreicht wird, sollte man zugunsten einer guten Randschärfe auf F8 bis F11 abblenden. Bei F16 schlägt die Beugung wieder voll zu und reduziert die Detailwiedergabe.

Auflösungsvergleich von Blende F6,3 bis F16 (100-Prozent-Ansicht) bei 72mm (KB):

Am Teleende zeigt das Objektiv die ausgeglichenste Leistung. Im Zentrum werden bei F6,3 bzw. F8 die meisten Details wiedergegeben, am Bildrand bringt das Abblenden auf F8 leichte Vorteile. Stärker abblenden muss man nicht. Auch hier gilt wieder: F16 sollte wegen der Beugung vermieden werden.

Kompakte Objektive sind aus konstruktionstechnischer Sicht immer mit Kompromissen verbunden. Beim Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM wird das vor allem bei der Randabschattung (Vignettierung) sichtbar. Im Weitwinkel sind die Bildecken selbst mit aktiver kamerainterner Korrektur sichtbar dunkler, bei den RAW-Bildern erreicht die Abdunkelung unserer Ansicht nach ein sehr kritisches Niveau. Die Bildecken sind nicht nur dunkel, sondern fast schon schwarz. Ohne nachträgliche Korrektur sind die RAW-Bilder praktisch nicht verwendbar. Das Abblenden um eine Blendenstufe lässt die Randabdunkelung leicht zurückgehen, selbst bei F8 ist die nachträgliche Korrektur der RAW-Bilder aber noch zu empfehlen. Bei JPEG-Fotos muss man sich ab etwa F5,6 dagegen keine Sorgen mehr machen.

Bei längeren Brennweiten ist die Randabschattung weit weniger problematisch. Bei 36mm (KB) kann sie nur bei F3,5 deutlich gesehen werden, ab F5,6 ist sie kaum mehr zu erkennen. Bei noch längeren Brennweiten – und vor allem am Teleende – sorgt das Abblenden für fast keinen Unterschied mehr.

Aufnahmen ohne Verzeichnungskorrektur bei 24mm (links) und 72mm (rechts):

Die Verzeichnung des Objektivs fällt im Weitwinkel deutlich tonnenförmig aus, eine nachträgliche Korrektur der Fotos ist sinnvoll. Ab circa 36mm (KB) bewegt sich die Verzeichnung im niedrigeren Bereich.

Chromatische Aberrationen sind vor allem bei kürzeren Brennweiten und am Bildrand sehr deutlich zu sehen, das Aktivieren der kamerainternen Korrektur ist daher sehr sinnvoll. Abblenden hilft zwar ein wenig weiter, im RAW-Konverter sollte die Korrektur aber ebenso unbedingt aktiviert werden.

Beispielaufnahmen (mit standardmäßig aktivierten kamerainternen Korrekturen):

Unser Fazit:
Das Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM darf insgesamt gesehen als recht ordentliches Kitobjektiv bezeichnet werden, für das im EOS M-System durchaus eine Kaufempfehlung ausgesprochen kann. Diese resultiert vor allem aus der guten Ausstattung und den wirklich kompakten Abmessungen. Das Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM ist deutlich kompakter als andere EF-M-Zooms. Die Verarbeitung lässt einen durch massiven Kunststoffeinsatz zwar nicht in Jubelstürme ausbrechen, von einem Kitobjektiv ist jedoch kaum mehr zu erwarten. Da das Objektiv auch keinen schlechten Eindruck hinterlässt, kann man über die Materialwahl hinwegsehen. Ansonsten überzeugt die Ausstattung nämlich: Es gibt einen Zoom- und einen Fokusring, einen gut arbeitenden optischen Bildstabilisator sowie einen schnellen und leisen Fokusmotor.

Das 3-fach-Zoom verfügt über eine gute Ausstattung, die optische Qualität ist akzeptabel:

Die optische Leistung ist für ein Kitobjektiv grundsätzlich akzeptabel. Mit Ausnahme der sehr starken Randabschattung im Weitwinkel gibt es keine ernsthaften optischen Probleme. Die Randabschattung muss allerdings wirklich kritisiert werden, nur wenige Objektive schneiden diesbezüglich noch schlechter ab. Immerhin behebt die interne Korrektur das Problem einigermaßen, und bei längeren Brennweiten geht die Abdunkelung zurück. Die Verzeichnung ist nur im Weitwinkel deutlicher zu sehen, chromatische Aberrationen können bis auf den Telebereich erkannt werden. Zumindest letztere Problematik ist durch die kamerainterne Korrektur sehr einfach zu beheben.

Das Canon EF-M 15-45mm F3,5-6,3 IS STM an der EOS M6:

Bei der Bildschärfe ergibt sich ein klassisches Bild: Im Zentrum kann sich die Detailwiedergabe bereits bei Offenblende sehen lassen, Abblenden sorgt nur für wenig oder fast keine schärferen Bildbereiche. Am Bildrand ist das Schließen der Blende dagegen in der Regel sinnvoll. Vor allem bei 24mm KB-Brennweite lässt sich die Bildqualität damit deutlich steigern. Im Weitwinkel sollte die Blende am besten um zwei Stufen geschlossen werden, in der Brennweite-Mitte etwa um eine. Bei 72mm (KB) verbessert leichtes Abblenden die Detailwiedergabe ein wenig, zwingend notwendig ist dies jedoch nicht. Für alle Brennweiten gilt einhellig: Über F11 sollte man besser nicht hinausgehen, hier schlägt die Beugung gnadenlos zu und wirkt sich vor allem im Zentrum sichtbar negativ auf die Detailwiedergabe aus.

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