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Testbericht Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro

Besonders lichtstarke Festbrennweite für Micro Four Thirds-Kameras

Kleinere Bildwandler erlauben den Bau von kleineren Kameras und Objektiven. Wenn es um das Fotografieren bei wenig Licht oder das Freistellen geht, dreht sich der Vorteil allerdings ins Gegenteil um. Hier liefern Kameras mit größeren Sensoren die besseren Bilder. Ausgleichen kann man diesen Nachteil – zumindest teilweise – durch den Einsatz sehr lichtstarker Objektive. Eines davon, nämlich das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro, nehmen wir im folgenden Testbericht unter die Lupe.

Lieferumfang:
Das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro wird von Olympus mit einem Transportbeutel und einer Gegenlichtblende ausgeliefert. Zudem sind eine Garantie-Karte, eine kurze Beschreibung und eine Anleitung zum kostenlosen Verlängern der Garantie um sechs Monate enthalten.

Objektiv und Zubehör:

Technische Daten, Verarbeitung und Handhabung:
Olympus bietet mittlerweile drei Festbrennweiten mit einer Lichtstärke von F1,2 an. Neben dem von uns getesteten Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro sind dies das Olympus M.Zuiko Digital ED 17mm F1,2 Pro und das Olympus M.Zuiko Digital ED 45mm F1,2 Pro. Damit werden die klassischen Brennweiten von 35, 50 und 85mm abgedeckt (bzw. sehr ähnliche Brennweitenbereiche).

Das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro wurde als erstes der drei Modelle im September 2016 vorgestellt, wie alle Objektive der Pro-Serie überzeugt es mit einer hervorragenden Verarbeitung. Das Gehäuse wird inklusive des Bajonetts an vielen Stellen aus Metall gefertigt, auch der Fokusring besteht daraus. Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser sind vorhanden, eine Gummilippe am Bajonett verhindert Verunreinigungen am Übergang zwischen Kamera und Objektiv.

Das Bajonett ist mit einer Gummilippe versehen:

Dass man das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro als besonders hochwertig empfindet, liegt auch am für MFT-Objektive sehr hohen Gewicht. Durch die 410g geht man eher davon aus, ein APS-C-Objektiv denn ein MFT-Modell in der Hand zu halten. Bestärkt wird dieser Eindruck durch die Abmessungen von 7,0 x 8,7cm. Zum Vergleich: Das um eine Blendenstufe lichtschwächere Olympus M.Zuiko Digital 25mm F1.8 wiegt lediglich ein Drittel und fällt mit 5,6 x 4,1cm deutlich kleiner aus.

Das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro im Vergleich zum 12-40mm F2,8 Pro:

Das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro ist aber natürlich nicht grundlos groß und schwer. Ein für eine Festbrennweite sehr aufwendiger optischer Aufbau und die sehr hohe Lichtstärke von F1,2 machen dies notwendig. Der optische Aufbau mit 19 Linsen in 14 Gruppen umfasst eine enorme Anzahl von Spezialgläsern: drei HR-Elemente, eine E-HR-Linse, zwei ED-Gläser und eine Super-ED-Linse. Derartiges ist eigentlich nur von Zoomobjektiven bekannt. Als Vergütung setzt Olympus auf die Z-Nano-Beschichtung. Die Blende des Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro lässt sich auf F16 schließen, die neun Lamellen wurden abgerundet.

An größeren Kameras ist das Objektiv gut ausbalanciert:

Im praktischen Einsatz kommen einem die großen Abmessungen und das hohe Gewicht eher nicht entgegen, zu den kleineren MFT-Modellen passt das Objektiv nicht. Der Einsatz an einer Olympus PEN E-PL8 (Testbericht) oder einer Panasonic Lumix DMC-GM1 (Testbericht) ergibt wenig Sinn. Hier wiegt das Objektiv mehr als das Kameragehäuse, das Handling ist dementsprechend suboptimal. Wer sich ein Objektiv wie das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro zulegt, wird jedoch sicherlich ein größeres Gehäuse besitzen. Im Test an der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Testbericht) wurde das Objektiv natürlich nicht leichter, durch den großen Griff der Kamera und den wesentlich besseren Schwerpunkt der Kombination aus Kamera und Objektiv machte der Einsatz allerdings Freude. Für den Einsatz von Filtern gibt es ein 62mm großes Gewinde. Das kommt unter anderem Besitzern der Olympus M.Zuiko Digital ED 12-40mm F2,8 Pro entgegen, das ebenfalls über ein 62mm großes Filtergewinde verfügt.

Im Filtergewinde lassen sich 62mm große Filter einschrauben:

Bedienelemente findet man am Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro lediglich in Form einer L-Fn-Taste und des Fokusrings. Letzterer übernimmt jedoch zwei Aufgaben. Dazu mehr im folgenden Bewertungspunkt „Autofokus/manueller Fokus“. Die L-Fn-Taste lässt sich im Kameramenü kompatibler Modelle frei mit Funktionen belegen. Schalter sind nicht vorhanden, die Objektiv-Einstellungen müssen daher über das Menü erfolgen. Auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet Olympus wie bei den meisten Objektiven, durch die Sensorstabilisierung vieler Micro Four Thirds-Modelle (alle Kameras von Olympus sowie die meisten neueren Kameras von Panasonic, z. B. Panasonic Lumix DC-GH5 (Testbericht) oder Panasonic Lumix DMC-G81 (Testbericht) ) ist dies aber kein Problem.

Als Bedienelemente sind ein Fokusring und eine L-Fn-Taste vorhanden:

Autofokus/manueller Fokus:
Die Fokussierung erfolgt beim Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro per Schrittmotor, das Scharfstellen gelingt nahezu geräuschlos und sehr schnell. Im Labor haben wir sehr gute 0,14 Sekunden gemessen. Wer manuell fokussieren möchte, zieht den Fokusring nach hinten. Jetzt erscheint eine Entfernungsskala mit Werten in Metern und Fuß. Der Fokusring ist zudem strenger zu drehen, das kommt einem beim präzisen Scharfstellen entgegen.

Gegenüber Objektiven ohne diesen als Focus-Clutch bezeichneten Mechanismus stellt dies einen spürbaren Vorteil dar. Die Naheinstellgrenze des Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro liegt bei 19,5cm, der maximale Abbildungsmaßstab erreicht mit 1:9,1 ein für Porträtobjektive in etwa übliches Niveau. Allzu starke Vergrößerungen sind nicht möglich. Optimal: Alle Linsenbewegungen erfolgen beim Fokussieren innerhalb des Gehäuses.

Nach dem Zurückziehen des Fokusrings wird eine Entfernungsskala sichtbar:

Bildqualität:
Für den Test der Bildqualität haben wir eine Olympus OM-D E-M1 Mark II (Testbericht) verwendet. Deren MFT-Sensor mit 20 Megapixel sorgt aktuell für die höchsten Anforderungen an MFT-Objektive.
Bei besonders lichtstarken Objektiven sind immer Kompromisse einzugehen. Neben einem hohen Gewicht und großen Abmessungen müssen Fotografen bei diesen Objektiven in der Regel auch eine etwas schlechtere Bildqualität in Kauf nehmen. Obwohl Olympus beim M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro auf eine sehr aufwendige optische Konstruktion setzt, sind bei Offenblende und am Bildrand Abstriche hinzunehmen. Bei F1.2 fallen die Bildecken am weichsten aus, hier gibt es durchaus noch Luft nach oben. Für eine derart große Blende geht die Bildschärfe jedoch völlig in Ordnung, mit dieser Blendenöffnung wird zudem niemand schärfekritische Landschaftsaufnahmen festhalten wollen. Schon das Abblenden auf F1,4 sorgt für eine Verbesserung der Bildschärfe, bei F2 werden im Zentrum deutlich mehr Details aufgelöst. Hier würden wir die Detailwiedergabe als gut bis sehr gut und am Rand als akzeptabel bis gut bezeichnen.

Bei F2,8 wird in der Mitte ein sehr gutes und am Rand ein gutes Niveau erreicht. Die maximale Bildschärfe liefert die Festbrennweite bei F4 und F5,6, wobei die Bildmitte bei F4 und die Bildränder bei F5,6 einen Tick besser sind. Dies sieht man allerdings nur bei stark vergrößerten Bildausschnitten. F8 lässt sich ebenso sehr gut verwenden, die Beugung reduziert die Detailwiedergabe in der Bildmitte jedoch schon leicht. Dieser Trend verstärkt sich bei F11. Spätestens von F16 sollten Fotografen Abstand nehmen. Hier fällt die Bildschärfe deutlich ab.

Bei einem unter anderem für die Porträtfotografie gedachten Objektiv kommt es natürlich auch auf die Freistellung und die Vorder- sowie Hintergrundunschärfe an. Dank F1,2 lässt sich auch an einer MFT-Kamera eine geringe Schärfentiefe erzielen (Vollformat-äquivalent F2,4), Objektive hinter und vor der Schärfeebene tauchen in eine sehr gleichmäßige und sanfte Unschärfe ab. Bei einer um eine bis zwei Stufen geschlossener Blende bleibt die Blendenöffnung durch die neun abgerundeten Lamellen nahezu rund.

In puncto Verzeichnung und Vignettierung erreicht das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro Spitzenwerte. Eine Verzeichnung ist praktisch nicht vorhanden, das Anwenden einer Korrektur nicht notwendig. Die Vignettierung lässt sich bei Offenblende zwar erkennen, für ein Objektiv mit F1,2 fällt sie aber gering aus. Durch das Abblenden um eine Stufe gehen die dunkleren Bildecken zurück, bei F2,8 sind sie praktisch nicht mehr zu erkennen. Chromatische Aberrationen lassen sich vor allem am Bildrand bei größeren Blendenöffnungen erkennen, die kamerainterne Korrektur und die automatische Korrektur der RAW-Bilder reduzieren diese allerdings auf ein Minimum. Gegenlicht stellt das Objektiv vor keine größeren Probleme, mit ein wenig Kontrastverlust und Flares ist jedoch zu rechnen.

Beispielaufnahmen:

JPEG + RAW-Aufnahmen:

Unser Fazit:
Olympus bietet mit dem M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro eine besonders lichtstarke Festbrennweite an, die mit einer Offenblende von F1.2 das Fotografieren bei sehr schlechten Lichtverhältnissen erlaubt sowie Motive sehr gut freistellen kann. Mit 50mm KB-Brennweite ist man trotz fester Brennweite noch recht flexibel bei der Motivwahl, im Fotografenalltag sind damit einige Situationen abzudecken. Beim Kameragehäuse setzt Olympus an vielen Stellen auf solides Metall, Abdichtungen erlauben den Einsatz in staubigen Umgebungen oder auch bei leichtem Regen (vorausgesetzt, die verwendete Kamera ist ebenso abgedichtet). Das Objektiv fällt mit Abmessungen von 7,0 x 8,7cm alles anderes als klein und das Gewicht für ein MFT-Modell mit 410g vergleichsweise hoch aus. Dadurch wird der Eindruck eines hochwertigen Profiwerkzeugs allerdings zusätzlich verstärkt.

Das M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro ist u. a. sehr gut für Porträtaufnahmen geeignet:

Sehr zu gefallen weiß beim M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro der sehr schnelle und quasi lautlos arbeitende Autofokusmotor. Einen Bildstabilisator gibt es nicht, durch die Sensorstabilisierung vieler Kameras stellt das allerdings kein Problem dar. In puncto Bildqualität erreicht das Objektiv zumindest bei größeren Blendenöffnungen keine absoluten Spitzenwerte, eine gute Detailwiedergabe wird in der Mitte ab F1,4 und an den Rändern ab F2,8 erreicht. Für ein sehr gutes Niveau in der Bildmitte muss man auf F2 bis F2,8 abblenden, an den Rändern ist F4 notwendig.

Bei einer vor allem für Porträtaufnahmen gedachten Festbrennweite kommt es jedoch nicht allein auf die Bildschärfe an. Manche Fotografen würden sogar sagen, sie ist zweitrangig. Die Qualität der Unschärfe, also das Bokeh, ist ebenso entscheidend. Hier punktet das Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro auf ganzer Linie. Die Unschärfe fällt samtweich aus und lässt den Hinter- oder Vordergrund deutlich zurücktreten. Freistellen lässt sich für ein Objektiv der MFT-Klasse zweifellos sehr gut.

Zusammengefasst können wir sagen: Wer für seine MFT-Kameras ein Objektiv für Porträtaufnahmen mit schönem Bokeh und sehr guter Freistellung sucht, liegt beim Olympus M.Zuiko Digital ED 25mm F1,2 Pro richtig. Für andere Zwecke ist das Objektiv ebenso geeignet, dann sollte man jedoch optimalerweise abblenden.

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Kommentare

Wenn die Bildschärfe erst ab ...

Wenn die Bildschärfe erst ab Blende 2 zufriedenstellend ist, wo ist dann der Vorteil gegenüber dem 12-40 mm 2.8 ?

Sind das 17, 25 + 45 mm 1.2 gar überflüssig?
Die Kosten zusammen einen Haufen Geld, dafür gibts auch eine komplette Kameraausrüstung.

Ne überflüssig sind die f1.2 ...

Ne überflüssig sind die f1.2 FB sicher nicht. Da schmeckt mir doch der Wein nicht mehr.
Wer ein Objektiv nur nach der Schärfe beurteilt hat wohl keine Ahnung von der Praxis und verliert sich zwischen Testcharts und Siemenssternen.
Offene Blende = Treffsicherheit des AF und bei f1.2 auch bei wenig Licht.
Nein die Schärfe ist nicht grottenschlecht - das ist ein physikalisches Phänomen, dass es bei so weit geöffneter Blende zu Abbildungsfehlern kommt.
Ja ein Fotograf aus der Praxis weiß von diesen Phänomen und wie man damit umgeht, vermeidet oder künstlerisch Umsetzt.
Abgeblendet ist da Teil knackscharf.

25mm = 50mm ist das ...

25mm = 50mm ist das klassische Normalobjektiv.
Portraitbrennweite ist eigentlich 75mm-90mm, was ja auch mit 1,2 Lichtstärke angeboten wird.
Man kann natürlich mit allen Objektiven Menschen fotografieren, nur sind das nicht alles Portraitobjektive.

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