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Vergleichstest Teil 1: Sony Alpha 580 gegen Sony Alpha 55

Digitale Spiegelreflexkamera gegen digitale Systemkamera mit teildurchlässigem Spiegel

Als erster Hersteller brachte Sony eine Systemkamera mit feststehendem Spiegel und Phasenautofokus, aber ohne optischen Sucher auf den Markt, die Sony Alpha 55 (Datenblatt) (siehe auch unseren Testbericht zur Sony Alpha 55). Gleichzeitig wird aber auch das Sortiment der digitalen Spiegelreflexkameras weiter gepflegt und mit der Sony Alpha 580 (Datenblatt) ein in vielerlei Hinsicht ähnliches Modell auf den Markt gebracht. In diesem Testbericht geht es dabei nicht nur um den Vergleich zweier Kameramodelle, sondern auch um den Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Kamerakonzepte. Welchen Vorteile die "alte" und die neue Technik bieten, lesen Sie in diesem Vergleichstest.

Größe, Gewicht und Bedienung:

Der Größenunterschied zwischen den beiden Modellen Sony Alpha 580 (Datenblatt) und Sony Alpha 55 (Datenblatt) wird im direkten Vergleich auf diesen Fotos sofort deutlich. Der Verzicht auf einen optischen Sucher und auf die Mechanik für die Spiegelbewegung schafft nicht nur Raum, sondern ermöglicht auch eine flexiblere Anordnung der internen Komponenten. Dadurch kann das Gehäuse kleiner und das Gewicht der Kamera leichter ausfallen. Die kleinere Bauform sorgt allerdings auch für einen kleineren Handgriff. Dabei schneidet jedoch auch die Sony Alpha 55 im Punkt Griffigkeit nicht schlecht ab. Man kann sie, im Gegenteil, sogar gut und sicher halten. Mit größeren Händen allerdings, zeigt die Sony Alpha 580 im direkten Vergleich seine Vorteile. Das Bedienkonzept der Sony Alpha 55 wurde verschlankt. Einige häufig genutzte Einstellungen, für die bei der Sony Alpha 580 noch ein eigener Bedienknopf vorhanden war, wanderten auf das Steuerkreuz. Eine deutliche Einschränkung ist dadurch allerdings nicht gegeben. Von der unterschiedlichen Tastenbelegung abgesehen, gibt es beim Bedienkonzept keine deutlichen Unterschiede. Auch die Menüstrukturen unterscheiden sich lediglich in den Punkten, die nur bei einem Modell relevant sind. Insgesamt hat durch die kleinere Baugröße die Benutzbarkeit nicht gelitten, so das beide Modelle auf dem gleichen Niveau liegen.

Die Sony Alpha 580:

Einen deutlichen Unterschied gibt es natürlich beim Blick durch den Sucher. Während die Sony Alpha 580 (Datenblatt) einen klassischen, optischen Spiegelreflexsucher bietet, ist die Sony Alpha 55 (Testbericht) mit einem hochauflösenden elektronischen Sucher ausgestattet. Ein Nachteil dieses elektronischen Suchers sind eine leichte Verzögerung, die vor allem bei schnellen Schwenks sichtbar wird. Zudem treten bei solchen gerade an starken Kontrastkanten Farbverschiebungen auf, die auf das Konstruktionsprinzip des kleinen, dort verbauten Displays zurückzuführen sind. Die Pixelstrukturen im Bild sind nur ganz leicht an diagonal verlaufenden Linien zu erkennen, gleichzeitig fallen zudem feine Details weg. Bei wenig Licht zeigt der elektronische Sucher außerdem in zunehmenden Maße Bildrauschen. Als großen Nachteil des optischen Suchers der Sony Alpha 580 zeigt sich die gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen deutlichen Unterschiede zwischen dem natürlich anmutenden Bild im Sucher und dem aufgezeichneten Bild auf der Speicherkarte. Eine Über- und Unterbelichtung kann nicht direkt im Bild dargestellt werden, sondern lediglich über eine kleine Waage unterhalb des Bildes. Auch sind weitere Einblendungen, wie etwa eine digitale Wasserwaage bzw. ein künstlicher Horizont, der die Ausrichtung vereinfacht bzw. die Einblendung eines Live-Histogramms, nicht möglich. Eine gerade bei schlechten Lichtbedingungen sinnvolle Aufhellung des Bildes, was zwar Rauschen verursacht, aber dafür das Motiv besser erkennbar macht, kann es prinzipbedingt auch nicht geben. Über den optischen Sucher kann außerdem weder das gerade aufgenommene Bild begutachtet, noch können über das Menü Einstellungen verändert werden. Hier ist jeweils der Blick auf das Display unerlässlich.

Ausstattung und Besonderheiten:

Bei der Ausstattung und den Besonderheiten zeigen sich etwas größere Unterschiede zwischen den beiden digitalen Systemkameras, der Sony Alpha 580 (Datenblatt) und der Sony Alpha 55 (Datenblatt). Ein Blick auf das Moduswählrad zeigt zwei Einstellungen bei der Sony Alpha 55, die von der Sony Alpha 580 nicht angeboten werden. Da ist zum einen der "Auto+"-Modus. Dieser erweitert den vor allem von Anfängern gern verwendeten Auto-Modus um zusätzliche Hilfen wie eine automatische Szenenerkennung und einer Auto-HDR-Funktion. Der zweite Modus ist mit einer kleinen zehn mit Serienbildsymbol gekennzeichnet und markiert den besonders schnellen High-Speed-Serienbildmodus mit bis zu zehn Aufnahmen pro Sekunde. Diese Geschwindigkeit kann die Sony Alpha 580 nicht erreichen, sie ist maximal sieben Bilder pro Sekunde schnell - was an sich natürlich auch kein schlechter Wert ist. Weiteres zu den Geschwindigkeiten lesen Sie im zweiten Teil dieses Vergleichstests, der demnächst auf dkamera.de veröffentlicht wird.

Die Sony Alpha 55:

Durch den Konstruktionsunterschied gibt es auch bei dem Live-View-Modus unterschiedliche Lösungen. Die Sony Alpha 55 (Testbericht) "befindet" sich immer im Live-View-Modus und liefert ein über den 16,0 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor aufgezeichnetes Bild wahlweise an den elektronischen Sucher, der eine gute Auflösung von 1.152.000 Bildpunkten, eine Vergrößerung von 1,1x und 100% Bildfläche zeigt. Oder man lässt sich das Bild über das das rückwärtige, 3,0 Zoll große und 921.000 Bildpunkte gut auflösende Display ausgeben. Die Umschaltung zwischen Sucher und Display kann dabei entweder automatisch über einen "Eye-Start"-Annäherungssensor erfolgen oder alternativ kann zwischen Sucher und Display auch manuell umgeschaltet werden. Da der halbtransparente Spiegel einen kleinen Teil des Lichtes für den Autofokus abzweigt, steht hier im Live-View der schnelle Phasenautofokus zur Verfügung und kann dementsprechend auch zum Filmen verwendet werden.

Die Sony Alpha 55 (jeweils links im Bild) und die Sony Alpha 580:

Bei der Sony Alpha 580 (Datenblatt) musste ein anderer Weg gewählt werden. Hier stehen insgesamt drei Modi zur Verfügung, die über zwei Knöpfe auf der Kameraoberseite umgeschaltet werden können. Im OVF-Modus (OVF steht dabei für "optical view finder" also für "optischer Sucher") steht der klassische optische Spiegelreflexssucher zur Verfügung. Dieser bietet eine Vergrößerung von 0,8x und ein Sichtfeld von 95%. Eine Live-View-Ansicht gibt es dabei natürlich nicht. Diese kann über den Schiebeknopf auf der Kameraoberseite aktiviert werden. Dabei nutzt die Sony Alpha 580 einen zweiten, kleineren Sensor im Sucher, der ein Live-View-Bild generiert. Der Sucher wird dabei verschlossen und erlaubt keinen Einblick mehr. Diese Variante nennt Sony "Quick-AF", da genau wie bei der Sony Alpha 55 (Datenblatt) der normale Phasenautofokus und damit auch die normale Autofokusgeschwindigkeit zur Verfügung steht. Allerdings entspricht das angezeigte Bild nicht dem tatsächlich aufgenommenen. Durch den zweiten Sensor gibt es bei dem gespeicherten Ausschnitt entsprechende Abweichungen, auch für die Kontrolle des Fokus kann man ihn nicht verwenden. Zudem steht dieser Modus für Videoaufnahmen nicht zur Verfügung. Der dritte Modus ist schließlich der "Focus Check Modus". Bei diesem wird der Spiegel der Sony Alpha 580 hochgeklappt, so dass auch sie ein Live-View-Bild über den zur Sony Alpha 55 identischen Hauptsensor ausgibt. Hierbei wird der korrekte Bildausschnitt gezeigt und - wie der Name bereits ausdrückt - eignet sich diese Ansicht mit der integrierten Software-Lupe zur Fokuskontrolle. Auch der Autofokus kann verwendet werden, zum Einsatz kommt allerdings nicht der Phasenautofokus, sondern ein Kontrastautofokus. Dieser ist spürbar langsamer. Der optische Sucher kann in diesem Modus durch den weggeklappten Spiegel ebenfalls nicht verwendet werden.

Die Sony Alpha 55:

Eine weitere Besonderheit der Sony Alpha 55 (Testbericht) ist das integrierte GPS-Modul, dass die Geoposition bei der Aufnahme eines Bildes in den Bilddaten speichert. Für die Sony Alpha 580 (Datenblatt) ist hingegen ein externes GPS-Modul notwendig, um entsprechende Informationen zu liefern. Im Test war das GPS-System der Sony Alpha 55 nach der ersten Positionsbestätigung schnell Einsatzbereit und zeigte auch in schwierigeren Situationen keine nennenswerten Schwächen. Einzig die Akkulaufzeit leidet etwas unter der GPS-Nutzung, im Test waren damit unter ähnlichen Bedingungen ca. 10 bis 20% weniger Aufnahmen möglich.

Die Akkulaufzeit ist der große Pluspunkt der Sony Alpha 580 (Datenblatt). Laut Hersteller sind, wenn konsequent auf den Live-View-Modus verzichtet wird, über 1.000 Aufnahmen mit einer Akkuladung möglich. Bei der Sony Alpha 55 (Testbericht) hingegen ist es konstruktionsbedingt nicht möglich, auf den Live-View zu verzichten. Hier erreicht man mit einer Akkuladung immerhin noch etwa 380 Aufnahmen. In der Praxis mit gleichartigem Mischbetrieb, also Sucher und Display, Foto und Video hielt der Akku der Sony Alpha 580 etwa doppelt so lang wie jener der Sony Alpha 55. Allerdings besitzt die Sony Alpha 55 auch einen kleineren und leichteren Akku, (Akku Alpha 55: 1.080 mAh, Alpha 580: 1.600 mAh).

Im am 01.03.2011 veröffentlichten zweiten Teil dieses Vergleichstest geht es um die Leistungsdaten der beiden Kamera-Modelle. Bietet das neue Kamerakonzept mit feststehendem Spiegel tatsächlich deutliche Vorteile, oder kann die klassische Spiegelreflextechnik noch immer einzigartige Eigenschaften bieten?

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