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Praxisbericht zur Canon EOS 5D Mark IV

Die Canon EOS 5D Mark IV (Datenblatt) sieht auf den ersten Blick wie das direkte Vorgängermodell Canon EOS 5D Mark III (Testbericht) aus. Dies darf auch nicht verwundern, denn Canon setzt bei den Kameragehäusen der 5D-Serie auf Kontinuität. Der abgedichtete Magnesium-Body der EOS 5D Mark IV ist lediglich einen Millimeter schmaler, bei den anderen Abmessungen gibt es keinen Unterschied. Das Gewicht konnte im Vergleich allerdings um 60g auf 895g reduziert werden. Das lässt die 5D Mark IV für eine stattliche Vollformatkamera durchaus recht leicht wirken, ein Leichtgewicht ist sie allerdings trotzdem nicht. Für ein komfortables Handling sorgt der gummierte Handgriff der DSLR, eine große Ablagefläche mit seitlicher Verstärkung gibt dem Daumen auf der Rückseite Halt. Einen zusätzlichen Batteriegriff benötigt man bei den meisten kleineren Objektiven daher kaum.

Die Canon EOS 5D Mark IV besitzt ein Magnesiumgehäuse mit Abdichtungen:

Sehr gut für Besitzer des Vorgängermodells EOS 5D Mark III: Sie müssen sich bei der Bedienung quasi nicht umstellen. Wer sich am Gehäuse der Canon 5D Mark IV (Produktbilder) auf die Suche nach Neuerungen macht, findet diese nur an wenigen Stellen. Auf der Vorderseite ist die rechts vom Bajonett liegende Abblendtaste etwas nach unten gewandert, der „Mark IV“-Schriftzug links davon dagegen nach oben. Den freien Platz nutzt Canon für die Neupositionierung der Fernauslöser-Schnittstelle. Diese findet an der linken Seitenfläche wegen des neuen und größeren USB 3.0-Ports keinen Platz mehr. Eine weitere Veränderung gibt es auf der Rückseite. Hier ist über dem Einstellrad und etwas unter dem Joystick eine Taste hinzugekommen. Sie erlaubt das Verändern des AF-Bereichs, was bislang (und noch immer) mit der M-Fn-Taste neben dem Auslöser auf der Oberseite möglich ist.

Die neue Taste auf der Rückseite kann man jedoch auch frei belegen und damit beispielsweise die ISO-Wahl (in Kombination mit dem Einstellrad auf der Oberseite) vornehmen. Insgesamt können Fotografen bei der 5D Mark IV sechs Tasten mit unterschiedlichen Funktionen belegen, des Weiteren lassen sich auch die Einstellräder konfigurieren. Vorgenommen werden die Veränderungen über die Custom-Steuerung, die besonders schnell über das Quickmenü erreicht wird. Über das Quickmenü lassen sich wie gewohnt sehr viele wichtige Fotoparameter verändern, bei Bedarf kann man die vorhandenen Optionen frei auswählen. Ebenso frei konfigurieren kann man das „MyMenu“ der EOS 5D Mark IV. Wer alle Parameter im Blick haben möchte, ohne das LCD-Display auf der Rückseite zu nutzen, kann das monochrome Kontrolldisplay auf der Oberseite verwenden.

Die Rückseite der DSLR mit vielen Tasten, einem Joystick und einem Einstellrad:

Die zentralen Bedienelemente der Spiegelreflexkamera bleiben natürlich die Tasten, der Joystick und die Einstellräder. Alle Bedienelemente sind verhältnismäßig groß und dadurch gut zu drücken. Auch bei der EOS 5D Mark IV muss der Schalter zum Wechseln zwischen der Foto- und der Videoaufnahme bzw. zum Aktivieren des Livebildmodus wieder gelobt werden. Dessen Bedienung ist intuitiv und macht Eingaben sehr komfortabel. Das Tastenlayout auf der Rückseite der Canon EOS 5D Mark IV (Bildqualität) weiß ebenso zu gefallen: Auf der rechten Rückseite nimmt man grob gesagt Aufnahme-Einstellungen vor, auf der linken Seite dreht sich vieles um die Wiedergabe. Dieses einleuchtende Bedienkonzept wird von vielen Fotografen seit Langem geschätzt.

Das Programmwählrad und der Ein-/Ausschalter liegen links vom Sucher:

Die Ausstattung an Fotoprogrammen ist für eine Kamera der Spitzenklasse standesgemäß. Eine Vollautomatik steht für „Notfälle“ zur Verfügung, die PSAM-Modi sind bei der 5D Mark IV aber sicherlich am meisten in Gebrauch. Wer spezielle Aufnahme-Einstellungen benötigt, verwendet die Customprogramme C1 bis C3. Über den extra Bulbmodus sind Langzeitbelichtungen schnell zu realisieren.

Insgesamt besitzt die EOS 5D Mark 61 Messfelder, alle arbeiten bis zu einer Offenblende von F8:

Das Autofokussystem der Canon EOS 5D Mark IV (Geschwindigkeit) kennt man im Grunde genommen schon vom Vorgängermodell. Insgesamt stehen 61 Messfelder zur Verfügung, 41 davon sind Kreuzsensoren. Canon hat jedoch verschiedene Verbesserungen vorgenommen, sodass der Autofokus der Spiegelreflexkamera zum Teil deutlich leistungsfähiger geworden ist. Leicht verändert hat sich die AF-Messfeld-Abdeckung. Die Felder reichen in der Höhe etwas weiter an den oberen und unteren Bildrand heran, schematisch sind sie jedoch noch gleich angeordnet. Fünf Messsensoren im Zentrum arbeiten ab F2,8 als duale Kreuzsensoren, alle Messfelder funktionieren bis F8 (21 dabei als Kreuzsensoren). Im Vergleich zur Canon EOS 5D Mark III (Testbericht) ist das ein gewaltiger Fortschritt, denn bei dieser steht bei F8 nur noch der zentrale Messsensor zum Scharfstellen zur Verfügung. Besitzer von Telekonvertern und lichtschwächeren Objektiven profitieren davon enorm. Ebenso verbessert hat Canon den Arbeitsbereich. Die 5D Mark IV stellt mit dem dedizierten Phasen-AF-Sensor und dem mittleren Messfeld ab -3EV (5D Mark III: -2EV) scharf, im Liveviewbetrieb sind es sogar -4EV.

Anhand von sechs "Cases" können unterschiedliche AF-Einstellungen abgespeichert werden:

Bei den Autofokusoptionen kann man wie gewohnt aus dem Vollen schöpfen: Gleich sieben Optionen stehen bei der Messfeldwahl zur Verfügung (Spot-AF, Einzelfeld-AF, AF-Bereich erweitern, AF-Bereich erweitern Umgebung, AF-Zonenwahl, AF große Zone und automatische Wahl), im extra AF-Menü der Kamera kann die Fokussierung anhand von sechs „Cases“ in den Punkten AI Servo Reaktion, Nachführ-Beschleunigung bzw. Verzögerung und AF-Feld-Nachführung konfiguriert werden. Die Canon EOS 5D Mark IV ist dadurch unter anderem auch für Action- bzw. Sportfotografen interessant. In unserem AF-Test erreichte die Kamera ein sehr gutes Ergebnis, zusammen mit dem Canon EF 70-200mm F4L USM ließen sich auch sich schnell bewegende Motive treffsicher scharfstellen. Weitere Profi-AF-Optionen, wie beispielsweise die AF-Mikrokorrektur sind ebenso vorhanden. Im Liveviewmodus und bei der Videoaufnahme arbeitet die Spiegelreflexkamera dank der Dual Pixel CMOS-AF-Technologie vorbildlich, in puncto Geschwindigkeit und Treffsicherheit können nur wenige andere DSLRs mithalten.

Zur Belichtungsmessung wird ein Sensor mit 150.000 RGB-Pixeln verwendet:

Das Belichtungsmesssystem der Canon EOS 5D Mark IV (Datenblatt) verwendet einen Sensor mit 150.000 RGB-Pixeln. Neben der Mehrfeld-, der mittenbetonten- und der Selektivmessung ist auch die Spotmessung möglich. Die Messung wird anhand von 252 Zonen vorgenommen (63 bei der 5D Mark III), durch die Flickererkennung der Kamera wird die gleichmäßige Belichtung bei Kunstlicht gewährleistet. Mit Verschlusszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde sind die wählbaren Belichtungszeiten klassenüblich. Der Verschlussmechanismus ist laut Canon auf mindestens 150.000 Bilder ausgelegt und liegt somit auf dem Niveau der 5D Mark III. Die Spiegelmechanik der EOS 5D Mark IV hat Canon von der EOS 5DS R und EOS 5DS übernommen, ein Motor soll Vibrationen durch den Spiegelschlag minimieren. Wer bei der Aufnahme besonders wenig auffallen möchte, kann die leise Einzel- oder Serienaufnahme nutzen. Hier wird das Auslösegeräusch deutlich gedämpft.

Klassisch verfügt die EOS 5D Mark IV wie alle DSLRs über einen optischen Sucher:

Als optischer Sucher kommt ein Pentaprismenmodell mit einer Bildfeldabdeckung von 100 Prozent zum Einsatz, der Vergrößerungsfaktor liegt bei 0,71. Das Sucherbild ist standesgemäß groß und hell, zahlreiche zusätzliche Informationen (beispielsweise in Form einer Wasserwaage) lassen sich einblenden.

Das LCD ist fest verbaut, lässt sich aber per Touch bedienen:

Das Display der Canon EOS 5D Mark IV (Technik) wirkt auf den ersten Blick nicht neu. Mit einer Diagonalen von 3,2 Zoll besitzt es die Abmessungen des Modells der 5D Mark III. Der Schein trügt allerdings. Die Auflösung wurde von 1,04 Millionen Subpixel (5D Mark III) auf 1,62 Millionen Subpixel erhöht und sorgt für eine sehr scharfe Darstellung. Große Einblickwinkel erlauben das Betrachten von der Seite, mangels Schwenkmechanismus sind diese allerdings auch nötig.

Der Touchscreen übernimmt bei der DSLR vielfältige Aufgaben. Damit lässt sich der Fokuspunkt im Liveviewmodus oder bei Videoaufnahmen setzen, man kann Eingaben im Quickmenü vornehmen oder – wie von Smartphones gewohnt – per Wischen zwischen den Aufnahmen im Wiedergabemodus wechseln. Da der Touchscreen jedoch nicht verwendet werden muss, sorgt er auch für keinerlei Nachteile. In der Praxis erleichtert er Eingaben zum Teil deutlich.

Die Videofunktion der Canon EOS 5D Mark II hat nicht nur die Foto-, sondern auch die Videobranche beeinflusst. Zum ersten Mal ließen sich damals mit einer günstigen Kamera Bewegtbilder im Kino-Look festhalten. Das Nachfolgemodell EOS 5D Mark III hat allerdings kaum neue Funktionen geboten. Bei der Canon EOS 5D Mark IV (Beispielaufnahmen) will Canon die Videofunktion wieder auf Spitzenniveau heben, die DSLR erlaubt daher die Speicherung in 4K-Auflösung. Mit 4.096 x 2.160 Pixel (wählbare Bildraten: 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde) wird allerdings nur die bei Kinoproduktionen verwendete Cine-4K-Auflösung unterstützt. In standardmäßigem 4K, das genau genommen Ultra-HD heißt und 3.840 x 2.160 Pixel verwendet, kann man nicht filmen. Diese Einschränkung ist aus unserer Sicht wenig verständlich; 3.840 x 2.160 Pixel sind heutzutage die wesentlich gängigere Auflösung. Zu den wenig verständlichen Entscheidungen zählt auch die Wahl des Speicherformats. Die bei 4K verwendete Motion-JPEG-Kompression mag ein Garant für eine hohe Bildqualität und eine einfache Nachbearbeitung sein, die abzuspeichernden Datenmengen werden dadurch jedoch riesig. Bei Profiproduktionen stört diese Tatsache freilich niemanden, es dürfte jedoch auch Fotografen geben, die ihre Kamera gerne als Videokamera einsetzen möchten. Dies funktioniert natürlich auch mit der Canon EOS 5D Mark IV, die große Datenmenge ist jedoch ein Nachteil. Eine halbstündige Aufnahme füllt beispielsweise schon eine 128GB fassende Speicherkarte. Etwas kleinere Datenmengen fallen immerhin in Full-HD-Auflösung an. Die Videos mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde werden mit ALL-I- oder IPB-Codierung aufgezeichnet und besitzen Bitraten von 180 bzw. 60 Mbit/s. Ebenso nicht optimal ist bei der EOS 5D Mark IV der starke Cropfaktor bei Videoaufnahmen in 4K. In Full-HD tritt dieser Effekt wohlgemerkt nicht auf. Da die Pixel in 4K 1:1 in der Bildmitte ausgelesen werden, ergibt sich eine „Brennweitenverlängerung“ um den Faktor 1,74. Dies macht für die Videoaufnahme andere Objektive notwendig, als sie bei Fotos verwendet werden. In der Praxis sorgt dies für einen größeren Aufwand bei der Planung sowie ein größeres Gepäck.

Abgesehen von der „Datenmengen-Problematik“, der beschränkten Auflösungswahl in 4K und dem starken Cropfaktor präsentiert sich die Canon EOS 5D Mark IV aber als ausgezeichnete Videokamera. Der Autofokus stellt dank der Dual Pixel CMOS-AF-Technologie schnell und äußerst treffsicher scharf,  es stehen zahlreiche manuelle Videooptionen zur Verfügung und die Bildqualität der 4K-Videos ist exzellent. Außerdem lassen sich ein Mikrofon sowie ein Kopfhörer anschließen, und den Ton kann man pegeln. Wer Highspeed-Videos aufzeichnen möchte, verwendet die HD-Funktion mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde. Hier muss man allerdings auf die automatische Fokussierung sowie die Tonaufnahme verzichten.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Beispielaufnahmen Fazit

Kommentare

Schreibfehler in der headline: "5D ...

Schreibfehler in der headline: "5D Mark II"

Ist hier der Newsletter gemeint? ...

Ist hier der Newsletter gemeint? Wenn ja, dies haben wir gerade korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis.

Ich würde die 5Ds und ...

Ich würde die 5Ds und 5DsR auch zu der 5D Serie zählen.

Also wenn das was hier ...

Also wenn das was hier an Beispielaufnahmen und Videos das ist was diese 3500 Euro Kamera kann, na dann Prost Mahlzeit !
Ich habe die Fotos und Videos (vor allem Videos) der 5D Mark IV mal mit denen von "billigeren" Kameras aus der MFT und 1Zoll Fraktion verglichen , die sind ja um Welten besser, bis auf vielleicht Low-Light !
Erklärt mal warum man sich dieses Teil für soviel Geld kaufen sollte, wenn man mit wesentlich preiswerteren Kameras gleiche ,wenn nicht bessere Qualität bekommt.

Weil es eine Fotokamera ist ...

Weil es eine Fotokamera ist und keine Videokamera. Canon wäre ja schön blöd wenn die sich Konkurrenz im eigenen Portfolio machen würden.
Still-Image ist kein Video.

Leider wieder kein Video mit ...

Leider wieder kein Video mit 50 Halb- oder Vollbildern möglich. Für europäische Fernsehnormen eigentlich untauglich, auch wenn das bei den Sendern und manchen Produktionsfirmen mitunter nicht begriffen wird.

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