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Leica

Leica, diese Abkürzung steht für Leitz Camera, ist für die Fotowelt so bedeutend wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche. Die von vielen Höhen, aber auch von Tiefen geprägte Geschichte begann bereits 1849 mit dem von Carl Kellner gegründeten Optischen Institut. Dieses konzentrierte sich zunächst auf den Bau von Mikroskopen, ab dem frühen 20. Jahrhundert wurden auch Ferngläser gefertigt. 1910 arbeiteten am Stammsitz in Wetzlar 950 Mitarbeiter, diese produzierten 9.000 Mikroskope pro Jahr. Ab 1869 trug das Unternehmen den Namen „Ernst Leitz Werke“.

Vom Mikroskophersteller zum Kamerapionier

Seit 1911 gehörte zu den Mitarbeitern der Wetzlarer Firma Oskar Barnack. Dieser hatte bereits einige Jahre zuvor die Idee, eine kompakte Kamera mit einem für damalige Verhältnisse kleinen Film zu entwerfen. Die ersten beiden Prototypen der als „Ur-Leica“ bezeichneten Kamera wurden 1913 fertiggestellt, nach längeren Überlegungen setzte sich das Filmformat 36 x 24mm gegenüber 33 x 22mm durch. Die Wirren des ersten Weltkrieges verhinderten eine Weiterentwicklung der revolutionären Kamera. Danach berechnete der Mathematiker Max Berek mit dem Elmax 50mm F3,5 ein erstes Objektiv für die noch namenslose Kamera. 1920 übernahm Ernst Leitz II die Leitung der Leitz Werke. Im Laufe der nächsten Jahre beschloss er, die kompakte Leica-Kamera in größeren Stückzahlen zu fertigen. 1923 wurden 31 Vorserien-Modelle hergestellt, 1924 begann die Serienfertigung. 1930 wurde die Leica I mit Schraubgewinde zum Wechseln von Objektiven entwickelt, zwei Jahre später die Leica II mit Messsucher vorgestellt. Die Leica III bot Fotografen sowohl längere als auch kürzere Verschlusszeiten (nur die Leica IIIa), die speziell konstruierte Leica 250 (auch Leica Reporter genannt) ermöglichte 250 Bilder ohne Filmwechsel. Bei der ab 1940 hergestellten Leica IIIc wurde statt einzelner Aluminiumteile ein Druckgussverfahren verwendet.

Neue Modelle mit neuem Bajonett

1954 kündigte Leitz mit der M3 das erste Modell mit M-Bajonett an. Der Name Leica M beruht auf der Abkürzung für den Messsucher. Bei der M3 ließen sich unterschiedliche Leuchtrahmen im Sucher einspiegeln, dadurch konnte man den Bildwinkel der verwendeten Objektive erkennen. Den Leuchtrahmen erhielt ein paar Jahre später auch die Leica IIIg, die Produktion der Schraubleicas wurde jedoch recht schnell stark zurückgefahren. Mit der Leica M2 und M1 wurden Ende der 1950er Jahre leicht abgespeckte, aber auch preislich niedriger angesiedelte Modelle auf den Markt gebracht. Die nächste Entwicklungsstufe der M erschien 1967 mit der M4, die M5 wurde ab 1971 produziert. Während die M4 unter anderem mit einem einfacheren Filmwechsel überzeugen sollte, führte das Unternehmen mit der M5 die TTL-Belichtungsmessung ein. 1973 brachten Leitz-Werke die kompakte CL auf den Markt, die vergleichsweise günstige Kamera wurde allerdings von Minolta in Japan produziert. Mitte der 1980er-Jahre präsentierte das Unternehmen die M6 mit einem moderneren Belichtungsmesssystem, bei der 2002 vorgestellten M7 wurde die Zeitautomatik eingeführt. Zwischenzeitlich stellte Leica einige neue Modelle vor, diese erhielten unterschiedliche Verbesserungen. Hierzu zählt zum Beispiel die 1998 vorgestellte Leica M6 TTL mit TTL-Blitzbelichtungsmessung.

Spiegelreflexkameras mit R-Bajonett

Leica war und ist vor allem für seine Messsucherkameras bekannt, zu den Produkten der deutschen Kameraschmiede gehörten seit 1964 jedoch auch Spiegelreflexkameras. Das erste Modell mit dem Namen Leicaflex wurde wegen der steigenden Nachfrage nach Spiegelreflexkameras konstruiert und mit dem neu entwickelten R-Bajonett ausgestattet. Bereits 1968 erhielt die Leicaflex mit der Leicaflex SL ein Nachfolgemodell, bei ihr wurde unter anderem ein TTL-Belichtungsmesser verbaut. Die 1974 eingeführte Leicaflex SL2 erhielt einen verbesserten Belichtungsmesser, das Gehäuse wurde zudem leicht verändert. Die SLRs der Reihe mit dem Namenskürzel „MOT“ ließen sich um einen motorisierten Filmantrieb erweitern. Da die Kameras der Leicaflex-Serie in den 1970er-Jahren technisch mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten konnten, entschied sich der deutsche Hersteller, eine Kooperation mit Minolta einzugehen. Die erste Kamera dieser Zusammenarbeit erschien 1976 mit der Leica R3. Das R-Bajonett war noch vorhanden, der Einsatz zahlreicher Elektronik ließ jedoch verschiedene Verbesserungen (Zeitautomatik, elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss) zu. Die 1980 angekündigte Leica R4 besaß als erste Kamera von Leica eine Programmautomatik, bei der ab 1986 erhältlichen Leica R5 kam unter anderem die TTL-Blitzbelichtungsmessung hinzu. Die R-Serie hatte das Unternehmen mit der R6 bis R9 bis 2009 fortgeführt, danach entschied sich Leica für die Einstellung der R-Kameras. Seit der 1996 vorgestellten R8 wurde die R-Serie wieder vollständig von Leica entwickelt.

Vom Film zum Bildwandler

Das digitale Zeitalter begann bei Leica mit der S1. Dabei handelte es sich allerdings um eine Scannerkamera, die sich nur für statische Motive – und damit zum Beispiel für die Reprofotografie – eignete. Für ein Foto („fullscan“) wurden lange 185 Sekunden benötigt, die Auflösung war für damalige Verhältnisse mit 26,4 Megapixel jedoch sehr hoch. Die erste herkömmliche Digitalkamera kündigte Leica 1998 mit der „digilux“ an, dabei handelte es sich aber nur um eine leicht veränderte FujiFilm FinePix 700. Nach wenigen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit dem japanischen Unternehmen beendet, seit 2000 kooperiert Leica mit Panasonic. Das erste Produkt dieser strategischen Partnerschaft wurde 2002 mit der Digilux 1 auf den Markt gebracht. Als Hardware kamen hier ein 4 Megapixel auflösender CCD-Sensor (1/1,76 Zoll) und ein 3-fach-Zoom (33-100mm KB; F2-2,5) zum Einsatz. 2003 folgte die Digilux 2 mit größerem (2/3 Zoll) und etwas höher aufgelöstem Sensor (5 Megapixel), das Objektiv deckte 28 bis 90mm KB-Brennweite (F2-2,4) ab. Die Kooperation besteht bis heute, im Laufe der Zeit erblickten einige nur unwesentlich modifizierte Kameras von Panasonic mit Leica-Logo das Licht der Welt.

Die digitalen M-Modelle

2006 kündigte Leica das erste M-Modell mit einem Sensor an. In der Leica M8 wurde allerdings kein Bildwandler im Kleinbildformat verbaut, sondern ein APS-H-Chip (27 x 18mm). Dieser speicherte Fotos mit 10 Megapixel, durch den Cropfaktor von 1,33 fielen die Fotos etwas weniger weitwinkelig als bei den analogen M-Modellen aus. 2009 brachte Leica mit der M9 eine Kamera mit 18 Megapixel auflösendem Kleinbildsensor auf den Markt. Die kleinste Vollformatkamera ihrer Zeit konnte zwei Bilder pro Sekunde speichern und besaß ein 2,5 Zoll messendes LCD. Mit der M Monochrom kündigte Leica 2012 eine Digitalkamera für Schwarz-Weiß-Aufnahmen an, bei der im gleichen Jahr präsentierten Leica M Typ 240 wurde erstmals ein CMOS-Sensor (36 x 24mm, 24 Megapixel) verbaut. Daneben setzte sich die Kamera von den bisherigen M-Modellen mit einer Videofunktion ab. Die seit 2017 erhältliche Leica M10 konnte im Vergleich zu den digitalen M-Modellen flacher gebaut werden, der Videomodus wurde dagegen wieder gestrichen.

Nicht nur Messsucherkameras und Kleinbild-SLRs

Das Portfolio von Leica umfasst nicht nur Kameras mit Messsucher oder Spiegel, daneben wurden im Laufe der Jahre viele weitere Modelle angekündigt. Neben der bereits erwähnten S1 und den digitalen Kompaktkameras, die in Zusammenarbeit mit FujiFilm und Panasonic gefertigt wurden, stellte Leica unter anderem die AF-C1 (1989), die Minilux Zoom (1998) oder die C2 (2002) vor. 2009 brachte das Unternehmen die mit einem APS-C-Sensor ausgestattete X1 auf den Markt, 2013 folgte die X Vario mit Zoomobjektiv statt Festbrennweite. Das Modell X-U (2016) setzt sich von anderen Kompaktkameras durch ein wasserdichtes Gehäuse ab. Seit 2008 lässt sich von Leica eine digitale Spiegelreflexkamera mit Mittelformatsensor (45 x 30mm) erwerben, die 2015 angekündigte Leica Q ist eine Kompaktkamera mit fest verbautem Objektiv (Summilux 28mm F1,7) und 24 Megapixel auflösendem Vollformat-Chip. Ein verbessertes Modell erschien 2019 mit der Q2 (47 Megapixel KB-Sensor). Den Markt der spiegellosen Systemkameras bedient Leica seit 2014 (Leica T), seit 2015 ist mit der SL auch eine DSLM mit Vollformat-Sensor erhältlich.

Objektive der höchsten Güte

Den Name Leica verbinden Fotografen auf der ganzen Welt aber nicht nur mit Kameras, sondern auch mit Objektiven. Seit den ersten von Max Berek berechneten Objektiven stehen die Modelle des Wetzlarer Unternehmens für die höchste optische Qualität. Bis heute verwendet Leica dabei klassische Namen wie Noctilux, Summilux oder Elmarit zur Bezeichnung unterschiedlicher Lichtstärken. Zu den bekanntesten Objektiven gehören die Festbrennweiten der Noctilux-Reihe, die mit besonders hohen Lichtstärken aufwarten können. Das erste Objektiv dieser Reihe wurde 1966 mit dem Noctilux 50mm F1,2 angekündigt. 1975 konnte bei dessen Nachfolgemodell die Lichtstärke auf F1 erhöht werden, 2008 wurde das Noctilux 50mm F0,95 Asph. vorgestellt. Neben M-Objektiven für Messsucherkameras bietet Leica natürlich auch Modelle für andere Kameras an. In der Vergangenheit für das R-System oder aktuell für DSLMs mit L-Bajonett. Wer ein Objektiv mit Leica-Schriftzug sein Eigen nennen möchte, muss nicht in jedem Fall eine Kamera des Wetzlarer Unternehmens besitzen. Neben einigen Objektiven für Micro-Four-Thirds-Kameras tragen mittlerweile auch Objektive des Smartphone-Herstellers Huawei den Namen Leica. Mit der 2018 angekündigten L-Mount-Allianz, der neben Leica aktuell Panasonic und Sigma angehören, wurde das Fundament für die Verbreitung von L-Objektiven gelegt.

Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Nachdem sich Leica mit den M-Modellen weltweiten Ruhm erarbeitet hatte, verlor das deutsche Unternehmen in den 1960er-Jahren den Anschluss an die führenden japanischen Hersteller und konnte moderne Technologien nur durch Kooperationen in seinen Kameras integrieren. 1986 wurde das Unternehmen in die Leica Camera AG, Leica Microsystems GmbH und Leica Geosystems AG aufgespalten, 1996 fand der Börsengang der Leica Camera AG statt. Nach einigen wirtschaftlich wenig erfolgreichen Jahren befindet sich das Unternehmen seit der Übernahme durch Andreas Kaufmann wieder im Wachstum und schreibt schwarze Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2016/2017 wurden knapp 400 Millionen Euro Umsatz ausgewiesen.

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