15 Jahre dkamera.de – Rückblick auf die Jahre 2009 bis 2011

Immer mehr Hersteller setzen auf Systemkameras ohne Spiegel und mit Videofunktion

Nachdem wir uns im ersten Artikel mit besonderen Kameramodellen der Jahre 2006 bis 2008 beschäftigt hatten, gehen wir jetzt auf die Jahre 2009 bis 2011 ein. In diesem Zeitraum kamen unter anderem die ersten spiegellosen Systemkameras von Olympus sowie Sony auf den Markt und fand die Videofunktion bei Digitalkameras eine starke Verbreitung.

Über die erste spiegellose Systemkamera, die Panasonic Lumix DC-G1, hatten wir bereits im letzten Artikel geschrieben, danach ging es Schlag auf Schlag. 2009 kam mit der PEN E-P1 die erste DSLM von Olympus auf den Markt, hier spielte das Unternehmen den Vorteil des spiegellosen Gehäuses voll aus.

Die Olympus E-P1: Kompakt und leicht, jedoch ohne integrierten Sucher oder Blitz:

Die Olympus E-P1 (Testbericht) besaß gegenüber den Four Thirds-Kameras – bzw. allgemein allen DSLRs – ein deutlich kompakteres Gehäuse und brachte mit unter 400g auch weniger auf die Waage. Das machte die DSLM optimal für kleines Gepäck. Der Verzicht auf eine hohe Bildqualität war trotzdem nicht notwendig, mit dem 12,2 Megapixel-Sensor in MFT-Größe (17,3 x 13,0mm) ließen sich ansprechende Bilder festhalten.

Völlig ohne Kompromisse konnte Olympus die kompakte E-P1 aber natürlich nicht bauen. So mussten Besitzer auf einen integrierten Sucher oder auch einen eingebauten Blitz verzichten. Dass die kompakten Abmessungen ein Trumpf der MFT-Modelle sind, war sich natürlich auch Panasonic bewusst. Seit dem Herbst 2009 ließ sich mit der Lumix DMC-GF1 auch von Panasonic eine kompakte DSLM erwerben. Hier konnte man den fehlenden Sucher durch ein aufsteckbares Modell ersetzen.

Mit der EOS 7D hatte Canon 2009 eine APS-C-Kamera für (Semi-)Profis vorgestellt:

2009 war allerdings nicht nur das Jahr der spiegellosen Modelle, mit der EOS 7D brachte Canon eine Semi-Profi-DSLR mit APS-C-Sensor auf den Markt. Diese verfügte über ein robustes Magnesiumgehäuse mit Abdichtungen, einen APS-C-Chip mit 18 Megapixel und konnte bis zu acht Bilder pro Sekunde festhalten. Das Autofokussystem mit 19 Kreuzsensoren und die Full-HD-Aufnahme waren ebenfalls als wichtige Funktionen zu nennen.

Bei der Ricoh GXR wurde neben dem Objektiv auch der Sensor getauscht:

Einen ganz anderen als die bekannten Ansätze wählte Ricoh im Herbst 2009. Bei diesem System wurden der Sensor und das Objektiv vom Rest des Gehäuses getrennt. Dank dieser Modulbauweise war es möglich, ein Gehäuse mit diversen unterschiedlichen Sensoren und Objektiven zu kombinieren. Unter anderem bot Ricoh einen APS-C-Sensor mit 12 Megapixel und 50mm F2,5-Objektiv (Testbericht) oder einen 1/2,3 Zoll Sensor mit Superzoom (28-300mm KB) an.

Mit der NEX-5 betrat Sony den spiegellosen Markt:

2010 brach auch bei Sony ein neues Zeitalter an. Mit der Sony Alpha NEX-3 und der Sony Alpha NEX-5 (Testbericht) erschienen nicht nur die beiden ersten spiegellosen Systemkameras des japanischen Multimedia-Konzerns, der klassische bewegliche Spiegel wurde auch durch ein halbdurchlässiges Modell abgelöst. Die ersten NEX-Modelle besaßen trotz eines APS-C-Sensors besonders kompakte Abmessungen, die SLT-Modelle konnten sich mit einem leistungsfähigen Liveview- und Video-AF von der Masse absetzen.

SLT-Kameras besitzen einen feststehenden statt beweglichen Spiegel:

Letzteres war dank des halbdurchlässigen Spiegels möglich, der den Autofokus-Sensor mit Phasendetektion stetig mit Informationen versorgt. Das war bei DSLRs bislang nicht oder nur durch einen zweiten Sensor zur Aufnahme des Liveview-Signals realisierbar. Die neue SLT-Bauweise, das SLT steht übrigens für Single Lens Translucent, machte die Konstruktion der Kameras daher einfacher.

Die erste DSLM von Samsung erschien mit der NX10 im Jahr 2010:

Des Weiteren stieß Samsung in den Markt der DSLMs vor. Anfang 2010 wurde mit der Samsung NX10 (Testbericht) das erste DSLM-Modell des koreanischen Herstellers vorgestellt. Als wichtigste Ausstattungsdaten waren hier der verbaute APS-C-Chip mit 14 Megapixel, die HD-Videoaufnahme mit 30 Bildern pro Sekunde und der elektronische Sucher mit 0,9 Millionen Subpixel zu nennen. Zusammen mit der ersten NX-Kamera wurde auch das neue NX-Bajonett eingeführt.

Mit der D7000 stellte Nikon eine DSLR für Fotografen mit gehobenen Ansprüchen vor:

Aber auch die anderen Hersteller waren im Jahr 2010 nicht untätig. Canon brachte im Frühjahr das erfolgreiche Einsteiger-Modell EOS 550D auf den Markt. Die Spiegelreflexkamera löste die EOS 500D ab und hatte als erste preisgünstige Kamera eine Full-HD-Videofunktion (1.920 x 1.080 Pixel mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde) zu bieten. Nikon richtete sich mit der D7000 (Testbericht) im Herbst an ambitionierte Fotografen und rüstete die DSLR unter anderem mit einem abgedichteten Magnesiumgehäuse, zwei SD-Slots und 39 AF-Messfeldern aus. Ein letztes Update erhielt im Herbst das DSLR-Angebot von Olympus. Mit der E-5 erschien hier die letzte FT-Kamera.

Die Olympus E-5 war die letzte Spiegelreflexkamera mit Four Thirds-Bajonett:

Auch 2011 war ein Jahr, in dem viele Neuheiten präsentiert wurden. Gleich zu Beginn wurde beispielsweise die Olympus Stylus XZ-1 (Testbericht) angekündigt. Diese Premium-Kompaktkamera hatte einen für damalige Verhältnisse großen Bildsensor der 1/1,63-Zoll-Klasse zu bieten, Fotos speicherte sie mit zehn Megapixel. Daneben brachte sie ein sehr lichtstarkes 4-fach-Zoom (28 bis 112mm bei einer Blende von F1,8 bis F2,5) mit.

Wer 2011 eine Premium-Kompaktkamera erwerben wollte, konnte zur Stylus XZ-1 greifen:

Die Nikon Coolpix P500 überzeugte mit ihrem Zoomobjektiv (22,5 bis 810mm KB):

Für Freunde der Reisefotografie hatte Panasonic unter anderem die Lumix DC-TZ22 mit optischem 16-fach-Zoom (24 bis 384mm KB) im Angebot, die Nikon Coolpix P500 konnte sogar 36-fach (22,5 bis 810mm KB) zoomen. Während erstere mit ihrem nur 3,3cm tiefen Gehäuse aber durchaus noch in eine größere Hosentasche oder zumindest eine kleine Gürteltasche passte, handelte es sich bei der Coolpix P500 um eine ausgewachsene Bridgekamera.

Im Sommer des Jahres brachte Sony mit der Alpha 77 sowie der Alpha NEX-7 zwei Oberklasse-Modelle auf den Markt. Beide Kameras speicherten Fotos mit einem hochauflösenden APS-C-Chip mit 24 Megapixel und schafften trotzdem hohe Bildraten (12 Bilder/Sek. bei der Alpha 77 und 10 Bilder/Sek. bei der NEX-7). Des Weiteren erlaubten sie Full-HD-Videos mit bis zu 50 Vollbildern pro Sekunde.

Die Sony Alpha NEX-7 war im Jahr 2011 Sonys spiegelloses Spitzenmodell:

Einen etwas anderen Weg hatte Nikon bei seinen ersten spiegellosen Systemkameras, der 1 V1 und der 1 J1, eingeschlagen. Hier setzte das Unternehmen auf Sensoren im 1,0-Zoll-Format (13,2 x 8,8mm). Die Bildwandler fielen somit deutlich kleiner als die DX- oder FX-Chips der damals erhältlichen DSLRs aus. Während die Sensoren und die Bildqualität der Nikon-1-Kameras dadurch keine Maßstäbe setzen, konnten sie mit einer enorm hohen Bildrate überzeugen. Pro Sekunde ließen sich 60 Bilder aufnehmen, viele andere Kameras schafften zu dieser Zeit nur einen Bruchteil davon. Selbst ein Jahrzehnt später sind 60 Bilder pro Sekunde ein hervorragender Wert.

Die erste spiegellose Systemkamera von Nikon erschien in Form der 1 V1:

Apropos kleine Sensoren: Pentax präsentierte mit der Q im gleichen Jahr eine Systemkamera mit klassischem Kompaktkamera-Chip (1/2,3 Zoll). Dieser ermöglichte sehr kleine Kameras und Objektive, die Bildqualität fiel aber deutlich schlechter als bei klassischen Systemkameras aus.

Im dritten Teil unserer Artikel-Serie beschäftigen wir uns mit den Kamera-Entwicklungen der Jahre 2012 bis 2014.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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