14.09.2024 - 12:00

Sony Xperia 1 VI Smartphone- und Kameratest (Teil 1)

Teil 1 von 3: Die technischen Daten, die Verarbeitung und die Bedienung des Smartphones

Mit dem Xperia 1 VI hat Sony sein Flaggschiff des Jahres 2024 angekündigt. Während sich die früheren Modelle der Xperia-1-Reihe unter anderem mit einem 4K-Display und einem sehr länglichen Gehäuse von der Konkurrenz abgehoben haben, sind die Unterschiede beim Xperia 1 VI deutlich kleiner. Verbessert wurde unter anderem die Kamera, das Smartphone verfügt nun über ein echtes 2-fach-Telezoom. Wir schauen uns das neue Spitzenmodell in diesem Test ganz genau an.

Die technischen Daten:
Beim Sony Xperia 1 VI geht Sony im Vergleich zum Vorgängermodell teilweise neue Wege. Zum einen setzt das japanische Unternehmen auf eine nicht mehr ganz so längliche Bauform des Gehäuses und des Displays (19,5:9 statt 21:9). Zum anderen kommt statt eines 4K-Panels (3.840 x 1.644 Pixel) ein Full-HD+Modell (2.340 x 1.080 Pixel) zum Einsatz. Davon verspricht sich das Unternehmen eine längere Akkulaufzeit, das verbaute OLED-Panel leuchtet zudem deutlich heller. Die Bildfrequenz von 120 Hz bleibt dagegen erhalten, der große Farbraum (DCI-P3) ermöglicht eine besonders gute Darstellung.

Treu bleibt sich Sony bei der Wahl des SoC und verbaut den schnellsten aktuellen Qualcomm-Chip in Form des Snapdragon 8 Gen 3 mit acht Kernen (1 × Cortex-X4 mit 3,30 GHz, 3 × Cortex-A720 mit 3,15 GHz, 2 × Cortex-A720 mit 2,96 GHz und 2 × Cortex-A520 mit 2,27 GH) sowie der Adreno 750 GPU. Den Rechenwerken stehen 12GB LP-DDR5X-RAM zur Seite, der Speicher ist 256GB groß. Anders als bei praktisch allen Flaggschiff-Geräten am Markt lässt sich der Speicher zudem mittels einer microSD-Karte erweitern. Bis zu 1,5TB fassende Modelle können Besitzer des Smartphones einsetzen, das relativiert die hohe UVP des Gerätes von 1.399 Euro für „nur“ 256GB doch ein wenig. Mit an Bord ist beim Sony Xperia 1 VI zudem wieder ein 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Wer kein drahtloses Modell nutzen möchte, kann beim Xperia 1 VI also auf einen USB-C-Adapter verzichten. Apropos USB: Der Port unterstützt den 3.2 Gen 1x1-Standard und erlaubt das Aufladen des Akkus mit bis zu 30 Watt. Drahtlos kommt man auf die Hälfte davon. Das 162 x 74 x 8,2mm große Gehäuse bringt 192g auf die Waage und widersteht Staub und Wasser (IP68), Android 14 ist als Betriebssystem vorinstalliert. Die Update-Garantie liegt bei drei (Feature-Updates) bzw. vier Jahren (Sicherheits-Updates).

Die letzten Flaggschiffe von Sony haben sich von der Konkurrenz aber nicht nur durch spezielle Gehäuse-Features abgesetzt, auch bei den Kameras ging Sony andere Wege. Besonders deutlich wurde dies bei der Telekamera. Während andere Unternehmen nur auf Festbrennweiten setzen, verbaut Sony ein echtes Zoom. Dieses hat beim Xperia 1 VI ein Update erhalten. Der Zoombereich fällt mit 85 bis 170mm (KB-äquivalent) noch etwas größer aus. Das macht das Smartphone zu einem der Geräte mit der längsten Brennweite an Markt. Die Lichtstärke der Optik sinkt mit zunehmender Brennweite von F2,3 auf F3,5 ab, ein OIS minimiert Verwacklungen. Beim Sensor handelt es sich um ein Modell der 1/3,5-Zoll-Klasse, Fotos besitzen 12 Megapixel.

Deutlich größer und höher aufgelöst ist der Chip der Hauptkamera. Hier nutzt Sony einen Exmor T Chip im 1/1,35-Zoll-Format mit 52 Megapixel, zur Bildaufnahme werden allerdings nur 48 Megapixel verwendet. Bilder lassen sich mit 12 Megapixel sowie mit voller Auflösung ausgeben, zudem gibt es einen verlustarmen 2-fach-Zoom. Das Objektiv der Hauptkamera besitzt eine kleinbildäquivalente Brennweite von 24mm, ist stabilisiert und verfügt über eine Blendenöffnung von F1,9.

Ultraweitwinkelaufnahmen werden mittels eines 16mm-Objektivs (KB-äquivalent) mit Blende F2,2 realisiert. Der hier verwendete Sensor löst 12 Megapixel auf und gehört zur 1/2,5-Zoll-Klasse. Für die Selfiekamera werden ebenfalls 12 Megapixel angegeben, das 24mm-Objektiv besitzt eine Blende von F2. Alle Kameras des Sony Xperia 1 VI speichern 4K-Videos, mit den Rückseitenkameras sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich.

Optisch unterscheidet sich das Xperia 1 VI von den Vorgängermodellen nur wenig:

Handling, Verarbeitung und Bedienung:
Die früheren Flaggschiff-Smartphones von Sony haben sich wie bereits erwähnt von den anderen Spitzenmodellen am Markt unter anderem durch ein etwas länglicheres Gehäuse und Display unterschieden. Vom ehemaligen 21:9-Format älterer Modelle hat sich Sony beim Xperia 1 VI nun verabschiedet und mit 19,5:9 ein klassisches Format gewählt. Diesen Schritt begrüßen wir, gerade bei der Wiedergabe von Videos kann man das Display dadurch deutlich besser ausnutzen. Sony hat aber nicht nur die Maße des Panels verändert, sondern auch dessen Auflösung abgesenkt. Beim Xperia 1 VI löst es mit 2.340 x 1.080 Pixel nicht einmal halb so hoch wie die Panels früherer Xperia-1-Modelle auf.

Das Display ist nun nicht mehr ganz so länglich, die Auflösung fällt wesentlich niedriger aus:

In der Praxis wirkt sich die abgesenkte Auflösung natürlich auf die Detailwiedergabe aus, dies jedoch nicht so deutlich wie man meinen könnte. Erst bei genauem Betrachten kann man Pixel erkennen, im normalen Einsatz kaum. Trotzdem sind wir der Meinung, dass ein Panel mit WQHD-Auflösung dem Xperia 1 VI besser gestanden hätte. Abseits der Auflösung gehört das OLED-Panel mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz und der Abdeckung des DCI-P3-Farbraums allerdings zur ersten Liga.

Trotz der genannten Änderungen weckt das Gehäuse des Smartphones sofort Erinnerungen an frühere Modelle. Dafür sorgt unter anderem der geriffelte Metall-Rahmen. Bei der Glasrückseite setzt Sony zudem wieder auf eine strukturierte Oberfläche. Dadurch liegt das Smartphone auch ohne Hülle sicher in der Hand. Ein Handschmeichler wie andere Smartphones ist das Xperia 1 VI wegen der definierten Kanten aber nicht. Dies kann man mit einer Hülle jedoch ändern. Äußere Einflüsse in Form von Wasser oder Staub stellen wegen der IP68-Abdichtung kein Problem dar, die Glasflächen bestehen aus robustem Corning Gorilla Glass Victus 2 (Vorderseite) bzw. Corning Gorilla Glass Victus (Rückseite).

Der Fingerabdrucksensor wurde Sony-typisch mit dem Ein- und Ausschalter kombiniert:

Beim Fingerabdrucksensor hat sich Sony wieder einmal für die Integration in der Powertaste und nicht im Display entschieden, Eingaben erkennt dieser stets treffsicher. Manchmal gibt es allerdings eine Gedenksekunde, bevor das Display aufleuchtet. Die Frontkamera ist beim Xperia 1 VI wie bekannt nicht im Display untergebracht, sondern befindet sich im schwarzen Rahmen knapp unterhalb der Oberseite.

Der extra Auslöser sorgt bei Fotos und Videos für einen hohen Komfort:

Zu den weiteren Bedienelementen gehören beim Sony Xperia 1 VI eine Lautstärkewippe und eine Auslösetaste für die Kamera. Letztere sorgt für etwas mehr Kamera-Feeling und ist bei Aufnahmen im Querformat optimal zu erreichen. Die Powertaste dient beim Xperia 1 IV auch zum Starten des „Google Assistant“, dafür muss man diese etwas länger gedrückt halten.

Als eines von wenigen Oberklasse-Smartphones besitzt das Xperia 1 VI einen microSD-Slot:

Daneben bringt das Xperia 1 VI zwei weitere besondere Features mit: den 3,5mm-Klinkenport und den microSD-Slot. Ersterer befindet sich an der Oberseite des Smartphones, letzterer wird über die Unterseite erreicht. Damit kann man nicht nur sehr einfach kabelgebundene Kopfhörer anschließen, sondern auch den Speicher sehr kostengünstig erweitern. Bis zu 1,5TB fassende microSD-Modelle lassen sich einsetzen, selbst große Datenmengen stellen daher kein Problem dar.

Die Unterseite mit dem SIM/microSD-Einschub und dem USB-C-Port:

Das Aufladen des Akkus erfolgt beim Xperia 1 VI per USB-C-Port oder drahtlos mittels Wireless Charge, der USB-Port erlaubt Datenübertragungen mit bis zu 5Gbit/s. SIM-Karten kann man im Xperia 1 VI nur eine einsetzen, Dual-SIM wird per eSIM realisiert.

Im zweiten Teil unseres Tests des Sony Xperia 1 VI schauen wir uns die Kameras genauer an.

Autor: dkamera.de Redaktion