Teil 2 von 3: Alle Kamera-Spezifikationen und Beispielaufnahmen in voller Auflösung
Nachdem wir im ersten Teil unseres Testberichts der DJI Neo 2 auf die wichtigsten Gehäuse- und Flugspezifikationen des Multicopters mit Kamera eingegangen sind, nehmen wir nun die Kamera mit der 12 Megapixel-Foto- und der 4K-Videofunktion unter die Lupe.
Bezüglich des Sensors weist die Kamera gegenüber dem Vorgänger keine offensichtlichen Neuerungen auf. Der 1/2-Zoll-Chip mit einer Auflösung von 12 Megapixel erlaubt Aufnahmen im JPEG-Format, die RAW-Speicherung bleibt weiterhin den größeren Modellen vorbehalten.
Zu den weiteren Fotofeatures gehören die Serien- (drei und fünf Bilder) und die Intervallaufnahme (2, 3, 5, 7, 10 15, 20, 30 und 60 Sekunden), Optionen für Panoramen oder automatische Belichtungsreihen fehlen leider. Will man diese erstellen, könnte man sich (etwas umständlich und gerade bei Wind mit einer etwas geringeren Chance auf Erfolg) jedoch mit der manuellen Wahl des Bildausschnittes oder der manuellen Belichtung behelfen.
In puncto Video macht die Kamera der DJI Neo 2 einen Schritt nach vorne. Aufnahmen sind in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) nun mit 30, 50 oder 60 Vollbildern pro Sekunde im normalen Aufnahmemodus und mit bis zu 100 Vollbildern pro Sekunde im Zeitlupenmodus möglich. In Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) bietet die Neo 2 30, 50 und 60 Vollbilder pro Sekunde an. Wer vertikal filmen möchte, kann dies mit bis zu 2,7K-Auflösung (1.512 x 2.688 Pixel).
Fehlen dürfen bei der DJI Neo 2 natürlich nicht die von älteren Modellen bekannten speziellen Quickshot-Aufnahmemodi (Drohnie, Rocket, Kreisen, Helix, Bumerang). Dabei handelt es sich um automatisierte Flugmanöver, mit denen man Videos abseits des klassischen horizontalen oder vertikalen Fluges erstellen kann. Der Dolly-Zoom und die MasterShots zählen ebenso zur Featureliste der Kameradrohne.
Zu den manuellen Optionen gehören die Belichtungskorrektur (von -3 bis +3), die Sensorempfindlichkeit (ISO 100 bis ISO 12.800 in ganzen Blendenstufen), die Verschlusszeit (1/30 Sekunde bis 1/8.000 Sekunde) und der Weißabgleich (2.200 Kelvin bis 10.000 Kelvin). Piloten stehen also viele wichtige Parameter zur Verfügung.
Als Objektiv kommt bei der DJI Neo 2 ein 16mm-Modell (KB-äquivalent) mit Blende F2,2 zum Einsatz, die Kamera wird durch einen mechanischen 2-Achsen-Gimbal stabilisiert. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das Objektiv somit nicht mehr ganz so weitwinkelig, dafür aber etwas lichtstärker. Durch die Gimbal-Stabilisierung in zwei Achsen werden Bewegungen, die in der Luft natürlich unausweichlich sind, deutlich effektiver ausgeglichen. Das ist nicht nur bei Videos von Vorteil, sondern wirkt sich auch bei Fotos mit längeren Belichtungszeiten aus.
In puncto Bildqualität darf man angesichts der äußerst kompakten Abmessungen der Kamera (sowie auch des gesamten Gehäuses) keine Wunder erwarten. Die größeren – und auch deutlich teureren – Modelle von DJI verfügen über wesentlich größere Sensoren mit mehr Bildpunkten und bringen auch mehr Features mit. Trotzdem lässt sich sagen, dass die DJI Neo 2 bei guten Lichtverhältnissen mit ordentlichen Aufnahmen zu gefallen weiß. Stärkere Zoommöglichkeiten bestehen aufgrund der 4.000 x 3.000 Pixel auflösenden Bilder zwar nicht, bei der klassischen Betrachtung auf einem Fernseher, Computer-Monitor oder Smartphone-Display bekommt man jedoch einige Details zu Gesicht.
Überzeugen konnte uns im Test des Weiteren die gut getroffene Belichtung. Müssen dunklere Bildteile dabei stärker aufgehellt werden, bekommt man allerdings doch recht schnell ein stärkeres Bildrauschen (oder eine stärkere Bildglättung durch die angewandte Rauschreduzierung) zu Gesicht. Bei Videoaufnahmen würden wir uns auf alle Fälle für 4K entscheiden. Bei dieser Auflösung werden wesentlich mehr Details als bei Full-HD abgebildet. Da in Full-HD auch keine höheren Bildraten als in 4K möglich sind, ist die 4K-Auflösung stets die bessere Wahl.
Zur Datenspeicherung wird bei der DJI Neo 2 ein 49GB großer integrierter Speicher genutzt, einen Steckplatz für microSD-Karten gibt es nicht. Somit kann nicht vergessen werden, eine Speicherkarte einzupacken. Die genannten 49GB reichen für mehrere tausend Fotos oder rund 105 Minuten Videomaterial (4K60p) aus. Damit sollten die meisten Nutzer auskommen.
Im dritten Teil unseres Testberichts gehen wir auf die Bedienung der Einsteiger-Kameradrohne ein.