12.08.2024 - 10:03

Xiaomi 14 Ultra Smartphone- und Kameratest (Teil 3)

Teil 3 von 3: Kamera-App, Benchmarks und das Xiaomi 14 Ultra in der Praxis

Im zweiten Teil unseres Tests des Xiaomi 14 Ultra hatten wir uns die Kameras des Smartphones und deren Bildqualität im Detail angesehen. In diesem dritten und letzten Teil prüfen wir die Kamera-App mit ihren Funktionen sowie Einstellungsmöglichkeiten und die Leistung des Smartphones in der Praxis. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Die Kamera-App:
Bei der Kamera-App des 14 Ultra geht Xiaomi keine neuen Wege und setzt auf ein bekanntes Design. Der klassische Aufbau lässt bei Nutzern keine Fragen offen und erlaubt den schnellen Zugriff auf alle wichtigen Optionen.

Der Aufbau der Kamera-App ist klassisch und lässt keine Fragen offen:

Weitere Optionen sind über das Pfeil-Symbol erreichbar, hierzu zählt auch die Blendenwahl:

Zur Bildkontrolle steht ein großes Livebild zur Verfügung, Touchtasten ermöglichen die Wahl der Brennweite (die „2x“-Option wird allerdings nur digital realisiert) und des Bildstils. Weitere Optionen kann man über die Tasten rechts und links der Liveansicht verändern. Dazu gehören unter anderem das Farbprofil (Leica Vibrant oder Leica Authentic), die HDR-Funktion und das LED-Licht. Durch das Drücken des kleinen Pfeil-Symbols an der Seite fährt zudem ein Menü mit weiteren Aufnahme-Optionen (Blende, Wasserzeichen, Timer, Supermakro, …) aus.

Bei Videos kann man u.a. zwischen dem normalen Videomodus und dem Film-Modus wählen:

Video-Optionen hat das Xiaomi 14 Ultra ebenso einige zu bieten:

Zum Verändern des Fotomodus gibt es eine Slidebar, diese enthält von Haus aus die wichtigsten Aufnahmemodi wie den Foto-, den Video- oder den Porträtmodus. Weitere Aufnahmeprogramme, dazu gehören unter anderem die Modi „Panorama“, „Zeitlupe“ und „Nacht“, werden über „Mehr“ aufgerufen. Optimal: Wer diese Modi häufiger benötigt, kann sie umsortieren oder zur Slidebar hinzufügen.

Über "Mehr" werden die weiteren Aufnahme-Modi erreicht:

Wer bei Fotos und Videos besonders viele Parameter einstellen möchte, greift zum Pro-Modus des Xiaomi 14 Ultra. Hier kann man alle relevanten Einstellungen vornehmen. Dazu gehört im Gegensatz zu den meisten anderen Smartphones am Markt auch die Wahl der Blende. Zudem lassen sich der ISO-Wert (50 bis 6.400 bzw. 12.800), die Belichtungszeit (30 Sekunden bis 1/8.000 Sekunde), die Belichtungskorrektur (-4EV bis +4 EV), der Fokus, der Weißabgleich (2000K bis 8000K) und der Bildstil (Normal, Leica BW NAT,  Leica Sepia, KC64, …) einstellen.

Für manuelle Optionen wechselt man zum Pro-Modus:

Hier kann man unter anderem den ISO-Wert ...

... und den Weißablgeich anpassen:

Diese Optionen gibt es zudem sogar nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Videos. Hier kann man obendrein die Mikrofoncharakteristik ändern und sich für eine der folgenden Optionen entscheiden: „Audiozoom“, „Trajektorie“, „Hinten“, „Vorwärts“ und „Omnidirektional“.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten in der App:

Benchmarks und Praxis:
Als Flaggschiff ist das Xiaomi 14 Ultra natürlich mit der besten aktuell verfügbaren Hardware ausgestattet. Dies gilt auch für den SoC, einen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit acht Kernen. 16GB LPDDR5X-RAM stehen ihm zur Seite, der 512GB große Festspeicher bietet ausreichend Platz für alle Daten. Bei unseren Benchmarktests kam das Xiaomi 14 Ultra auf folgende Werte: 16.475 Punkte beim PC Mark Work 3.0 Performance, 2.219 (Single-Core-Score) sowie 6.748 (Multi-Core-Score) Punkte beim Geekbench 6 und 4.971 Punkte beim 3D Mark Sling Shot Extrem. Dies macht das Smartphone zu einem der besten Modelle am Markt.

Zukunftssicher ist auch das Betriebssystem: Android-Updates wird es mindestens vier Jahre lang geben, Sicherheits-Updates fünf Jahre lang. Der 5.300mAh starke Akku des Xiaomi 14 Ultra reichte in unserem Test für 19 Stunden Videowiedergabe (WLAN, Full-HD, 75 Prozent Display-Helligkeit). Angesichts des großen Akkus ist das nur ein befriedigender Wert, andere Modelle sind bei gleicher Kapazität noch ein gutes Stück besser. Das Aufladen ist dank Xiaomis Hyper Charging mit 90 Watt schnell erledigt, nur 16 Minuten vergingen im Test bei der Zwischenladung von zehn Prozent auf 50 Prozent. Möchte man den Akku komplett vollladen, muss man rund 40 Minuten warten.

Grundsätzlich gilt es noch zu erwähnen, dass sich das Xiaomi 14 Ultra sowohl bei längerer Last als auch beim schnellen Laden des Akkus nicht nur deutlich erwärmt, sondern am Rahmen teilweise richtig heiß wird. Ohne Hülle ist es dann nicht mehr wirklich angenehm festzuhalten.

Das Photography-Kit besteht aus einem Case und dem Griff mit Akku:

Als besonderes Zubehör bietet Xiaomi für 14 Ultra das Photography-Kit an. Dabei handelt es sich um ein Case und einen Griff. Das Case wird wie jede andere Schutzhülle am Smartphone angebracht und lässt sich schnell und einfach mit dem Griff erweitern. Dank diesem steht nicht nur ein zusätzlicher Akku mit 1.500mAh Kapazität zur Verfügung, durch die zusätzlichen Bedienelemente wird das Xiaomi 14 Ultra mehr oder weniger zu einer echten Kamera.

Das Kit verbessert das Handling und bietet zusätzliche Bedienelemente:

Zur Verfügung stehen ein Auslöser mit seitlichem Zoomhebel, ein Einstellrad zur Parameterwahl als auch eine Record-Taste für Videos. Als weiteres Feature bietet das Photography-Kit die Möglichkeit zur Montage von Filtern. Dafür muss man nur den standardmäßig montierten Zierring abnehmen und den Filteradapter montieren. Dieser nimmt 67mm große Rundfilter auf, wie sie bei herkömmlichen Objektiven zum Einsatz kommen. Dadurch kann man ohne größeren Aufwand beispielsweise ND- oder Polfilter nutzen.

Zum ausführlichen Testbericht des Xiaomi 14 Ultra Photography-Kit.

Unser Fazit:
Das Xiaomi 14 Ultra ist ganz eindeutig kein alltägliches Smartphone. Xiaomis diesjähriges Flaggschiff setzt den Fokus noch mehr auf die Kameras. Mit an Bord sind gleich vier Leica-Kameras, damit deckt das 14 Ultra die wichtigsten Brennweiten ab. Besonders gut schneidet natürlich die Hauptkamera ab: Dank großem Sensor (1,0-Zoll-Klasse) und hoher Auflösung speichert das Smartphone damit bei Tag und Nacht sehr ansprechende Fotos.

Die anderen Kameras des Xiaomi 14 Ultra können diesbezüglich nicht mithalten, schneiden aber immer noch überdurchschnittlich gut ab. Dafür sorgen die 50 Megapixel auflösenden 1/2,51-Zoll-Sensoren, die vor allem bei ausreichend Licht gute bis sehr Aufnahmen ermöglichen. Bei wenig Licht sollte man dann besonders bei den Telekameras den Nachtmodus verwenden. Dieser verbessert die Bildqualität deutlich.

Die Kamera-Ausstattung des Xiaomi 14 Ultra ist erstklassig:

Das Xiaomi 14 Ultra macht aber nicht nur bei Fotos eine sehr gute Figur, sondern vor allem auch bei Videos. Alle vier Rückseitenkameras zeichnen 8K-Videos auf und können daher extrem viele Details festhalten. In 4K erreicht die Hauptkamera bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde, bis zu 1.920 Vollbilder pro Sekunde sind es in Full-HD. Die anderen Kameras schaffen bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde in 4K und bis zu 960 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD.

Sehr überzeugen konnten uns zudem der schnelle Autofokus, die zahlreichen Aufnahme-Optionen (RAW, HDR, Bokeh-Optionen, …) und die weit überdurchschnittlichen Makrofähigkeiten. Die Hauptkamera bringt darüber hinaus eine variable Blende (wenn auch nur bis maximal F4) mit und die Kamera-App hat richtig viele Optionen zu bieten. Wer noch mehr Kamera-Feeling erhalten möchte, kann zum Photography Kit greifen. Damit stehen zusätzliche Bedienelemente und ein Griff zur Verfügung, als Bonus ist die Montage von Filtern möglich.

Ganz ohne Nachteile ist die stattliche Kamera-Ausrüstung beim Xiaomi 14 Ultra allerdings nicht. Der Kamerabuckel ist riesig und macht das Smartphone deutlich kopflastig. Dies ist schade, denn die Rückseite aus Kunstleder liegt sehr angenehm in der Hand. Die standardmäßig beigelegte Hülle kann diesen Nachteil etwas abmildern, ein wirklich optimales Handling erhält man aber auch damit nicht. Für Abzüge in der B-Note sorgt das deutlich hörbare Klappern der Kamera.

Beim Display handelt es sich um ein Modell der höchsten Güteklasse:

Als Display kommt beim Xiaomi 14 Ultra ein sehr hoch aufgelöstes AMOLED-Panel mit variabler Bildrate zum Einsatz, die Darstellung lässt keine Wünsche offen. Die Leistung des SoC ist hoch, das Gerät erwärmt sich bei hoher Last allerdings auch stark. Letzteres gilt zudem für das Schnellladen. Damit ist der 5.300mAh-Akku dann aber auch sehr schnell wieder gefüllt. Natürlich bringt das Xiaomi 14 Ultra auch alle anderen Features mit, die man von einem aktuellen Flaggschiff erwartet: Einen Fingerabdrucksensor im Display, ein abgedichtetes Gehäuse und Stereolautsprecher. An Speicher (16GB RAM und 512GB Festspeicher) mangelt es ebenso nicht, eSIM wird allerdings nicht unterstützt.

Das Photography Kit stellt ein sinnvolles Zubehörprodukt für Foto- und Videografen dar:

Am Ende können wir zusammenfassen: Das Xiaomi 14 Ultra kommt einer echten Kamera in puncto Features so nahe wie kein anderes Smartphone am Markt und ist für Fotografen, die keine besonderen Features benötigen, ein denkbarer Ersatz für eine „echte“ Kamera. Allein mit der Bildqualität der Fotos würde das Xiaomi 14 Ultra allerdings nicht den Platz 1 unseres Rankings erreichen, die Konkurrenz ist hier noch einen Tick besser.  Das Besteigen des Throns macht die Videofunktion möglich. Das 14 Ultra bietet insgesamt einfach mehr Video-Features als die Konkurrenz.

Unsere Bewertung des Xiaomi 14 Ultra:

Autor: dkamera.de Redaktion