Teil 1 von 5: Lieferumfang, Technik, Bedienung und Reinigungssystem im Überblick
Mit dem ROMO P2 hat DJI die zweite Generation seiner Saug- und Wischroboter um ein neues Spitzenmodell erweitert. Das von uns getestete Modell bietet ein transparentes Robotergehäuse; auch die Water-Tank-Basisstation ist transparent ausgeführt. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen laut DJI die Hinderniserkennung 2.0, ein maximaler Unterdruck von 36.000 Pa, ein weit ausschwenkender Reinigungsarm und ein überarbeitetes Fahrwerk für höhere Schwellen. Wir nehmen den DJI ROMO P2 in diesem fünfteiligen Testbericht unter die Lupe. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit dem Lieferumfang, der Technik, der Bedienung und dem Reinigungssystem.
Bei der von uns getesteten Water-Tank-Version erfolgt die Wasserversorgung über herausnehmbare
Frisch- und Schmutzwassertanks. Vor der ersten Nutzung wird die Bodenplatte montiert, die Station mit
dem Stromnetz verbunden und der Frischwassertank befüllt. Roboter und Basisstation sind laut DJI ab
Werk bereits gekoppelt. Wird der Roboter vollständig in die Station geschoben, schaltet er sich
automatisch ein. Die weitere Einrichtung erfolgt in der DJI Home App über Bluetooth und WLAN. Für die
erste Kartierung muss in der App die Kartierungsfunktion gestartet werden.
Der Lieferumfang:
Unser Testset besteht aus dem ROMO P2, der transparenten Water-Tank-Basisstation samt Bodenplatte, zwei Flüssigkeitsmodulen, mehreren Anschlusskabeln, einer Kurzanleitung und zusätzlichem Zubehör. Dazu gehört der weiße Karton „ROMO Clean More Combo“, dessen Inhalt wir erst in Teil 2 zeigen.
Im Roboter war bei unserem Testgerät bereits ein orange-graues, borstenfreies Vollgummi-Rollenpaar montiert. Zusätzlich lag dem Testset ein orange-graues Rollenpaar mit Borsten bei.
Die Technik:
Für die Navigation und Hinderniserkennung setzt der ROMO P2 laut DJI auf die Hinderniserkennung 2.0. Das System kombiniert Speckle-Projektions-LiDAR, binokulare Fisheye-Sensoren und Array-ToF-Technik. Es soll auch transparente Hindernisse erkennen können. Für diese Funktion nennt DJI jedoch Einschränkungen: Transparente feste Hindernisse müssen höher als 6 cm sein, senkrecht stehende transparente Flächen werden zuverlässiger erkannt als schräg stehende. Für transparente Flüssigkeiten nennt der Hersteller eine Mindestbeleuchtung von 0,1 Lux. Vollständig spiegelnde Flächen können die visuelle Positionierung beeinträchtigen. Die Sensorik sitzt niedrig in der Frontpartie, sodass der Roboter Hindernisse bereits in unmittelbarer Fahrtrichtung erfassen soll, bevor das Gehäuse sie erreicht.
Den maximalen Unterdruck gibt DJI mit 36.000 Pa an. Zum Vergleich: Beim ROMO P der ersten Generation nennt der Hersteller 25.000 Pa. Wie bei solchen Maximalwerten üblich, handelt es sich um Laborangaben; die tatsächlich erreichbaren Werte können je nach Umgebung, Nutzung und Firmware abweichen.
Die Bedienung:
Direkt am Roboter stehen zwei Tasten zur Verfügung. Ein kurzer Druck auf die Starttaste startet eine Aufgabe, pausiert sie oder setzt sie fort. Wird die Taste fünf Sekunden lang gedrückt gehalten, lässt sich der Roboter ein- oder ausschalten. Während der Roboter in der Basisstation geladen wird, ist das Ausschalten über diese Taste laut DJI nicht möglich. Ein kurzer Druck auf die Rückkehrtaste beendet die laufende Aufgabe und schickt den ROMO P2 zurück zur Basisstation.
Für die weitergehende Konfiguration ist die DJI Home App zuständig. Dort lassen sich unter anderem Räume teilen, zusammenführen und benennen, Sperrzonen und virtuelle Wände anlegen, Teppichstrategien festlegen, mehrere Etagen verwalten und Zeitpläne erstellen. Reinigungsmodi und Parameter können zudem für einzelne Räume oder Bereiche in eigenen Reinigungsschemata gespeichert werden.
Das Fahrwerk:
Vorne auf der Unterseite sitzt eine frei drehbare Stützrolle, für den Antrieb sorgen die beiden großen seitlichen Räder. Das Fahrwerk des ROMO P2 kann laut DJI Schwellen erkennen und den Roboter beim Überfahren aktiv anheben. Die beiden Antriebsräder sind grob profiliert und sitzen deutlich tiefer in seitlichen Aussparungen als die kleine, frei drehbare Stützrolle vorn.
Für einzelne Schwellen gibt DJI eine Höhe von bis zu 4cm an. Bei zweistufigen Schwellen nennt der Hersteller eine Gesamthöhe von bis zu 8,5cm. Dieser Wert ist nicht mit einer beliebigen 8,5cm hohen Einzelstufe gleichzusetzen. Die Schwellenwerte stammen aus Herstellerangaben und setzen jeweils die von DJI definierten Testbedingungen voraus.
Das Doppelrollen-System:
Das zentrale Doppelrollen-System arbeitet mit zwei unterschiedlich profilierten, farblich gekennzeichneten Vollgummirollen. Beide sitzen nebeneinander im Saugkanal und lassen sich zur Reinigung separat entnehmen. Beim Wiedereinsetzen müssen sie laut DJI entsprechend der Farbkennzeichnung ihren vorgesehenen Positionen zugeordnet werden.
DJI bewirbt das Doppelrollen-System als Anti-Verwicklungs-Lösung. In einem Labortest mit 1g Haaren nennt der Hersteller eine Haarverwicklungsrate von 0 Prozent. Der Wert ist als Laborangabe zu verstehen; in der Praxis können die Ergebnisse je nach Schmutzart und Nutzung abweichen.
Wischen und Kanten:
Für die Nassreinigung bietet der ROMO P2 zwei runde, rotierende Wischpads. Für die Rand- und Kantenreinigung kommt ein ausfahrbarer Reinigungsarm zum Einsatz, dessen Ausschwenkwinkel DJI mit bis zu 123 Grad angibt.
Der Reinigungsarm arbeitet laut Hersteller mit LiDAR und soll Hindernisse erkennen sowie besonders nah an Kanten reinigen. Die beworbene vollständige Kantenabdeckung gilt nach Herstellerangaben für gerade Wände beziehungsweise frei hängende gerade Wandflächen. Spiegelnde Bereiche und transparente Objekte können die Erkennung beeinträchtigen.
Staubbehälter und Filter:
Der Staubbehälter lässt sich direkt aus dem Roboter herausziehen. Im Behälter sitzt ein großflächiger Faltenfilter, der sich für die Pflege separat entnehmen lässt. Der transparente Behälter erleichtert die Sichtkontrolle von Innenraum und Filter. Der Zugang erfolgt direkt über die Oberseite des Roboters.
Für die Filterpflege gibt DJI vor, den Filter aus dem Staubbehälter zu nehmen, mit sauberem Wasser auszuspülen und erst nach vollständigem Trocknen wieder einzusetzen. Beim ROMO P2 führt der Hersteller außerdem eine automatische Trocknung des Staubbehälters nach der Reinigung auf.