20.11.2025 - 07:54

Die DJI Osmo Action 6 Actionkamera im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir im zweiten Teil dieses Testberichts der DJI Osmo Action 6 unter anderem auf die Bedienung eingegangen sind, nehmen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität bei Foto- und Videoaufnahmen unter die Lupe. Am Ende fassen wir außerdem die Ergebnisse aller drei Teile zusammen und ziehen ein Fazit.

Die Bildqualität:
DJI verbaut bei der Osmo Action 6 einen neuen Bildwandler. Dieser gehört zur 1/1,1-Zoll-Klasse und fällt somit etwas größer als der bisher verwendete 1/1,3-Zoll-Chip aus. Anders als der bisher genutzte Sensor besitzt dieser allerdings kein Seitenverhältnis von 4:3, sondern von 1:1. Das ist bei Hochformat-Aufnahmen von Vorteil. Darüber hinaus erlaubt die Kamera 1:1-Videos. Diese kann man nachträglich auf alle klassischen Seitenverhältnisse zuschneiden – ohne den Verlust von Pixeln. Nutzt man das klassische 16:9-Format, ergeben sich dagegen keine Vorteile. Die Sensordiagonale sollte sogar einen Tick kleiner als beim 1/1,3-Zoll-Sensor sein.

In puncto Detailwiedergabe legt die Osmo Action 6 im Vergleich zur Osmo Action 5 Pro sichtbar zu. Da DJI allerdings auch auf eine wesentlich offensivere Bildaufbereitung setzt, lassen sich die Vorteile weder konkret auf den neuen Sensor noch das Objektiv zurückführen. Hier gilt, dass Bilder mit voller Auflösung (38,5 Megapixel) deutlich mehr Details zeigen als Bilder mit der zweiten Auflösungsoption (9 Megapixel). Gleichzeitig ist der Dynamikumfang bei voller Auflösung allerdings auch kleiner und helle Bildbereiche brennen früher aus.

Bei Videos erreicht die DJI Osmo Action 6 in 4K-Auflösung mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde die bekannten Bildraten. Das neueste Osmo-Modell bietet also weder höhere Auflösungen noch Bildraten. Gleiches gilt für 2,7K (120 Vollbilder pro Sekunde) und Full-HD (240 Vollbilder pro Sekunde). Grundsätzlich gilt, dass man sich optimalerweise für die höchstmögliche Auflösung entscheiden sollte. Bei 4K erhält man detailreiche Videos, bei 2,7K fallen ein paar Details weg und bei Full-HD (mit 240 Vollbildern pro Sekunde) bekommt man praktisch keine Details mehr zu Gesicht. Da 120 Vollbilder pro Sekunde für ansprechende Zeitlupenaufnahmen ausreichen, würden wir uns bis auf Ausnahmefälle für die 4K-Auflösung entscheiden.

Wem 240 Vollbilder pro Sekunde und die damit erreichbaren 8-fachen Zeitlupen nicht genügen, der kann die integrierte Zwischenbildberechnung der Osmo Action 6 nutzen. Damit lassen sich bis zu 32-fache Zeitlupen (entspricht 960 Vollbildern pro Sekunde) erzielen. Praktisch handelt es sich jedoch nur um eine Software-Lösung, die keine echte Superzeitlupe ersetzen kann. Für Aufnahmen bei weniger Licht steht bei der DJI Osmo 6 der SuperNight-Modus zur Verfügung. Dieser sorgt für hellere Videos und ein geringeres Bildrauschen. Gleichzeitig wirkt er sich aber sichtbar negativ auf die Detailwiedergabe aus.

Als Akku kommt das bekannte Modell Li-ion 1S zum Einsatz:

DJI nutzt bei der Osmo Action 6 einen neuen Sensor, der Akku ist jedoch altbekannt. Das Lithium-Ionen-Modell besitzt eine Kapazität von 1.950mAh und reichte bei unserem Test für 70 Minuten lange Videoaufnahmen (bei 4K120p und aktiver RockSteady-Stabilisierung) aus. An die Osmo Action 5 Pro kommt die Action 6 in dieser Hinsicht nicht heran. Deutlich besser schneidet sie dagegen bei der Laufzeit bis zum Überhitzen ab. Das war im Test erst nach 48 Minuten (bei 4K120p) der Fall. Die DJI Osmo Action 5 Pro schaltet schon nach 27 Minuten ab. Beide Kameras werden dabei nur leicht warm. Entscheidet man sich für 4K60p, sind ohne aktive Qualitätspriorität deutlich längere Aufnahmezeiten möglich. Eine Akkuladung reicht für 91 Minuten, zum Überhitzen kommt es dabei nicht.

Die Osmo Action 6 überhitzt nur bei sehr hohen Bildraten:

Ist der Akku einmal leer, kann man diesen direkt in der Kamera oder – sofern vorhanden – auch mit der beiliegenden Ladeschale aufladen. In der Kamera geht dies bei einem ausreichend leistungsstarken Netzteil (30 Watt Ausgangsleistung) sehr flott. Nach nur zwölf Minuten liegt der Ladestand wieder bei 50 Prozent, nach 21 Minuten sind bereits 80 Prozent erreicht. Will man den Akku komplett vollladen, dauert dies 36 Minuten.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Osmo Action 6:

Fotos der Action 6 mit voller Auflösung und weitem Sichtfeld:

Links eine Aufnahmen mit 38,5 Megapixel, rechts mit 9 Megapixel:

JPEG- und RAW-Aufnahme der Action 6 mit weitem Sichtfeld:

JPEG- und RAW-Aufnahme der Action 6 mit weitem Sichtfeld:

Zwei Aufnahmen mit 120 Vollbildern/Sek.: Links in 4K-Auflösung, rechts in 2,7K-Auflösung:

Links eine Full-HD-Aufnahme mit 240 Vollbildern/Sek., rechts 4K-Auflösung im 1:1-Format (60p):

Zwei 4K60p-Aufnahmen: Links mit extra weitem Bildfeld, rechts mit weitem Bildfeld:

Zwei 4K60p-Aufnahmen: Links mit natürlich weitem Bildfeld, rechts mit Standard-Bildfeld:

Zwei 4K120p-Aufnahmen mit weitem Bildfeld: Links Stabilisierungstest, rechts mit D-Log-Profil:

Links eine Superzeitlupen-Aufnahme (1080p960), rechts eine 4K-Nachtaufnahme (SuperNight):

Unser Fazit:
Bei der Osmo Action 6 hat sich DJI gleich für eine Reihe von Neuerungen entschieden. Im Vergleich zum Vorgängermodell fällt die Kamera unter anderem leicht größer und schwerer aus. Letzteres dürfte niemanden stören, die größeren Abmessungen können bei Besitzern von älteren DJI-Kameras aber für Probleme beim Weiterverwenden des bereits erworbenen Zubehörs sorgen. Wer die Osmo Action 6 als erstes Modell von DJI erwirbt, wird sich an den nur minimal gewachsenen Gehäuseabmessungen dagegen kaum stören. Notwendig sind diese aufgrund des größeren Sensors, der als weitere Neuerung quadratisch ist. Dies ist bei Hochformat-Aufnahmen von Vorteil und macht Videos mit einem Seitenverhältnis von 1:1 ohne Nachteile möglich. Wer diese speziellen Seitenverhältnisse benötigt, profitiert von der Osmo Action 6 deutlich. Wer Aufnahmen im klassischen 16:9-Format erstellt, erhält dagegen „nur“ eine bessere Stabilisierung in 4K-Auflösung. Bewegungen kann die Actionkamera wie gewohnt hervorragend ausgleichen, auch beim Laufen kommt es zu keinen wackeligen Aufnahmen.

Die DJI Osmo Action 6 bietet dank des neuen Sensors mehrere neue Features:

Die Bildraten und Auflösungen bewegen sich bei klassischen Videos (im 16:9- und 4:3-Format) auf dem Level der Vorgängermodelle, mit der 4K120p-Option sind daher ansprechende Zeitlupen möglich. Daneben hat die Kamera die Zwischenbildberechnung für bis zu 32-fache Zeitlupen in Full-HD zu bieten. Bei wenig Licht ist die größere Blende der Kamera von Vorteil, diese liegt bei F2. Als weiterer Bonus lässt sie sich auf bis zu F4 schließen. Dadurch kann man die Schärfentiefe etwas vergrößern oder die Belichtungszeit verlängern. Noch effektiver geht dies jedoch mit den optional erhältlichen ND-Filtern. Diese werden wie die neuen Vorsatzobjektive angeschraubt und machen flexiblere Einsätze möglich.

In puncto Foto-Bildqualität liegt die Osmo Action 6 vor der Osmo Action 5 Pro, DJI hat sich allerdings auch für eine offensivere Bildaufbereitung entschieden. Die 38,5 Megapixel auflösenden Fotos zeigen viele Details, der Dynamikumfang ist bei den auf rund neun Megapixel reduzierten Aufnahmen jedoch höher. Bei Videos sind die 4K-Aufnahmen eindeutig die beste Wahl, in Full-HD bekommt man zumindest bei 240 Vollbildern pro Sekunde kaum mehr Details zu Gesicht. Grundsätzlich fällt die Bildqualität der Kamera bei Fotos wie Videos jedoch sehr ansprechend aus. Deutliche Vorteile gegenüber der Action 5 Pro ergeben sich allerdings nicht.

Mit der 10-Bit- und der D-Log-M-Aufnahme bietet die Osmo Action 6 Spielraum für nachträgliche Bearbeitungen, gleiches gilt für Fotos durch die Speicherung im RAW-Format. Abseits davon überzeugt die Actionkamera mit einer langen Liste an Aufnahmemodi und möglichen Einstellungen. Die Belichtung ist unter anderem auch manuell möglich. Dazu kommen verschiedene Filter und allgemeine Optionen. Die Akkulaufzeit fällt mit 70 Minuten bei 4K120p doch deutlich kürzer als beim Vorgängermodell Osmo Action 5 Pro (101 Minuten) aus, dafür kann man aber länger am Stück filmen (48 statt 27 Minuten), bevor es zum Überhitzen kommt. Bei 4K60p sind dann 91 Minuten am Stück möglich. Sehr gute Werte ergeben sich beim Aufladen des Akkus in der Kamera, dies dauert bei einem leistungsstarken Netzteil nur 21 Minuten (von 0 auf 80 Prozent).

Die Bedienung der Actionkamera ist klassisch, das Gehäuse fällt aber einen Tick größer aus:

Bedient wird die DJI Osmo Action 6 wie die Vorgängermodelle: Die meisten Eingaben erfolgen per Touch, zudem gibt es zwei echte Tasten. Wer die Kamera aus der Ferne steuern möchte, kann dies unter anderem per App. Per Sprache und mittels Gesten geht es aus der Nähe. Anschließen kann man unter anderem kabellose Kopfhörer oder ein Mikrofon. Der integrierte Speicher macht den Einsatz von microSD-Karten in der Regel überflüssig, für sehr lange Aufnahmen kann man aber natürlich noch eine Speicherkarte einstecken. Sehr zu gefallen wissen die beiden OLED-Panels. Hier bekommt man echte Schwarzwerte und eine scharfe Wiedergabe zu Gesicht. Positiv zu erwähnen gilt es auch die schnelle Einsatzbereitschaft der Kamera. Diese liegt bei unter einer Sekunde.

Abschließend lässt sich zusammenfassen: Die DJI Osmo Action 6 stellt eine solide Weiterentwicklung dar und bringt für eine bestimmte Zielgruppe (vor allem Content-Creator) interessante neue Features mit. Wer klassische Aufnahmen (im 16:9-Format) bevorzugt und bereits eines der Vorgängermodelle besitzt, profitiert allerdings nur an wenigen Stellen. Zudem stellt sich für diese Personengruppe die Frage der Zubehörkompatibilität.

Die dkamera.de-Awards zur Actionkamera DJI Osmo Action 6:

Autor: dkamera.de Redaktion