Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit
Nachdem wir uns im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro Max (2025) mit der Bedienung und unterschiedlichem Zubehör beschäftigt hatten, prüfen wir im dritten und letzten Teil die Bildqualität der Fotos und Videos. Daneben nehmen wir die Aufnahmezeit sowie die Akkulaufzeit der Kamera unter die Lupe und ziehen ein Fazit.
Die Bildqualität:
360-Grad-Kameras nehmen mit ihren beiden Fisheye-Objektiven die komplette Umgebung auf. Das stellt hohe Ansprüche an die Bildwandler hinsichtlich der Detailwiedergabe sowie auch des Dynamikumfangs. GoPro verbaut bei der Max (2025) zwei Sensoren der 1/2,3-Zoll-Klasse, diese lösen zusammen knapp 18 Megapixel auf. Mit dieser Pixelzahl bleibt die Kamera deutlich hinter den Konkurrenzmodellen zurück. Das gilt sowohl für Fotos als auch für Videos.
Wer möglichst viele Details aufnehmen will, sollte sich in jedem Fall für die maximale Auflösung entscheiden. Die rund dreimal mehr Pixel besitzenden 5,6K-Videos überzeugen mit einer weit besseren Bildqualität, bei den 3K-Aufnahmen mit nicht einmal fünf Megapixel bekommt man fast keine Details zu Gesicht. Das sollte auch keinen verwundern, rund fünf Megapixel sind für 360-Grad-Aufnahmen viel zu wenig. Leider ist die 3K-Einstellung bei der GoPro Max (2025) für Einsätze mit mehr als 30 Vollbildern pro Sekunde notwendig, schnelle Motive kann man daher nur mit der 3K-Option flüssig einfangen. In der Praxis würden wir allerdings eindeutig eher einen Kompromiss bei der Bildrate als bei der Auflösung eingehen. Das gilt vor allem auch für Nutzer, die die Aufnahmen für klassische Videos verwenden möchten und hierzu nachträglich den Bildausschnitt festlegen. Hier bleibt selbst bei der 5,6K-Auflösung effektiv nur etwa Full-HD übrig. Bei 3K fällt man auf SD-Qualität zurück. Dies ist für Einsätze im Jahr 2025 viel zu wenig.
Der Dynamikumfang der GoPro Max (2025) ist für Aufnahmesituationen ohne starke Helligkeitsunterschiede groß genug aus, bei Szenerien mit sehr dunklen sowie sehr hellen Bildbereichen brennen letztere dagegen schnell aus. Eine HDR-Funktion, die diese Problematik beheben könnte, gibt es leider nicht. Zudem filmt die Kamera auch nicht mit mehr als 8-Bit. Der Einsatz des flachen Bildprofils kann zwar für noch etwas mehr Spielraum beim Nachbearbeiten sorgen, wirklich groß ist der Unterschied wegen der 8-Bit-Speicherung in der Regel aber nicht.
Bei Fotos muss ebenso auf eine HDR-Funktion oder die von anderen GoPro-Kameras bekannte Super-Foto-Option verzichtet werden. Diese würden bei kontrastreichen Motiven oder bei wenig Licht für eine bessere Bildqualität sorgen.
Apropos wenig Licht: Hier tut sich die GoPro Max (2025) wie alle 360-Grad-Kameras schwer. Die geringe Sensorgröße der Kamera ist dabei natürlich ein Nachteil. Im Verhältnis dazu sehen die Aufnahmen aber sogar noch recht ordentlich aus.
Wer mit der GoPro (Max 2025) mit nur einem Objektiv filmen oder fotografieren möchte, wählt dafür den HERO-Modus aus. Hier lässt sich wie mit einer normalen Actionkamera arbeiten, man kann als Vorteil aber zwischen beiden Objektiven wählen. Wie bei den 360-Grad-Aufnahmen macht sich leider auch bei den Aufnahmen mit einem Objektiv die geringe Auflösung und Bildrate bemerkbar. Die Fotos besitzen maximal 5,5 Megapixel, die Videos nur Full-HD-Auflösung (bei 16:9 sowie 4:3). Das ist nach heutigen Maßstäben zu wenig. Folglich fällt die Detailwiedergabe nur mittelmäßig aus und sind nachträgliche Ausschnittvergrößerungen quasi nicht sinnvoll möglich.
Die Abbildungsleistung der Objektive weiß grundsätzlich zu gefallen, Flares lassen sich bei direkter Sonneneinstrahlung aber durchaus erkennen. Chromatische Aberrationen halten sich in Grenzen, bei genauem Hinsehen kann man sie stellenweise aber doch sehen. Stitching-Fehler fallen auf, wenn sich die Kamera nicht weit genug von einem Objekt entfernt befindet. Einen Selfie-Stick, mit dem man die Kamera in der Hand hält, kann man zudem durchaus noch sehen.
Dass GoPro bei der Max (2025) vergleichsweise kleine Sensoren mit niedriger Auflösung verbaut, ist aber nicht nur von Nachteil. Dies zeigt sich bei unserem Laufzeit- und Batterietest. Der vergleichsweise kleine, 1.600mAh starke Lithium-Ionen-Akku ermöglichte im Test bei 5,6K-Auflösung sehr lange 86 Minuten, bevor die Aufnahmen wegen eines leeren Akkus abgebrochen wurden. Das kann sich sehen lassen. Darüber hinaus erwärmt sich die Max (2025) bei Aufnahmen deutlich weniger als die aktuellen HERO-Black-Modelle und filmt selbst ohne Kühlung für 55 Minuten am Stück. Dies haben wir bei anderen 360-Grad-Kameras schon deutlich schlechter gesehen. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass die geringe Bildrate und Auflösung die Max (2025) in dieser Hinsicht deutlich bevorteilen und andere Kameras bei niedrigen Auflösungen und Bildraten ebenso länger aufnehmen können.
Das Aufladen des Akkus dauert bei der Kamera leider deutlich länger als bei der Konkurrenz. Von 0 auf 50 Prozent vergingen im Test 37 Minuten, von 0 auf 80 Prozent sogar 61 Minuten. Das liegt an der sehr langsamen Ladeleistung von maximal sieben Watt. Das Vorhandensein eines zweiten Akkus ist also definitiv von Vorteil.
Unbearbeitete Beispielaufnahmen (360 Grad) im JPEG-Format:
Unser Fazit:
Die GoPro Max (2025) ist eine 360-Grad-Kamera der Mittelklasse und lässt sich durch die baldige Vorstellung der Max 2 seit ein paar Wochen für deutlich weniger Geld als die 360-Grad-Kameras der Konkurrenz erwerben. Abstriche sind gegenüber den Modellen von DJI und Insta360 vor allem bei der Bildqualität notwendig. Das gilt unter anderem für die Fotos, die nur rund 17 Megapixel auflösen. Die 5,6K-Videos zeigen einige Details, man ist jedoch auf maximal 30 Vollbilder pro Sekunde beschränkt. Höhere Bildraten machen das Herabsetzen der Auflösung auf „3K“ notwendig. Hier fällt die Detailwiedergabe sichtbar schlechter aus. Gerade wer einen kleinen Bildausschnitt nutzen möchte, sollte auf jeden Fall zur 5,6K-Auflösung greifen.
Der Dynamikumfang der GoPro Max (2025) reicht für klassische Aufnahme-Situationen aus, bei gleichzeitig sehr hellen und dunklen Bildbereichen kommt es aber schnell zum Ausbrennen. Leider hat GoPro keinen HDR-Modus integriert oder die Option zur Aufnahme mit 10-Bit. Ein flaches Bildprofil gibt es hingegen schon. Verändern kann man darüber hinaus die meisten von anderen GoPro-Kameras bekannten Aufnahmeparameter. Die fehlenden Bildpunkte machen sich natürlich auch beim Einsatz von nur einem der beiden Objektive bemerkbar. Die Aufnahme ist hier zwar komfortabel möglich, die maximal wählbare Full-HD-Auflösung und die 5,5 Megapixel auflösenden Fotos dürften aber nur geringe Ansprüche zufriedenstellen.
Bedient wird die 360-Grad-Kamera wie klassische Actionkameras des Unternehmens, hier findet man sich sofort zurecht. Die meisten Eingaben erfolgen via Touchscreen, daneben gibt es die beiden klassischen GoPro-Tasten (Mode sowie Auslöser). Aus der Ferne kann man die Kamera unter anderem per Sprache und per App steuern, die bekannte Quik-App ermöglicht zudem das Bearbeiten und den Export der Aufnahmen. Eine extra Desktop-Software gibt es leider nicht mehr, diese hat GoPro Ende 2024 eingestellt. Gerade bei größeren Bearbeitungen wäre diese doch sehr hilfreich.
Die Verarbeitung entspricht den HERO-Kameras, abgedichtet ist die Max (2025) allerdings nur für Einsätze in bis zu fünf Meter Wassertiefe. Schade ist der Verzicht auf den Linsenwechsel durch den Nutzer, mit den Überstülpdeckeln kann man die Objektive beim Transport immerhin sehr gut schützen. Die Aufnahmedauer der Kamera wusste im Test mit 86 Minuten sehr zu gefallen, selbst ohne Kühlung kann man 55 Minuten am Stück filmen. Das Laden des Akkus geht dagegen sehr langsam vonstatten und dauert von 0 auf 80 Prozent lange 61 Minuten.
Am Ende unseres Testberichts lässt sich sagen, dass die GoPro Max (2025) einen sehr günstigen Einstieg in die 360-Grad-Foto- und Videografie darstellt. Dafür erhält man eine grundsätzlich solide Kamera, muss jedoch Abstriche bei der Detailwiedergabe und vor allem den Bildraten hinnehmen.