Teil 1 von 3: Die technischen Daten im Überblick
Actionkameras gibt es schon seit längerem nicht mehr nur mit klassischem Gehäusedesign, für spezielle Aufgaben lassen sich unter anderem auch kleinere Modelle erwerben. Dazu gehört auch die Insta360 Go Ultra. Bei dieser wurde die Aufnahme-Hardware in ein kleines Modul verpackt, die Bildkontrolle und die erweiterte Steuerung erfolgen mit dem sogenannten Action Pod. Wir nehmen die Insta360 Go Ultra in folgendem Testbericht unter die Lupe und gehen auf die Vor- sowie Nachteile dieses Konzepts ein.
Der Lieferumfang:
Insta360 liefert bei der Go Ultra neben der Kamera einen Magnetanhänger, einen magnetischen Clip, eine Schnellspannkordel sowie ein USB-C-Kabel zum Aufladen des Akkus mit.
Die technischen Daten:
Die Insta360 Go Ultra ist eine Actionkamera, die modular aufgebaut ist. Zum einen gibt es das 4,6 x 4,6 x 1,8cm große und 53g schwere Kameramodul. Dieses enthält die Hardware, die zur Aufnahme benötigt wird. Dazu gehören unter anderem das Objektiv, der Bildwandler und auch der Bildprozessor. Daneben ist im Kameramodul ein Akku verbaut, der die Komponenten mit Strom versorgt. Hierbei handelt es sich um ein Modell mit 500mAh Kapazität. Aufgeladen wird der Akku über den Action-Pod, am Kameramodul selbst befindet sich kein USB-Anschluss.
Im Kameramodul wurde zudem der microSD-Slot verbaut. Dieser unterstützt Karten bis zu einer Kapazität von 2 TB. Einsetzen lässt sich das Kameramodul bis zu einer Wassertiefe von zehn Metern, gegen Staub ist es natürlich ebenso geschützt. Die Schutzlinse vor dem Objektiv kann man wechseln, für eine optimale Bildqualität bei Einsätzen im Wasser bietet Insta360 die sogenannte „Aqua Lens“ an. Bedienelemente gibt es beim Kameramodul nur in Form einer Taste. Diese kann mehrere Aufgaben übernehmen. Welche dies konkret sind, schauen wir uns im zweiten Teil dieses Testberichts genauer an.
Als Bildwandler nutzt Insta360 bei der Go Ultra einen 1/1,28-Zoll-Sensor mit 50 Megapixel und ein Fisheye-Objektiv mit 14mm KB-Brennweite sowie einer Blende von F2,85. Videos lassen sich mit der Kamera maximal in 4K-Auflösung und hier mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen. Dies gilt für Aufnahmen im 16:9-Format (3.840 x 2.160 Pixel) oder dem 2,35:1-Format (3.840 x 1.632 Pixel). Bei 4:3 (3.840 x 2.880 Pixel) stellen 30 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate dar.
Daneben kann man sich für 2,7K-Aufnahmen und Full-HD-Aufnahmen entscheiden. Beim 4:3-Format (2.688 x 2.016 Pixel oder 1.920 x 1.440 Pixel) sind bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde wählbar, beim 16:9-Format 120 Vollbilder pro Sekunde (2.688 x 1.520 Pixel) oder bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde (1.920 x 1.080 Pixel).
Alle genannten Bildraten und Auflösungen gelten für klassische Videos, bei anderen Modi ergeben sich abweichende Werte. So sind bei PureVideos (bis zu 3.840 x 2.160 Pixel), Active-HDR-Aufnahmen und FreeFrame-Videos (bis zu 4.096 x 3.072 Pixel) maximal 30 Vollbilder pro Sekunde möglich. Die gleichen maximalen Bildraten werden darüber hinaus bei den Modi „Toddler Titan“, „Timeshift“, „Zeitraffer“ und „Porträt“ erreicht. Zudem kann man Zeitlupen mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen.
Bei Fotos stehen als Modi „Foto“, „HDR-Foto“, „Live-Foto“, „Intervallfoto“, „Starlapse“ und „Serie“ zur Wahl, die Aufnahmen besitzen maximal 50 Megapixel. Die Speicherung kann nicht nur im JPEG-, sondern abhängig vom jeweiligen Aufnahmemodus auch im RAW-Format erfolgen.
Als Sichtfeld-Optionen gibt es bei Fotos die Modi „MegaView,“ „UltraWide“, „Dewarp“ und „Linear“, bei Videos kommen noch „ActionView“ und die 45-Grad- oder 360-Grad-Horizontsperren hinzu. Bei Letzteren gleicht die Stabilisierung größere Verwacklungen aus und hält den Horizont gerade. Die Bildstabilisierung erfolgt bei der Insta360 Go Ultra wie üblich rein elektronisch, als Modi stehen „Gering“, „Standard“ und „Hoch“ zur Wahl.
Da die Stärke der Stabilisierung den Bildausschnitt bestimmt, würden wir für normale Einsätze die Standardstabilisierung wählen. Diese gleicht Verwacklungen bereits sehr effektiv aus. Sofern man ein besonders ruhiges Bild benötigt sowie einen geraden Horizont, sind die Horizontsperren-Modi die beste Wahl. Hinsichtlich der Bildraten und Auflösungen bestehen dabei keine Beschränkungen.
Alle weiteren Komponenten hat Insta360 in den 109g schweren und 7,1 x 4,9 x 3,3cm messenden Action Pod verlagert. Dazu gehört natürlich auch das Display. Hierbei handelt es sich um ein 2,5 Zoll messendes Touchscreen-LCD, das zur besseren Einsicht um bis zu 180 Grad nach oben geklappt werden kann. Diese Konstruktion ist unter anderem von den Ace Pro-Modellen von Insta360 bekannt und macht die Bildkontrolle komfortabler als bei anderen Actionkameras. Ein zusätzliches Frontdisplay entfällt aufgrund des Klapp-LCDs.
Zur weiteren Ausstattung des Action Pods gehören vier Tasten. Während drei von den klassischen Actionkameras der Ace-Serie bekannt sind, löst die vierte Taste die Verriegelung des Kameramoduls. Durch das Entriegeln fällt die Kamera aber nicht einfach ab, sie wird zusätzlich magnetisch festgehalten. Diesen Mechanismus nutzt Insta360 zudem bei der Montage der Kamera an anderem Zubehör. Der Action Pod wird dagegen mit einer neuen Halterung montiert. Wer bereits Zubehör von den Ace-Kameras besitzt, muss daher einen neuen „Quick Release Mount“ erwerben.
Beim Einsatz des Action Pods gilt es zu bedenken, dass dieser anders als das Kameramodul nur geringfügig abgedichtet ist. Spritzwasser stellt laut Insta360 kein Problem dar, abtauchen darf er jedoch nicht. Durch den ungeschützten USB-C-Port ist aus unserer Sicht zudem auch bei staubigen oder dreckigen Umgebungen Vorsicht walten zu lassen.
Als Akku ist beim Action Pod ein Modell mit einer Kapazität von 1.450mAh verbaut, das Aufladen des Akkus erfolgt über den bereits erwähnten USB-C-Port. Sind beide Akkus vollständig aufgeladen, reichen diese laut Insta360 für 200 Minuten lange Aufnahmen (bei Full-HD).
Als Material nutzt Insta360 sowohl beim Kameramodul als auch beim Action Pod Kunststoff, auf der Vorderseite des Action Pods ist zudem eine gummierte Fläche zu finden. Diese sorgt beim Festhalten des Action Pods für einen besseren Halt. Die Betriebstemperatur der Actionkamera wird mit -20°C bis 40°C angegeben, hohe sowie sehr tiefe Temperaturen können die Aufnahmezeiten jedoch wie üblich verkürzen.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der Insta360 Go Ultra gehen wir auf die Bedienung der Actionkamera ein.