01.09.2025 - 07:27

Drei 360-Grad-Actionkameras im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Insta360 X5 vs. DJI Osmo 360 vs. GoPro Max (2025)

Nachdem wir uns im zweiten Teil unseres Vergleichs mit der Bedienung der Insta360 X5, der DJI Osmo 360 und der GoPro Max (2025) beschäftigt hatten, nehmen wir in diesem dritten und letzten Teil unter anderem die Bildqualität sowie die Akkulaufzeit unter die Lupe.

Die Bildqualität:
360-Grad-Kameras nehmen die komplette Szenerie auf, das sorgt für hohe Ansprüche an die Bildwandler. Hohe Auflösungen sind notwendig, um auch bei Ausschnitten noch viele Details sehen zu können. Dazu kommt ein großer Dynamikumfang, um sowohl dunkle als auch helle Bildbereiche optimal abbilden zu können. Als Erstes nehmen wir in diesem Vergleich die Bildqualität der Fotos bei Tag unter die Lupe.

Hier zeigt sich, dass die Osmo 360 die meisten Details wiedergibt. Angesichts der höchsten Auflösung (120 Megapixel) ist dies aber auch nicht verwunderlich. Die Insta360 X5 (72 Megapixel) liegt nur geringfügig hinter der Osmo 360 zurück, der Abstand zur GoPro Max (2025) mit rund 17 Megapixel ist dagegen deutlich größer.

Bei Nacht bzw. wenig Licht kann die DJI Osmo 360 in manchen Bildbereichen die meisten Details wiedergeben, in anderen Bildbereichen liegt die Insta360 X5 vorne. Das Bildrauschen ist bei der Kamera von DJI allerdings auch höher, weshalb wir die X5 insgesamt betrachtet bei Nachtfotos vorne sehen. Die GoPro Max (2025) liegt aufgrund ihrer deutlich geringeren Auflösung wieder recht weit zurück. Deren Aufnahmen zeigen unter anderem weniger Details und Rauschen mehr.

Videos nehmen die DJI Osmo 360 und die Insta360 X5 jeweils in 8K-Auflösung auf, sie können daher mehr Details als die GoPro Max (2025) darstellen. Der Vorsprung ist sichtbar, die Osmo 360 kann sich aber noch etwas mehr absetzen. Bei Nacht haben wir uns jeweils für die Aufnahmen mit dem normalen Videomodus entschieden. Die extra Nachtmodi der Osmo 360 und der X5 sorgen zwar für hellere, aber auch detailärmere Aufnahmen.

Bei den Nachtvideos zeigt die Kamera von DJI die meisten Details, deren Aufnahmen sind aber auch am dunkelsten und zeigen das meiste Bildrauschen. Die X5 erzielt aus unserer Sicht einen besseren Kompromiss. Bei der Max (2025) sind die Aufnahmen weit weniger detailreich.

Als Nächstes nehmen wir den Dynamikumfang unter die Lupe. Bei Fotos bildet die Insta360 X5 helle und dunkle Bildbereiche am besten ab, das dürfte auch an der HDR-Funktion der Kamera liegen. Die Osmo 360 gibt helle Partien bei voller Auflösung ein Stück ausgebrannter wieder, in dunkleren Bildbereichen wird zudem ein etwas stärkeres Rauschen sichtbar. Dieses kann man mit der HDR-Aufnahme umgehen. Dann lösen die Fotos allerdings nur noch 30 Megapixel auf, was die Detailwiedergabe negativ beeinflusst. Insta360 nutzt bei der X5 in dunklen Bildbereichen grundsätzlich eine etwas stärkere Rauschreduzierung, auch diese lässt Details verschwinden. Mit weitem Abstand am kleinsten ist der Dynamikumfang der GoPro Max (2025). Bei unserem Testbild brennen helle Bildbereiche wesentlich früher aus.

Bei Videos wendet sich das Blatt. Der Dynamikumfang der Insta360 X5 wird im Vergleich zu den Fotos mangels einer HDR-Funktion kleiner, bei der DJI Osmo 360 legt er dagegen sogar noch etwas zu. Zumindest bei 8K-Auflösung, bei 6K ist der Dynamikumfang geringer. Da die X5 bei 5,7K wieder eine HDR-Funktion bietet, schneidet sie bei dieser Auflösung am besten ab. Besitzer der GoPro Max (2025) müssen grundsätzlich mit dem kleinsten Dynamikumfang auskommen.

Des Weiteren gilt es hinsichtlich des Dynamikumfangs zu erwähnen, dass die Insta360 X5 als einzige Kamera RAW-Fotos erlaubt und dadurch wesentlich stärkere Nachbearbeitungen möglich sind. Die Osmo 360 kann als Bonus dagegen Videos mit 10-Bit und D-Log-M-Profil bei allen Auflösungen speichern. Wer Fotos nachbearbeiten möchte, ist also bei der X5 im Vorteil. Videografen sollten dagegen zur Osmo 360 greifen.

Actionkameras erwärmen sich aufgrund ihrer kompakten Gehäuse während des Betriebs sehr schnell und können bei höheren Auflösungen daher nur mit aktiver Kühlung (ein leichter Luftstrom kann ausreichen) längere Zeit filmen. 360-Grad-Kameras mit zwei Sensoren und extrem vielen Pixeln sind von dieser Problematik in noch größerem Maße betroffen. Angesichts dieser Tatsache verwundert es nicht, dass bei unserem Vergleichstest ausgerechnet das Modell mit den größten Bildwandlern und der höchsten Bildrate zuerst abschaltet. Die DJI Osmo 360 kommt bei 8K50p nur auf eine Aufnahmezeit von acht Minuten, bevor sich die Kamera ausschaltet. Bei 8K30p sind immerhin deutlich praktikablere 22 Minuten möglich. Die Insta360 X5 hält bei 8K30p wesentlich längere 36 Minuten durch, die GoPro Max (2025) kommt bei 5,6K30p auf 55 Minuten. Ihre Auflösung ist aber eben auch geringer.

Nur kleinere Unterschiede gibt es von den Akkulaufzeiten zu berichten. Bei 8K50p haben wir bei der DJI Osmo 360 50 Minuten gemessen, bei 8K30p deutlich längere 95 Minuten. Die Insta360 X5 kann diese Werte in 8K (30p) mit 84 Minuten fast erreichen, die GoPro Max (2025) kommt auf minimal längere 86 Minuten. Noch längere Aufnahmen sind bei geringeren Auflösungen und Bildraten möglich. Bei 360-Grad-Kameras sollte man jedoch in der Regel mit der höchstmöglichen Auflösung filmen.

Die Akkus lassen sich jeweils tauschen und intern sowie extern aufladen:

Ganz anders sieht es dagegen wieder beim Aufladen der Akkus in der Kamera aus: Insta360 und DJI setzen auf Schnelladelösungen und erlauben beim Einsatz eines entsprechenden Netzteils (mindestens USB PD mit 30 Watt) sehr kurze Ladezeiten. Bei der X5 ist der Akku schon nach 24 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen, bei der Osmo 360 dauert dies 25 Minuten. Der Akku der Max (2025) wird dagegen mit maximal sieben Watt geladen, von 0 auf 80 Prozent vergingen im Test dadurch sehr lange 61 Minuten. Am Erwerb eines zweiten Akkus kommt man daher kaum vorbei. Grundsätzlich würden wir dies allerdings auch Besitzern der X5 und der Osmo 360 empfehlen. Damit ist man stets auf der sicheren Seite.

Das Stitching erledigen alle drei Kameras ohne größere Fehler, wenn man sich etwas weiter vom Motiv entfernt befindet. Als Faustregel ist man ab etwa einem Meter auf der sicheren Seite. Kritische Situationen löst dabei die X5 am besten, bei ihr fallen Überlappungsfehler am wenigsten auf. Chromatische Aberrationen und Flares sind bei allen drei Kameras kein Problem, hier schlägt sich die DJI Osmo 360 mit einem leichten Vorsprung am besten.

Die Gehäuse sind jeweils abgedichtet und lassen sich auf unterschiedliche Art montieren:

Unser Fazit:
Unser Vergleichstest der 360-Grad-Kameras von DJI, Insta360 und GoPro hat zahlreiche Unterschiede zwischen den jeweiligen Kameras aufgezeigt. Obwohl die Modelle alle zur gleichen Kameraklasse gehören, weichen sie doch in gleich mehreren Punkten deutlich voneinander ab. Zu den Unterschieden gehören unter anderem die Gehäuseformen. Während die X5 von Insta360 länglich gebaut ist, besitzen die Osmo 360 von DJI und die Max (2025) von GoPro fast quadratische Gehäuse. Abhängig vom Einsatzzweck kann mal die eine und mal die andere Form von Vorteil sein. Eines gilt natürlich für alle drei Kameras: sie sind jeweils mit zwei Fisheye-Objektiven und zwei Bildwandlern ausgestattet. Diese nehmen zwei Fotos bzw. Videos parallel auf und rechnen diese zu einer 360-Grad-Aufnahme zusammen. Das funktioniert jeweils gut bis sehr gut, Stitching-Fehler bekommt man nur recht wenige zu Gesicht. Darüber hinaus zeichnen sich die Objektive durch geringere chromatische Aberrationen und wenig Flares aus.

Die Detailwiedergabe der Aufnahmen weicht aufgrund der verwendeten Hardware jedoch deutlich voneinander ab. DJI nutzt bei der Osmo 360 große (1/1,1 Zoll) und hochauflösende Bildwandler. Dadurch ist die Kamera in der Lage, sehr detailreiche Fotos mit bis zu 120 Megapixel zu speichern. Bei der Insta360 X5 sind etwas kleinere Sensoren (1/1,28 Zoll) mit einer geringeren Auflösung verbaut, die maximale Fotoauflösung liegt bei 72 Megapixel. GoPro verwendet bei der Max (2025) nicht nur die mit Abstand kleinsten Bildwandler (1/2,3 Zoll), diese lösen mit zusammen rund 17 Megapixel auch am geringsten auf. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen machen sich natürlich beim Vergleich der Bilder bemerkbar. Die meisten Details bekommt man bei der Osmo 360 zu Gesicht, danach folgt die X5 und Schusslicht ist die Max (2025).

In puncto Bildqualität liegen die Insta360 X5 und die DJI Osmo 360 weit vor der GoPro Max:

Wie bei Kameras üblich sollte man aber nicht nur die Auflösung als alleiniges Kriterium betrachten. Die bestmögliche Bildqualität liefert die Kamera von DJI nämlich nicht immer bei voller Auflösung. Sofern bei den Bildern ein sehr großer Dynamikumfang benötigt wird, bieten sich Fotos mit 30 Megapixel und aktiver HDR-Unterstützung an. Hier fällt das Bildrauschen in dunkleren Bereichen sichtbar geringer aus. Die Insta360 X5 unterstützt HDRs dagegen auch bei voller Auflösung. Das ist ein großer Vorteil. GoPro gibt für die Max (2025) keine HDR-Unterstützung an, die Wahl einer geringeren Auflösung sorgt zudem für keine Vorteile. Angesichts der ohnehin schon geringen maximalen Fotoauflösung ist jede weitere Pixelreduktion grundsätzlich kontraproduktiv. Stellt man die Aufnahmen der Max (2025) den anderen beiden Kameras gegenüber, sind sie zweifellos detailärmer. Ebenso relevant: RAW-Aufnahmen erlaubt bei 360-Grad-Fotos nur die Insta360 X5, bei Einzelbildern zudem die Osmo 360.

Auf die Videoaufnahme haben die unterschiedlichen Sensoren natürlich ebenso einen großen Einfluss. In 8K-Auflösung filmen nur die DJI Osmo 360 und die Insta360 X5. Die GoPro Max (2025) schafft maximal 5,6K. Während die Osmo 360 in 8K bis zu 50 Vollbilder pro Sekunde anbietet, kommt die X5 allerdings auf maximal 30 Vollbilder pro Sekunde. Die Max (2025) erreicht bei ihrer höchsten Auflösung ebenfalls keine höhere Bildrate (30p). Diese sind natürlich mit allen Kameras möglich, das jedoch nur bei reduzierter Auflösung. Mit den klassischen Aufnahmemodi erreicht die Osmo 360 bis zu 100 Vollbilder pro Sekunde (4K), die X5 schafft bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde (4K) und die Max (2025) bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde (3K). Die Kameras von Insta360 und DJI erreichen also nicht nur höhere Bildraten, die Bildqualität fällt aufgrund der höheren Auflösungen auch sichtbar besser aus. Die Max (2025) kann im Vergleich dazu eindeutig nicht mithalten. Das gilt bei Tag wie bei Nacht. Darüber hinaus liegt das GoPro-Modell auch bei Aufnahmen mit dem Einzelobjektiv zurück. Hier ist man bei der Max (2025) auf Full-HD beschränkt, während die X5 auf 4K und die Osmo 360 sogar auf 5K kommt. Grundsätzlich besser schneiden die X5 und die Osmo 360 auch hinsichtlich des Dynamikumfangs ab. Die Kamera von DJI liegt bei 8K-Auflösung vorne, bei 5,7K überzeugt dagegen die X5 etwas mehr. Hier kann man mit der Kamera von Insta360 nicht nur die HDR-Aufnahme nutzen, sondern auch mit einem Log-Profil filmen. Das geht bei der Osmo360 allerdings sogar bei allen Auflösungen und dank der 10-Bit-Dateien gibt es einen größeren Spielraum beim nachträglichen Bearbeiten.

Als Zubehör bieten alle Hersteller unter anderem Selfie-Sticks an:

In puncto App sehen wir die Insta360 X5 dank zahlreicher Features vorne, das gilt darüber hinaus auch für die Desktop-Software und sowie das Zubehörangebot. Letzteres dürfte DJI aber sicherlich noch ausbauen und bei der Desktop-Software ist eine finale Version ohne (oder mit deutlich weniger Bugs) zu erwarten. GoPro bietet leider nur eine App an. Hiermit lassen sich zwar zahlreiche Einstellungen und Bearbeitungen vornehmen, bei größeren Projekten ist eine Desktop-Software aber wesentlich komfortabler zu nutzen. Apropos komfortabel: Bedienen lässt sich die Insta360 X5 aus unserer Sicht am besten, die DJI Osmo 360 liegt aber nicht weit zurück. Bei der GoPro Max (2025) ist das Display am kleinsten und sind die Einstellungen am umständlichsten vorzunehmen.

Stand heute bietet die Insta360 X5 aus unserer Sicht das beste Gesamtpaket, DJI kann die meisten Schwächen der Osmo 360 (u. a. verbuggte Desktop-Software, kein RAW bei Fotos) jedoch noch beheben. Wer vor allem Videos aufnehmen möchte, fährt schon jetzt in den meisten Situationen mit der Kamera von DJI besser. Die Insta360 X5 punktet dagegen bei Fotos. Die GoPro Max (2025) ist für alle Nutzer mit einem kleinen Geldbeutel interessant, die Bildqualität liegt dagegen hinter der Konkurrenz zurück. Dies könnte sich mit der Max 2 jedoch bald ändern.

Die dkamera.de Awards zum Vergleichstest der 360-Grad-Actionkameras:

Autor: dkamera.de Redaktion