23.08.2026 - 07:00

Drei kompakte Travel-Vlogging-Kameras im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Insta360 Luna Ultra vs. DJI Osmo Pocket 4P vs. DJI Osmo Pocket 4


v.l.n.r.: Insta360 Luna Ultra, DJI Osmo Pocket 4P und DJI Osmo Pocket 4

Nachdem wir uns im zweiten Teil des Tests der Insta360 Luna Ultra, der DJI Osmo Pocket 4P und der DJI Osmo Pocket 4 mit der Bedienung und den Aufnahmemodi beschäftigt hatten, nehmen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität unter die Lupe. Zudem stellen wir Beispielaufnahmen in voller Auflösung zur Verfügung und ziehen ein Fazit.

Ein entscheidendes Kriterium ist bei Kameras – egal welcher Art – natürlich die Bildqualität. Alle drei Modelle in diesem Vergleich nutzen bei den Hauptkameras Bildwandler der 1,0-Zoll-Klasse. Bei den Telekameras (nur bei der Luna Ultra und Osmo Pocket 4P) kommt zudem ein Chip der 1/1,3-Zoll-Klasse zum Einsatz. Der Chip der Hauptkamera der Pocket 4P hebt sich von den anderen Sensoren mit der LOFIC-Technologie ab. Diese ermöglicht einen größeren Dynamikumfang. Während die Fotoauflösungen unserer drei Testkandidaten mit rund 38 Megapixel sehr ähnlich ausfallen, sieht das bei Videos etwas anders aus. Die Luna Ultra kann mit ihren beiden Kameras 8K-Videos (bis zu 7.680 x 4.320 Pixel) aufzeichnen, die Osmo-Pocket-Modelle schaffen maximal 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel). Vorne liegen die Pocket-Kameras dagegen bei der maximalen Bildrate in 4K: Mit 240 Vollbildern pro Sekunde (Pocket 4P: max. 200 Vollbilder pro Sekunde bei Teleaufnahmen) sind doppelt so starke Zeitlupen wie mit der Luna Ultra (max. 120 Vollbilder pro Sekunde) möglich.

Aufnahme mit der Hauptkamera der Insta360 Luna Ultra (8K30p):

Aufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4P (4K60p):

Aufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4 (4K60p):

Bei klassischen Aufnahmen schneidet die Luna Ultra dank viermal so hoher Pixelzahl deutlich besser ab, feine Details gibt sie sichtbar besser wieder. Wer 8K-Videos aufzeichnen möchte, muss jedoch mit maximal 30 Vollbildern pro Sekunde auskommen. In 4K-Auflösung sind die Osmo Pocket 4 und Pocket 4P für Zeitlupen wie erwähnt besser geeignet, in puncto Bildschärfe liegt allerdings wieder die Luna Ultra vorne. Die beiden Modelle von DJI schneiden praktisch identisch ab und geben etwas weniger Details als das Modell von Insta360 wieder. Beim Einsatz der Telekamera liegt die Luna Ultra ebenso vorne, das gilt auch beim direkten Vergleich der 4K-Videos. Die Pocket 4 erreicht bei allen Zoomvorgängen wegen der rein digitalen Vergrößerung keine annähernd so gute Bildqualität wie die Pocket 4P und die Luna Ultra.

Aufnahme mit der Telekamera der Insta360 Luna Ultra (8K30p):

Aufnahme mit der Telekamera der DJI Osmo Pocket 4P (4K60p):

Als flache Bildprofile sind I-Log (Luna Ultra) und D-Log (Osmo Pocket 4/4P) mit an Bord, die Pocket 4P unterstützt mit der Hauptkamera zudem D-Log2. Damit lassen sich auch Szenen mit sehr großem Dynamikumfang abbilden. Wer das klassische Bildprofil nutzt, wird zwischen allen drei Kameras nur geringe Unterschiede feststellen können. Alle drei Gimbal-Kameras sind in der Lage, auch Szenerien mit sehr hellen und zugleich dunklen Bereichen einzufangen. Die Luna Ultra sehen wir mit leichtem Abstand auf dem dritten Platz, die Pocket 4 liegt auf dem zweiten Platz und die Pocket 4P auf dem ersten Platz. Das Spitzenmodell von DJI bildet helle Stellen am besten ab, diese brennen am wenigsten aus. Die Unterschiede sind aber gering und spielen im Alltag nur eine geringe Rolle. Gut zu wissen: Der Bildeindruck aller drei Kameras kann aufgrund des großen Dynamikumfangs in manchen Szenen durchaus etwas „HDR-mäßig“ wirken. Dies mag nicht jeder.

Aufnahme mit der Hauptkamera der Insta360 Luna Ultra (4K25p):

Aufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4P (4K25p):

Aufnahme mit der Telekamera der DJI Osmo Pocket 4P (4K25p):

Für Aufnahmen bei wenig Licht sind alle drei Modelle in diesem Test mit einem speziellen Low-Light-Modus ausgestattet. Bei der Luna Ultra nennt sich dieser „PureVideo“ und bei den Pocket-Kameras „Wenig Licht“. Hier werden die Aufnahmen speziell aufbereitet. Bei unserem Praxistest sorgten die Low-Light-Modi bei sehr wenig Licht für sichtbar hellere Ergebnisse. Das Bildrauschen fällt zudem geringer aus. Teilweise ging dies allerdings auf Kosten der Detailwiedergabe. Die Modi sind daher nicht in jeder Situation sinnvoll. Nötig sind sie zudem nur bei sehr wenig Licht. Für Nachtaufnahmen mit etwas Licht reichen auch die Standard-Videomodi aus.

Wie bei Tag liefert die Hauptkamera der Luna Ultra auch bei Nacht das detailreichste Bild. Auf Platz zwei liegt die Pocket 4P, bei der Pocket 4 bekommt man die wenigsten Details zu Gesicht. Das Bildrauschen haben alle drei Kameras gut unter Kontrolle, bei unseren Testaufnahmen störte es zu keiner Zeit. Die Telekameras der Luna Ultra und der Pocket 4P liegen auf einem sehr ähnlichen Level, auch hier bekommt man nur recht wenig Bildrauschen zu Gesicht. Dies angesichts der kleineren Sensoren beachtlich.

Aufnahme mit der Telekamera der Insta360 Luna Ultra (4K25p):

Aufnahme mit der Telekamera der DJI Osmo Pocket 4P (4K25p):

Zeitlupenaufnahmen erlauben alle drei Travel-Vlogging-Kameras mit einer sehr ansprechenden Qualität in 4K. Natürlich geht der Sieg bei dieser Disziplin an die beiden DJI-Modelle, denn mit 240 Vollbildern pro Sekunde lassen sich in 4K exzellente Zeitlupen erstellen. In Full-HD fällt die Qualität deutlich ab, weshalb die 240 Vollbilder pro Sekunde der Luna Ultra nur eine untergeordnete Rolle spielen. Schade ist bei der Pocket 4P die auf 200 Vollbilder pro Sekunde begrenzte Bildrate der Telekamera. Natürlich kommt man damit aus, zwei Kameras mit identischen Bildraten wären jedoch besser gewesen.

Fotoaufnahme mit der Hauptkamera der Insta360 Luna Ultra:

Fotoaufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4P:

Fotoaufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4:

Am Ende unseres Bildqualitätsvergleichs wollen wir noch die Foto-Qualität unter die Lupe nehmen. Mit leichtem Abstand sehen wir bei der Hauptkamera die Luna Ultra vor der Pocket 4P. Danach folgt die Pocket 4. Bei den Telekameras sind die Ergebnisse sehr ähnlich. Allenfalls beim Einsatz einer starken Vergrößerung kann man die Luna Ultra zum Sieger küren. Der maximale Zoom der Pocket 4 ist wegen des rein digitalen Zooms nur sehr begrenzt zu gebrauchen. Nicht ganz optimal schneidet die Luna Ultra bei der Belichtung der Fotos ab, teilweise sind die Aufnahmen sichtbar zu dunkel. Bei Videos gab es diese Problematik im Test dagegen nie. Als etwas zu lange empfinden wir bei der Kamera von Insta360 zudem die Speicherzeit von Bildern mit voller Auflösung sowie im RAW-Format. Nach drei bis vier Aufnahmen in Serie muss man rund 25 Sekunden warten. Das geht bei den Pocket-Kameras deutlich schneller.

Fotoaufnahme mit der Telekamera der Insta360 Luna Ultra:

Fotoaufnahme mit der Telekamera der DJI Osmo Pocket 4P:

Fotoaufnahme mit der Hauptkamera der DJI Osmo Pocket 4 (digitaler Zoom):

Da alle drei Testmodelle in diesem Vergleich mit integrierten Akkus ausgestattet sind, ist deren Leistung natürlich besonders entscheidend. Die DJI Osmo Pocket 4 filmt in 4K60p-Auflösung mit 137 Minuten am längsten. Die Luna Ultra kommt auf ähnliche 128 Minuten und die Osmo Pocket 4P mit 107 Minuten auf ein doch deutlich schlechteres Ergebnis.

Ein Überhitzen gab es bei unseren Testaufnahmen (23 Grad Umgebungstemperatur, kein Airflow) mit maximal 60 Vollbildern pro Sekunde nicht, die Kameras erwärmten sich aber spürbar. Bereits wenige Grad mehr oder Sonnenschein können daher für den Abbruch der Aufnahmen sorgen. Mit etwas Airflow sollte sich das Überhitzen jedoch verhindern lassen.

Wirklich gut schneiden unsere drei Testkandidaten beim Laden der Akkus per USB-C ab. Kommen ausreichend leistungsstarke Netzteile (min. 30 Watt, besser 45 Watt) zum Einsatz, dauert das Aufladen von 0 auf 50 Prozent nur etwas mehr als zehn Minuten und von 0 auf 80 Prozent nur rund 20 Minuten. Das kann sich sehen lassen! Auch hier werden die Gehäuse aber deutlich wärmer, weshalb man die Gimbal-Kameras nach dem Aufladen optimalerweise nicht sofort wieder einsetzen sollte.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen unserer drei Testkandidaten:

Videoaufnahme der Insta360 Luna Ultra in 8K-Auflösung (30p)
Vloggingtest der Insta360 Luna Ultra in 8K-Auflösung (30p)
Zeitlupentest der Insta360 Luna Ultra in 4K-Auflösung (120p)
Low-Light-Test der Insta360 Luna Ultra in 4K-Auflösung (25p)

Videoaufnahme der DJI Osmo Pocket 4P in 4K-Auflösung (60p)
Vloggingtest der DJI Osmo Pocket 4P in 4K-Auflösung (60p)
Zeitlupentest der DJI Osmo Pocket 4P in 4K-Auflösung (240p)
Low-Light-Test der DJI Osmo Pocket 4P in 4K-Auflösung (25p)

Videoaufnahme der DJI Osmo Pocket 4 in 4K-Auflösung (60p)
Vloggingtest der DJI Osmo Pocket 4 in 4K-Auflösung (60p)
Zeitlupentest der DJI Osmo Pocket 4 in 4K-Auflösung (240p)
Low-Light-Test der DJI Osmo Pocket 4 in 4K-Auflösung (25p)

Unser Fazit:
DJI ist bei den Travel-Vlogging-Kameras der Platzhirsch und mit weitem Abstand der größte Player am Markt. Insta360 will den Rückstand mit der Luna Ultra in Windeseile verkürzen und greift den Big Player mit seiner ersten Kamera dieser Klasse frontal an. Seine Hausaufgaben hat das Unternehmen dabei auf jeden Fall gemacht: Die Luna Ultra ist eine erstklassige Gimbal-Kamera und insgesamt betrachtet sogar einen Tick besser als das Flaggschiff Osmo Pocket 4P von DJI. Das liegt vor allem an der besseren Bildqualität und dem sehr komfortablen Touchscreen-Modul. Letzteres lässt sich abnehmen und als Fernsteuerung sowie Mikrofon nutzen. Somit hat Insta360 bei der Entwicklung der Luna Ultra alles richtig gemacht. Besitzer der Pocket 4P können natürlich zum FrameTap greifen, effektiv ist diese Lösung aber eine ganze Ecke schlechter.

Die Luna Ultra hebt sich von den Pocket-Kameras vor allem durch das Touchscreen-Modul ab:

Insta360 Luna Ultra

In puncto Bildqualität kann sich die Luna Ultra dank 8K-Videofunktion absetzen, selbst bei 4K-Auflösung liefert sie das bessere Bild. Das heißt jedoch nicht, dass die Pocket-4-Modelle hier enttäuschen. Die Luna Ultra ist nur einfach etwas besser. Beim Dynamikumfang sehen wir dagegen die Osmo Pocket 4P vorne, die anderen beiden Kameras sind aber kaum schlechter.

In einem Punkt macht der Osmo Pocket 4 und Pocket 4P niemand etwas vor: der Zeitlupenaufnahme. Mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde in 4K lassen sich erstklassige Zeitlupen erstellen. Die 120 Vollbilder pro Sekunde der Luna Ultra sind zweifellos ansprechend, die Bildrate ist aber eben doch nur halb so hoch. Bei Fotos schneiden die drei Testmodelle in diesem Vergleich recht ähnlich ab. Details gibt die Luna Ultra am meisten wieder, deren Belichtung fällt in manchen Situationen aber etwas zu dunkel aus. Dank der Ausgabe von RAW-Bildern lassen sich jeweils umfangreiche Bearbeitungen vornehmen.

Die Luna Ultra bietet das beste Gesamtpaket, die Pocket 4P folgt knapp dahinter:
v.l.n.r.: Insta360 Luna Ultra, DJI Osmo Pocket 4P und DJI Osmo Pocket 4

Auf einem sehr ähnlichen Level sehen wir bei den drei Modellen in diesem Vergleich die Bedienung. Diese fällt komfortabel aus. Die Griffe liegen angenehm in der Hand und Optionen sowie Bedienelemente gibt es einige. Die drehbaren OLED-Displays machen in jeder Situation eine gute Figur und die Gimbals sorgen für eine sehr gute Stabilisierung. Des Weiteren kann man auch diverses externes Zubehör anschließen und externe Mikrofone sehr leicht mit den Kameras verbinden. Gelobt werden müssen zudem die langen Akkulaufzeiten und die sehr schnellen Ladezeiten.

Der dkamera.de-Award für die Insta360 Luna Ultra:

Autor: dkamera.de Redaktion