Teil 2 von 2: Kameras mit APS-C-, Vollformat- und Mittelformatsensoren
Im ersten Teil unseres Überblick-Artikels über aktuelle Kompaktkameramodelle mit großen Sensoren haben wir uns Kameras mit 1,0-Zoll-,1,4-Zoll- und MFT-Sensoren angesehen. In diesem zweiten Teil gehen wir auf Kameras mit APS-C-, Vollformat- sowie Mittelformatsensoren ein. Diese stellen die Speerspitze der Klasse dar und liefern Fotos mit einer exzellenten Qualität.
APS-C-Kameras
FujiFilm X100 VI
Kompaktkameras mit APS-C-Sensoren gibt es schon länger, die bekanntesten Modelle entstammen dabei der X100-Serie von FujiFilm. Das aktuellste Modell ist die X100 VI (12,8 x 7,5 x 5,5cm; 521g). Hier setzt FujiFilm unter anderem auf die von den X-DSLMs bekannte Technik. Dazu gehört der knapp 40 Megapixel auflösende APS-C-Chip, der unter anderem bei der X-H2 verwendet wird. Der X-Trans CMOS 5 HR-Bildwandler erlaubt sehr detailreiche Aufnahmen und zugleich hohe Bildraten (bis zu 20 Bilder pro Sekunde mit 1,29x-Crop). Für letzteres wird auch der leistungsstarke X Prozessor 5 benötigt. Dieser unterstützt zudem Deep-Learning-Technologien, weshalb die Kamera neben Menschen Tiere, Vögel, Autos, Motorräder, Fahrräder, Flugzeuge und Drohnen erkennen kann.
Das Fujinon-Objektiv der FujiFilm X100 VI deckt eine KB-Brennweite von 35mm ab und verfügt über eine Lichtstärke von F2. Die Bildstabilisierung erfolgt optisch (Sensor-Shift). Zur Belichtungssteuerung werden bei der X100 VI ein Zentralverschluss oder ein elektronischer Verschluss genutzt, ein ND-Filter ist ebenso mit an Bord.
Videoaufnahmen sind mit der Kamera bis hinauf zur 6,2K-Auflösung (6.240 x 3.150 Pixel; 30p) möglich, in 4K stellen 60 Vollbilder pro Sekunde das Maximum dar. Für den Ton lassen sich auch externe Mikrofone nutzen. Eine Besonderheit ist bei den X100-Kameras von FujiFilm seit jeher der Hybrid-Sucher. Dabei handelt es sich um ein Modell, das sowohl ein optisches als auch ein elektronisches Sucherbild zu bieten hat. Der elektronische Sucher löst 3,69 Millionen Subpixel auf und zeigt 100 Prozent des Bildfeldes, beim optischen Sucher handelt es sich um ein Invers-Galiläisches-Modell mit 0,52-facher Vergrößerung und 95 Prozent Bildfeldabdeckung. Ein Display besitzt die FujiFilm X100 VI natürlich auch. Dieses ist nach oben sowie unten schwenkbar, 3,0 Zoll groß, löst 1,62 Millionen Subpixel auf und verfügt über ein Touchscreen.
Bewertung der FujiFilm X100 VI:
Pro:
Contra:
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Ricoh GR IV
Die direkte Konkurrenz der FujiFilm X100 stammt von Ricoh. Seit September 2024 lässt sich mit der Ricoh GR IV (10,9 x 6,1 x 3,3cm; 262g) das neueste Modell der GR-Serie erwerben. Dieses bleibt in puncto Leistung hinter der X100 VI zurück, ist aber deutlich kleiner und leichter. Zur Ausstattung der Ricoh GR IV gehören ein 25,6 Megapixel APS-C-Sensor mit einer Sensorempfindlichkeit von bis zu ISO 204.800, die optische Stabilisierung via Sensor und ein F2,8-Objektiv mit umgerechnet 28mm Brennweite. Zur Fokussierung nutzt die Kamera unter anderem den Phasen-AF, der Makromodus erlaubt Aufnahmen ab sechs Zentimetern Motivabstand. Zur Bildkontrolle bringt die Ricoh GR IV ein 3,0 Zoll großes LCD mit 1,04 Millionen Subpixel mit. Es ist fest verbaut und lässt sich zum Bedienen der Kamera via Touchscreen nutzen. Wer sich einen optischen Sucher wünscht, kann diesen per Blitzschuh aufstecken. Daneben lässt sich die Kamera um ein Blitzlicht erweitern.
Die Videoaufnahme steht bei der GR IV nicht im Fokus, Aufnahmen sind lediglich in Full-HD mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde möglich. Für die Belichtungssteuerung nutzt Ricoh bei der Kamera einen Zentralverschluss, ein ND-Filter erlaubt längere Belichtungszeiten. Anders als die weiteren Kameras der GR-Serie ist die GR IV mit einem integrierten Speicher (53GB) ausgestattet und nutzt microSD- statt SD-Speicherkarten.
Bewertung der Ricoh GR IV
Pro:
Contra:
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Sinnvolles Zubehör für die Ricoh GR IV:
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Ricoh GR III HDF
Während die Ricoh GR IV mit einem klassischen HD-Filter ausgestattet ist, verfügt die Ricoh GR III HDF (10,9 x 6,2 x 3,3cm; 257g) über einen „Highlight Diffusion“-Filter. Dieser reduziert den Kontrast des Bildes, verwischt Weißtöne in hellen Bereichen und hebt Glanzlichter hervor. Technisch unterscheidet sich die GR III HDR ansonsten nicht von der GR III, die seit der Vorstellung der GR IV allerdings kaum mehr neuwertig erworben werden kann. Zur Bildaufnahme kommt bei der GR III ein 24 Megapixel auflösender Sensor zum Einsatz, das Objektiv deckt 28mm KB-Brennweite ab und besitzt eine Lichtstärke von F2,8. Während diese Daten auch für das Objektiv der GR IV gelten, verfügt die neue GR-Kameras allerdings über ein optisch verbessertes Design.
Bewertung der Ricoh GR III HDF
Pro:
Contra:
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Sinnvolles Zubehör für die Ricoh GR IV:
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Ricoh GR IIIx (40mm)
Eine Kamera der dritten GR-Generation ist auch die GR IIIx (10,9 x 6,2 x 3,6cm; 262g). Hier kommt allerdings ein 40mm-Objektiv (KB-äquivalent) mit Blende F2,8 zum Einsatz. Dessen Bildwinkel entspricht mehr einem Normalobjektiv als einem Weitwinkelobjektiv. Der Sensor der GR IIIx entstammt allerdings genauso wie die weitere Technik der Ricoh GR III. Unter anderem verfügt die Kamera daher über einen 24 Megapixel auflösenden Sensor, einen ND-Filter sowie ein 3,0-Zoll-Touch-LCD.
Bewertung der Ricoh GR IIIx
Pro:
Contra:
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Sinnvolles Zubehör für die Ricoh GR IV:
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Ricoh GR IIIx HDF
Die Ricoh GR IIIx HDF basiert auf der Ricoh GR IIIx. Als einziger Unterschied ist ein „Highlight Diffusion“-Filter statt eines klassischen ND-Filters verbaut. Die Bewertung und Daten der GR IIIx HDF lassen sich daher von der GR IIIx übernehmen.
Kleinbildkameras
Leica Q2
Obwohl Leica beim Umstieg auf die digitale Fotografie zunächst keinen Sensor in Vollformatgröße genutzt hat, ist keine Sensorgröße für das Wetzlarer Unternehmen heute wichtiger als der Kleinbildchip. Dieser findet sich auch bei allen Kameras der Q-Serie – und damit natürlich auch beim ersten Q-Modell aus dem Jahr 2015. Vier Jahre nach der Leica Q kam 2019 die Leica Q2 (13,0 x 8,0 x 9,2cm; 734g) auf den Markt. Diese entspricht äußerlich weitestgehend dem Vorgängermodell und ist wie dieses mit einem Leica Summilux 28mm F1,7 ausgestattet. Im Inneren wurde jedoch zahlreiche neue Technik verbaut.
Dazu gehört unter anderem der 46,7 Megapixel auflösende Bildwandler. Dieser ermöglicht unter anderem zusätzliche Crop-Optionen (50mm und 75mm). Der neue Maestro-II-Bildprozessor erlaubt darüber hinaus eine doppelt so hohe Serienbildrate wie bei der Leica Q (20 statt 10 Bilder pro Sekunde) und Videoaufnahmen in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde. Als erste Kamera der Q-Serie besitzt die Q2 zudem ein wetterfestes Gehäuse (IP52-Standard).
Bewertung der Leica Q2
Pro:
Contra:
Sinnvolles Zubehör für die Leica Q2:
Handgriff für die Leica Q2
Leder-Protektor Leica Q2
Leica Q2 Monochrom
Die Leica Q2 Monochrom ist eine Kamera auf Basis der Leica Q2. Statt eines klassischen Farbsensors mit Bayerfilter ist hier jedoch ein 47 Megapixel auflösender Bildwandler ohne Farbfilter verbaut. Aufnahmen erfolgen daher stets in Schwarz-Weiß.
Leica Q3
2023 erschien mit der Q3 die dritte Q-Generation. Die Leica Q3 (13,0 x 8,0 x 9,3cm; 743g) ist wieder mit dem Leica Summilux 28mm F1,7 ausgerüstet, abseits davon hat Leica jedoch viele Änderungen vorgenommen. Ein Update erhielt unter anderem das Gehäuse. Hier wurde ein Teil der Bedienelemente neu platziert und Platz für ein schwenkbares LCD (3,0 Zoll; 1,84 Millionen Subpixel) geschaffen. Daneben bekam die Kamera einen besseren elektronischen Sucher (5,76 Millionen Subpixel) spendiert. Die wohl wichtigste Veränderung betraf jedoch die Bildaufnahme: Diese erfolgt bei Q3 mit einem 60 Megapixel auflösenden Sensor. Dieser beherrscht die Triple-Resolution-Technologie, weshalb man zwischen der maximalen Auflösung oder einem möglichst großen Dynamikumfang sowie einem geringen Bildrauschen wählen kann.
Durch die hohe Auflösung konnte Leica eine weitere Crop-Einstellung (90mm) integrieren, das neue Sensordesign erlaubt zudem die Phasendetektion. Die Bildverarbeitung erfolgt via Maestro-Prozessor der neuesten Generation mit L2 Technologie. Auch bei voller Auflösung sind dank ihm bis zu 15 Bilder pro Sekunde möglich. Darüber hinaus ermöglicht der Bildprozessor 8K-Aufnahmen mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde oder 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde.
Bewertung der Leica Q3
Pro:
Contra:
Sinnvolles Zubehör für die Leica Q3:
Wireless Charging Handgriff HG-DC1 für die Leica Q3
Multifunktionsprotektor für die Leica Q3
Ersatz-Akku BP-SCL6 für die Leica Q3
Leica Q3 43
Wer die Kameras der Leica-Q-Serie spannend findet, mit den 28mm des Objektivs aber nichts anfangen kann, kann seit 2024 zur Leica Q3 43 (13,0 x 8,0 x 9,8cm; 772g) greifen. Diese übernimmt die Technik der Leica Q3, das stabilisierte Objektiv mit einer Blende von F2 besitzt jedoch eine Brennweite von 43mm. Statt der Weitwinkelbrennweite der anderen Q-Modelle erhält man bei der Q3 43 daher ein Objektiv mit Normalbrennweite.
Hinweis: Die allermeisten Q-Modelle von Leica kann man nicht nur in den regulären Serieneditionen erwerben, ab und zu stellt Leica auch bestimmte Sondermodelle vor.
Zum Datenblatt der Leica Q3 43
Bewertung der Leica Q3 43
Pro:
Contra:
Sinnvolles Zubehör für die Leica Q3 43:
Wireless Charging Handgriff HG-DC1 für die Leica Q3 43
Multifunktionsprotektor für die Leica Q3 43
Ersatz-Akku BP-SCL6 für die Leica Q3 43
Sony RX1R III
Sony hat mit der RX1R III (11,3 x 6,8 x 8,8cm; 498g) nach fast zehn Jahren Pause wieder eine Kompaktkamera mit Vollformatsensor vorgestellt. Diese folgt auf die Sony Cyber-shot DSC-RX1R II und ist mit dem Bildwandler des DSLM-Megapixel-Flaggschiffs Sony Alpha 7R V ausgestattet. Dank 60 Megapixel sind mit der RX1R III sehr hoch aufgelöste Fotos möglich, die vielen Bildpunkte bieten zudem reichlich Spielraum beim Croppen.
Fotos lassen sich mit der Kompaktkamera bis zu fünf pro Sekunde aufnehmen, der Bionz-X-Prozessor und eine zusätzliche AI-Processing-Unit sorgen für verschiedene KI-Verarbeitungsfeatures. Dazu gehört unter anderem das Erkennen aller gängiger Motive. Das Hybrid-AF-System der RX1R III arbeitet mit 693 Phasen-AF-Messfeldern.
Beim Objektiv handelt es sich um das Zeiss Sonnar T* des Vorgängermodells. Dessen Brennweite liegt bei 35mm, die Lichtstärke bei F2. Videos nimmt die Sony RX1R III in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde auf, in Full-HD mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde. Bei der Bildkontrolle kann man zwischen einem elektronischen Sucher (2,36 Millionen Subpixel, 0,7-fache Vergrößerung) und einem 3,0 Zoll großen LCD mit 2,36 Millionen Subpixel wählen. Letzteres ist fest verbaut und verfügt über ein Touchscreen.
Zum Datenblatt der Sony RX1R III
Bewertung der Sony RX1R III
Pro:
Contra:
Sinnvolles Zubehör für die Sony RX1R III:
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Kameras mit Mittelformatsensoren
FujiFilm GFX100RF
Mit der GFX100RF (13,4 x 9,0 x 7,7cm; 735g) hat FujiFilm seit dem Frühjahr 2025 eine Kompaktkamera mit Mittelformatsensor im Angebot. Deren Bildwandler fällt fast 70 Prozent größer als ein Vollformatsensor aus und löst mit rund 102 Megapixel sehr hoch auf. Dies ermöglicht Aufnahmen mit einer extrem hohen Bildqualität. Verzichten muss man angesichts des großen Sensors und des trotzdem vergleichsweise kleinen Gehäuses unter anderem auf eine lichtstarke Optik. Die Fujinon-Festbrennweite besitzt nur eine Blendenöffnung von F4. Der Bildwinkel entspricht umgerechnet auf Kleinbild einem 28mm-Modell, Nahaufnahmen sind ab 20cm Motivabstand möglich. Bei der Stabilisierung stehen leider nur elektronische Lösungen zur Verfügung. Serienaufnahmen erlaubt die FujiFilm GFX100RF mit bis zu sechs Bildern pro Sekunde, die Fokussierung erfolgt per Hybrid-AF. Durch den X-Processor 5 ist die Kamera des Weiteren in der Lage, eine Reihe von Motiven (Menschen, Tiere, Vögel, Fahrzeuge und Flugzeuge) zu erkennen.
Bei Videoaufnahmen kann man sich für bis zu 4K (max. 30p) entscheiden, Anschlüsse für einen Kopfhörer und ein Mikrofon sind verbaut. Die Bildkontrolle ist bei der GFX100RF nicht nur per elektronischem Sucher (5,76 Millionen Subpixel; 0,84-fache Vergrößerung) möglich, sondern auch per schwenkbarem 3,2-Zoll-LCD mit 2,1 Millionen Subpixel und Touchfunktion. Beim Gehäuse hat sich FujiFilm für Aluminium entschieden, über Schalter und Einstellräder lassen sich unter anderem die Verschlusszeit, die Blende, das Seitenverhältnis und die Belichtungskorrektur einstellen. Als einzige Kompaktkamera in diesem Artikel ist die FujiFilm GFX100RF des Weiteren mit zwei SD-Slots ausgestattet.
Zum Datenblatt der FujiFilm GFX100RF
Bewertung der FujiFilm GFX100RF
Pro:
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Sinnvolles Zubehör für die FujiFilm GFX100RF:
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