12.10.2024 - 13:00

Logitech MX Creative Console im dkamera.de-Test

Aus Tastenfeld und Dialpad bestehendes Eingabezubehör für einen besseren Workflow

Spezielle Eingabegeräte für Foto- oder Videografen gibt es schon länger. Mit der Maus oder Tastatur muss man daher nicht unbedingt arbeiten, wenn man Fotos oder Videos bearbeiten möchte. Aus dem Hause Logitech stammt die neue MX Creative Console, mit der sich eine Reihe von unterschiedlichen Aufgaben abdecken lässt. Wir haben sie uns näher angesehen.

Zunächst ist an dieser Stelle anzumerken, dass es sich bei der Logitech MX Creative Console nicht um ein Zubehörteil handelt, sondern um zwei. Die MX Creative Console besteht zum einen aus dem Tastenfeld (auch Keypad genannt), zum anderen aus dem sogenannten Dialpad. Als Material kommt neben recyceltem Kunststoff Aluminium mit niedrigem Kohlenstoffgehalt zum Einsatz. Dies soll laut Logitech eine hohe Leistung und Präzision ermöglichen und sich zudem positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken.

Der Lieferumfang besteht aus dem Tastenfeld, dem Dialpad, dem Standfuß und einem USB-Kabel:

In puncto Verarbeitung schneidet das aus Aluminium bestehende Drehrad besonders gut ab, die Kunststoffeile halten hier nicht ganz mit. Deren Qualität ist zwar trotzdem solide, Metall fühlt sich jedoch immer hochwertiger als Kunststoff an. Für die Verbindung zum Tisch sorgen bei beiden Eingabegeräten zwei auf der Unterseite angebrachte Gummileisten. Dadurch verrutschen sowohl das Tastenfeld als auch das Dialpad beim Bedienen normalerweise nicht. Aufgefallen ist uns allerdings ein leichtes Wackeln, wenn die am Rand liegenden Tasten betätigt werden. Für die Bedienung ist dies zwar nicht kritisch, wir würden uns jedoch einen stets sicheren Stand ohne Wackeln wünschen.

Der Standfuß erlaubt das Aufstellen des Tastenfeldes:

Dadurch lassen sich die Tasten in der Regel besser erreichen:

Beim Tastenfeld kann man dieses kleine Manko umgehen, indem man den mitgelieferten Standfuß verwendet. Diesen würden wir aber auch ohne Wackeln verwenden, da die deutlich nach oben angewinkelte Position für einen höheren Komfort sorgt. Als weiteren Vorteil kann man die Displaytasten am Rand beim Verwenden des Standfußes besser ablesen.

Das Tastenfeld wird per USB mit dem Computer verbunden:

Die Verbindung zum Computer erfolgt beim Tastenfeld der Logitech MX Creative Console per USB-Anschluss, das Dialpad wird drahtlos per Bluetooth angebunden. Während das Tastenfeld somit keinen Akku oder Batterien benötigt, kommen beim Dialpad zwei AAA-Batterien zum Einsatz. Diese sollen für 18 Monate ausreichen.

Beim Dialpad reichen zwei AAA-Batterien für die Stromversorgung:

Die Vorgehensweise, ein Eingabegerät per USB und das andere Gerät per Bluetooth anzubinden, mag zunächst schlüssig erscheinen. Das Dialpad kann allerdings nicht mit dem Tastenfeld kommunizieren, dafür wird ein Bluetooth-Empfänger benötigt. Entweder ist dieser bereits am PC verbaut (wie bei vielen Notebooks) oder kann zu einem externen Modell wie dem Logi Bolt gegriffen werden. Wer weder den einen noch den anderen Empfänger besitzt, schaut zunächst in die Röhre. Natürlich kann man einen Logi Bolt-Empfänger einfach und schnell nachrüsten, angesichts der sowieso vorhandenen Verbindung per USB hätte man das Tastenfeld allerdings auch mit einem Bluetooth-Empfänger ausstatten können.

Die Eingabegeräte im Detail:
Das 9,7 x 7,8 x 2,5cm große und 96g schwere Tastenfeld verfügt über neun in einem 3x3 Raster angeordnete Displaytasten sowie zwei klassische Tasten. Letztere erlauben die Navigation zwischen den bis zu 15 Seiten (pro Profil bzw. Software). Jeder Seite lassen sich neun Funktionen zuordnen, durch die integrierten Displays können sich die Tasten optisch voneinander abheben. Neu ist dieses Konzept natürlich nicht, es wird bereits bei einigen anderen Produkten verwendet. Die Auflösung der Displays ist uns nicht bekannt, sie reicht jedoch für eine ansprechende Darstellung aus und ist deutlich höher als beispielsweise bei einem Elgato Stream Deck Mini.

Die Displaytasten lassen sich umfangreich konfigurieren und sind auch im Dunkeln ableshbar:

Betrachtet man die Tasten allzu schräg, sind die Ränder leider nicht mehr gut abzulesen:

Als weiterer Vorteil gegenüber klassischen Tasten leuchten die Displaytasten natürlich auch im Dunkeln und lassen sich daher jederzeit schnell auffinden und betätigen. Noch etwas besser könnte – wie bereits erwähnt – die Einsicht bei seitlicher Betrachtung ausfallen. Am Rand liegende Buchstaben lassen sich nur optimal lesen, wenn man fast frontal darauf blickt. Daher würden wir beim Tastenfeld in den allermeisten Fällen zum Einsatz des mitgelieferten Standfußes raten.

Für alle Konfigurationen wird die "Logi Options+"-Software verwendet:

Alle wichtigen Optionen werden erläutert:

Vor dem Einsatz muss die MX Creative Console (hier das Tastenfeld) eingerichtet werden:

Der größte Vorteil der Displaytasten ist natürlich ihre freie Belegbarkeit. Hier sind dem Nutzer effektiv kaum Grenzen gesetzt. Für Einstellungen wird die Logit Options+-Software (aktuell nur als Beta-Version verfügbar) verwendet. Hier kann man jeder Taste eine Funktion zuweisen und diese auch noch abhängig vom aufgerufenen Programm vorgeben.

In Windows sind die oberen Tasten des Tastenfeldes standardmäßig zur Steuerung des Mediaplayers gedacht, in Photoshop kann man damit das Verschieben-Werkzeug auswählen oder ein Foto bildschirmfüllend einpassen lassen.

Mittels des Tastenfeldes kann man diverse Eingaben vornehmen:

Für bestimmte Programme lassen sich spezielle Einstellungen wählen:

Welche Optionen über das Tastenfeld erreicht werden, liegt alleine in der Hand des Benutzers. Das langwierige Suchen einer Option im Menü oder das Aufrufen mittels eines „kryptischen“ Shortcuts kann man sich daher vollständig ersparen. Die Optionen sind dabei extrem vielfältig. Neben bestimmten Funktionen in Programmen kann man mittels der Tasten auch die Windows-Optionen, Webseiten oder Dateien aufrufen sowie das Licht von Hue-Leuchten konfigurieren.

Das Dialpad der MX Creative Console verfügt über zwei Räder und vier Tasten:

Die leicht angewinkelte Position sorgt für eine angenehme Bedienung:

Das 9,2 x 9,4 x 3,4cm große und 128g wiegende Dialpad übernimmt andere Aufgabe. Das – aus unserer Sicht etwas zu leichtgängige – Drehrad wird in Windows standardmäßig für die Wahl der Systemlautstärke genutzt, in Photoshop zur Navigation zwischen den Ebenen. Daneben verfügt das Dialpad über ein weiteres Einstellrad und vier Tasten. Damit kann man unter anderem scrollen, Eingaben wiederholen oder eine Aktion rückgängig machen.

Das Dialpad ist wie das Tastenfeld vor dem Einsatz einzurichten:

Auch beim Dialpad lassen sich programmspezifische Konfigurationen vornehmen:

Die Taste in der rechten unteren Ecke wird zudem zum Aufrufen des "Actions Ring" genutzt. Dabei handelt es sich um ein kleines Menü, das als Overlay über dem aktuellen Programm angezeigt wird. Der Action Ring erlaubt den Zugriff auf weitere Optionen und ist ebenso frei konfigurierbar. Zur Auswahl der passenden Aktion muss man allerdings die Maus verwenden, mit dem Ring selbst geht dies nicht. Dafür fehlt diesem unter anderem eine Klickfunktion. Diese vermissen wir eindeutig, mit Klickfunktion könnte man viel schneller und intuitiver arbeiten.

Der per Taste aufrufbare "Actions Ring" ist ebenso frei konfigurierbar:

Die Auswahl der Aktion muss allerdings per Maus erfolgen, per Rad geht dies nicht:

Darüber hinaus fehlt uns die Möglichkeit, per Maus angewählte Optionen in allen Programmen über das Drehrad zu verändern. Dies ging zumindest bei unserem Testgerät – das wie erwähnt allerdings noch mittels Beta-Software konfiguriert wurde – nicht. Somit ist man auf Funktionen beschränkt, die man über das Tastenfeld ansteuern kann. Wir hoffen, dass der Fuktionsumfang des Dialpads durch kommende Updates noch erweitert wird.

Sehr gut gefällt uns dagegen wieder, dass Nutzer alle Einstellungen unter einem bestimmten Profil abspeichern, exportieren und importieren können. Dadurch lassen sich Veränderungen schnell testen oder Einstellungen einfach sichern. Eine große Hilfe stellt auch die angebotene Einführung dar. Mit dieser erhält man sehr schnell einen guten Überblick.

Am allerbesten lassen sich das Tastenfeld und das Dialpad grundsätzlich beim Verwenden kompatibler Programme nutzen. Dazu gehören aktuell Adobe Photoshop, Premiere Pro, Lightroom Classic, Illustrator, After Effects und Audition, Zoom, Ableton Live, Philipps Hue, vMix (nur Windows) und Capture One Pro (nur MacOS). Bei allen anderen Programmen muss man die Funktionen über Shortcuts realisieren. Das geht problemlos, der Aufwand der Einrichtung ist allerdings höher. Die Liste der unterstützten Programme soll in der Zukunft noch ausgebaut werden, über den Marktplatz lassen sich schon jetzt weitere Plugins laden.

Unser Fazit:
Mit der Logitech MX Creative Console stehen Nutzern deutlich umfassendere Eingabemöglichkeiten als beim Einsatz einer klassischen Tastatur und Maus zur Verfügung. Positiv sticht hier vor allem das Tastenfeld mit den Displaytasten heraus. Damit lassen sich auch „komplexere Eingaben“ schnell und einfach ausführen. Auf bestimmte Optionen ist man dabei nicht beschränkt, sondern kann mittels der Tasten Webseiten, Windows-Einstellungen oder auch Ordner aufrufen. Die Darstellung der Displaytasten ist bei der frontalen Ansicht sehr gut, etwas schräg betrachtet sind die Ränder allerdings nicht mehr optimal abzulesen. Daher empfehlen wir, den mitgelieferten Standfuß zu verwenden. Dieser verhindert zudem das leichte Wackeln beim Betätigen der am Rand gelegenen Tasten.

Die MX Creative Console bietet diverse Möglichkeiten, nicht alle werden aber genutzt:

Grundsätzlich halten wir das Dialpad für eine sinnvolle Ergänzung, bei der Umsetzung sehen wir aber noch einiges Verbesserungspotenzial. So sind Eingaben über das Drehrad nur nach der vorherigen Auswahl via Tastenfeld möglich und kann man beim "Actions Ring" die Bestätigung nur per Maus vornehmen. Darüber hinaus kommuniziert das Dialpad nicht über das Tastenfeld mit dem Computer, sondern benötigt einen (im Computer) integrierten Bluetooth-Empfänger oder ein externes Modell wie den Logi Bolt-Dongle. Letzterer liegt dem Paket nicht bei und muss extra erworben werden.

In der Zukunft wird der Funktionsumfang der Logitech MX Creative Console sicherlich noch erweitert werden, über den Marketplace sind „Updates“ dabei besonders einfach möglich. Apropos einfach: An Erläuterungen und Hilfen hat Logitech bei der MX Creative Console nicht gespart.

Unsere Auszeichnung der MX Creative Console von Logitech:

Autor: dkamera.de Redaktion