Die fünf wichtigsten Unterschiede der beiden High-End-Kompaktkameras
Sony hat mit der DSC-RX1R III das Nachfolgemodell der 2016 vorgestellten Cyber-shot DSC-RX1R II präsentiert. Die neue High-End-Kompaktkamera basiert in Teilen auf dem Vorgängermodell, wichtige Komponenten wie der Bildwandler haben jedoch ein Update erhalten. In diesem Vergleich gehen wir auf die bedeutendsten Unterschiede der beiden Kameramodelle ein.
Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Sony DSC-RX1R III
Datenblatt der Sony DSC-RX1R III
Testbericht der Sony Cyber-shot DSC-RX1R II
Datenblatt der Sony Cyber-shot DSC-RX1R II
Unterschied 1: Sensor, Crop-Modi und Tiefpassfilter
Zur Bildaufnahme setzt Sony bei der DSC-RX1R III auf einen Exmor-R-Chip mit 60,2 Megapixel. Dieser kommt unter anderem bei der Sony Alpha 7R V zum Einsatz und gehört zu den Vollformatmodellen mit der höchsten Auflösung. Die Sony Cyber-shot DSC-RX1R II ist dagegen mit dem bei der Sony Alpha 7R III verwendeten Bildwandler ausgestattet. Dieser besitzt mit 42,2 Megapixel deutlich weniger Bildpunkte, ist wie der Chip der RX1R III aber ebenso rückwärtig belichtet. Keine größeren Unterschiede gibt es von den wählbaren ISO-Bereich zu berichten. Maximal sind jeweils ISO 50 bis ISO 102.400 einstellbar, die höchste Sensorempfindlichkeit ohne Erweiterung liegt bei der RX1R III mit ISO 32.000 allerdings einen Tick höher als bei der RX1R II (ISO 25.600).
Die höhere Sensorauflösung nutzt Sony bei der RX1R II für zwei zusätzliche Cropmodi. Bei der 50mm-Crop-Option lösen die Bilder noch 29 Megapixel auf, bei 70mm sind es noch 15 Megapixel. Die RX1R II bietet derartige Crop-Optionen nicht, natürlich kann man die Bilder aber nachträglich per Software passend zuschneiden.
Für die maximale Bildschärfe verzichtet Sony bei der RX1R III auf einen optischen Tiefpassfilter. Dadurch bleiben wie bei der Alpha 7R V alle Details erhalten, bei manchen Motiven können jedoch Moire-Artefakte sichtbar werden. Bei der RX1R II ist stattdessen ein variabler Tiefpassfilter integriert. Dieser ermöglicht das Abschalten der Tiefpassfilterung oder alternativ das Auswählen von zwei Filterstufen (Standard und Hoch).
Unterschied 2: Bildprozessor und Autofokus
Als Bildprozessor ist bei der Sony RX1R III nicht nur ein Bionz-X-Prozessor der neuesten Generation verbaut, zusätzlich steht auch eine AI-Processing-Unit zur Verfügung. Letztere übernimmt die KI-Verarbeitung und ermöglicht unter anderem die Motiverkennung. Während die RX1R II nur Gesichter und Augen erkennen kann, fällt die Motiverkennung der RX1R III deutlich umfassender aus. Neben Tieren (Hunde, Katzen, Vögel und Insekten) erkennt sie auch Autos, Züge und Flugzeuge.
Die Autofokussysteme beider Kameras arbeiten jeweils mit der Phasendetektion sowie der Kontrasterkennung, der neuere Bildwandler der RX1R III verfügt jedoch über deutlich mehr Phasen-AF-Messfelder. Davon gibt es 693, diese decken 78 Prozent der Sensorfläche ab. Die RX1R II verfügt über 399 Messfelder mit einer Abdeckung von 45 Prozent. Wer außerhalb der Bildmitte schnell scharfstellen möchte, kann das bei der RX1R III daher besser.
Unterschied 3: Die Videoaufnahme
Videos nehmen natürlich beide RX1R-Modelle auf, die Unterschiede fallen dabei jedoch sehr deutlich aus. Die Sony RX1R III kann Videos in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde sowie 10-Bit und 4:2:2 Subsampling aufzeichnen. Darüber hinaus kann man sich in Full-HD für bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde entscheiden. Die RX1R II ist dagegen nur in der Lage, HD- oder Full-HD-Videos aufzunehmen. In Full-HD geht dies mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde (8-Bit und 4:2:0), in HD sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde wählbar. Die RX1R III besitzt somit eine deutlich bessere Videofunktion, bleibt hinter anderen aktuellen Kameras aber trotzdem weit zurück. Die mit dem gleichen Bildwandler und vermutlich auch dem gleichen Bildprozessor ausgestattete Sony Alpha 7R V kann beispielsweise 8K-Videos mit bis zu 25 Vollbildern pro Sekunde und 4K-Videos mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen. Die Unterschiede sind mutmaßlich dem kleineren Gehäuse geschuldet, das deutlich weniger Wärme als das größere Gehäuse der Alpha 7R V aufnehmen kann. Die Tonaufnahme erfolgt standardmäßig jeweils mit dem integrierten Stereomikrofon, der Ton eines externen Mikrofons lässt sich via 3,5mm Klinkenport oder über den Multi-Interface-Schuh einspeisen.
Unterschied 4: Display und Sucher
Zur Bildkontrolle sind beide Kompaktkameras mit einem Sucher und einem Display ausgestattet. Der Blick auf die Details verrät jedoch, dass es hierbei deutliche Abweichungen gibt. So ist der Sucher der Sony RX1R III fest verbaut und befindet sich in der linken oberen Ecke. Den Sucher der Sony RX1R II kann man dagegen nur sehen und verwenden, wenn er ausgeklappt wurde. Die Auflösung der Sucher fällt mit 2,36 Millionen Subpixel identisch aus, die Vergrößerung des Suchers der RX1R II (0,74-fach) ist allerdings etwas höher (RX1R III: 0,7-fach). Bei beiden Kameras erfolgt der Wechsel zwischen dem Sucher und dem Display automatisch per Augensensor.
Bei den Displays handelt es sich jeweils um 3,0 Zoll messende Modelle. Das LCD der RX1R III löst mit 2,36 Millionen Subpixel jedoch deutlich höher als das LCD der RX1R II mit 1,23 Millionen Subpixel auf. Eine Touchscreen-Oberfläche bringt nur das Display der RX1R III mit, das LCD der RX1R II kann man dafür nach oben und unten schwenken. Das geht mit dem Display der R1XR III nicht.
Unterschied 5: Die Gehäuse
Die Sony RX1R III und RX1R II gehören beide zu den kompaktesten Kameras mit einem Bildwandler in Vollformatgröße. Sie messen jeweils 11,3cm in der Breite, bei der Höhe fällt der Unterschied mit 3mm (68mm vs. 65mm) sehr klein aus. Die RX1R III ist mit 8,8cm allerdings deutlich tiefer als die RX1R II mit 7,2cm. Auf das Gewicht wirkt sich dieser Unterschied jedoch nicht aus, die RX1R III ist mit 498g sogar noch einen Tick leichter als die RX1R II mit 505g.
Als Gehäusematerial setzt Sony jeweils auf eine Magnesiumlegierung. Diese vereint eine hohe Stabilität sowie ein geringes Gewicht. Die Bedienelemente finden sich bei beiden Kompaktkameras praktisch an den identischen Stellen, die Ausführung der Tasten und Einstellräder unterscheidet sich jedoch. So lassen sich die Räder zur Programmwahl und zur Belichtungskorrektur bei der RX1R III nur von der Rückseite aus bedienen.
Zu den weiteren Unterschieden der beiden Kompaktkameras gehören unter anderem der zusätzliche elektronische Verschluss der RX1R III (bis zu 1/8.000 Sekunde), deren schnellerer SD-Slot (UHS-II statt UHS-I), der USB-C-Anschluss (Micro-USB bei der RX1R II) und die zusätzlichen Creative Looks der neuen Kamera.
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