Fast 50 Prozent der Tamron-Objektive trugen im ersten Halbjahr 2024 kein Tamron-Logo
Objektive haben sich 2023 und 2024 deutlich besser verkauft als in den Jahren davor. Tamron profitiert davon als Hersteller von Objektiven natürlich auch und konnte in den letzten Jahren deutliche Umsatzsteigerungen erzielen. Das Plus geht interessanterweise allerdings nicht nur auf Objektive mit „Tamron-Logo“ zurück, besonders stark sind die Steigerungen bei den OEM-Produkten. Den Umsatz mit diesen Objektiven konnte Tamron laut Geschäftsbericht im ersten Halbjahr 2024 glatt verdoppeln.
Des Weiteren ist interessant, dass mittlerweile 46 Prozent des Objektiv-Umsatzes von Tamron auf dieses Produktsegment zurückgehen. Dass Tamron Objektive für andere Unternehmen entwickelt und produziert ist zwar nichts Neues, der hohe Anteil an OEM-Produkten überrascht allerdings schon.
Von Tamron stammen beispielsweise mehrere Nikkor-Zooms, die sich von den Tamron-eigenen Objektiven vermutlich nur durch ein unterschiedliches Gehäuse abheben. Konkret handelt es sich dabei um das Nikkor Z 17-28mm F2,8, das Nikkor Z 28-75mm F2,8 und das Nikkor Z 70-180mm F2,8. Keine gesicherten Daten liegen vom neuen Nikkor Z 35mm F1,4 vor, das Objektiv fällt im Vergleich zum Nikkor Z 35mm F1,8 S aber „verdächtig“ günstig aus. Da die Festbrennweite wie die anderen Nikkor-Modelle von Tamron nicht zur S-Serie gehört und zugleich im unteren Preissegment angesiedelt ist, würde es uns nicht wundern, wenn dieses Objektiv ebenso von Tamron stammen würde. Es gibt bislang allerdings kein äquivalentes DSLM-Objektiv von Tamron.
Dass Tamron nur Objektive für Nikon produziert, sollte kaum der Fall sein. Andere Unternehmen könnten gerade günstigere Modelle ebenso von Tamron entwickeln und/oder fertigen lassen. Gesicherte Informationen gibt es dazu leider keine.