Teil 1 von 3: Die technischen Daten im Überblick
Erst vor wenigen Wochen hatte Insta360 mit der Luna Ultra eine kompakte Travel-Vlogging-Kamera mit dualem Kamerasystem vorgestellt. Nun erscheint mit der Luna Pro auch noch ein Modell mit einer Kamera. Diese stellt eine kostengünstigere Lösung für alle dar, die kein Teleobjektiv benötigen. Wir nehmen die Luna Pro in folgendem Testbericht unter die Lupe.
Das mitgelieferte Zubehör:
Die Insta360 Luna Pro kann unter anderem im Standard-Kit für einen Preis von 549,00 Euro erworben werden. Dieses umfasst neben einem Gimbal-Schutz (Protective Gimbal Cover), eine Griffverlängerung, eine Handschlaufe, ein USB-C-Kabel und einen Windschutz. Zum Transport lassen sich alle Gegenstände des Kits in einer Transporttasche verstauen.
Die technischen Daten:
Bei der Luna Pro von Insta360 handelt es sich um das kleine Schwestermodell der Luna Ultra. Das lässt sich beim Anblick der kompakten Travel-Vlogging-Kamera als auch beim Betrachten des Datenblattes erkennen. Während bei der Luna Ultra ein duales Kamerasystem verbaut ist, setzt Insta360 bei der Luna Pro aber nur auf eine Kamera. Dieses Konzept kennt man von zahlreichen DJI-Modellen wie der Osmo Pocket 3 oder der Osmo Pocket 4. Als Bildwandler nutzt Insta360 bei der Luna Pro einen Chip der 1,0-Zoll-Klasse. Dieser dürfte der Hauptkamera der Luna Ultra entsprechen und erlaubt Fotoaufnahmen mit rund 38 Megapixel. Videos lassen sich in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel oder 7.680 x 3.264 Pixel) mit 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde, in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel oder 3.840 x 1.632 Pixel) mit 24 bis 120 Vollbildern pro Sekunde, in 2,7K-Auflösung (2.688 x 1.520 Pixel) mit den gleichen Bildraten und in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde speichern. Hochkant-Videos sind ebenso möglich. Dies geht maximal in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde.
Aufnahmen können nicht nur mit klassischem Bildstil erfolgen, sondern lassen sich auch im Dolby-Vision-Format sowie mit dem I-Log-Profil erstellen. Durch 10-Bit-Dateien ergeben sich größere Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Ein Dual-KI-Chip in 4nm-Fertigung übernimmt alle Berechnungen, damit realisiert Insta360 auch die verbesserte Bildqualität bei wenig Licht. Hierfür kommt der PureVideo-Modus (bis 4K60p) zum Einsatz. Beim Ton erfolgt die Aufzeichnung mit vier Mikrofonen, eines davon befindet sich am Touchscreen-Modul.
Fotos speichert die Luna Pro mit bis zu 7.040 x 5.288 Pixel (4:3) oder 6.144 x 6.144 Pixel (1:1). Zudem gibt es Optionen für kleinere Auflösungen. Wer Panoramen festhalten möchte, kann dies mit bis zu 20.224 x 10.112 Pixel (200 Megapixel). Ein integrierter Farbtemperatursensor soll bei der Gimbal-Kamera für eine bessere Farbwiedergabe sorgen und ein Anti-Flicker-Sensor das Flackern bei Kunstlicht verhindern.
Das Objektiv sollte ebenfalls dem Modell der Luna Ultra entsprechen und besitzt eine Blende von F1,8 sowie eine kleinbildäquivalente Brennweite von 20mm. Von Insta360 wird es als Leica Super-Summicron bezeichnet. Vergrößerungen müssen rein digital erfolgen, als Zoomstufen bietet Insta360 2-fach (= 40mm KB) und 4-fach (= 80mm KB) an. Der zweifache Zoom soll dabei „verlustfrei“ sein. Aufnahmen aus kurzer Entfernung erlaubt eine geringe Naheinstellgrenze von nur neun Zentimetern, zusammen mit den Zoomstufen lassen sich dadurch auch kleinere Motive abbilden.
Die gesamte Objektiv- und Kamerakonstruktion wird von einem 3-Achsen-Gimbal stabilisiert, als Gimbal-Modi kann man sich für Roll-Lock, Roll- & Tilt-Lock, FPV und FPV-V entscheiden. Daneben ist das manuelle Bewegen möglich. Dafür ist der von der Insta360 Luna Ultra bekannte Joystick verbaut. Und auch sonst gleicht das Gehäuse der Luna Pro der Luna Ultra.
Zur Bildkontrolle steht ein drehbares, 2 Zoll großes OLED-Display mit 564 x 318 Pixel zur Verfügung. Darunter befinden sich zwei Custom-Tasten. Das Panel erlaubt auch das Einschalten und Ausschalten der Kamera und die Wahl der Brennweite erfolgt per Zoomhebel. Für das Starten und Stoppen von Aufnahmen gibt es eine Rec-Taste. Alle Bedienelemente sowie das Display befinden sich auf dem abnehmbaren Touchscreen-Modul. Da dieses einen eigenen Akku (210mAh) mitbringt, lässt es sich auch als Fernbedienung nutzen.
Der Hauptakku der Insta360 Luna Pro ist 1.550mAh stark und wird per USB-C aufgeladen. Dies dauert laut Insta360 nur 23 Minuten für 80 Prozent. Als Speicher sind 47GB intern verbaut, zudem kann man bis zu 2TB fassende microSD-Karten (min. Speeclass V30) einsetzen.
Mit Abmessungen von 15,6 x 5,3 x 3,8cm fällt die Luna Pro natürlich etwas kleiner als ihr Schwestermodell Luna Ultra aus (17,0 x 5,3 x 3,9cm), auf der Waage ergibt sich ebenso ein kleiner Unterschied (215g vs 233g). Die Arbeitstemperaturen sind dagegen identisch (0 bis 40 Grad Celsius) und auch WLAN und Bluetooth bringen beide Modelle mit. Darüber wird die Bedienung per App realisiert.
Wer die Gimbal-Kamera kurz hinstellen möchte, kann dies ohne extra Zubehör nicht wirklich. Auf geraden Oberflächen würde dies zwar funktionieren, die Gefahr des Umfallens ist aber groß. Diesen Umstand kann man durch die Montage der Griffverlängerung verbessern. An dessen Unterseite befinden sich neben einem 1/4-Zoll-Gewinde kleine, ausklappbare Füße. Ein echtes Stativ würde die Standsicherheit zwar noch deutlich erhöhen, für einige Situationen reicht die von Insta360 gewählte Lösung aber durchaus aus.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der Travel-Vlogging-Kamera gehen wir unter anderem auf die Bedienung sowie die unterschiedlichen Aufnahme- und Gimbal-Features ein.