Lichtstarkes Standardzoom mit 24 bis 75mm KB-Brennweite und Bildstabilisator
Knapp sechs Jahre nach der Vorstellung der ersten Z-Kamera mit DX-Sensor hat Nikon im Herbst 2025 mit dem Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR ein lichtstarkes Standardzoom für APS-C-Modelle angekündigt. Dieses stellt eine wichtige Ergänzung im Objektivportfolio des Unternehmens dar und möchte mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie einer hohen optischen Leistung überzeugen. Wir schauen uns das Standardzoom in diesem Test genauer an.
Die technischen Daten:
Beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR handelt es sich um das erste Standardzoom von Nikon mit einer durchgängigen Lichtstärke, das speziell für die DX-Kameras entwickelt wurde. Während sich das schon lange erhältliche Nikkor Z DX 16-50mm F3,5-6,3 VR eindeutig an Einsteiger richtet, erfüllt das neue Standardzoom auch die Wünsche erfahrener bzw. ambitionierter Fotografen. Dafür sorgt die hohe Lichtstärke von F2,8, die bei jeder Brennweite zur Verfügung steht. Diese erlaubt Aufnahmen auch bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen, ohne dass die Sensorempfindlichkeit der Kamera sofort stark erhöht werden muss. Darüber hinaus ermöglicht die große Öffnung das Freistellen von Motiven. Als kleinste Blende kann man sich für F22 entscheiden, hierfür nutzt Nikon neun abgerundete Blendenlamellen.
Ansprechend ist beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR des Weiteren der Brennweitenbereich. Mit umgerechnet 24 bis 75mm lassen sich sehr viele Motive einfangen. Alle klassischen Brennweiten wie 24mm, 35mm oder 50mm werden somit abgedeckt. Am Teleende lässt sich das Objektiv zudem auch für Porträtaufnahmen nutzen.
Damit scharfe Aufnahmen unabhängig von der Brennweite auch bei längeren Belichtungszeiten möglich sind, ist ein VR-Bildstabilisator mit an Bord. Diesem kommt eine große Bedeutung zu, da Nikon bei seinen APS-C-Kameras bisher keinen Sensor-VR verbaut. Bei unserem Test war der Objektiv-VR in der Lage, Belichtungen um drei bis vier Stufen zu verlängern. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis. Aus der Hand lässt sich mit dem Zoom daher problemlos fotografieren als auch filmen.
Der optische Aufbau des Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR besteht aus zwölf Linsen in elf Gruppen. Eine Linse wird dabei aus ED-Glas gefertigt, zwei weitere Linsen sind asphärische Elemente.
Verpackt hat Nikon diese Leistungsdaten in einem durchaus kompakten und leichten Gehäuse. Die genauen Abmessungen des Standardzooms liegen bei 7,5 x 8,8cm, auf die Waage bringt es 330g. Beim Transport fällt es dadurch nicht unangenehm auf, an der Z50II lässt es sich sehr komfortabel nutzen. Mit der Gegenlichtblende, die vergleichsweise groß ausfällt, wird das Zoom dagegen gleich eine Ecke ausladender.
Als Gehäusematerial kommt beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR vor allem Kunststoff zum Einsatz, das Bajonett besteht jedoch aus Metall. Die vorhandenen Abdichtungen schützen vor Staub und Tropfwasser, etwas schlechtere Wetterverhältnisse stellen daher kein Problem dar. Bedienelemente gibt es leider nur in Form zweier Einstellringe. Während der Zoomring sehr gut zu drehen ist, empfinden wir den konfigurierbaren Steuerring als etwas zu schwergängig. Dies kann aber auch daran liegen, dass dessen Oberfläche im Gegensatz zum Zoomring noch griffiger sein könnte. Schalter und Tasten sucht man beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR vergeblich. Zumindest ein AF/MF-Schalter wäre aus unserer Sicht sinnvoll gewesen. Filter kann man aber natürlich montieren, das Gewinde des Objektivs ist 67mm groß.
Autofokus/manueller Fokus:
Für die Fokussierung ist beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR ein Schrittmotor zuständig. Dieser sorgte bei unserem Test für schnelle Schärfeverlagerungen (Labormessung: 0,13 bis 0,18 Sekunden abhängig von der Brennweite; Testkamera: Nikon Z50II), zudem agierte er stets sehr leise. Diese Tatsachen sowie das geringe Focus-Breathing machen das Standardzoom auch für Videoaufnahmen interessant. Alle Linsenbewegungen erfolgen beim Fokussieren innerhalb des Gehäuses, es handelt sich daher um eine Optik mit Innenfokussierung.
Als Naheinstellgrenze gibt Nikon für das Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR abhängig von der Brennweite folgende Werte an: Bei 16mm kann man sich Motiven auf bis zu 15cm nähern, bei 24mm sind es 18cm, bei 35mm genau 21cm und bei 50mm muss man sich mindestens 25cm davon entfernt befinden (jeweils ab der Sensorebene). Daraus ergibt sich ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:4. Das reicht für die ein oder andere Nahaufnahme problemlos aus, echte Makrofotos sind mit dem Zoom aber nicht möglich.
Bildqualität:
In puncto Bildqualität möchte man bei einem Standardzoom natürlich keine Kompromisse eingehen – unabhängig von der gewählten Brennweite. Das Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR haben wir bei drei Brennweiten getestet. Bei der kürzesten Brennweite (= 16mm), bei einer mittleren Brennweite (= 32mm) und bei der längsten Brennweite (= 50mm).
Bildqualität bei 16mm:
Bei 16mm erreicht das Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR in der Bildmitte eine gute Qualität, mit F4 oder F5,6 kann man noch einen Tick mehr Details herausholen. An den Bildrändern kommt die Darstellung bei F2,8 nicht an die Mitte heran, sie fällt aber noch ordentlich aus. Durch die Wahl einer kleineren Blende lässt sich die Detailwiedergabe noch ein gutes Stück verbessern, bei F5,6 ist die Wiedergabe feiner Strukturen sichtbar besser.
Bildqualität bei 32mm:
Bei 32mm stufen wir die Bildqualität im Zentrum schon bei Offenblende als sehr gut ein, die Ränder bleiben aber ebenso sichtbar hinter der Mitte zurück. Ab F4 kann man von einer deutlich besseren Zeichnung feiner Details profitieren. Die maximale Qualität erhält man bei F5,6. Bei 50mm ist der Abfall vom Zentrum zu den Rändern hin ebenso etwas größer. Im Zentrum fällt die Auflösung schon bei F2,8 gut bis sehr gut aus, bei F4 bis F8 wird ein sehr gutes Level erreicht. An den Rändern werden feine Details bei F2,8 nicht optimal wiedergegeben, mittels einer kleineren Blende kann man die Abbildungsleistung auf jeden Fall noch verbessern. Schon bei F4 ist das Plus an Bildschärfe sichtbar, ab F5,6 sehr deutlich.
Bildqualität bei 50mm:
Abblenden bietet sich beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR zudem auch wegen der stärkeren Vignettierung an. Diese lässt sich vor allem bei 16mm, jedoch auch bei 50mm deutlich erkennen, wenn man mit der Offenblende fotografiert. Bei F4 fallen die Ecken sichtbar heller aus, kaum mehr sichtbar ist die Randabschattung jedoch erst bei F5,6. Die Verzeichnung hat Nikon dagegen sehr effektiv (digital) korrigiert, sichtbar ist sie daher kaum. Chromatische Aberrationen spielen im Alltag ebenso keine Rolle. Das Bokeh des Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR weiß für ein Standardzoom zweifellos zu gefallen, in den meisten Situationen fällt die Darstellung weich und harmonisch aus. Sonnensterne sind bei geschlossener Blende deutlich ausgeprägt und schön anzusehen, Flares und Ghosting-Artefakte können abhängig vom Einfallwinkel des Lichts durchaus auftreten. Meistens sieht man letztere Störungen jedoch kaum.
Unser Fazit:
Mit dem Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR bietet Nikon endlich ein lichtstarkes Standardzoom für seine APS-C-Kameras an. Dieser Schritt war lange überfällig, als „Brot-und-Butter-Objektiv“ kommen Besitzer einer DX-Kamera mit Z-Bajonett am Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR kaum vorbei. Das liegt aber nicht nur an fehlenden Alternativen, sondern auch an den Fähigkeiten der Optik. Der Brennweitenbereich von 24 bis 75mm (KB-äquivalent) macht das Zoom flexibel einsetzbar, die durchgängige Blende von F2,8 ebenso. Letztere erlaubt Einsätze bei weniger Licht und sorgt für eine gute Freistellung des Motivs. Auf ein ansprechendes Bokeh muss man dabei nicht verzichten.
In puncto Detailwiedergabe liefert das Nikkor Z DX 16–50mm F2,8 VR eine gute bis sehr gute Leistung ab. Bei 16mm ist die Abbildungsleistung im Zentrum gut bis sehr gut, die Ränder bleiben etwas zurück. Abblenden ist sinnvoll, nutzbar ist die Optik aber auch schon bei Offenblende. Für 32mm und 50mm gilt Ähnliches. Eine kleinere Öffnung erhöht beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR aber nicht nur die Bildschärfe, sie reduziert auch die vor allem an den Brennweitenden doch sichtbare Vignettierung. Die Verzeichnung hat Nikon dagegen effektiv korrigiert und chromatische Aberrationen bekommen Objektivbesitzer ebenso kaum zu Gesicht. Schöne Sonnensterne gibt es obendrein.
Für ein gelungenes Paket sorgt beim Nikkor Z DX 16-50mm F2,8 VR auch der schnelle und fast geräuschlos arbeitende Autofokusmotor. Mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:4 eignet sich das Objektiv zudem für die ein oder andere Nahaufnahme. Ein optischer Bildstabilisator fehlt glücklicherweise nicht, diesem kommt wegen der fehlenden Sensorstabilisierung der APS-C-Kameras mit Z-Bajonett eine hohe Bedeutung zu. Der VR konnte Bewegungen im Test um drei bis vier Blendenstufen ausgleichen, Aufnahmen aus der Hand sind daher optimal möglich.
Das Gehäuse konnte unter anderem durch den Einsatz von Kunststoff sehr leicht (330g) gebaut werden, die Abmessungen (7,5 x 8,8cm) sind für ein lichtstarkes Standardzoom nicht allzu groß. Zur Ausstattung gehören ein großer Zoomring und ein kleiner Steuerring, weitere Bedienelemente gibt es leider nicht. Zumindest ein AF/MF-Schalter wäre sinnvoll gewesen. Bei der Abdichtung hat Nikon dagegen nicht gespart, Staub und Tropfwasser stellen kein Problem dar.