03.07.2025 - 07:58

Xiaomi 15 Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Xiaomi 15 auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Kameras des Smartphones unter die Lupe. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Während das Flaggschiff Xiaomi 15 Ultra auf der Rückseite mit vier Kameras ausgestattet ist, bringt das Xiaomi 15 „nur“ drei mit. Alle rückseitigen Kameras wurden in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt und werden als Leica Vario-Summilux 14-60mm F1,62–2,2 Asph. bezeichnet. Es handelt sich wie üblich jedoch nicht um ein echtes Zoom, sondern stattdessen um drei Festbrennweiten. Für alle anderen Brennweiten wird der digitale Zoom genutzt.

Die Brennweite des aus sieben Linsen bestehenden Objektivs der Hauptkamera liegt bei 23mm, zu den weiteren Daten gehören eine Blende von F1,62 und die optische Stabilisierung. Als Bildwandler kommt der sogenannte Light Fusion 900-Sensor mit einer Auflösung von 50 Megapixel zum Einsatz. Dessen Größe liegt bei 1/1,31-Zoll, die Pixel messen 1,2μm. Durch das 4-zu-1-Pixel-Binning kann man die Kantenlänge auf 2,4μm verdoppeln, die Auflösung sinkt dadurch aber auf ein Viertel (= 12 Megapixel).

Die Sensoren im Größenvergleich:

Einen Sensor mit 50 Megapixel verwendet Xiaomi auch bei der Ultraweitwinkelkamera. Dieser gehört allerdings zur 1/2,76-Zoll-Klasse und besitzt dadurch gerade einmal ein Drittel der Fläche des Sensors der Hauptkamera. Pixel-Binnig ist möglich, auch hier sinkt die Auflösung auf 12 Megapixel. Die Brennweite der UWW-Kamera liegt bei 14 mm (KB-äquivalent) und als Lichtstärke werden F2,2 angegeben.

Die Kameras im Zoomvergleich (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und "2,6x-Tele"):

Bei der dritten Kamera handelt es sich um ein Modell für Teleaufnahmen (60mm KB-äquivalent, F2, OIS). Damit kann man entferntere Motive vergrößert darstellen. Allzu weit weg sollten sich diese allerdings nicht befinden, die kleinbildäquivalente Brennweite fällt mit 60mm nicht gerade lang aus. Das Xiaomi 15 bietet natürlich auch stärkere Zoomstufen (bis zu 60-fach) an, hier kommt jedoch der qualitativ schlechtere Digitalzoom zum Einsatz. Beim Sensor der Telekamera sollte es sich um das Modell der Ultraweitwinkelkamera handeln. Jedenfalls gehen wir wegen der identischen Größe (1/2,76 Zoll) und Auflösung (50 Megapixel) davon aus.

Wer mit dem Xiaomi 15 Fotos in höchster Qualität aufnehmen möchte, muss trotz der identischen Auflösung aller drei Kameras die Hauptkamera verwenden. Durch den mit Abstand größten Sensor liefert die Hauptkamera Aufnahmen mit einer sehr guten Bildqualität. Bei 50 Megapixel werden selbst feine Details klar wiedergegeben, ein Bildrauschen oder andere Störungen sieht man bei Tag kaum. Die 12-Megapixel-Option, bei der Xiaomi das 4-in-1-Superpixel-Verfahren nutzt, ist im Alltag allerdings trotzdem völlig ausreichend. Feine Details werden zwar eindeutig schlechter dargestellt, für schnelle Schnappschüsse reicht diese Auflösung jedoch allemal. Des Weiteren sorgt die geringere Pixelzahl für deutlich kleinere Dateien. Statt rund 22MB besitzen diese nur noch etwa 7MB.

Die Ultraweitwinkel- und die Telekamera liefern bei Tag jeweils gute bis sehr gute Aufnahmen, bleiben hinsichtlich der Qualität aber hinter der Hauptkamera zurück. Die Vorteile der vollen Auflösung sind geringer und das Bildrauschen ist höher. Wer eine hohe Pixelzahl benötigt, weil er die Aufnahmen beispielsweise nachträglich bearbeiten oder größer ausdrucken möchte, sollte sich trotzdem für 50 statt 12 Megapixel entscheiden. Des Weiteren bieten sich hierfür Aufnahmen im RAW-Format (nur im Pro-Modus) an. Die Zoomfähigkeiten des Xiaomi 15 sind aufgrund der kurzen Telebrennweite wie bereits erwähnt doch recht eingeschränkt. Grundsätzlich können Nutzer zwar auch etwas weiter entfernte Motive heranholen, zu mehr als dem 10-fach-Zoom würden wir jedoch auf keinen Fall raten. Eine recht hohe Bildqualität ist sogar nur bis zum 5-fach-Zoom gewährleistet.

Bei Nacht sowie bei wenig Licht wird der Unterschied zwischen der Hauptkamera und der Ultraweitwinkel- sowie der Telekamera noch größer. Während die Aufnahmen der Hauptkamera weiterhin detailreich ausfallen und das Bildrauschen vergleichsweise gering bleibt, muss man bei der Ultraweitwinkel- sowie der Telekamera mit einem stärkeren Bildrauschen leben. Eine bessere Qualität lässt sich in manchen Fällen durch den Einsatz des Nachtmodus erzielen. Dieser kombiniert mehrere Fotos und reduziert dadurch das Bildrauschen. Die Detailwiedergabe verbessert sich aber nicht in jedem Fall, bei manchen Motiven sorgt der Nachtmodus für eine etwas zu starke Glättung. Dies haben wir bei anderen Smartphones schon besser gesehen.

Mit dem Nachtmodus lässt sich die Bildqualität teilweise verbessern:

Die Bildabstimmung fällt beim Xiaomi 15 gewohnt „knackig“ aus. Das gilt im Besonderen für das Bildprofil „Leica Vibrant“. Das „Leica Authentic“ Profil ist natürlicher und wirkt „analoger“, steht aber nur eingeschränkt zur Verfügung. Damit alle Aufnahmen mit einem Bildprofil erfolgen und besser verglichen werden können, erfolgte unser Test mit dem „Leica Vibrant“-Profil.  Einen Tick besser hätte aus unserer Sicht noch die Abstimmung der einzelnen Kameras ausfallen können. Während die Ultraweitwinkel- und die Hauptkamera meistens gleich aussehende Aufnahmen erzeugen, wirken die Farben der Telekamera blasser.

Das Bokeh lässt sich unterschiedlich konfigurieren:

Sehr gut gefällt uns dagegen, dass Nutzer viele Einstellungen vornehmen können. Es gibt diverse Fotofilter, die Brennweite der Hauptkamera lässt sich anpassen (23mm, 28mm oder 35mm) und auch das Bokeh (das jedoch nicht immer perfekt aussieht) kann man beeinflussen. Daneben sind mit der Telekamera gute Nahaufnahmen möglich.

Einzelbild einer 8K-Videoaufnahme:

Videos zeichnet das Xiaomi 15 mit der Hauptkamera mit bis zu 8K-Auflösung auf (7.680 x 4.320 Pixel), alle anderen Kameras sind auf 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) begrenzt. Während bei 8K 30 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate darstellen, sind es bei 4K bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde. 8K-Aufnahmen sind deutlich detailreicher, mit 60 Vollbildern pro Sekunde lassen sich in 4K jedoch flüssigere Videos aufzeichnen. Für große Vorteile dürften 8K-Aufnahmen mangels passender Abspielgeräte bei den meisten Nutzern ohnehin nicht sorgen. Zeitlupenaufnahmen sind mit allen drei Kameras in Full-HD-Auflösung mit bis zu 960 Vollbildern pro Sekunde möglich, die Bildqualität sinkt hier jedoch sichtbar ab. Der Autofokus und die Stabilisierung arbeiteten im Test sowohl bei Fotos als auch bei Videos sehr zuverlässig. Das Videopaket des Xiaomi 15 weiß insgesamt betrachtet also sehr zu gefallen.

Brennweitenvergleich (UWW, Hauptkamera, 2,6-fach- und 5-fach-Zoom):

Links eine Aufnahme mit dem Fotomodus, rechts mit dem Porträtmodus:

Links eine Aufnahme mit dem Fotomodus, rechts mit dem Porträtmodus:

Links eine Aufnahme mit 12 Megapixel, rechts mit 50 Megapixel (UWW-Kamera):

Links eine Aufnahme mit 12 Megapixel, rechts mit 50 Megapixel (Hauptkamera):

Links eine Aufnahme mit 12 Megapixel, rechts mit 50 Megapixel (Telekamera):

Links eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, rechts mit LED-Licht (jeweils Hauptkamera):

Links eine normale Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera, rechts mit dem Nachtmodus:

Links eine normale Aufnahme mit der Hauptkamera, rechts mit dem Nachtmodus:

Links eine normale Aufnahme mit der 2,6x-Telekamera, rechts mit dem Nachtmodus:

Zwei RAW-Aufnahmen mit der Hauptkamera bei Tag und Nacht:

Zwei Aufnahmen mit der Hauptkamera: Links 8K30p, rechts 4K60p:

Links eine Aufnahme mit der UWW-Kamera, rechts mit der Telekamera (jeweils 4K60p):

Zwei Zeitlupenaufnahmen mit der Hauptkamera: Links 1080p120, rechts 1080p960:

Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Xiaomi 15 ein.

Autor: dkamera.de Redaktion