Die fünf wichtigsten Unterschiede der beiden spiegellosen Systemkameras
FujiFilm hat mit der X-E5 das Nachfolgemodell der schon länger erwarteten X-E4 vorgestellt. Diese kam vor mehr als vier Jahren auf den Markt. Bei der neuen Kamera wurde der Preis deutlich angehoben, die Leistungsdaten der DSLM sind jedoch teilweise auch wesentlich besser. Wir gehen im folgenden Vergleich detailliert auf die Unterschiede der beiden spiegellosen Systemkameras ein.
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Ankündigung der FujiFilm X-E5
Datenblatt der FujiFilm X-E5
Ankündigung der FujiFilm X-E4
Datenblatt der FujiFilm X-E4
Unterschied 1: Sensor, Bildprozessor und Bildstabilisator
Als Bildwandler und Bildprozessor setzt FujiFilm bei der X-E5 auf den X-Trans CMOS V HR-Sensor sowie den X-Prozessor 5. Bei der X-E4 kommt dagegen ein X-Trans-CMOS-Sensor der vierten Generation und der X-Prozessor 4 zum Einsatz. Der X-Trans CMOS V HR-Sensor verfügt mit 39,8 Megapixel über rund 50 Prozent mehr Bildpunkte als der Sensor der X-E4 (26 Megapixel), die ISO-Bereiche fallen mit 64 bis 51.200 (X-E5) sowie 80 bis 51.200 (X-E4) allerdings sehr ähnlich aus. Vorteile sind durch den neuen X-Prozessor 5 unter anderem bei der Arbeitsgeschwindigkeit sowie bei der Bildverarbeitung (z. B. dem Bildrauschen bei JPEG-Fotos) zu erwarten.
Eine deutliche Verbesserung stellt die bei der X-E5 vorhandene Bildstabilisierungseinheit dar. Der „IBIS“ der DSLM kann Bewegungen wie üblich in fünf Achsen ausgleichen und macht Aufnahmen aus der Hand wesentlich flexibler möglich, da sich auch ohne Stativ längere Belichtungszeiten ohne Verwacklungen realisieren lassen. Die maximale Stabilisierungsleistung gibt FujiFilm bei der X-E5 mit sieben Blendenstufen an, dieser Wert gilt für die Bildmitte. Am Bildrand sollen noch sechs Blendenstufen erreicht werden. Bei der FujiFilm X-E4 sind Nutzer auf den Bildstabilisator in der Optik angewiesen. Dieser findet sich bis auf wenige Ausnahmen jedoch nur bei Zoomobjektiven.
Unterschied 2: Die Serienbildfunktion und die Belichtungszeiten
Durch die deutlich höhere Sensorauflösung kann die X-E5 nicht das Geschwindigkeitsniveau der X-E4 erreichen. Mit 20 Bildern pro Sekunde bleibt sie doch deutlich hinter den 30 Bildern pro Sekunde der X-E4 zurück. Für beide Kameras gilt, dass diese Bildrate nur beim Einsatz des elektronischen Verschlusses sowie mit einem deutlichen Crop (1,29-fach bei der X-E5 und 1,25-fach bei der X-E4) erzielt wird. Wer mit voller Auflösung fotografieren möchte, kann mit der X-E4 bis zu 20 Bilder pro Sekunde und mit der X-E5 bis zu 13 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Soll für Serienaufnahmen der mechanische Verschluss verwendet werden, stellen jeweils acht Aufnahmen pro Sekunde das Maximum dar.
Die Serienbildlänge fällt bei der FujiFilm X-E5 trotz ihrer höheren Pixelzahl länger aus. FujiFilm scheint also einen größeren Pufferspeicher zu verbauen. Bei der höchsten Bildrate kommt die X-E5 auf 168 JPEG-Fotos oder 66 komprimierte RAWs, die X-E4 schafft nur 29 JPEGs oder 17 komprimierte RAWs. Bei voller Auflösung ist der Abstand ähnlich groß: Die X-E5 erreicht laut FujiFilm 163 JPEGs oder 46 komprimierte RAWs, die X-E4 kommt auf 32 JPEGs oder 17 komprimierte RAWs.
Die mechanischen Verschlüsse beider Systemkameras erlauben Belichtungen bis zu 1/4.000 Sekunde, bei den elektronischen Verschlüssen liegt die X-E5 mit 1/180.000 Sekunde deutlich vor der X-E4 mit 1/32.000 Sekunde.
Unterschied 3: Der Autofokus
Die Autofokussysteme der meisten DSLMs wurden in den letzten Jahren massiv verbessert. Dafür sorgt nicht nur die höhere Zahl an Messfeldpunkten (in diesem Fall 3,3 Millionen vs. 2,16 Millionen), sondern auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Durch maschinelles Lernen können moderne Kameras nicht mehr nur Menschen detektieren, sondern auch Objekte erkennen. Die verbesserte Leistung zeigt sich auch bei den beiden Kameras in diesem Vergleich. Während die FujiFilm X-E4 nur Gesichter und Augen erkennen kann, bringt die X-E5 zusätzlich die Erkennung von Tieren (inklusive Insekten und Vögeln), Autos, Motorrädern, Fahrrädern, Flugzeugen und Zügen mit. Bei der Augen- und Gesichtserkennung ist des Weiteren von einer deutlich höheren Treffsicherheit auszugehen.
Unterschied 4: Die Videoaufnahme
Bei der Videoaufnahme macht die neue FujiFilm X-E5 ebenso einen Sprung nach vorne. Während das Vorgängermodell X-E4 Aufnahmen nur bis hinauf zur 4K-Auflösung erlaubt, sind mit der X-E5 auch 6K-Aufnahmen (6.240 x 3.150 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde möglich. Darüber hinaus wurde die Bildrate bei 4K (4.096 x 2.160 Pixel oder 3.840 x 2.160 Pixel) von 30 auf 60 Vollbilder pro Sekunde verdoppelt. In Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) sind mit bis zu 240 Vollbildern dagegen keine Änderungen zu vermelden.
Unterschied 5: Gehäuse und Bedienung
Obwohl die FujiFilm X-E5 mit einer Größe von 12,5 x 7,3 x 3,9cm weiterhin zu den kleinsten Kameras des japanischen Unternehmens gehört, sind die Abmessungen im Vergleich zur X-E4 (12,1 x 7,3 x 3,3cm) ein wenig angewachsen. Das Gewicht hat sich mit 445g zu 364g zudem um spürbare 90g erhöht. Diese Unterschiede sind unter anderem auf das neue Gehäusedesign der X-E5 zurückzuführen. Hier setzt FujiFilm auf eine Deckplatte, die aus einem Aluminiumblock gefräst wird. Darin ist als Neuerung ein kleines Sichtfenster verbaut. Dieses erlaubt den Blick auf das neue Filmsimulationsrad.
Wer mehrere Filmsimulationsmodi kombinieren möchte, findet dafür nun ebenfalls Optionen vor. Darüber hinaus lässt sich beim Blick durch den Sucher eine besonders „cleane“ Ansicht nutzen. Diese Option nennt sich „Classic Display“-Modus.
Hinzugekommen sind bei der X-E5 des Weiteren ein zusätzliches Einstellrad auf der Rückseite sowie ein Schalter auf der Vorderseite. Wer die kabellose Verbindung mittels Bluetooth nutzen möchte, findet dafür nun eine dedizierte Taste auf der Unterseite.
Beim Display der neuen Kamera hat sich FujiFilm für die von der X-E4 bekannten Diagonalen von 3,0 Zoll entschieden, die Auflösung wurde jedoch von 1,62 Millionen Subpixel auf 1,04 Millionen Subpixel gesenkt. Keine Änderungen sind uns vom Sucher bekannt. Dieser wird bei der X-E5 (wie bei der X-E4) mit der 0,62-fachen Vergrößerung und 2,36 Millionen Subpixel angegeben.
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