19.06.2024 - 08:01

Nikon Z6III und Nikon Z 6II im Vergleich

Die sechs wichtigsten Unterschiede der Vollformatkameras von Nikon

Nikon hat mit der Z6III eine neue Kamera der Oberklasse vorgestellt. Diese folgt auf die Nikon Z 6II und bietet gegenüber der bereits seit mehreren Jahren erhältlichen DSLM jede Menge neue Features. In folgendem Vergleich schauen wir uns beide Kameras im Detail an und gehen auf die wichtigsten Unterschiede der beiden Modelle ein.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Nikon Z6III
Datenblatt der Nikon Z6III
Testbericht der Nikon Z 6II
Datenblatt der Nikon Z 6II

Unterschied 1: Der Sensor
Als Bildwandler nutzt Nikon bei der Z6III einen neu entwickelten Vollformat-Chip. Dieser setzt sich in puncto Auflösung vom Sensor der Z6 II zwar nicht ab (beide 24,3 Megapixel), der Aufbau ist jedoch ein anderer. Es handelt sich um ein partially stacked CMOS-Modell mit rückwärtiger Belichtung. Im Gegensatz zu einem „vollständig“ gestapelten Sensor, wie er unter anderem bei der Nikon Z 8 und Nikon Z 9 zum Einsatz kommt, wurden beim Bildwandler der Z6 III also nur Teile der Schaltungen gestapelt. Dies ermöglicht eine höhere Auslesegeschwindigkeit (drei- bis viermal höher als bei klassischen Sensoren), der Preis des Chips sollte aber deutlich unterhalb eines Stacked-Sensors liegen.

Der neue partially stacked Sensor der Z6III bietet deutliche Geschwindigkeitsvorteile:

Etwas besser soll der neue Bildwandler in puncto Bildrauschen abschneiden, die Vorteile werden sich aber in Grenzen halten. Die Sensorempfindlichkeitsbereiche beider Kameras fallen mit ISO 50 bis ISO 204.800 identisch aus, die Z6III hat ohne Erweiterungen aber einen etwas größeren Bereich zu bieten. ISO 100 bis ISO 64.000 statt ISO 100 bis ISO 51.200.

Wer sich bei der Z6III eine höhere Auflösung gewünscht hätte, kann (sofern es sich um ein statisches Motiv handelt) zur "Pixel Shift"-Aufnahme greifen. Diese ermöglicht Bilder mit bis zu 96 Megapixel. Aufnehmen lassen sich die dafür benötigten RAW-Bilder automatisiert, das Verrechnen muss jedoch mit der NX-Studio-Software am Computer erfolgen.

Bei der Z6III kommt der Expeed-7-Prozessor zum Einsatz:

Unterschied 2: Serienbildaufnahme und Verschluss
Die hohe Auslesegeschwindigkeit des Sensors sowie der neue Expeed 7-Bildprozessor (Nikon Z 6II: Dual Expeed 6) ermöglichen bei der Z6III eine wesentlich höhere Bildrate als bei der Z 6II. Bei voller Auflösung hält die DSLM bis zu 60 Bilder pro Sekunde fest, beim Verwenden eines Sensorbereichs in APS-C-Größe (10 Megapixel) sind es sogar 120 Bilder pro Sekunde. Dabei muss weder auf die kontinuierliche Fokussierung noch die Belichtungsnachführung verzichtet werden. RAW-Aufnahmen unterstützt die Kamera bis hinauf zu 20 Bildern pro Sekunde. Für alle genannten Bildraten gilt, dass diese nur beim Einsatz des elektronischen Verschlusses erzielt werden. Mit mechanischem Verschluss sind wie bei der Z 6II maximal 14 Bilder pro Sekunde möglich.

Ganz ohne mechanischen Verschluss kommt die Z6III nicht aus, selbst bei schnelleren Motiven sollten sich wegen der kurzen Auslesezeit des Sensors aber nur geringfügige Probleme ergeben. Wer absolut sichergehen will, dass keine Verzerrungen oder andere Störungen auftreten, sollte jedoch auch bei der Z6III den mechanischen Verschluss nutzen. Damit belichtet die neue DSLM wie die Z 6II mit bis zu 1/8.000 Sekunde. Beim Verwenden des elektronischen Verschlusses ist die Z6III mit 1/16.000 Sekunde statt 1/8.000 Sekunde dagegen im Vorteil.

Eine Funktion, die beim Einsatz hoher Bildraten für einen hohen Komfortgewinn sorgt, ist die Pre-Release-Capture-Funktion der Z6III. Diese speichert eine gewisse Anzahl an Bildern im Pufferspeicher zwischen und legt diese erst nach dem Drücken des Auslösers auf der Speicherkarte ab. Dadurch kann man den richtigen Moment stets optimal einfangen.

Den Autofokus hat Nikon bei der Z6III deutlich verbessert:

Unterschied 3: Der Autofokus
Da die Nikon Z 6II wie bereits erwähnt schon länger erhältlich ist und die Autofokussysteme in der letzten Zeit vor allem in puncto Motiverkennung wesentlich besser geworden sind, verfügt die Z6III über ein teilweise signifikant besseres AF-System. Zum einen stellt sie bereits ab -10EV scharf, die Nikon Z 6II erst ab -6EV. Zum anderen kann die Z6III dank Deep-Learning nicht nur Menschen und Hunde sowie Katzen erkennen, sondern auch Vögel, Autos, Motorräder, Fahrräder, Züge und Flugzeuge. Darüber hinaus soll die Tracking-Leistung der neuen DSLM auf dem Niveau der Nikon Z 8 und Nikon Z 9 liegen, die ihrerseits beide eine Leistung deutlich oberhalb der Z 6II zu bieten haben. Die Anzahl der AF-Messfelder unterscheidet sich mit 273 dagegen nicht.

RAW-Videos zeichnet die Z6III intern auf die CFexpress Typ-B-Karte auf:

Unterschied 4: Die Videofunktion
Neben Fotos stehen bei der Nikon Z6III auch Videos im Fokus. Es wird daher niemanden verwundern, dass Nikon bei der neuen Kamera zahlreiche Videofeatures integriert hat. Die Z6III filmt unter anderem mit höheren Auflösungen und Bildraten als die Z 6II. Maximal wird die 6K-Auflösung angeboten. Hier und bei 4K schafft die DSLM bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde ohne Crop (120 Vollbilder pro Sekunde in 4K mit Crop). In 4K wird dabei bis 60 Vollbilder pro Sekunde sogar 6K-Oversampling angeboten. Des Weiteren sind Aufnahmen in Full-HD mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde möglich. Die Nikon Z 6II bietet keine Auflösungen oberhalb von 4K an und schafft 60 Vollbilder pro Sekunde in 4K nur mit Crop. In Full-HD ist zudem bei 120 Vollbildern pro Sekunde Schluss.

Darüber hinaus unterstützt die Z6III interne RAW-Videoaufnahmen (bei der Z 6II nur per externem Recorder) und bietet noch weitere Codecs (unter anderem H.265 sowie Apple ProRes 422 HQ) an. Ein Mikrofon und ein Kopfhörer-Anschluss sind bei beiden Kameras verbaut, die Z6III nimmt allerdings auch ein Line-In-Signal entgegen. Sollten Videografen einen externen Monitor oder Rekorder verwenden wollen, können sie bei der Z6III von einem Fullsize-HDMI-Port (Z 6II: Mini-HDMI) profitieren.

Zu den Schnittstellen gehört bei der Z6III auch ein HDMI-Port in voller Größe:

Unterschied 5: Die Bildkontrolle
Ein deutliches Update hat Nikon bei der Z6III auch bei den Optionen zur Bildkontrolle vorgenommen. Die Vergrößerung des Suchers hat sich zwar nicht verändert (jeweils 0,8-fach), Nikon verwendet beim Sucher jedoch ein wesentlich besseres Panel. Dieses löst mit 5,76 Millionen Subpixel rund 50 Prozent höher als bei der Z 6II auf und ist deutlich heller. Zudem spricht Nikon bei der Z6III von einer besseren Farbwiedergabe (DCI-P3) und einer besonders flüssigen Darstellung mit möglichst wenig Ruckeln.

Das Display der Nikon Z6III kann man drehen und schwenken:

Das Display der Nikon Z 6II ist nur schwenkbar:

Bei den Displays fällt die neue Konstruktion mit der dreh- und schwenkbaren Aufhängung auf. Diese ermöglicht das Schwenken des Displays der Z6III nach vorne. Dadurch kann das LCD auch vor der Kamera eingesehen werden. Dies ist bei der Z 6II wegen der nur schwenkbaren Lösung nicht möglich. Die Auflösungen beider Panels bewegen sich mit 2,1 Millionen Subpixel dagegen auf einem Level.

Die Oberseite der Nikon Z6III:

Die Oberseite der Nikon Z 6II:

Unterschied 6: Gehäuse und Bedienung
Beim Gehäuse der Z6III hat sich Nikon für ein leichtes Re-Design entschieden. Optisch ist dieses unter anderem am nach oben verschobenen Schriftzug auf der Vorderseite zu erkennen. Darüber hinaus wurde die Position von ein paar wenigen Tasten (Wiedergabe, Auslösemodus, Belichtungskorrektur) verändert. An den Abmessungen der neuen Kamera hat sich mit 13,9 x 10,2 x 7,4cm kaum etwas verändert, die Nikon Z6 II ist nur minimal kleiner (13,4 x 10,1 x 6,8cm).

Die Rückseite der Nikon Z6III:

Die Rückseite der Nikon Z 6II:

Einen etwas größeren Unterschied gibt es beim Gewicht, dieses fällt mit 760g zu 697g aber auch nicht wesentlich höher aus. Beide Gehäuse bestehen aus einer Magnesiumlegierung, die Abdichtungen sind bei der Z6III allerdings besser und liegen auf dem Level der Z 8 bzw. Z 9. Als dritte Kamera von Nikon kann die Z6III zudem offiziell bei einer Temperatur von bis zu minus zehn Grad Celsius genutzt werden.

Die Nikon Z6III ist besser abgedichtet:

Weitere Unterschiede:
Zu den weiteren Unterschieden beider Systemkameras gehört die abweichenden Bildstabilisierungsleistungen. Zwar sind beide Kameras jeweils mit einem Body-VR ausgerüstet, die Nikon Z6III unterstützt aber nicht nur den Synchro-VR (Objektiv und Kamera stabilisieren gemeinsam), sondern sie erlaubt auch das Koppeln des VR mit dem Fokusmessfeld. Dadurch lässt sich am Fokuspunkt eine höhere Stabilisierungsleistung erzielen.

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Autor: dkamera.de Redaktion