Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und (optionales) Zubehör
Nachdem wir uns im ersten Teil des Testberichts der DJI Osmo Pocket 4 die technischen Daten im Detail angesehen haben, gehen wir in diesem zweiten Teil auf die Bedienung der Travel-Vlogging-Kamera mit Gimbal ein. Zudem werfen wir einen Blick auf das Zubehör, das DJI im Creator Bundle beilegt.
Die DJI Osmo Pocket 4 ist eine Kamera für alle, die sich eine möglichst einfache Bedienung wünschen, aber trotzdem nicht auf Aufnahmen mit einer hohen Qualität verzichten wollen. Dieses Konzept hat sich bei den früheren Modellen der Osmo-Pocket-Serie als sehr erfolgreich erwiesen und natürlich setzt DJI auch bei der Osmo Pocket 4 wieder darauf. Für den Erfolg sind gleich mehrere Gründe verantwortlich: Zum Festhalten der Travel-Vlogging-Kamera gibt es einen komfortablen Griff mit teilweise gummierter Oberfläche, für Eingaben stehen mehrere Tasten zur Verfügung und zur Bildkontrolle ist ein vertikal oder auch horizontal nutzbares Display verbaut. Daneben erlaubt der vorhandene Gimbal automatisierte Schwenks, das Verfolgen von Motiven und natürlich sorgt er auch für scharfe Bilder und unverwackelte Videos.
Mit Abmessungen von 14,4 x 4,4 x 3,4cm fällt die DJI Osmo Pocket 4 in etwa so hoch wie ein klassisches Smartphone aus. In eine Hosentasche passt die Travel-Vlogging-Kamera wegen des etwa dreimal tieferen Gehäuses jedoch nicht. Eine etwas größere Jackentasche bietet dagegen ausreichend Platz. Das Gewicht von 191g bewegt sich auf der Höhe mittelgroßer Mobilgeräte, klassische Actionkameras sind etwas leichter.
Ganz oben ist am DJI Osmo Pocket 4 der Gimbal mit der Kameraeinheit zu finden. Bewegungen sind in drei Achsen möglich (Neigen: -180° bis 98°, Rollen: -180° bis 98°, Schwenken: -240° bis 58°), die Stabilisierung erfolgt automatisch. Manuelle Veränderungen werden per Joystick vorgenommen, das Umschalten von der Normal- auf die Selfie-Perspektive erfolgt per Taste auf dem Display. Als Gimbal-Modi stehen „Folgen“, „Neigen gesperrt“, „FPV“ und „FPV gleiche Richtung“ zur Wahl. Bei letzterem Modus entspricht die Ausrichtung der Kamera immer der des Displays. Hier verhält sich die Osmo Pocket 4 quasi wie eine „normale“ Kompaktkamera. Ist die DJI Osmo Pocket 4 ausgeschaltet, fährt der Gimbal in eine Parkposition.
Die weiteren Tasten des DJI Osmo Pocket 4 erlauben das digitale Zoomen (2-fach oder 4-fach), den Start und Stopp von Aufnahmen und bei einer Taste lässt sich die Funktion (Optionen für einmaliges, zweimaliges oder dreimaliges Drücken) vom Besitzer vorgeben. Weitere Eingaben sind über das Display und dessen Touchscreen möglich.
Beim Menü finden sich Nutzer anderer DJI-Produkte sofort zurecht, das Design entspricht dem Design der Osmo-Actionkameras. Durch Wischen von unten nach oben gelangen Nutzer zu den Aufnahme-Einstellungen (Auflösung, Bildrate, Seitenverhältnis, ...), durch Wischen von oben nach unten zum Hauptmenü. Das Wischen von links nach rechts öffnet wie üblich das Wiedergabemenü und das Wischen von links nach rechts Belichtungs- und Audioeinstellungen. Letztere Optionen sind natürlich nur für Nutzer relevant, die stärker eingreifen möchten. Zur Wahl stehen hier unter anderem die Belichtungskorrektur (-3 bis +3 Stufen), die Sensorempfindlichkeit (manuell von ISO 50 bis ISO 12.800 oder via ISO-Automatik-Option), der Weißabgleich (AWB oder manuell in Kelvin), das Farbprofil (Normal 10-Bit oder D-Log 10-Bit) und der Filmlook (unter anderem „Retro“, „Negativfilm“ und „Warmer Ton“).
Beim Fokusmodus kann man sich zwischen „Einzel“ oder „Kontinuierlich“ entscheiden und bei letzterer Einstellung weitere Parameter bestimmen. Zum einen gibt es eine Option für Produktvorstellungen, eine zum allgemeinen Verfolgen von Motiven und eine, bei der nur vorher registrierte Motive verfolgt werden. Motive hält die Travel-Vlogging-Kamera meistens sehr gut im Fokus, die Schärfeverlagerungen erfolgen ausreichend schnell und gleichmäßig.
Darüber hinaus hat die DJI Osmo Pocket 4 weitere Optionen zum Anpassen des Bildlooks (allgemeine Bildanpassungen sowie Verschönern-Einstellungen) sowie diverse Audio-Optionen zu bieten und sogar eine Breathing-Korrektur ist vorhanden. Bei der Tonaufzeichnung stehen „Mono“, „Stereo“ und „Räumlich“ zur Wahl, es kann die Hauptrichtung, aus der der Ton aufgenommen wird, bestimmt werden, und auch eine Stimmverstärkung ist möglich.
Wer sich eine noch bessere Tonqualität wünscht, kann die Travel-Vlogging-Kamera zudem mit Bluetooth-Mikrofonen verbinden. Ein kompaktes Funkmikrofon liegt der Kamera beim Creators Bundle sogar schon bei. Gut zu wissen: Beim Einsatz von zwei externen Mikrofonen lässt sich 4-Kanal-Ton aufzeichnen.
Die Touch-Tasten der DJI Osmo Pocket 4 erlauben unter anderem die Wahl des Aufnahmemodus (Panorama, Foto, Video, "Wenig Licht", Zeitlupe, Zeitraffer), das schnelle Drehen der Kamera um 180 Grad und die Wahl des Verfolgungsmodus. Bei „Spotlight“ folgt die Kamera stets dem vorher registrierten Motiv, bei „Dynamic Frame“ erfolgt das Verfolgen nach der Motivauswahl per Joystick und mittels des SpinShot-Modus kann man die Kameraansicht automatisiert um 90 Grad oder 180 Grad drehen lassen. Dadurch können Nutzer schnell auf konkrete Situationen reagieren oder ihren Aufnahmen mehr Dynamik verleihen. Hierfür ist allerdings durchaus eine gewisse Einarbeitung notwendig. Ansonsten lässt sich die große Funktionsvielfalt der Travel-Vlogging-Kamera nicht ausnutzen. Wer einfach nur Fotos und Videos aufnehmen möchte, kann das dank der sehr gut funktionierenden Automatikfunktionen jedoch auch.
Von klassischen Kameras unterscheidet sich die DJI Osmo Pocket 4 unter anderem auch durch ein drehbares Display. Dieses fällt mit einer Diagonalen von 2,0 Zoll deutlich kleiner als bei klassischen Kameras aus, bei Hochformataufnahmen ergeben sich durch die drehbare Konstruktion aber keine Nachteile bei der Bildbetrachtung. Die Auflösung des Panels liegt bei ordentlichen 556 x 314 Pixel, durch die OLED-Technologie punktet es mit einer besonders guten Darstellung von Schwarzwerten und Kontrasten. Ein besonderer Clou der DJI Osmo Pocket 4: Das Drehen des Panels von der Vertikalen in die Horizontale startet die Kamera.
Aus der Ferne lässt sich die Travel-Vlogging-Kamera ebenfalls bedienen und natürlich kann man mit seinem Mobilgerät auch auf Bilder und Videos zugreifen, die bereits aufgenommen wurden. Dafür kommt die DJI Mimo-App zum Einsatz. Diese muss von Android-Nutzern manuell heruntergeladen werden, im offiziellen App-Store ist sie nur bei Apple zu finden. Das ist nicht optimal. Mit der App können Nutzer den Bildausschnitt kontrollieren sowie alle relevanten Einstellungen vornehmen, praktisch verhält sich die Osmo Pocket 4 hier wie klassische Actionkameras von DJI. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten zur Bild- und Videobearbeitung und zum Teilen der Aufnahmen. Wer die Osmo Pocket 4 aus der Ferne ohne App steuern möchte, kann dies – in sehr begrenztem Umfang – per Gestensteuerung. Das Victory-Zeichnen startet oder beendet Aufnahmen, das Zeigen der Handfläche aktiviert oder deaktiviert die Active-Track-Funktionalität.
Zubehör:
DJI legt seinen Kameras schon immer recht viel Zubehör bei. Bei der Creators Combo der DJI Osmo Pocket 4 erhält man – wie bereits in Teil 1 angesprochen – einen besonders großen Lieferumfang. Dazu gehört unter anderem das DJI Mic 3, bei dem es sich um ein Mini-Mikrofon mit Bluetooth-Übertragung handelt. Damit dieses auch bei etwas Wind einen ordentlichen Ton liefert, liegen zwei Windschutze bei.
Wer nicht den Ton, sondern die Ausleuchtung verbessern möchte, greift zum ebenfalls beiliegenden Fülllicht. Dieses kann bei nahen Motiven für eine bessere Belichtung sorgen und wird am Gimbal angesteckt. Die Stromversorgung erfolgt via Kamera, einen Akku muss man daher nicht aufladen.
Daneben liegt der DJI Osmo Pocket 4 eine nur vier Gramm schwere Weitwinkellinse bei. Diese wird magnetisch vor dem eigentlichen Objektiv montiert. Sie sorgt für einen Bildwinkel von 108 Grad und eine kleinbildäquivalente Brennweite von 15mm. Die Lichtstärke bleibt bei F2.
Zur Montage auf einem Stativ lässt sich an der Unterseite der DJI Osmo Pocket 4 eine kleine Griff-Verlängerung anbringen. Bei dieser befindet sich an der Unterseite ein klassisches Stativgewinde, der USB-C-Port wird nach vorne verlagert.
Mit dem 1/4-Zoll-Gewinde lässt sich die Travel-Vlogging-Kamera auf einer Stativplatte festschrauben oder das beiliegende Mini-Stativ verwenden. An Höhe gewinnt man dabei zwar kaum, die Konstruktion steht auf einer geraden Oberfläche aber doch ausreichend sicher.
Wer sich eine noch längere Akkulaufzeit wünscht, kann zum Battery Handle greifen. Dieser wird ebenfalls an der Unterseite angebracht und sorgt für eine zusätzliche Akkukapazität von 1.080mAh. Daneben verfügt er ebenfalls über einen USB-C-Anschluss und ein Stativgewinde.
Im dritten Teil unseres Testberichts der DJI Osmo Pocket 4 gehen wir auf die Bildqualität der Aufnahmen und die Akkulaufzeit der Travel-Vlogging-Kamera ein.