Testbericht der Travel-Vlogging-Kamera DJI Osmo Pocket 4 (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Im zweiten Teil des Testberichts der DJI Osmo Pocket 4 hatten wir uns die Bedienung, die App und (optionales) Zubehör angesehen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Bildqualität sowie die Akkulaufzeit ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

In früheren Zeiten galt meistens, dass Kameras mit einer guten Bildqualität auch groß sein müssen. Dies gilt heutzutage glücklicherweise nicht mehr. Im Laufe der Jahre konnte die Qualität nicht nur durch umfassende Softwarekorrekturen deutlich verbessert werden, die Sensoren wurden auch stetig größer. Dies lässt sich auch bei der Osmo-Pocket-Reihe von DJI erkennen. Während beim ersten Modell der Serie noch ein Chip der 1/2,3-Zoll-Klasse zum Einsatz kam, wuchs dieser bei der zweiten Pocket-Kamera schon auf 1/1,7 Zoll an und bei der Pocket 3 setzte DJI zum ersten Mal auf einen Bildwandler der 1-Zoll-Klasse. Ein derartiges Modell kommt auch bei der DJI Osmo Pocket 4 zum Einsatz. Fotos lassen sich im JPEG- und DNG-Format speichern, beides gleichzeitig geht ebenso. Entscheiden können sich Fotografen zudem, ob sie Aufnahmen im 16:9-Format oder lieber im 1:1-Format speichern möchten. Während 16:9-Fotos 7.680 x 4.320 Pixel oder 3.840 x 2.160 Pixel besitzen, lösen die Aufnahmen im 1:1-Format mit 6.144 x 6.144 Pixel oder 3.072 x 3.072 Pixel auf. Kommt die Osmo Pocket 4 bei Hochformataufnahmen zum Einsatz, werden Bilder zudem im 9:16-Format (mit 3.456 x 6.144 Pixel oder 1.728 x 3.072 Pixel) oder dem 1:1-Format mit den bekannten Auflösungen gespeichert. Automatisiert erstellte Panoramen sind ebenso möglich, hier verfügen die Dateien aber nur über 4.096 x 1.610 Pixel.

Die höchste Auflösung der DJI Osmo Pocket 4 ist für alle Fotografen die beste Wahl, die die maximale Bildqualität herausholen möchten. Diese Bilder zeigen sichtbar mehr Details als Fotos mit geringer Pixelzahl und bieten deutlich mehr Reserven beim nachträglichen Zuschneiden. Bei den RAW-Dateien ist der Bearbeitungsspielraum dann noch einmal deutlich größer. Hier kann man die Helligkeit und die Farben viel stärker verändern. Wer Bilder vor allem auf Social Media postet oder nur auf einem TV ansehen möchte, kann sich jedoch auch für die kleineren Auflösungen entscheiden. Die Qualität dieser Bilder ist immer noch ansprechend. Darüber hinaus lässt sich mit den geringer aufgelösten Fotos natürlich Speicherplatz sparen (circa 8MB vs. 22MB) und dauert das Abspeichern der Aufnahmen nicht allzu lange. Dieser Vorgang nimmt bei JPEG+RAW-Aufnahmen mit voller Auflösung schon mehrere Sekunden in Anspruch.

Bei weniger Licht sinkt die Bildqualität wie üblich ab, das Bildrauschen hat die Travel-Vlogging-Kamera aber gut unter Kontrolle. Ist es nicht allzu dunkel, lassen sich mit der DJI Osmo Pocket 4 immer noch sehr ansprechende Aufnahmen speichern. Wer die RAW-Bilder verwendet, kann man dank moderner KI-Rauschreduzierungen noch sichtbar mehr herausholen.

Die DJI Osmo Pocket 4 ist aber natürlich nicht nur eine Kamera für Fotos, Videos stehen bei ihr sogar noch etwas mehr im Mittelpunkt. Als maximale Videoauflösung hat sie 4K (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde zu bieten. Für diese Bildrate muss man den Zeitlupen-Modus wählen, hier sind bis zu 8-fache Verlangsamungen möglich. In Full-HD stellen ebenso 240 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate dar. Im klassischen Videomodus sind maximal 60 Vollbilder pro Sekunde möglich, bei dem für schlechte Lichtverhältnisse gedachten „Wenig Licht“-Modus bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde. Hochformataufnahmen erlaubt die DJI Osmo Pocket 4 zudem mit 1.728 x 3.072 Pixel und bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde.

Angesichts der bei 4K- und Full-HD-Auflösung identischen Bildraten würden wir stets zur 4K-Auflösung greifen. Diese zeigt beim direkten Vergleich auch wesentlich mehr Details. Das ist angesichts der viermal höheren Pixelzahl natürlich wenig verwunderlich. Bei der höchsten Bildrate (= Zeitlupe) liegt die Qualität wie üblich nicht ganz auf dem Level von klassischen Aufnahmen, sie fällt in Relation zur Bildrate aber immer noch sehr ansprechend aus. Für Zeitlupenaufnahmen eignet sich die DJI Osmo Pocket 4 daher wirklich gut. Der Dynamikumfang der Osmo Pocket 4 ist bei Fotos und Videos sehr hoch, ausgebrannte Stellen gibt es nur in extremen Situationen. Der starke HDR-Look könnte aber nicht unbedingt jedem gefallen. Hier kann man sich mit einem flachen Bildprofil und den verschiedenen Bildanpassungen aber etwas behelfen.

Bildwinkel der DJI Osmo Pocket 4 im Vergleich:

Das Objektiv der Travel-Vlogging-Kamera fällt mit 20mm KB-Brennweite weitwinkelig aus, dadurch wird bei Vlogs und Selbstporträts ein guter Bildeindruck erzielt. Dank der hohen Sensorauflösung lässt sich mit der DJI Osmo Pocket 4 auch ansprechend zoomen. Bei Fotos geht dies bis zu 2-fach, bei Videos in Full-HD-Auflösung bis zu 4-fach. Dieser Vorgang erfolgt mangels Zoomobjektiv natürlich rein digital. Den bis zu 2-fachen-Zoom kann man durchaus verwenden, bei guten Lichtverhältnissen bleibt die Qualität recht hoch. 4-fache-Zoomvorgänge wirken sich dagegen deutlich negativ auf die Qualität aus. Die Aufnahmen wirken pixelig und zeigen bei nicht optimalen Lichtverhältnissen ein sichtbares Bildrauschen.

Möchte man das Motiv nicht größer abbilden, sondern noch mehr auf das Bild bekommen, lässt sich die Weitwinkellinse verwenden. Diese reduziert die Brennweite auf 15mm und wird magnetisch vor dem Objektiv befestigt. Der deutlich größere Bildwinkel geht jedoch auch mit einer bei kritischen Motiven erkennbaren Verzeichnung einher und die Bildschärfe fällt zum Rand hin ab. Wer nicht zu jeder Zeit die absolut beste Qualität erwartet, kann die Weitwinkellinse jedoch problemlos nutzen.

Dank der schwenkbaren Kamera-Einheit ist die Bildqualität auch bei Selbstporträts sehr hoch:

Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Osmo Pocket 4 natürlich auf dem Gimbal. Dieser gleicht Verwacklungen aus und erlaubt auch Schwenks. Letztere erfolgen automatisiert oder manuell durch den Nutzer. Wer aktuelle Gimbal-Modelle kennt, weiß, wie gut diese arbeiten. Das ist bei der Osmo Pocket 4 nicht anders. Auch beim Gehen oder Laufen erhält man stets ruhige Aufnahmen. Actionkameras können das im Grunde zwar auch, hier sorgt die rein elektronische Stabilisierung bei den stärksten Stabilisierungsmodi jedoch für einen (deutlich) verkleinerten Bildausschnitt sowie eine Verschlechterung der Bildqualität.

Eine Kamera sollte aber natürlich nicht nur eine gute Bildqualität liefern, sondern auch möglichst lange durchhalten. Der fest verbaute Akku der DJI Osmo Pocket 4 ist ein Lithium-Polymer-Modell mit einer Kapazität von 1.545mAh. Laut Datenblatt reicht eine vollständige Ladung für 240 Minuten lange Videoaufzeichnungen. Dieser Wert gilt allerdings nur für Full-HD-Aufnahmen mit 24 Vollbildern pro Sekunde und deaktiviertem Bildschirm. In der Praxis sehen die Aufnahmebedingungen normalerweise ganz anders aus. Wir haben daher einen eigenen Test bei 4K-Auflösung, mit 60 Vollbildern pro Sekunde und eingeschaltetem Display unternommen. Hier erreichte die Travel-Vlogging-Kamera einen sehr respektablen Wert von 137 Minuten. Dabei kam es zu keiner Überhitzung (Umgebungstemperatur 21 Grad Celsius), wenngleich der Griff doch sehr warm wurde. Bei Sonnenschein und im Sommer könnte dies daher anders aussehen. Derart lange wird aber wohl fast keiner mit der Osmo Pocket 4 am Stück filmen wollen.

Ist der Akku einmal leer, erfolgt das Aufladen per USB-C. Mangels austauschbarem Modell sollte der Ladevorgang möglichst schnell erfolgen, um keine zu langen Pausen zu erzwingen. Auch hier schnitt die Travel-Vlogging-Kamera in unserem Test sehr gut ab. Nach lediglich 13 Minuten Ladezeit war der Akku wieder zur Hälfte gefüllt, nach 30 Minuten wurden auf dem Display 100 Prozent angezeigt. Hierfür wird ein Ladegerät mit etwa 45 Watt benötigt, unser Messgerät zeigte knapp 35 Watt als Spitzenwert an.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Osmo Pocket 4:

Links eine Aufnahme mit Standard-Bildwinkel, rechts mit 2-fach-Zoom:

Links eine Aufnahme mit Standard-Bildwinkel, rechts mit 2-fach-Zoom:

Links eine Aufnahme mit 33 Megapixel, rechts mit 9 Megapixel:

Links eine Aufnahme mit 37 Megapixel, rechts mit 9 Megapixel:

Links eine Aufnahme mit Standard-Bildwinkel, rechts mit Weitwinkellinse:

Links eine Aufnahme mit Standard-Bildwinkel, rechts mit Weitwinkellinse:

JPEG- und RAW-Aufnahme:

JPEG- und RAW-Aufnahme:

Links eine 4K-Aufnahme (60p), rechts eine Full-HD-Aufnahme (60p):

Zwei 4K-Aufnahmen: Links 8-fache Zeitlupe (240p), rechts mit D-Log-Stil (60p):

Zwei Aufnahmen in 4K-Auflösung mit 60 Vollbildern pro Sekunde, rechts mit Retro-Stil:

Zwei Aufnahmen in 4K-Auflösung mit 60 Vollbildern pro Sekunde:

Unser Fazit:
Mit dem Osmo Pocket 4 bietet DJI eine Travel-Vlogging-Kamera an, die andere Aufgabengebiete als klassische Kameras abdeckt. Im Fokus stehen – wie der Name bereits verrät – unter anderem Vlogs und Selbstporträts. Zu diesem Zweck ist die nur 191g schwere Kamera mit einem Gimbal ausgestattet, der das Drehen von der Front- in die Rückansicht erlaubt. Anders als bei Smartphones, die bei Selbstporträts die deutlich schwächere Frontkamera nutzen, filmt oder fotografiert man bei der Osmo Pocket 4 stets mit der höchsten Qualität.

Die Osmo Pocket 4 wiegt nur 191g und ist dank Gimbal vielseitig nutzbar:

Der Gimbal erlaubt darüber hinaus manuelle sowie automatisierte Schwenks und sorgt dank seiner sehr effektiven Stabilisierung für ruhige Aufnahmen. Unterschiedliche Gimbal-Modi ermöglichen abhängig von der Situation stets die besten Ergebnisse und auch sonst hat die DJI Osmo Pocket 4 zahlreiche Einstellungen zu bieten. Wer diese nicht benötigt, kann jedoch auch beruhigt zu den Automatik-Modi greifen.

Entscheiden würden wir uns dagegen in jedem Fall für die maximal wählbaren Auflösungen. Bei Fotos im 16:9-Format wären dies beispielsweise 33 Megapixel und bei Videos die 4K-Auflösung. Hier erhält man Aufnahmen mit einer wirklich guten Qualität. Die rund 9 Megapixel auflösenden Standardfotos sind für den Social-Media-Einsatz oder die Wiedergabe auf einem TV immer noch sehr gut geeignet, hier verschenkt man jedoch einen Teil der sehr guten Bildqualität. Für Full-HD gilt dies ebenso. Dank der bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde in 4K besteht effektiv auch kein Anlass, eine geringere Auflösung zu wählen. Dass die Qualität selbst bei der höchsten Bildrate nur geringfügig absinkt, ist zudem wirklich beachtlich.

Der 1,0-Zoll-Sensor liefert sehr überzeugende Fotos und Videos:

Die Bedienung der Osmo Pocket 4 ist denkbar einfach. Unter anderem sorgt das Ein- und Ausschalten der Travel-Vlogging-Kamera durch das Drehen des Displays für einen hohen Komfort. Die Menüs sind zudem übersichtlich. Punkten kann die Kamera des Weiteren mit einem großen Zubehörangebot. Die Verbindung eines externen Mikrofons ist beispielsweise sehr einfach. Der Akku ist bei der Osmo Pocket 4 zwar leider fest verbaut und somit nicht schnell wechselbar, er lässt sich jedoch sehr schnell aufladen (30 Minuten von leer bis voll) und sorgt für lange Einsatzzweiten (137 Min bei 4K60p). Das Gesamtpaket der DJI Osmo Pocket 4 kann sich zweifellos sehen lassen, für bestimmte Aufnahmezwecke gibt es aktuell keine bessere Kamera am Markt.

Die dkamera.de-Awards der DJI Osmo Pocket 4:

Autor: dkamera.de Redaktion
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