Teil 2 von 3: Insta360 Ace Pro 2 vs. DJI Osmo Action 5 Pro vs. GoPro HERO13 Black
Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Vergleichstests der Insta360 Ace Pro 2, GoPro HERO13 Black und DJI Osmo Action 5 Pro unter anderem mit den Auflösungen, Bildraten sowie den Gehäusen beschäftigt hatten, nehmen wir nun die Objektive, Sichtfelder und Stabilisierungs-Optionen unter die Lupe.
Bei den Objektiven der Actionkameras handelt es sich wie üblich um Fisheye-Objektive. Bei der Insta360 Ace Pro3 ist ein Leica Super-Summarit-A 12mm F2,6 Asph. verbaut, GoPro und DJI bezeichnen die Objektive nicht genauer. GoPro spricht von einer Optik mit 12mm KB-Brennweite und Blende F2,5, DJI nennt einen Bildwinkel von 155 Grad, eine Brennweite von neun Millimetern und eine Blende von F2,8. Dabei gilt es zu bedenken, dass die gezeigten Bildausschnitte von zahlreichen Parametern abhängig sind. Neben der Stabilisierung und dem Seitenverhältnis spielt dabei das Sichtfeld eine entscheidende Rolle. Bei Fotos kann man grundsätzlich zwischen dem klassischen Fisheye-Bild mit Verzerrungen sowie zwischen verzerrungsfreien Optionen wählen. Letztere werden als Linear (HERO13 Black und Ace Pro 2), Dewarp (Ace Pro 2) oder Standard (Osmo Action 5 Pro) bezeichnet. Deutlich mehr Optionen stehen bei Videos zur Wahl.
Bei der Insta360 Ace Pro 2 kann man sich zwischen „ActionView“, „UltraWide“, „Natürlicher Weitwinkel“ (= MEGA), „Dewarp“, „Linear" sowie 45 Grad Horizontsperre und 360 Grad Horizontsperre entscheiden, bei der HERO13 Black zwischen „HyperView“, „SuperView“, „Weit“, „Linear“ und „Linear + Horizontsperre“. Die Osmo Action 5 Pro hat die Optionen „Extra weit“, „weit“ und „Standard (Entzerrung) zu bieten. Bei den weitesten Sichtfeldern nutzen die Kameras bei Aufnahmen im 16:9-Format zusätzliche Sensorflächen und stauchen diese Bilddaten in das 16:9-Format. Dadurch können sich stärkere Verzerrungen ergeben. Wer möglichst natürliche Aufnahmen benötigt, sollte sich für die linearen und Standard-Sichtfelder mit geringen Verzerrungen entscheiden. Zoomen kann man jeweils bis zu zweifach digital, dies wird allerdings nicht bei den höchsten Auflösungen unterstützt. Die HERO13 Black bietet bei der maximalen Auflösung noch einen 1,4-fach-Zoom an.
Die Bildstabilisierung der aktuellen Actionkameras arbeitet rein digital, das gilt auch für unsere Testmodelle. Dank ausgefeilter Algorithmen und der sehr weitwinkeligen Objektive stellt dies heutzutage kein Problem dar, Bewegungen lassen sich ohne größere Nachteile ausgleichen.
Zu bedenken gibt es allerdings, dass sehr starke Stabilisierungen einen Einfluss auf die wählbaren Auflösungen und Bildraten haben. Zumindest bei der Insta360 Ace Pro 2 und der DJI Osmo Action 5 Pro. Besitzer der Kamera von Insta360 können bei der vollen Auflösung die Stabilisierungs-Modi „Gering“, „Standard“ und „Hoch“ verwenden. Für die 45 Grad Horizontsperre und 360 Grad Horizontsperre, die starke Drehungen ausgleichen können, muss man auf 4K30p zurückschalten. Grundsätzlich gilt es dabei zu beachten, dass diese beiden Optionen nicht bei den Stabilisierungsmodi zu finden sind, sondern bei den Sichtfeld-Optionen. Effektiv betrachtet gehören sie jedoch zur Bildstabilisierung. Bei der Osmo Action 5 Pro lassen sich ohne Einschränkungen die RockSteady- und die RockSteady+-Stabilisierung verwenden, bei der HorizonBalancing-Stabilisierung ist man auf die 4K-Auflösung (16:9) und maximal 60 Vollbilder pro Sekunde beschränkt. Die 360-Grad-Drehungen ausgleichende HorizonSteady-Stabilisierung macht das Herunterschalten auf 2,7K-Aufnahmen (16:9) und 60 Vollbilder pro Sekunde notwendig.
360-Grad-Stabilisierungen der Actionkameras im Vergleich:
Aufnahme der Insta360 Ace Pro 2
Aufnahme der DJI Osmo Action 5 Pro
Aufnahme der GoPro HERO13 Black
Besitzer der GoPro HERO13 Black haben es am einfachsten. Hier kann man sich nur für Stabilisator „Ein“, „Aus“ oder „AutoBoost“ entscheiden. Letztere Option passt die Stabilisierungsleistung automatisch an die Stärke der Verwacklung an. Wer auch 360-Grad-Drehungen ausgleichen möchte, muss das Sichtfeld „Linear + Horizontausrichtung“ wählen. Alle drei Kameras können Bewegungen sehr gut ausgleichen, die GoPro liefert insgesamt betrachtet allerdings das überzeugendste Ergebnis. Zum einen, weil sie Bewegungen am effektivsten verringert, zum anderen, weil es keine Einschränkungen hinsichtlich der Bildrate und Auflösung gibt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass GoPro hierfür natürlich auf die Interpolation der Bilddaten setzt.
Die Bedienung:
Nahezu alle Actionkameras, die heutzutage angeboten werden, bedienen sich sehr ähnlich. Eingaben erfolgen über zwei Tasten und das Touchscreendisplay. Auf dieses Konzept trifft man auch bei unseren Testgeräten. Die Taste auf der Oberseite dient bei Fotoaufnahmen als Auslöser und wird bei Videos zum Starten bzw. Stoppen verwendet. Die Taste an der Seite schaltet die Kamera ein sowie aus und erlaubt die Wahl des Aufnahmemodus. Letzteren kann man zudem auch durch Wischen über das Display ändern.
Apropos Display: Wie bereits im ersten Teil dieses Testberichts angesprochen, verfügen alle drei Kameras jeweils über zwei Displays. Eines auf der Vorderseite und eines auf der Rückseite. Während die LCDs der HERO13 Black und der Ace Pro 2 auf der Vorderseite über kein Touchscreen verfügen, ist beim OLED der Action 5 Pro jedoch eines vorhanden.
Die wichtigsten Aufnahmeparameter lassen sich bei allen drei Kameras schnell verändern, bei der Ace Pro 2 und Osmo Action 5 Pro finden wir die Bedienung aber noch etwas komfortabler. Das liegt unter anderem an größeren Touchtasten. Bei der HERO13 Black wurden diese schon etwas klein dimensioniert. Bei der Insta360 Ace Pro 2 könnte der Auslöser unserer Meinung nach noch etwas leichtgängiger ausfallen, diesen muss man doch schon mit einiger Kraft drücken. Das ist nicht immer optimal möglich. Zum Beispiel, wenn die Kamera auf einer wackeligeren Halterung montiert wurde.
Manuelle Belichtungseingaben unterstützen alle drei Kameras, bei der Kamera von GoPro sind diese aber nicht so schnell vorzunehmen. Das haben Insta360 und DJI besser gelöst. Lobenswert: Konfigurierbare Aufnahme-Modi bringen alle drei Kameras mit, dadurch lassen sich bestimmte Einstellungen schnell und einfach nutzen.
Allgemeine Einstellungen finden sich bei unseren Testgeräten jeweils im Hauptmenü. Über dieses werden beispielsweise die Helligkeit der Displays oder die Stand-by-Zeit verändert sowie Verbindungseinstellungen vorgenommen. Apropos: Verbindungen. Alle drei Actionkameras funken mit WLAN und Bluetooth, darüber lassen sich auch Mikrofone und Headsets kabellos verbinden. An der GoPro HERO13 Black kann man via optional erhältlichem MediaMod zudem kabelgebundene Mikrofone anschließen. Bei der Ace Pro 2 und Osmo Action 5 Pro geht dies auch, dafür wird der jeweils optional erhältliche Mikrofonadapter benötigt.
Zur Fernsteuerung bieten alle drei Unternehmen jeweils eine Bluetooth-Fernbedienung an, bei der Ace Pro 2 und Action 5 Pro lassen sich damit auch die GPS-Koordinaten aufzeichnen. Bei der HERO13 Black ist dies durch das integrierte GPS-Modul nicht notwendig. Die meisten Nutzer werden zur Fernsteuerung jedoch auf die jeweiligen Apps zurückgreifen. Die Insta360-App und die Quik-App von GoPro lassen sich in den App-Stores von Android und iOS herunterladen, die App von DJI muss man manuell installieren.
Grundsätzlich fallen die Apps ähnlich aus. Zur Bildkontrolle gibt es ein großes Livebild, die gewählten Einstellungen werden an den Rändern angezeigt. Zudem finden sich hier eine Reihe von Touchtasten, über die Eingaben vorgenommen werden können. An Optionen fehlt es bei keiner der drei Apps, alle relevanten Parameter lassen sich anpassen.
Darüber hinaus ermöglichen die Apps natürlich auch die Wiedergabe und das Auslösen aus der Ferne. Verwendet werden die Apps zudem für Firmware-Updates und bei der HERO13 Black sowie der Osmo Action 5 Pro für das Livestreaming. Letzteres unterstützt die Ace Pro 2 nicht.
Will man die Kameras aus einer etwas kürzeren Entfernung steuern und dabei nicht auf die App oder eine Fernbedienung zurückgreifen, ist dies auch per Sprache oder mittels Gesten möglich. Die Gestensteuerung erlaubt allerdings nur die Ace Pro 2 (Foto und Video machen), per Sprache kann man alle drei Kameras steuern.
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Insta360 Ace Pro 2 |
DJI Osmo Action 5 Pro |
GoPro HERO13 Black |
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Take a Photo |
Take Photo |
GoPro Aufnahme starten |
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Start Recording |
Start Recording |
GoPro Aufnahme beenden |
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Stop Recording |
Stop Recording |
GoPro Foto machen |
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Mark That |
Shut Down |
GoPro Serienaufnahme machen |
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Shutdown Camera |
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GoPro Zeitraffer starten |
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GoPro Zeitraffer stoppen |
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GoPro HiLight |
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GoPro ausschalten |
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GoPro Foto-Modus |
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GoPro Video-Modus |
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GoPro Zeitraffer-Modus |
Die GoPro HERO13 Black unterstützt dabei nicht nur die meisten Befehle, die Actionkamera kann als einziges Modell in diesem Test auch auf Deutsch gesteuert werden. Bei der Ace Pro 2 und der Osmo Action 5 Pro geht dies nur auf Englisch.
Zubehör lässt sich für alle drei Actionkameras erwerben. Dazu gehören unter anderem Fernbedienungen, Ladegeräte, Schutzgehäuse oder auch Mini-Stative. GoPro bietet für die HERO13 Black zudem spezielle Objektive an. Diese lassen sich an der Kamera montieren und können das Sichtfeld verändern. Neben dem Lens Mod Ultrawide kann man den Lens Mod Macro sowie den Lens Mod Anamorph erwerben. Der Lens Mod Ultrawide sorgt für ein größeres Sichtfeld (177 Grad), der Lens Mod Macro verkürzt die Naheinstellgrenze auf elf Zentimeter und der Lens Mod Anamorph erlaubt anamorphe Aufnahmen. Alle Objektive werden von der HERO13 Black automatisch erkannt, bei der Auflösung und Bildrate sind jedoch unterschiedliche Einschränkungen zu beachten.
Wer keines dieser Zusatzobjektive nutzt, kann auch ND-Filter verwenden. Letztere lassen sich allerdings auch für die anderen beiden Actionmodelle in diesem Test erwerben. Weitere Details zu einzelnen Zubehörartikeln finden Sie bei unseren jeweiligen Einzeltests.
Im dritten Teil unseres Vergleichs gehen wir auf die Bildqualität der Actionkameras und die Akkulaufzeiten ein.