Drei High-End-Actionkameras im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Insta360 Ace Pro 2 vs. DJI Osmo Action 5 Pro vs. GoPro HERO13 Black

Nachdem wir uns im zweiten Teil unseres Tests mit den Sichtfeldern, der Stabilisierung und der Bedienung der Insta360 Ace Pro 2, GoPro HERO13 Black und DJI Osmo Action 5 Pro beschäftigt hatten, nehmen wir in diesem dritten und letzten Teil unter anderem die Bildqualität sowie die Akkulaufzeit unter die Lupe.

Die Bildqualität:
Die Bildqualität steht bei Actionkameras nicht ganz so im Fokus wie bei „richtigen“ Kameras, bei Actionmodellen sind andere Kriterien, wie beispielsweise eine optimale Stabilisierung, mindestens genauso wichtig. Trotzdem möchten viele Nutzer auch beim Einsatz von Actionkameras ein gewisses Level an Qualität erreichen. Dieses hängt sowohl vom Sensor als auch von der internen Bildverarbeitung ab. Zunächst nehmen wir bei unserem Test die Bildqualität der Fotos (JPEG) unter die Lupe.

Hier zeigt sich ein eindeutiges Ergebnis. Die Insta360 Ace Pro 2 kann am meisten Details auflösen, das Bildrauschen ist allerdings auch deutlich zu sehen. Bei der GoPro HERO13 Black und der DJI Osmo Action 5 Pro fällt dieses dagegen wesentlich weniger auf. Die Aufnahmen sind jedoch auch detailärmer. Das gilt vor allem für die Kamera von GoPro. Wirklich wundern sollte man sich über dieses Ergebnis allerdings nicht, die HERO13 Black besitzt sowohl den kleinsten Sensor als auch das Modell mit der geringsten Auflösung. Daneben liegt die HERO13 Black in puncto Dynamikumfang zurück. Es zeigt sich ganz eindeutig, dass der mittlerweile in die Jahre gekommene Sensor dringend erneuert werden sollte.

Bei Nacht zeigen alle drei Actionkameras eine deutlich schlechtere Bildqualität. Bei der Insta360 Ace Pro 2 sorgt die PureShot-Aufnahme für ein vergleichsweise geringes Bildrauschen, dies wirkt sich jedoch negativ auf die Detailwiedergabe aus. Die Aufnahmen werden stark geglättet, der Bildeindruck ist unnatürlich. Das trifft allerdings vor allem zu, wenn man die Bilder stärker vergrößert. Bei der Wiedergabe ohne Vergrößerung wirken die Fotos recht ansprechend. Die DJI Osmo Action 5 Pro liefert insgesamt betrachtet natürlichere Fotos, das Bildrauschen hält sich in Grenzen. Die Aufnahmen der GoPro HERO13 Black schneiden dank des SuperFoto-Modus, der mehrere Bilder kombiniert, ähnlich ab. Details werden gut wiedergegeben, das Bildrauschen ist nur einen Tick höher.

Nach der Bildqualität der Fotos prüfen wir natürlich auch die Qualität der Videos. Auch hier zeigt sich, dass bei Tag die Auflösung der Videos von höchster Relevanz ist. Die Insta360 Ace Pro 2 gibt Details dank 8K-Auflösung am besten wieder, der Vorsprung gegenüber der zweitplatzierten HERO13 Black mit 5,3K-Auflösung ist groß. Die Kamera von GoPro kann wiederum sichtbar mehr Details als die Osmo Action 5 Pro mit maximal 4K-Auflösung wiedergeben. Dass DJI die Videoauflösung auf 4K trotz gesteigerter Sensorauflösung beschränkt, macht sich in diesem Vergleich eindeutig bemerkbar. Sichtbar ist zudem, dass die Insta360 Ace Pro 2 und Osmo Action 5 Pro bei klassischen Aufnahmen einen größeren Dynamikumfang besitzen. Das Bild der GoPro HERO13 Black hält diesbezüglich nicht mit.

Zu erwähnen gilt es an dieser Stelle allerdings noch, dass die Kamera von Insta360 bei 8K-Auflösung maximal 30 Vollbilder pro Sekunde schafft. Das ist für viele Actionaufnahmen zu wenig. Die HERO13 Black erreicht in 5,3K-Auflösung gute 60 Vollbilder pro Sekunde. Bei der Action 5 Pro haben wir uns bei diesem Vergleich ebenfalls für 60 Vollbilder pro Sekunde (dies jedoch in 4K-Auflösung) entschieden.

Wer starke Zeitlupen benötigt, kann sich bei allen drei Kameras in 4K-Auflösung für bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde entscheiden. Da alle Kameras hier genau dieselben Spezifikationen erreichen, nehmen wir die Bildqualität zusätzlich noch bei 4K120p unter die Lupe. Hier zeigt sich zum einen, dass die HERO13 Black wieder den kleinsten Dynamikumfang besitzt. Die Detailwiedergabe fällt aufgrund der identischen Auflösungen nicht mehr ganz so unterschiedlich aus, die Insta360 Ace Pro 2 bleibt jedoch der Sieger. Danach folgt die HERO13 Black und die Osmo Action 5 Pro belegt den dritten Platz.

Schlechte Lichtverhältnisse sorgen bei Actionkameras für deutlich schlechtere Ergebnisse. Auf jeden Fall sollte die Bildrate so stark wie möglich reduziert werden, um die Sensorempfindlichkeit zu minimieren. Wir haben uns beim Test für 4K-Aufnahmen mit 25 Vollbildern pro Sekunde entschieden und alle möglichen Schwachlicht-Optionen aktiviert. Bei der Ace Pro 2 kam daher der PureVideo-Modus zum Einsatz, bei der DJI Osmo Action 5 Pro der SuperNight-Modus. Das Ergebnis könnte bei diesem Test nicht klarer ausfallen: Die Kamera von Insta360 liefert das hellste und zugleich auch das detailreichste Bild. Die Aufnahmen der DJI-Kamera sind auch noch recht hell, eine starke Rauschreduzierung lässt jedoch fast alle feinen Details verschwinden. Zur GoPro HERO13 Black lässt sich sagen: Das Bild ist allgemein dunkler und stark verrauscht. Dafür bekommt man teilweise etwas mehr Details zu sehen. Der allgemeine Eindruck ist jedoch so schlecht, dass wir eine stark weichgezeichnete Aufnahme eindeutig vorziehen würden. Wer viele Videos bei wenig Licht aufnehmen möchte, sollte eindeutig zur Insta360 Ace Pro 2 greifen.

Die Akkulaufzeiten der Kameras weichen trotz ähnlicher Akkus deutlich voneinander ab:

Die Akkulaufzeiten der Testkameras hängen sowohl von der verbauten Hardware und deren Verbrauch als auch von den verwendeten Akkus ab. Die Insta360 Ace Pro 2 nutzt 1.800mAh starke Akkus, die HERO13 Black Modelle mit 1.900mAh und die Osmo Action 5 Pro Modelle mit 1.950mAh.  Die mit Abstand längsten Aufnahmen mit einer Akkuladung erlaubt die Osmo Action 5 Pro. Sie filmt in 4K-Auflösung mit 120 Vollbildern pro Sekunde satte 101 Minuten, bevor der Akku leer ist.

Unsere anderen beiden Testmodelle schaffen das bei Weitem nicht. Die GoPro HERO13 Black filmt in 5,3K-Auflösung mit 60 Vollbildern pro Sekunde 74 Minuten pro Akkuladung und bei 4K-Auflösung mit 120 Vollbildern pro Sekunde 72 Minuten. Wer mit der Insta360 Ace Pro 2 arbeitet, kann dies in 8K-Auflösung mit 30 Vollbildern pro Sekunde für 53 Minuten und in 4K-Auflösung mit 120 Vollbildern pro Sekunde für 65 Minuten.

Alle drei Testmdelle überhitzen ohne aktive Kühlung, die Ace Pro 2 hält dabei am längsten durch:

Grundsätzlich gilt es dabei allerdings zu bedenken, dass Actionkameras ohne aktive Kühlung nicht allzu lange betrieben werden können. Dann überhitzen das Gehäuse sowie der Akku und die Kameras schalten sich ab. In 4K-Auflösung mit 120 Vollbildern pro Sekunde ist das bei der DJI Osmo Action 5 Pro nach 27 Minuten der Fall. Die GoPro HERO13 Black hält 40 Minuten durch und die Insta360 Ace Pro 60 Minuten. Wer längere Aufnahmen am Stück benötigt, sollte also zur Kamera von Insta360 greifen.

Die Kamera von Insta360 lässt sich mit bis zu 29 Watt aufladen, das verkürzt die Ladezeit enorm:

Ist der Akku einmal leer und soll in der Kamera wieder aufgeladen werden, lässt sich dafür ein handelsübliches USB-Netzteil verwenden. Bei unserem Modell (Ugreen GaN Fast Charger) mit 65 Watt kamen wir auf folgende Ladezeiten. Die Ace Pro 2 war bereits nach 20 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen, die Osmo Action 5 Pro nach 23 Minuten und die HERO13 Black ließ sich dafür wesentlich längere 68 Minuten Zeit. Der Blick auf ein Strommessgerät zeigt, wie diese Unterschiede zustande kommen. Die Ace Pro 2 lässt sich fast mit29 Watt aufladen, die Action 5 Pro mit bis zu 24 Watt und die HERO13 Black lediglich mit maximal acht Watt.

Unsere drei Testkameras stellen die High-End-Modelle der aktuellen Generation dar:

Unser Fazit:
Im Segment der Actionkameras hat sich in den letzten Jahren einiges getan. GoPro war als Platzhirsch lange Zeit unantastbar und der Konkurrenz teilweise weit voraus. In der letzten Zeit konnte die Konkurrenz jedoch stark zulegen. Gleichzeitig verbesserte GoPro vor allem das Zubehör und weniger die Aufnahme-Hardware sowie das Gehäuse. Dass ein Update notwendig wäre, um sich den höchsten Platz auf dem Podest zu sichern, zeigt dieser Vergleichstest jedoch eindeutig. In puncto Bildqualität liegt die Insta360 Ace Pro 2 vorne, sie gibt sowohl bei Fotos als auch bei Videos die meisten Details wieder. Dies gilt nicht nur für die maximale Auflösung, sondern auch für 4K-Aufnahmen mit 120 Vollbildern pro Sekunde. Bei Fotos sehen wir die DJI Osmo Action 5 Pro auf dem zweiten Platz, bei Videos mal die GoPro HERO13 Black und mal die DJI Osmo Action 5 Pro. Die Kamera von GoPro kann zwar etwas mehr Details wiedergeben, der Dynamikumfang ist bei Standardeinstellungen jedoch geringer. DJI verschenkt bei Videos Punkte durch die Begrenzung auf die 4K-Auflösung. Dieses Vorgehen verstehen wir nur bedingt, der Sensor würde höhere Auflösungen durchaus erlauben.

Die maximalen Auflösungen weichen vor allem bei Videos deutlich voneinander ab:

Das Angebot an Auflösungen und Bildraten ist bei allen drei Kameras hoch und lässt – mit Ausnahme der fehlenden höheren Auflösungen bei der Osmo Action 5 Pro – praktisch kaum Wünsche offen. Einen Pluspunkt sammelt die HERO13 Black durch ihre zusätzlichen Slo-Mo-Optionen. Mit bis zu 400 Bildern pro Sekunde stellt sie die anderen Testmodelle in den Schatten. Wer sehr starke Zeitlupen benötigt, fährt mit der Kamera von GoPro daher am besten (wenn kurze Aufnahmezeiten ausreichen). Die Bildqualität ist aber eigentlich nur bei der 5,3K120p-Option ausreichend hoch. In Full-HD schaffen auch die Insta360 Ace Pro 2 und die Osmo Action 5 Pro starke Zeitlupen, die Qualität ist wie bei der HERO13 Black aber wenig überzeugend.

Bewegungen gleichen die digitalen Stabilisierungen der Kameras in der Regel sehr gut aus, selbst 360-Grad-Drehungen lassen sich verhindern. Hier werden die Bildwinkel – verständlicherweise – aber deutlich kleiner und muss bei der Ace Pro 2 sowie der Osmo Action 5 Pro auf höhere Auflösungen und Bildraten sowie größere Sichtfelder verzichtet werden. Apropos Sichtfelder: Davon bietet jede Actionkamera diverse an. Bei den größten Sichtfeldern zeigen sich wie üblich starke Fisheye-Effekte, bei den kleineren Sichtfeldern sind diese deutlich geringer bis kaum sichtbar.

Alle drei Actionkameras haben sehr gute Bildstabilisatoren als auch viele Optionen zu bieten:

An weiteren Videooptionen mangelt bei den getesteten Actionkameras ebenso nicht, im Gegenteil: Neben HDR-Aufnahmen werden Log-Profile und flache Bildstile unterstützt, bis auf die Ace Pro 2 kann man zudem mit 10-Bit filmen. Zu den manuellen Optionen gehören des Weiteren alle relevanten Belichtungsparameter. Bei der Fotoaufnahme kann man ebenso mehrere Modi nutzen und auch RAW-Bilder speichern. Das ist lobenswert! Den Bedienkomfort empfinden wir bei der Insta360 Ace Pro 2 und Osmo Action 5 Pro etwas höher als bei der HERO13 Black, letztere punktet dafür bei der Sprachsteuerung. Wirklich groß sind die Unterschiede allerdings nicht, für die Apps gilt dies ebenso. Mittels Gesten kann man allerdings nur die Kamera von Insta360 steuern.

Das schwenkbare LCD der Ace Pro 2 sorgt für einen höheren Komfort:

Bei den Gehäusen ist die Bewertung von der Frage abhängig, welche Kriterien persönlich relevant sind. Die Insta360 Ace Pro 2 ist mit Abstand die größte und schwerste Actionkamera, die Osmo Action 5 Pro das kleinste und leichteste Modell. Dafür verfügt die Ace Pro 2 über ein schwenkbares Display. Das benötigt man nicht immer, im Fall der Fälle ist der Komfortgewinn jedoch hoch. Einen Bonuspunkt erhält die Osmo Action 5 Pro für ihre OLED-Panels. Als einzige Kamera verfügt sie zudem auch beim Frontdisplay über eine Touchoberfläche.

Die Gehäuse sind staub- und wasserdicht sowie frostsicher:

Dass gerade die kleinste und leichteste Kamera unseres Trios über die besten Abdichtungen (20m vs. 12mm vs. 10m) verfügt, sollte ebenso erwähnt werden. Vorne liegt die Osmo Action 5 Pro des Weiteren bei der Akkulaufzeit und der Zeit, die zum Laden des Akkus benötigt wird. Mit 101 Minuten bei 4K120p filmt die Kamera von DJI viel länger als die Konkurrenz (Ace Pro 2: 65 Minuten; HERO13 Black: 72 Minuten), der Akku ist zudem schon nach 23 Minuten aufgeladen. Die Ace Pro 2 liegt mit 20 Minuten im Vergleich dazu sogar noch einmal leicht in Front, die HERO13 Black benötigt mit 68 Minuten sehr viel länger. In puncto Aufnahmedauer (bis zum Überhitzen) gibt es mit der Ace Pro 2 (60 Minuten bei 4K120p) dagegen einen anderen Sieger. Die HERO13 Black kommt auf 40 Minuten und die Osmo Action 5 Pro liegt mit 27 Minuten abgeschlagen zurück.

Jede Kamera hat Stärken und Schwächen, vor allem der Einsatzzweck ist entscheidend:

Das für alle drei Kameras erhältliche Zubehör fällt mit Schutzgehäusen, Fernbedienungen, Zusatzakkus oder Selfiesticks groß aus, das mit Abstand größte Angebot gibt es jedoch für die GoPro HERO13 Black. Dank unterschiedlicher Objektive kann man hier sogar den Bildeindruck deutlich verändern. ND-Filter gibt es dagegen für jede Kamera und auch das Schutzglas lässt sich tauschen.

Welche Actionkamera letztendlich das beste Modell ist, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Das beste Gesamtpaket liefert unserer Meinung nach die Insta360 Ace Pro 2. Für die DJI Osmo Action 5 Pro sprechen unter anderem die geringen Abmessungen sowie das besonders robuste Gehäuse, die GoPro HERO13 Black punktet mit den höchsten Bildraten, dem größten Zubehörangebot sowie der besten Stabilisierung.

Der dkamera-Award zum Vergleichstest der drei High-End-Actionkameras:

Autor: dkamera.de Redaktion
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