Drei High-End-Actionkameras im Vergleich (Teil 1)

Teil 1 von 3: Insta360 Ace Pro 2 vs. DJI Osmo Action 5 Pro vs. GoPro HERO13 Black

Nachdem wir bereits letztes Jahr die drei besten Actionkameras der drei bekanntesten Hersteller miteinander verglichen hatten, wollen wir die neuen Flaggschiffe auch dieses Jahr in einem großen Vergleichstest gegeneinander antreten lassen. Insta360 schickt die Ace Pro 2 ins Rennen, GoPro die HERO13 Black und DJI die Osmo Action 5 Pro.

Zu unseren Einzeltestberichten gelangen Sie über folgende Links:
Testbericht der Insta360 Ace Pro 2
Testbericht der GoPro HERO13 Black
Testbericht der DJI Osmo Action 5 Pro

Die technischen Daten:
Die Gehäuse vieler Actionkameras am Markt sehen sehr ähnlich aus. Vom Standarddesign, das vor allem auf die Kameras von GoPro zurückgeht, weicht kaum ein Hersteller deutlicher ab. Völlig gleich sind die drei Actionkameras in diesem Vergleich dann aber doch nicht, Unterschiede gibt es mehrere. Zum einen fallen unsere Testmodelle unterschiedlich groß aus. Die Insta360 Ace Pro 2 ist mit Abmessungen von 7,2 x 5,2 x 3,8cm mit Abstand am größten, danach folgt die GoPro HERO13 Black mit 7,2 x 5,1 x 3,4cm. Die DJI Osmo Action 5 Pro ist das kleinste Modell (7,1 x 4,4 x 3,3cm).

Die Insta360 Ace Pro 2 ist die größte und schwerste Actionkamera unseres Trios:

Auf der Waage machen sich diese Unterschiede natürlich ebenso bemerkbar. Die Ace Pro 2 wiegt mit 180g am meisten, die HERO13 Black und die Osmo Action 5 Pro liegen mit 158g und 146g etwas darunter. Ob man nun eine besonders kompakte und leichte Actionkamera benötigt, hängt natürlich vom Einsatzzweck ab. Trifft dies zu, ist die Ace Pro 2 wohl kaum das beste Modell. Die Kamera hat dafür andere Qualitäten zu bieten: Als einzige unserer drei Testkameras ist sie mit einem schwenkbaren Display ausgestattet. Dieses lässt sich um bis zu 180 Grad nach oben klappen, weshalb es sich auch von der Vorderseite einblicken lässt. Dies ist für Selbstporträts von großem Vorteil. Bei der klassischen Bildkontrolle hinter der Kamera sorgt die schwenkbare Aufhängung ebenso für einen Komfortgewinn.

Das Display der Ace Pro 2 lässt sich um bis zu 180 Grad nach oben klappen:

Das rückseitige Display der DJI Osmo Action 5 Pro ist genauso fest verbaut ...

... wie das Rückseiten-Display der GoPro HERO13 Black:

Die GoPro HERO13 Black und die DJI Osmo Action 5 Pro sind mit einem fest verbauten Rückseitendisplay ausgestattet. Für die Bildkontrolle vor der Kamera lässt sich jedoch das auf der Vorderseite verbaute Display verwenden. Dieses zeigt bei der Insta360 Ace Pro 2 nur Statusinformationen an. Auf den Rückseiten sind die Displays jeweils mit einem Touchscreen für Eingaben ausgestattet, auf der Vorderseite findet sich ein Touchscreen dagegen nur bei der Kamera von DJI.

Das Front-LCD der Insta360 Ace Pro 2 zeigt nur Statusinformationen an:

Das OLED der Action 5 Pro erlaubt neben der Bildkontrolle auch Eingaben:

Bei der HERO13 Black ist das Front-LCD nur für die Bildkontrolle geeignet:

Die Abmessungen und Auflösungen der Displays geben die Hersteller wie folgt an: Die Insta 360 Ace Pro 2 verfügt auf der Rückseite über ein 2,5 Zoll großes LCD und auf der Vorderseite über ein nicht genauer spezifiziertes Modell. Bei der GoPro HERO13 Black ist das rückseitige LCD 2,27 Zoll groß, das Front-LCD misst 1,4 Zoll.  DJI spricht von einem 2,5 Zoll großen OLED auf der Rückseite und von einem 1,46 Zoll messenden OLED auf der Vorderseite. Die Pixeldichte gibt DJI mit knapp 331 ppi (Rückseite) bzw. 326 ppi (Vorderseite) an, die Insta360 Ace Pro 2 verfügt über ein Rückseiten-LCD mit 329 ppi.

Sehr ähnliche Werte erreichen die LCDs der HERO13 Black: Beim Vorderseiten-LCD sollen es 331 ppi und beim Rückseiten-LCD 326 ppi sein. Der Praxiseindruck bestätigt diese Werte: Hinsichtlich der Schärfe gibt es keinen relevanten Unterschied. Die OLED-Panels der DJI Osmo Action 5 Pro ermöglichen allerdings deutlich bessere Schwarzwerte und sorgen somit effektiv für einen besseren Bildeindruck.

Staub, Wasser und Frost können unseren Testmodellen nichts anhaben:

Die Gehäuse aller drei Actionkameras bestehen äußerlich aus Kunststoff und sind teilweise mit einer Gummierung überzogen. Natürlich sind Abdichtungen zum Schutz vor Staub und Wasser vorhanden, hier ergeben sich jedoch größere Unterschiede. Mit der Osmo Action 5 Pro kann man ohne Schutzgehäuse am tiefsten tauchen. DJI gibt eine Wasserdichtigkeit bis 20m an. Danach folgt die Insta360 Ace Pro 2 mit zwölf Metern, die GoPro HERO13 Black kommt auf zehn Meter. Diese Unterschiede sind deutlich, DJI traut seiner Kamera eindeutig am meisten zu. Mit den jeweiligen Schutzgehäusen, die allerdings optional erworben werden müssen, lassen sich jeweils bis zu 60m erreichen. Der Frostschutz ist bei der Ace Pro 2 und der Osmo Action 5 Pro mit -20 °C am besten, die HERO13 Black lässt sich bis minus Grad Celsius nutzen.

Der Objektivschutz lässt sich bei allen drei Actionkameras entfernen und wechseln:

Bei den Haltesystemen, die die Montage auf einem Stativ oder einer anderen Halterung erlauben, setzt jeder Hersteller auf eine individuelle Lösung. GoPro nutzt dafür die seit vielen Jahren vorhandenen integrierten Befestigungsösen, zudem kann man die Kamera auch mittels eines klassischen Stativgewindes (1/4 Zoll) und einer magnetischen Halterung (optional erhältlich) befestigen. Die Ace Pro 2 und die Osmo Action 5 Pro erlauben die Montage ebenfalls durch ein Einklippsystem, legen die magnetische Halterung der Kamera aber standardmäßig bei. Dank der verwendeten Magnete lassen sich diese Halterungen sehr komfortabel verwenden und schnell an- sowie abmontieren. Wer ein klassisches Stativ nutzt, ist bei der Kamera von GoPro jedoch besser aufgehoben.

Die Haltesysteme der Kameras von Insta360 und DJI ähneln sich am stärksten:

Die HERO13 Black verfügt als einziges Modell in diesem Test über ein Stativgewinde:

Für die Stromversorgung setzen alle drei Testmodelle in diesem Vergleich auf wechselbare Akkus. Diese lassen sich in der Kamera per USB-C aufladen oder bei Bedarf durch einen anderen Akku schnell ersetzen. Wer die Kamera bei Regen oder in staubigen Umgebungen zusätzlich mit Strom versorgen möchte, kann dies nur bei der HERO13 Black. Dafür bietet GoPro die Contacto Magnetklappe an. Diese muss allerdings optional erworben werden.

Insta360 nutzt bei der Ace Pro 2 1.800mAh starke Akkus, GoPro setzt auf Akkus mit 1.900mAh und DJI auf Akkus mit 1.950mAh. Wie lange die Betriebslaufzeiten der Kameras mit einer Akkuladung sind und wie schnell sich diese aufladen lassen, schauen wir uns im dritten Teil dieses Vergleichs genauer an.

Die Akkus sind wechselbar und werden über USB-C aufgeladen:

Zur Datenspeicherung setzen alle drei Kameras auf microSD-Speicherkarten. Diese sollten die VideoSpeedClass V30 unterstützen, damit es bei der Aufnahme mit hohen Auflösungen und Bildraten zu keinen Problemen kommt.

Alle drei Actionkameras verfügen über Slots für microSD-Speicherkarten:

Daneben bringt die DJI Osmo Action 5 Pro als einzige Kamera in diesem Vergleich einen integrierten Speicher mit. Dieser ist 64GB groß, wobei nur 47,8GB genutzt werden können. Das reicht beispielsweise für 53 Minuten in 4K-Auflösung mit 120 Vollbildern pro Sekunde (hohe Bitrate). Der integrierte Speicher kann im Notfall – wenn beispielsweise die Speicherkarte defekt ist oder vergessen wurde – einen sehr großen Vorteil darstellen. Für Backups lässt er sich allerdings leider nicht verwenden.

Bei der Osmo Action 5 Pro ist zusätzlich ein integrierter Speicher verbaut:

In puncto Aufnahme-Hardware sieht es bei unseren drei Actionkameras wie folgt aus. Die Insta360 Ace Pro 2 und die DJI Osmo Action 5 Pro sind mit einem Sensor der 1/1,3-Zoll-Klasse im 4:3-Format ausgestattet. Bei der Kamera von Insta360 löst der Chip 8.192 x 6.144 Pixel (50 Megapixel) auf, bei der Kamera von DJI sind es 7.296 x 5.472 Pixel (40 Megapixel). GoPro verwendet dagegen einen Bildwandler mit etwas anderen Spezifikationen. Hierbei handelt es sich um einen Chip der 1/1,9-Zoll-Klasse mit einer Auflösung von 5.568 x 4.872 Pixel (27,1 Megapixel) und einem Seitenverhältnis von 8:7. Der Sensor ist also fast quadratisch – was bei Digitalkameras äußerst selten vorkommt. Mit 27,1 Megapixel liegt die HERO13 Black in puncto Auflösung aber trotzdem ein gutes Stück zurück.

Die Sensoren verschiedener Actionkameras im Größenvergleich:

Fotos kann man mit allen drei Actionkameras sowohl im JPEG- als auch im RAW-Format speichern. Neben einem Einzelbildmodus gibt es jeweils auch einen Serienbildmodus und unterschiedliche Modi für Intervallaufnahmen. Bei der HERO13 Black kann man sich zudem für HDR-Bilder und den SuperFoto-Modus entscheiden. HDR-Aufnahmen erlaubt die Insta360 Ace Pro 2 nur mit 12,5 Megapixel, bei voller Auflösung fehlt diese Option. DJI hat keine besonderen Fotomodi integriert.

Bei Videos unterstützt die Insta360 Ace Pro 2 mit Abstand die höchste Auflösung. Hier kann man sich für bis zu 8K entscheiden. Diese Auflösung wird mit einem Seitenverhältnis von 16:9 (7.680 x 4.320 Pixel) oder 2,35:1 (7.680 x 3.272 Pixel) angeboten. Die GoPro HERO13 filmt mit bis zu 5,3K-Auflösung. Neben dem klassischen 16:9-Format (5.312 x 2.988 Pixel) stehen dabei auch 4:3 (5.312 x 3.968 Pixel) und 8:7 (5.312 x 4.648 Pixel) als Seitenverhältnisse zur Wahl.

Deutlich zurück liegt bei Videos die DJI Osmo Action 5 Pro. Der hochauflösende Bildwandler wirkt sich auf die Auflösung der Videos nicht aus, die Actionkamera filmt maximal in 4K-Auflösung mit 3.840 x 2.880 Pixel (4:3) oder 3.840 x 2.160 Pixel (16:9). 4K-Videos erlauben die anderen beiden Actionkameras in diesem Vergleich natürlich auch. Zudem kann man sich für 2,7K oder Full-HD entscheiden.

In 8K-Auflösung hat die Insta360 Ace Pro 2 maximal 30 Vollbilder pro Sekunde zu bieten, in 4K-Auflösung sind wie in 2,7K-Auflösung 120 Vollbilder pro Sekunde möglich und in Full-HD-Auflösung bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde. Mit der GoPro HERO13 Black lässt sich ohne Einschränkungen in 5,3K-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde, in 4K-Auflösung mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde und in 2,7K- sowie in Full-HD-Auflösung mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde filmen. Daneben gibt es einen speziellen Slow-Mo-Modus. Dieser erlaubt bei 5,3K-Auflösung 120 Vollbilder pro Sekunde, bei 1.600 x 900 Pixel 360 Vollbilder pro Sekunde und in HD (1.280 x 720 Pixel) 400 Vollbilder pro Sekunde. Hier ist die Aufnahmezeit allerdings auf fünf Sekunden (5,3K) oder 15 Sekunden (900p und HD) begrenzt. Bei der DJI Osmo Action 5 Pro stellen 120 Vollbilder pro Sekunde in 4K sowie in 2,7K das Maximum dar, in Full-HD filmt sie zudem mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde.

Neben klassischen Videofunktionen verfügen alle drei Kameras über Zeitlupen-, Zeitraffer- und Hyperlapse-Optionen, für erweiterte Dynamikbereiche gibt es HDR-Modi, flache Bildprofile und Log-Optionen. Bei der Osmo Action 5 Pro und der HERO13 Black kann man sich zudem für 10-Bit-Dateien entscheiden.

Im zweiten Teil unseres Vergleichstests gehen wir unter anderem auf die Objektive sowie die unterschiedlichen Sichtfeld-Optionen ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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