18.05.2026 - 08:59

Panasonic Lumix DC-L10 und Lumix DC-LX100 II im Vergleich

Die sechs wichtigsten Unterschiede der beiden Premium-Kompaktkameras von Panasonic

Panasonic hat mit der Lumix DC-L10 eine neue Premium-Kompaktkamera mit einem Bildwandler in MFT-Größe präsentiert. Diese folgt auf die Lumix DC-LX100 II, die vor mehr als sieben Jahren auf den Markt kam. Neben bereits bekannter Technik setzt Panasonic bei der L10 auch auf neue Hardware. Dazu gehört unter anderem der Bildwandler des DSLM-Flaggschiffs Lumix DC-GH7. Was die L10 konkret zu bieten hat und wie sie im Vergleich mit der LX100 II abschneidet, nehmen wir in diesem Artikel unter die Lupe.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Panasonic Lumix DC-L10
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-L10
Testbericht der Panasonic Lumix DC-LX100 II
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-LX100 II

Unterschied 1: Bildwandler und Bildprozessor
Die Panasonic Lumix DC-L10 ist wie die Lumix DC-LX100 II mit einem Sensor in Micro-Four-Thirds-Größe ausgestattet. Während die LX100 II über einen CMOS-Chip mit nativ 20,2 Megapixel verfügt, ist bei der L10 jedoch ein BSI-CMOS-Sensor mit 25,0 Megapixel verbaut. Letzterer stammt laut Panasonic von der Lumix DC-GH7. Es handelt sich somit um das aktuellste MFT-Modell. Für beide Premium-Kompaktkameras in diesem Vergleich gilt allerdings, dass sie den Chip nicht vollständig auslesen, sondern nur einen Teilbereich nutzen. Dieses Vorgehen erlaubt nicht nur die Konstruktion eines kleineren Objektivs, der „Multi-Aspekt-Sensor“ sorgt bei allen klassischen Seitenverhältnissen (4:3, 3:2 und 16:9) auch für die identische Brennweite und Auflösung. Da der komplette Sensor nie genutzt wird, liegt die maximale Auflösung der Aufnahmen allerdings stets unterhalb der nativen Sensorauflösung. Besitzer der Panasonic Lumix DC-L10 können sich maximal für 5.200 x 3.904 Pixel (20,3 Megapixel) entscheiden, Besitzer der Lumix DC-LX100 II für 4.736 x 3.552 Pixel (16,8 Megapixel). Das ist für die meisten Aufgaben jedoch genug.

Zum Bildprozessor der L10 macht Panasonic keine genaueren Angaben, es handelt sich jedoch um die „neueste Bildverarbeitungs-Engine“. Diese sollte zusammen mit dem neuesten MFT-Sensor nicht nur für ein verringertes Bildrauschen sorgen, sondern durch den Dynamic Range Boost auch einen besonders großen Dynamikumfang liefern.

Die Serienbildgeschwindigkeit der Lumix DC-L10 ist deutlich höher als bei der LX100 II:

Unterschied 2: Die Serienbildfunktion
Natürlich haben der neue Sensor und der neue Bildprozessor auch einen Einfluss auf die Serienbildgeschwindigkeit. Während die Panasonic Lumix DC-LX100 II bei voller Auflösung maximal elf Bilder pro Sekunde aufnehmen kann, lassen sich mit der Panasonic Lumix DC-L10 bis zu 30 Bilder pro Sekunde festhalten. Hierfür ist bei der L10 selbstverständlich der elektronische Verschluss zu verwenden. Mit ihrem mechanischen Verschluss schafft auch die L10 „nur“ elf Bilder pro Sekunde. Gut zu wissen: Mit Autofokus erreicht die L10 beim Einsatz des elektronischen Verschlusses die bekannten 30 Bilder pro Sekunde, mit mechanischem Verschluss sind es jedoch nur neun Bilder pro Sekunde. Letztere Geschwindigkeit erzielt auch die LX100 II. Darüber hinaus ist nur bei der L10 die Pre-Burst-Funktion mit an Bord, mit der sich kurze Momente besonders komfortabel einfangen lassen.

Unterschied 3: Der Autofokus
Durch den neuen Bildwandler und Bildprozessor hat die Panasonic Lumix DC-L10 auch ein deutlich besseres Autofokussystem zu bieten. Als wichtigste Verbesserung verfügt sie über einen Hybrid-AF mit Phasendetektion und Kontrastmessung. Bei der LX100 II stehen nur die DFD-Technologie und die Kontrastmessung zur Verfügung. Während dieser Unterschied bei statischen Motiven noch nicht auffallen dürfte, sollte der kontinuierliche Autofokus der L10 dem kontinuierlichen Autofokus der LX100 II bei bewegten Motiven deutlich überlegen sein.

Wesentlich höher ist bei der L10 zudem die Anzahl der Fokusmessfelder: Mit 779 vs. 49 Messfeldern hat die L10 ein wesentlich feineres Raster zu bieten. Ein großer Vorsprung ergibt sich zudem bei der Motiverkennung. Während die LX100 II nur eine Augen- und Gesichtserkennung mitbringt, kann die L10 durch Einsatz von Deep-Learning auch Tiere, Fahrzeuge, Flugzeuge und Züge detektieren. Dadurch ist die manuelle Wahl des AF-Messfeldes in vielen Situationen überflüssig.

Bei der Lumix L10 lassen sich auch externe Mikrofone nutzen:

Unterschied 4: Die Videofunktion
Der neue Bildwandler und der neue Bildprozessor wirken sich bei der L10 zudem auf die Videofunktion aus. Während die LX100 II „nur“ in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde filmt, hat die L10 weitaus höhere Auflösungen und Bildraten zu bieten. Bei 5,6K-Auflösung (5.632 x 2.976 Pixel) sind bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde möglich, bei 4K-Auflösung bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde (3.840 x 2.160 oder 4.096 x 2.160 Pixel) und bei Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) sogar bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde. Die L10 eignet sich neben klassischen Videos daher auch sehr gut für Zeitlupenaufnahmen. Unterstützt werden zudem Aufnahmen mit 10-Bit, bis zu 4:2:2 sowie mit flachen Bildprofilen. Den Ton kann die L10 nicht nur – wie die LX100 II – mit ihrem integrierten Mikrofon aufzeichnen, es lässt sich auch ein externes Modell (angeschlossen via 3,5mm Klinkenport oder über den Zubehörschuh) nutzen. Auf einen HDMI-Port muss man bei der L10 dafür – anders als bei der LX100 II – verzichten.

Unterschied 5: Sucher und Display
Zur Bildkontrolle sind beide Kameras mit einem Sucher und einem Display ausgerüstet. Hier enden allerdings die Gemeinsamkeiten, denn Panasonic hat bei der L10 eine Reihe von Änderungen vorgenommen. Beim Sucher greift das Unternehmen zwar jeweils auf ein OLED-Modell zurück, das Panel löst bei der L10 mit 2,36 Millionen Subpixel allerdings etwas geringer als bei der LX100 II (2,76 Millionen Subpixel) auf. Die Vergrößerung hat Panasonic bei der L10 dagegen leicht von 0,7-fach auf 0,74-fach angehoben.

Das Display der Lumix L10 ist mit einem dreh- und schwenkbaren Display ausgestattet:

Die Displays fallen mit einer Diagonalen von 3,0 Zoll identisch groß, das Panel der L10 besitzt mit 1,84 Millionen Subpixel aber ein deutlich feineres Pixelraster als das Panel der LX100 II (1,24 Millionen Subpixel). Noch wichtiger dürfte für die meisten Fotografen jedoch die dreh- und schwenkbare Aufhängung bei Panasonics neuester Premium-Kompaktkamera sein. Diese erlaubt die Bildkontrolle im Gegensatz zur LX100 II auch vor der Kamera. Bei Aufnahmen in Bodennähe ist die Bildkontrolle mit der L10 zudem wesentlich komfortabler möglich. Eingaben per Touch unterstützten beide LCDs.

Die Rückseite der Panasonic Lumix L10:

Die Rückseite der Panasonic Lumix LX100 II:

Unterschied 6: Das Gehäuse
Die Gehäuse beider Kameras unterscheiden sich auf den ersten Blick nur vergleichsweise wenig. Panasonic hat sich bei der L10 also nicht für eine komplette Neuentwicklung des Gehäuses entschieden. An gleich mehreren Stellen wurden jedoch Änderungen vorgenommen. Die L10 fällt mit Abmessungen von 12,7 x 7,4 x 6,7cm zunächst einmal ein wenig breiter und höher als die nur 11,5 x 6,6 x 6,4cm messende Lumix LX100 II aus. Auf der Waage ist der Unterschied mit 508g zu 392g noch etwas größer. Am Objektiv kann dies allerdings nicht liegen, da die L10 wie die LX100 II über ein Leica DC Vario-Summilux mit 24 bis 75mm KB-Brennweite verfügt. Neu ist bei der L10 das klassische Programmwählrad, bei der LX100 II ist ein Rad zum Einstellen der Verschlusszeit verbaut. Für die Blendenwahl gibt es dagegen jeweils einen Blendenring am Objektiv und die Belichtung kann man unter anderem mit einem weiteren Wählrad anpassen, das sich auf der Oberseite befindet. Auf der Rückseite ist bei der L10 ein Schalter für den Aufnahmemodus (Foto, Video und S&Q) hinzugekommen.

Die neue Premium-Kompaktkamera bringt einen 3,5mm Klinkenport und einen USB-C-Port mit:

Auf einen integrierten Blitz muss man jeweils verzichten, externe Modelle lassen sich jedoch via Zubehörschuh ansteuern. Im größeren Gehäuse der L10 hat Panasonic zudem einen Akku mit höherer Kapazität (2.200mAh vs. 1.025mAh) untergebracht und anstatt eines Micro-USB-Ports gibt es nun einen USB-C-Port.

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Autor: dkamera.de Redaktion