Adobe Photoshop CS4 Testbericht

Die neuen Funktionen von Photoshop CS4 im Detail erklärt

Seit einigen Montagen am Markt, wollen wir nun die neueste Version des auf professionelle Kreise
ausgerichteten Bildbearbeitungsprogramms Adobe Photoshop CS4 genauer betrachten. Mit einer UVP von ca. 1.000 Euro ist die Software sicher nicht die erste Wahl für Einsteiger und Hobbyphotographen, stellt aber für Profis und engagierte Amateure ein mächtiges Werkzeug dar. Welche interessanten Neuheiten die nunmehr elfte Version der Software speziell für Photographen mit sich bringt, zeigt dieser Artikel.

Design und Layout:
Abbildung 1: Oberfläche Photoshop CS3, Abbildung 2: Oberfläche Photoshop CS4,

Abbildung 3 und 4: Bildvergleich durch die neue Anzeige in Registerkarten.

Im Vergleich zu der Vorgängerversion von Adobe Photoshop CS4 fällt, von der Variation in der Farbe einmal abgesehen, das komplett überarbeitete Layout des Programms auf. Passt sich Photoshop CS3 noch an das Betriebssystem an, so wartet Photoshop CS4 mit einem komplett eigenständigen Design auf. Öffnet man mehrere Dateien, fällt mit den Tabs auch der zweite Unterschied sofort ins Auge. Wie von vielen anderen Programmen und nicht zuletzt auch von den aktuellen Versionen der gängigen Browsern gewohnt, werden die Bilder nicht wie beim Vorgänger als einzelne Fenster, sondern als „Unterseiten“ geöffnet und sind jeweils über die Tabs auswählbar. Diese Art der Organisation ist zwar unter Voreinstellungen abschaltbar ("Bearbeiten" - "Voreinstellungen" - "Benutzeroberfläche" - "Dokumente als Registerkarten öffnen" und "Andocken schwebender Dokumentfenster aktivieren"), bringt jedoch deutliche Vorteile mit sich. So bietet Photoshop nicht nur die Ordnung der einzelnen Bilder an, sondern ermöglicht auch den direkten Bildvergleich inklusive synchronem Bildlauf- und Lupen-Funktion. Damit können zwei Photos aus einer Serie direkt nebeneinander betrachtet und jeweils einzelne Details verglichen werden, ohne dass man separat in beiden Bilder Einstellungen vornehmen müsste.

Einstellungsebenen:

Zwar sind Einstellungsebenen nichts neues, neu ist aber eine Extra dafür eingeführte Palette „Korrekturen“. Die Einstellungsebenen wurden trotz ihrer Nützlichkeit gerade von vielen Einsteigern gemieden, stattdessen wurde der Weg über "Bild" - "Anpassungen" gewählt. Mit der neuen Palette soll die Möglichkeit der reversiblen Korrektur einfacher und schneller benutzbar sein und so die Akzeptanz erhöhen. Trotzdem bleiben die alten Möglichkeiten erhalten, der entsprechende Unterpunkt wurde lediglich von „Anpassungen“ in „Korrekturen“ umbenannt.

Dynamik vs. Sättigung:

Wer in der Vergangenheit schon Bilder über das Adobe Camera Raw Plug-In entwickelt hat, der wird eine besondere Einstellung zu schätzen gelernt haben. Während der Sättigungsregler sämtliche Tonwerte beeinflusst hat, ging die Funktion „Dynamik“ sensibler mit den vorhandenen Sättigungen im Bild um und erhöhte bevorzugt da, wo bisher wenig Sättigung vorhanden war. Mit Adobe Photoshop CS4 steht diese Funktion nun auch im normalen Bearbeitungsprozess außerhalb von Camera Raw zur Verfügung, zu finden unter "Bild" - "Korrekturen" - "Dynamik", oder per Einstellungsebene über die zuvor erwähnte Palette „Korrekturen“.

Skalieren über die Funktion "Bearbeiten" - "Skalieren (Inhalt Bewahren)":

Bild 1: Ausgangsbild:

Bild 2: Skalieren auf herkömmliche Art

Bild 3: Skalieren mit "Inhalt bewahren" Funktion

Viel aufsehen erregten schon die ersten Gerüchte um die neue Funktion der bis dahin nur als „Content-Aware Scaling“ bekannten Variante, ein Bild in ein neues Bildseitenformat oder eine neue Größe zu konvertieren. Dieses inhaltbewahrende Skalieren ist nun ein fester Bestandteil von Adobe Photoshop CS4 und ermöglicht, wie der Name schon sagt, eine Format- und Größenänderung mit der Möglichkeit, einzelne Bereiche von dieser Veränderung auszuschließen. So lässt sich zum Beispiel ein im Querformat aufgenommenes Bild ohne weiteres in ein Quadratisches Bild umwandeln, ohne dass ein vorher festgelegter Bereich, zum Beispiel ein Objekt im Vordergrund, mit skaliert wird. Auch sind damit Bildmanipulationen möglich. Was sich bisher nur mit viel Handarbeit und einiger Zeit manuell durchführen lies, ist jetzt innerhalb kürzester Zeit automatisch möglich. So lassen sich zum Beispiel einzelne Motivbestandteile weiter voneinander entfernen oder enger zusammenrücken, ohne dass dazu mehr als ein paar Klicks notwendig wären. Diese neue Funktion kann aber keine Wunder bewirken: eine solche "intelligente Skalierung" können Sie nur dann erreichen, wenn der Hintergrund des Fotos einen ruhigen nicht strukturierten Charakter hat. Diese Funktion kann bei einem Bild, welches diese Vorraussetzungen nicht erfüllt, evtl. auch nicht brauchbare Ergebnisse liefern.

OpenGL-Unterstützung:

Zwar konnte schon CS3 zur Leistungsverbesserung auf den Grafikprozessor des Rechners zugreifen, sofern die Funktion unter Voreinstellungen aktiviert war, doch Photoshop CS4 geht noch einen Schritt weiter und baut einige Möglichkeiten des Programms direkt auf diese Auslagerung auf. Dadurch werden Funktionen wie das "Pixelraster" (siehe Bild 1 oben) und das "freie Drehen" (siehe Bild 2 oben) erst ermöglicht. Im Gegensatz zu der starren Drehen-Funktion bei Photoshop CS3 bietet Photoshop CS4, die OpenGL-Unterstützung vorausgesetzt (aktivierbar unter "Voreinstellungen" - "Leistung"), die Möglichkeit ein Bild ohne Neuberechnung stufenlos zu drehen. Was zunächst wie eine Spielerei erscheint, ermöglicht die bessere Ausrichtung des Bildes für den Bearbeitungsvorgang ohne dass durch die Neuberechnung ein Qualitätsverlust auftreten kann. Das Pixelraster hingegen wird ab einer Vergrößerung von 600% aktiviert und zeigt, wie der Name schon sagt, eine Pixelmatrix an, mit der Pixelgenaues Retuschieren oder Designen deutlich vereinfacht wird. Zusätzlich sorgt die Grafikunterstützung auch für ein stufenloses, dynamisches Skalieren und Schatteneffekte, die jedoch für die eigentliche Bearbeitung nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Adobe Photoshop bietet in der aktuellen Version "CS4" natürlich noch deutlich mehr Neuerungen, speziell auch wenn man das Programm nicht nur als einzelnes Produkt, sondern als Teil der Creative Suite sieht. Es ist noch immer die Referenz unter den Bildbearbeitungsprogrammen und wird dies wohl auch auf absehbarer Zeit bleiben. Wer sich selbst einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Programms machen möchte, der findet die aktuelle deutsche 30-Tage-Testversion direkt bei Adobe: zum Download der Adobe Photoshop CS4 Testversion. (sas)

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