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Die Ricoh GXR mit dem S10 Aufnahmemodul im Vergleichstest

Ricoh GXR S10 gegen Ricoh GX200 (jeweils 24-72mm, 3x Zoom und optischer Bildstabilisator)

In unserem ersten Vergleichstest der Ricoh GXR musste das Ricoh GXR A12-Modul mit einem Sensor in APS-C-Größe und einer Makrofestbrennweite mit guter Lichtstärke gegen eine Micro-Four-Thirds-Kamera und eine digitale Spiegelreflexkamera antreten, um ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen. Nun tritt das Ricoh GXR S10-Modul (siehe auch unseren Testbericht zur Rioch GXR S10 ) mit einem Sensor in Kompaktkameragröße an. Der geeignete Vergleichspartner findet sich im herstellereigenen Sortiment in Form der Ricoh GX200 (siehe auch unseren Testbericht zur Ricoh GX200), mit der das Ricoh S10 Modul das Objektiv gemein hat.

Größe und Verarbeitung (Ricoh GXR S10 oben, Ricoh GX200 unten):

Zwar wird die Erwartung der sichtbar größeren Abmessungen der Ricoh GXR S10 gegenüber der Ricoh GX200 erfüllt, trotzdem erscheint die neue Modulkamera nicht überdimensioniert oder gar gigantisch, eher etwas anachronistisch, waren doch die digitalen Kompaktkameras vor einigen Jahren deutlich größer als heute. Beide befinden sich auch in einem Grenzbereich, was die Größe angeht. In die Hosen- oder Hemdtasche passt weder die eine, noch die andere, in einer typischen Jackentasche hingegen finden beide Platz. Von daher ist der Vorteil der Ricoh GX200 in der Größe sicherlich unleugbar gegeben, jedoch weit weniger einschränkend, als man dies auf den ersten Blick denken könnte. Anders ist die Situation beim Gewicht, hier zeigt sich die kleinere der beiden Kameras deutlich im Vorteil. Dafür wirkt die Ricoh GXR wertiger verarbeitet und macht, auch durch die Oberflächenbeschaffenheit, einen robusteren Eindruck.

Fokussierung und Bereitschaft:
Bei den Geschwindigkeiten kommt es zu einer kleinen Überraschung. So ist die ältere Ricoh GX200 nicht nur schneller betriebsbereit, sondern besitzt auch den schnelleren Autofokus mit einer durchschnittlichen Fokussierzeit von 0,17 bis 0,32 Sekunden gegenüber 0,23 bis 0,41 Sekunden bei der Ricoh GXR S10. Der Geschwindigkeitsunterschied ist zwar in der Praxis lediglich bei geringen Kontrastunterschieden spürbar, trotzdem ist diese Verschlechterung in Anbetracht der höheren Rechenleistung sowie der Auslegung des Systems kaum nachvollziehbar. Insgesamt liegen beide Digitalkameras im Mittelfeld unter den Kompaktkameras.

Der Sucher:

Beide Kameras verzichten auf einen fest integrierten Sucher, und so rückt das Display auch zur Bildkomposition zunächst in den Vordergrund. Dabei überzeugt das Display der Ricoh GXR nicht nur durch seine Größe von 3,0 Zoll gegenüber den 2,7 Zoll der Ricoh GX200, sondern vor allem durch die gesteigerte Auflösung von 920.000 Pixel gegenüber 460.000 Pixel. Dies führt in der Praxis zu einem schärferen, detaillierteren Bild und macht besonders bei der manuellen Fokussierung unter Verwendung der Lupenfunktion Spaß und Sinn. Zudem bietet das Display der Ricoh GXR eine bessere Darstellungsqualität bei direktem Lichteinfall. Eine Patentlösung stellt es allerdings nicht dar, so dass bei beiden Kameras in derartigen Situationen der gewählte Ausschnitt nur noch erahnt werden kann. Zum Glück bieten beide Digitalkameras die Möglichkeit, einen externen elektronischen Sucher zu verwenden. Dieser wird nur in den Blitzschuh gesteckt und verbindet sich mit einem auf der Rückseite etwas tiefer liegenden Anschluss, über den anschließend das Bild bereit gestellt wird. Genau wie bei den Ausmaßen der Kamera ist auch der Aufstecksucher VF-2 der Ricoh GXR größer als der Sucher VF-1 der Ricoh GX200, bietet dafür aber auch eine höhere Bildqualität. So liegt die Auflösung des VF-2 bei 920.000 Pixel gegenüber lediglich 200.000 Pixel beim VF-1. Beide können nach oben geklappt werden und so als Winkelsucher benutzt werden. Der VF-2 hat in diesem Fall den Vorteil, spürbare Rasten zu besitzen, während der VF-1 Stufenlos regelbar ist, dafür aber auch schneller verstellt werden kann. Leider sind die beiden elektronischen Aufstecksucher durch einen veränderten Anschluss nicht kompatibel zueinander. Insgesamt liegt bei der Qualität von Sucher und Display die Ricoh GXR ganz deutlich vorne.

In der Praxis:

Im direkten Test spürt man die enge Verwandtschaft der beiden Kameras sofort. Nicht nur durch das äußere Erscheinungsbild, sondern auch bei der Art der Bedienung gibt es sehr viele Parallelen. Aus diesem Grund gibt es auch keinen Favoriten bei der Handhabung, und lediglich das neue Direct-Menü der Ricoh GXR kann einen kleinen Vorteil darstellen. Oftmals sind die Unterschiede in der Bildqualität im Praxiseinsatz weniger auffällig als im Labortest, da zu viele äußere Einflüsse bis hin zur Bildgestaltung selbst Anteil am Gesamtergebnis nehmen. Im Labortest war der aus der Ricoh GR Digital III stammende Sensor der Ricoh GXR S10 der Ricoh GX200 schon bei mittleren Empfindlichkeiten, und besonders bei schlechten Lichtverhältnissen, deutlich überlegen. Auch in der Praxis war dieser Unterschied, der subjektiv durchaus mehr als eine Blendenstufe beträgt, sichtbar. Dies besonders, je höher die ISO Empfindlichkeit eingestellt werden musste. Dieser Unterschied ist nicht nur bei Aufnahmen in Räumen relevant, sondern zeigt sich bei den derzeitigen Lichtverhältnissen auch außerhalb von Gebäuden.

Das Fazit:

Die Ricoh GXR S10 übertrifft die Ricoh GX200 in vielen Punkten, besonders bei der Bildqualität, aber auch bei der Individualisierbarkeit und beim Umfang der Ausstattungsmerkmale. Allerdings ebenso in Größe, Gewicht und Preis. Somit kann man durchaus sagen, die Ricoh GXR S10 ist die bessere Kamera. Es wäre aber nur die halbe Wahrheit, wenn man verschweigt, dass sie deshalb nicht unbedingt die bessere Wahl ist. Im Grunde zeigt das S10-Modul, dass Ricohs Konzept zurzeit noch nicht auf einzelne Aspekte ausgelegt ist, sondern durch die Kombination punktet. Das Modul ist vor allem interessant, wenn man das Ricoh GXR A12-Modul mit dem APS-C-Sensor ebenfalls anschaffen will. In diesem Fall relativiert sich der Preis- und Größenunterschied, denn das reine S10-Modul ist spürbar kleiner als eine komplette GX200. Geht es hingegen lediglich um eine gute Kompaktkamera, und gefallen die rein technischen Daten, verlangt der deutlich höhere Preis eine individuelle Beurteilung, ob der durchaus sichtbare Qualitätsunterschied diese Nachteile aufwiegen kann. (sas)

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