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Panasonic Lumix DC-G9 und Lumix DMC-G81 im Vergleich (Teil 2)

Teil 2 von 3: Spiegellose Systemkameras von Panasonic für Foto- und Videoaufnahmen


Links sehen Sie die Panasonic Lumix DC-G9, rechts die Panasonic Lumix DMC-G81.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Panasonic Lumix DC-G9 und der Panasonic Lumix DMC-G81 die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, vergleichen wir nun unter anderem die Bildkontrolle, die Arbeitsgeschwindigkeit und den Autofokus.

Objektivangebot:
Beim Bewertungspunkt Objektivangebot gibt es wegen des gleichen Bajonetts natürlich keine Unterschiede. Es sind alle MFT-Objektive verwendbar, zu den Herstellern zählen unter anderem Panasonic, Olympus, Sigma und Samyang. Das Angebot an MFT-Objektiven ist groß, vom Ultraweitwinkel- bis zum Supertelebereich lassen sich allerlei Modelle erwerben. Da beide Kameras einen integrierten Bildstabilisator besitzen, werden auch bei unstabilisierten Objektiven Verwacklungen reduziert. Bei kompatiblen Modellen von Panasonic steht jeweils die Dual-I.S-Funktion zur Verfügung. Hier arbeitet der Bildstabilisator der Kamera und des Objektivs zusammen.

Unsere Wertung beim Objektivangebot: Unentschieden.

Beide Kameramodelle verfügen über das Micro Four Thirds-Bajonett:

Links sehen Sie die Panasonic Lumix DC-G9, rechts die Panasonic Lumix DMC-G81.

Bildkontrolle:
Bei der Bildkontrolle ergeben sich zumindest auf den ersten Blick keine Unterschiede. Beide spiegellosen Systemkameras sind sowohl mit einem Sucher als auch einem dreh- und schwenkbaren Display ausgestattet. Die Sucher unterscheiden sich technisch allerdings sehr wohl – und das in jeder Hinsicht. Das in der G9 verbaute OLED-Panel löst 3,68 Millionen Subpixel auf und gibt 120 Bilder pro Sekunde wieder. Das OLED-Modell der G81 besitzt 2,36 Millionen Subpixel, und das Bild wird 60 Mal pro Sekunde aktualisiert. Des Weiteren vergrößert der Sucher der G9 0,83-fach und der Sucher der G81 „nur“ 0,74-fach. Die genannten technischen Unterschiede sind eindeutig, in der Praxis schlägt sich der Sucher der G81 aber besser als man anhand dieses Abstands vermuten würde.

Ja, der Sucher der G9 fällt deutlich größer aus und gibt feine Details besser wieder. Zudem ergeben sich durch die doppelt so hohe Bildrate Vorteile beim Verfolgen von bewegten Motiven. 120 Bilder pro Sekunde sind jedoch nicht unbedingt notwendig, und die riesige Vergrößerung des Suchers der G9 können unter anderem Brillenträger leider nicht auskosten. Um das ganze Sucherbild bei der maximalen Vergrößerung einsehen zu können, muss nämlich sehr nahe an die Augenmuschel herangerückt werden. Besser gefallen uns daher die kleinen Suchermodi, die Panasonic als Ergänzung anbietet. Hier kann man das Bild vollständig überblicken. Ohne Nachteile sind diese aber nicht: Zum einen macht sich eine stärkere Verzeichnung bemerkbar, zum anderen nimmt die Auflösung – da nur ein Teil des Panels in der Mitte verwendet wird – natürlich ab. Wer nicht mit der maximalen Vergrößerung arbeiten möchte, wird sich daher möglicherweise am Sucher der G81 mehr erfreuen.

Die Displays lassen sich jeweils nicht nur drehen, sondern auch schwenken:

Links sehen Sie die Panasonic Lumix DC-G9, rechts die Panasonic Lumix DMC-G81.

Die verbauten Displays bewegen sich mit einer Diagonalen von 3,0 Zoll und einer Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel auf dem gleichen Niveau. Das LCD der G9 wirkt bei genauem Betrachten jedoch noch etwas schärfer. Die jeweils dreh- und schwenkbare Lagerung gestaltet die Bildkontrolle sehr komfortabel. Die zum Einsatz kommenden Touchoberflächen erkennen Eingaben sehr gut. Bei der G81 kam es im Test allerdings leider häufiger vor, dass die Nase am LCD ungewollt Eingaben ausgelöst hat. Wieder besser: Das Umschalten vom Display zum Sucher (und umgekehrt) übernimmt entweder ein Augensensor, oder der Wechsel erfolgt per Taste von Hand.

Unsere Sieger bei der Bildkontrolle: Die Panasonic Lumix DC-G9.

Geschwindigkeit:
Die Arbeitsgeschwindigkeit stellt für die Hersteller eine gute Möglichkeit dar, unterschiedliche Modelle voneinander abzuheben. Dieses Mittel nutzt auch Panasonic. Während die G9 im MFT-Kosmos zu den schnellsten Kameras zählt, nimmt die G81 deutlicher weniger Bilder pro Sekunde auf. Sie überzeugt für ein Modell der Mittelklasse aber trotzdem. Zu den harten Fakten: Die Panasonic Lumix DC-G9 erreicht im schnellsten Aufnahmemodus 60 Bilder pro Sekunde für eine Bildserie von 50 Aufnahmen. Dabei wird jedoch nur einmal vor Beginn der Serie scharfgestellt, die Belichtungsnachführung ist ebenso nicht aktiv. Dafür muss zum „20 Bilder pro Sekunde-Modus“ geschaltet werden. Auch hier bricht die Serie allerdings nach 50 Aufnahmen in Folge ab. Das entspricht trotzdem gut nutzbaren 2,5 Sekunden Dauerfeuer. Wer längere Aufnahmeserien benötigt oder Fotos mit mechanischem Verschluss festhalten will (das geht bei den beiden schnellsten Modi nämlich nicht), kann mit der G9 genau 11,7 Bilder pro Sekunde speichern. Dies gilt unabhängig vom Dateiformat. Der Pufferspeicher füllt sich dabei niemals komplett, weswegen die Bildrate nicht absinkt, solange ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht. Bei RAW-Aufnahmen lassen sich 87 Bilder in Serie mit der höchsten Bildrate aufnehmen, bei JPEG+RAW sind es 65 Bilder in Folge.

Die rückseitige Ansicht der Panasonic Lumix DC-G9:

Panasonic Lumix DC-G9.

Blick auf die Rückseite der Panasonic Lumix DMC-G81:

Panasonic Lumix DMC-G81.

Die G81 reicht da bei Weitem nicht heran. Mit 9,5 Bildern pro Sekunde (bis Speicherkarte voll) und 7,3 Bildern pro Sekunde bei Aufnahmen im RAW-Format (sowie bei JPEG+RAW) arbeitet sie eine gute Ecke langsamer. Des Weiteren ist der Pufferspeicher früher gefüllt, nämlich nach 53 RAW- und 40 JPEG+RAW-Bildern. Selbst diese Werte können sich aber sehen lassen.

Beim Fokussieren arbeiten beide Kameras blitzschnell und stellen in unter 0,1 Sekunden scharf. Die G9 erreicht mit 0,05 Sekunden sogar ein Rekordergebnis, die G81 fokussiert mit 0,07 Sekunden kaum langsamer. Bei der Auslöseverzögerung liegen beide Modelle mit 0,03 (G81) und 0,04 Sekunden (G9) ebenso fast gleichauf. Beim Einschalten und der Wartezeit bis zum ersten Bild nach dem Einschalten kann sich die G81 mit 0,85 Sekunden gegenüber 0,92 Sekunden und 0,74 Sekunden gegenüber 0,88 Sekunden sogar leicht absetzen. Auch hier gehören beide DSLMs zu den schnellsten Kameras überhaupt.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Panasonic Lumix DC-G9.

Die Gehäuse sind nicht nur gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, sondern auch frostsicher:

Autofokus:
Zur Fokussierung verwenden beide Kameramodelle einen Hybrid-AF aus Kontrastmessung und Depth-from-Defocus-Technologie. Diese analysiert die Hintergrundunschärfe und soll das Scharfstellen bei Objektiven von Panasonic (bei anderen Modellen nicht möglich) beschleunigen. Während die Panasonic Lumix DC-G9 über insgesamt 225 Messfelder verfügt, stehen bei der G81 genau 49 zur Verfügung. Die Features und Optionen unterscheiden sich ansonsten nicht. So können Fotografen ein Messfeld verwenden und dessen Größe in feinen Stufen anpassen. Darüber hinaus sind mehrere Messfelder kombinierbar, und es steht ein Punkt-AF für kleine Motive zur Wahl. Zudem kann man eine Gesichts-/Augenerkennung verwenden, Motive per Tracking-AF verfolgen und per automatischer Messfeldwahl der Kamera die ganze Arbeit überlassen. Im praktischen Test schlug sich die Lumix G9 besser, sofern sich das Motiv bewegte. Die Tracking-Funktion des Spitzenmodells von Panasonic ist deutlich ausgereifter und schneller. Wer eine Kamera für Sport- oder Actionaufnahmen sucht, greift daher besser zur G9. Bei statischen Motiven ergibt sich dagegen kein Unterschied. Das Motiv wird praktisch augenblicklich fokussiert. Ebenso gelungen: Selbst in dunklen Umgebungen lässt sich mit AF arbeiten.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Panasonic Lumix DC-G9.

Funktionen und Features:
Bei den Funktionen und Features gehen wir zuerst auf die Fotoprogramme ein. Beide Kameras haben neben einem Modus zur vollautomatischen Belichtung die PSAM-Programme zu bieten. Es lässt sich auf Wunsch somit auch manuell oder halb automatisch belichten. Des Weiteren stehen Custom-Modi (fünf bei der G9 und vier bei der G81) zur Verfügung, über die vorher abgespeicherte Einstellungen sehr schnell aufzurufen sind. Für Bilder mit etwas speziellerem Look gibt es außerdem 22 Filtereffekte. Die G81 hat darüber hinaus 25 Szenenmodi für verschiedene Aufnahmesituationen zu bieten. Diese hat Panasonic bei der G9 weggelassen, da die Zielgruppe (erfahrene Amateure oder Profis) darauf wenig Wert legt.

Die Steuerung der Belichtung übernimmt bei beiden Kameras wahlweise ein mechanischer oder ein elektronischer Verschluss. Während die G9 mit ihrem mechanischen Verschluss zwischen 60 Sekunden und 1/8.000 Sekunde belichten kann, ist mit der G81 maximal 1/4.000 Sekunde möglich. Auch beim elektronischen Verschluss liegt die G9 vorn, statt 1/16.000 Sekunde (G81) hat sie 1/32.000 Sekunde zu bieten. Ein weiterer Unterschied ergibt sich für Freunde von Langzeitbelichtungen: Die G81 wurde hier auf zwei Minuten beschränkt, die G9 lässt bis zu 30 Minuten lange Belichtungen zu.

Zu den bei Panasonic-Modellen schon länger vorhandenen Features zählen die bei beiden Kameras nutzbaren Intervall- und Stop-Motion-Animations-Features, die Post-Focus-Funktion und die 4K-Fotofunktion. Während die G81 bei letzterer 30 Bilder pro Sekunde erlaubt, kann man bei der G9 zwischen 30 und 60 Bildern pro Sekunde wählen. Des Weiteren steht eine 6K-Foto-Funktion mit 30 Bildern pro Sekunde zur Verfügung.

Aufnahmen mit besonders guter Detailwiedergabe erlaubt bei der G9 der High-Res-Modus:

Panasonic Lumix DC-G9.

Abseits der genannten Funktionen hat die Lumix DC-G9 noch ein besonderes Feature zu bieten: die High-Resolution-Aufnahme. Diese Technologie ist bereits von Kameramodellen anderer Hersteller bekannt, bei der G9 wurde sie zum ersten Mal bei einem Modell von Panasonic integriert. Hier speichert die Kamera acht Einzelbilder des Motivs und rechnet sie intern zusammen. Dadurch lassen sich wesentlich detailreichere Fotos aufnehmen, die mit wahlweise 40 oder 80 Megapixel abgespeichert werden. Es gibt allerdings zwei größere Einschränkungen: Zum einen muss sich die DSLM während der Aufnahme auf einem Stativ befinden, zum anderen darf sich das Motiv nicht bewegen. Das schließt die Arbeit mit der High-Resolution-Aufnahme in vielen Situationen aus.

Durch den beweglichen Sensor (hier am Beispiel der G9) ist die Bildstabilisierung möglich:

Panasonic Lumix DC-G9.

Wie bereits in diesem Test angesprochen, besitzen beide Kameras einen integrierten Bildstabilisator, der bei kompatiblen Objektiven obendrein die duale Bildstabilisierung erlaubt. Die Bildstabilisierungssysteme wurden mit der Zeit allerdings kontinuierlich weiterentwickelt, sodass die G9 über einen fortschrittlicheren IS verfügt. Panasonic nennt bis zu 6,5 Blendenstufen als Kompensationsleistung. Zur G81 gibt Panasonic beim Einsatz des Dual I.S. bis zu fünf Blendenstufen an. In der Praxis sehen wir beide Kameras darunter, sie erreichen jedoch noch immer überzeugende Werte. Im Test mit dem Panasonic Leica DG Elmarit 12-60mm F2,8-4 Asph. Power O.I.S. konnten wir scharfe Bilder mit der G9 bei einer Belichtungszeit von 1/8 Sekunde und bei der G81 mit 1/15 Sekunde aufnehmen. Diese Werte gelten für eine KB-Brennweite von 120mm. Die G9 erreicht somit vier Blendenstufen, bei der G81 sind es drei.

Während die Lumix DC-G9 über zwei SD-Kartenslots verfügt, gibt es bei der G81 nur einen:

Links sehen Sie die Panasonic Lumix DC-G9, rechts die Panasonic Lumix DMC-G81.

Dass es sich bei der Panasonic Lumix DC-G9 um ein Profimodell der Oberklasse und bei der G81 um eine Kamera der Mittelklasse handelt, lässt sich auch bei den Speichermöglichkeiten feststellen. Die G9 verfügt über zwei Speicherkartenslots, die unter anderem ein kamerainternes Backup erlauben. Bei der G81 müssen Fotografen mangels zweiten Slots darauf vertrauen, dass die Speicherkarte während der Aufnahme oder vor dem Sichern der Daten nicht kaputt geht. Das ist bei hochwertigen Modellen zwar nicht wahrscheinlich, ein direktes Backup sollte bei wichtigen Aufnahmen aber immer bevorzugt werden.

Von den besonders schnellen UHS-II-Speicherkarten kann man nur bei der G9 profitieren:

Links sehen Sie die Panasonic Lumix DC-G9, rechts die Panasonic Lumix DMC-G81.

Ein weiterer Unterschied ergibt sich beim Interface, also der Anbindung der Speicherkarte an den Bildprozessor. Während die G9 auf UHS-II mit einer theoretischen Datenrate von 312MB/s setzt, kommt bei der G81 der alte UHS-I-Standard mit maximal 104MB/s zum Einsatz. Dieser Unterschied ist bei der Bildfolge bemerkbar. Obwohl im Test zwei identische Speicherkarten zum Einsatz kamen, nahm die G9 nach dem Füllen des Pufferspeichers mehr als doppelt so viele Bilder pro Sekunde auf.

Im dritten Teil unseres Vergleichstests der Panasonic Lumix DC-G9 und der Panasonic Lumix DMC-G81 kümmern wir uns unter anderem um die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Außerdem ziehen wir ein Fazit.

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Kommentare

Hallo zusammen, die G81 kann ...

Hallo zusammen,
die G81 kann laut Panasonic Homepage UHS-I / UHS-II UHS-Speed-Klasse-3-Standard-SDHC-/SDXC-Speicherkarten verwenden.
Im Vergleichstext steht gegenteiliges.

Viele Grüße
Stefan

Hallo, unser Text ist korrekt, ...

Hallo,
unser Text ist korrekt, da wir auf den Interface-Standard (UHS-I) und nicht die Kompatibilität eingehen. Die G81 besitzt einen Slot mit UHS-I-Interface, in diesem können wegen der Kompatibilität zu anderen Standards auch UHS-II-Karten verwendet werden. UHS-II-Karten sind in der G81 jedoch nicht schneller, da diese mit UHS-I-Standard betrieben werden.

Vielen Dank für diesen sehr ...

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Test und ich finde es immer beachtlich, dass ihr euch soviel Mühe für richtig gute Tests gebt! In diesem Fall habe ich bereits beide Lumix-Kameras von Panasonic durch Erfahrungsberichte von Freunden gekannt, wobei beide Modelle eine Überlegung wert sind. Beide haben sich bei mir für den Tipp mit den Sigma-Festbrennweiten für Micro Four Thirds bedankt.

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