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Der dkamera.de Vergleichstest: Semi-Profi-Systemkameras

Teil 1 von 3 des Vergleichs der Canon EOS 70D und der Sony Alpha 77 II

Spiegelreflexkameras erfreuen sich trotz der starken Konkurrenz durch die spiegellosen Systemkameras einer ungebrochenen Beliebtheit. Sie stehen für eine sehr gute Bildqualität, einen schnellen Autofokus und ein gutes Handling. Neben Spiegelreflexkameras treffen diese Punkte allerdings auch auf Sonys SLT-Modelle zu, die sich durch einen feststehenden Spiegel von DSLRs unterscheiden. Dadurch lässt sich zwar kein optischer Sucher mehr verwenden, das Phasen-Autofokussystem kann allerdings permanent arbeiten.

Wir haben uns zwei der besten APS-C-Modelle mit der jeweiligen Technik näher angeschaut. Dabei wollen wir auch die systemspezifischen Unterschiede aufzeigen und die Stärken und Schwächen der jeweiligen Technologien herausfinden. Auf der Spiegelreflexseite haben wir uns für die Canon EOS 70D entschieden, die wie kein zweites DSLR-Modell neben der Foto- auch für die Videoaufnahme geeignet ist. Auf der SLT-Seite steht Sonys neues SLT-Flaggschiff namens Alpha 77 II.

Im ersten Teil unseres Vergleichstests stehen unter anderem die Verarbeitung, die Bedienung und das Objektivangebot im Vordergrund.

Zu unseren beiden Einzel-Testberichten gelangen Sie über f olgende Links:
Testbericht der Canon EOS 70D
Testbericht der Sony Alpha 77 II

Unterschiede der Kandidaten als Entscheidungshilfe beim Kauf:

Mit der EOS 70D hat Canon letztes Jahr den Nachfolger der EOS 60D vorgestellt. Canons Kameras der "zweistelligen Serie" sollen auch die Ansprüche von ambitionierten Fotografen erfüllen. Nur die bereits in die Jahre gekommene Canon EOS 7D rangiert im Bereich der Kameras mit APS-C-Sensor noch darüber. Die Sony Alpha 77 II wurde im Frühjahr 2014 vorgestellt und löst die Sony Alpha 77 (Testbericht) ab. Sie führt das Kameraportfolio der SLT-Modelle mit APS-C-Sensor an.

Verarbeitung, Abmessungen und Bedienung:
Bei der Größe und Beschaffenheit der Kameragehäuse unterscheiden sich die Canon EOS 70D und die Sony Alpha 77 II nur wenig. Beide Gehäuse sind nahezu gleich groß und fast gleich schwer (Canon EOS 70D: 771g, Sony Alpha 77 II: 726g). Große Teile des Gehäuses sind jeweils mit einer rutschhemmenden Gummierung versehen, die Kameras liegen daher sehr gut in der Hand. Dies liegt aber natürlich auch an den ergonomisch geformten Handgriffen, wobei die Alpha 77 II hier nochmals etwas mehr überzeugen kann.

Das Grundgerüst des Gehäuses der Canon EOS 70D besteht aus Aluminium und glasfaserverstärktem Polykarbonat, bei der Alpha 77 II teilweise aus Magnesium. Effektiv macht das kaum einen Unterschied, auch wenn man der Alpha 77 II noch einen Tick mehr Wertigkeit im direkten Vergleich „unterstellen“ kann. Abgedichtet sind beide Gehäuse. Canon benennt die Abdichtung als Schutz gegen Staub und Spritzwasser, Sony als Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit. Großflächige Abdichtungen können wir bei beiden Kameras – beispielsweise am Speicherkartenfach – aber nicht erkennen.

Die Bedienung fällt ebenfalls recht ähnlich aus, auch wenn es hier durchaus den ein oder anderen Unterschied gibt. Einen Unterschied gibt es beim Steuerkreuz bzw. dem Joystick. Die Canon EOS 70D besitzt ein kombiniertes Steuerkreuz und Einstellrad auf der Rückseite, die Alpha 77 II einen Joystick. Welche Lösung man bevorzugt, ist Geschmackssache. Wir finden Canons Lösung besser.

Der Fokusmodus wird bei der Alpha 77 II auf der Vorderseite per Wählrad verändert, bei der EOS 70D per Taste auf der Oberseite. Ansonsten sind beide Kameras nahezu identisch aufgebaut. Das Programmwählrad liegt jeweils auf der linken „Schulter, ein monochromes Kontrolldisplay mit weiteren Tasten auf der rechten. Zudem gibt es zwei Einstellräder und weitere Direktwahltasten auf der Rückseite. Bedienen lassen sich beide Kameramodelle somit sehr gut, alle Parameter können schnell und ohne Umwege aufgerufen werden. Die Alpha 77 II erlaubt – im Gegensatz zur Canon EOS 70D – dabei deutlich mehr Möglichkeiten bei der Konfiguration der Tasten. Dies kann man durchaus als Vorteil sehen. Die sinnvolle Belegung der Tasten der Canon EOS 70D bietet allerdings auch ohne vielfältige Belegungsoptionen einen sehr guten Bedienkomfort.

Im Menü erlauben beide Kameras das Verändern aller Parameter, die man benötigt. Die vielen Optionen machen die Menüs dabei etwas unübersichtlich. Dieses "Problem" lösen beide Hersteller allerdings mit einem Quick-Menü, das die wichtigsten Einstellungen nochmals zusammenfasst und einen deutlich schnelleren Zugriff erlaubt.

Unsere Wertung bei der Verarbeitung, den Abmessungen und der Bedienung: Unentschieden.
Beide Kameras wissen ohne Frage zu überzeugen und lassen sich sehr komfortabel bedienen.

Objektive/Objektiv-Angebot:
Im Gegensatz zu unserem Vergleichstest der superkompakten Systemkameras Panasonic Lumix GM1 und Samsung NX mini, testen wir die beiden Systemkameras dieses Mal nicht mit den Kitobjektiven. Auch wenn beide Kameras mit den üblichen 18-55mm-Objektiven angeboten werden, werden sie vermutlich häufiger zusammen mit „hochwertigeren“ Objektiven verwendet. An der Canon EOS 70D kommt in unserem Vergleich das Canon EF-S 17-55mm F2,8 IS USM zum Einsatz, an der Sony Alpha 77 II das Sony DT 16-50mm F2,8 SSM. Beide besitzen eine durchgängige Lichtstärke von F2,8, eine ähnliche Brennweite und können nur an Kameras mit APS-C-Sensoren eingesetzt werden. Das Canon EF-S 17-55mm F2,8 IS USM sorgt an der EOS 70D für Bildwinkel entsprechend eines Kleinbildobjektivs mit 27 bis 88mm, mit dem Sony DT 16-50mm F2,8 SSM lässt sich an der Alpha 77 II eine kleinbildäquivalente Brennweite von 24 bis 75mm abdecken. Fokussiert wird jeweils per schnellem und leisem Ultrafokusmotor, das Canon EF-S 17-55mm F2,8 IS USM besitzt zudem einen optischen Bildstabilisator. Diesen benötigt das Sony DT 16-50mm F2,8 SSM nicht, da alle SLT-Modelle einen kamerainternen Bildstabilisator besitzen. Unterschiede gibt es beim Gewicht und der Größe: Das Canon-Zoom ist mit 8,4 x 11,1 cm deutlich größer (Sony DT 16-50mm F2,8 SSM: 8,1 x 8,8cm) und wiegt mit 645g (Sony DT 16-50mm F2,8 SSM: 577g) auch etwas mehr.

Bei der Abbildungsleistung liegt nach unserem Test das Canon EF-S 17-55mm F2,8 IS USM leicht vorne. Es verzeichnet vor allem im Weitwinkel weniger und besitzt bei Offenblende etwas schärfere Bildränder. In der Bildmitte geben sich beide Linsen dagegen nichts, hier überzeugen sie bei jeder Brennweite mit einer sehr hohen Bildschärfe.

Bei der Objektivauswahl trifft das EF/EF-S-Bajonett von Canon auf das A-Bajonett von Sony. Beide Bajonette können auf eine „große Vergangenheit“ zurückblicken, das Objektivangebot ist riesig. Egal welche der beiden Systemkameras man somit besitzt, an der Objektivauswahl wird es nicht scheitern. Neben den zahlreichen Linsen von Canon bzw. Sony (sowie Minolta) werden beide Bajonette zudem auch von verschiedenen Drittherstellern sehr gut mit Objektiven „versorgt“.

Einen kleinen Vorteil beim Objektivangebot sehen wir jedoch auf der Seite von Canon, die Objektivauswahl ist – vor allem im Profibereich – doch noch einmal etwas besser. Dies spielt für viele freilich keine allzu große Rolle, denn wir reden hier größtenteils über Objektive im vier- und fünfstelligen Preisbereich.

Unser Sieger bei den lichtstarken Standardzooms bzw. dem Objektivangebot: Die Canon EOS 70D – sie liegt aber nur einen Hauch vorne.

Im zweiten Teils des Vergleichstest der Canon EOS 70D und der Sony Alpha 77 II werfen wir einen Blick auf die Bildqualität, den Autofokus und die Arbeitsgeschwindigkeit.

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