Die GoPro HERO Actionkamera im Test (Teil 2)

Teil 2 von 2: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir uns im ersten Teil unseres Testberichts der GoPro HERO die technischen Daten und die Bedienung angesehen haben, prüfen wir in diesem zweiten und letzten Teil die Bildqualität bei Fotos und Videos sowie die Akkulaufzeit. Am Ende fassen wir die Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

Die Bildqualität:
Die Bildqualität einer Kamera hängt wie üblich vom verbauten Bildwandler ab – vor allem von der Auflösung und Größe. Erstere ist mit 12 Megapixel bekannt, zur Größe äußert sich GoPro nicht. Da die HERO Black-Modelle über einen Chip der 1/1,9-Zoll-Klasse verfügen, fällt der Sensor der HERO allerdings höchstwahrscheinlich kleiner aus.

Mit 12 Megapixel ist die Auflösung des Sensors nicht besonders hoch, die Detailwiedergabe der Fotos ist daher nur als durchschnittlich zu bewerten. Andere Actionkameras geben Details deutlich besser wieder. Des Weiteren fällt der Dynamikumfang der Bilder nicht besonders hoch aus und besitzen die Bilder deutlich dunklere Bildränder (Vignettierung). Chromatische Aberrationen sind an den Rändern leicht sichtbar, ein störendes Ausmaß wird jedoch nicht erreicht.

Auf die Videos der HERO hat die vergleichsweise geringe Sensorauflösung natürlich ebenfalls einen Einfluss. Die höchstmögliche Auflösung liegt bei 4K (3.840 x 2.160 Pixel), höhere Auflösungen werden nicht unterstützt. Damit sind für eine Einsteigerkamera ordentliche Videoaufnahmen möglich, die Qualität der besten Kameras wird jedoch eindeutig nicht erreicht. Bei 2,7K-Auflösung nimmt die Bildqualität sichtbar ab, in Full-HD noch stärker. Grundsätzlich zeigen die Videos ein sichtbares Rauschen, das gilt auch für Aufnahmen bei Tag.

Wer die bestmögliche Qualität erhalten möchte, sollte daher unbedingt die 4K-Auflösung nutzen. In 4K sind als großer Nachteil leider nur 30 Vollbilder pro Sekunde möglich, schnelle Bewegungen werden daher nicht so flüssig wiedergegeben, wie man das von anderen Actionkameras kennt. Zeitlupen lassen sich in 4K überhaupt nicht erstellen, sondern nur in 2,7K-Auflösung. In Full-HD sind keine höheren Bildraten als 30p möglich, dadurch eignet sich diese Auflösung höchstens zum Stromsparen. Für Aufnahmen bei wenig Licht bringt die HERO keine speziellen Aufnahmemodi mit, die Bildqualität fällt daher nicht sonderlich gut aus. Da Actionkameras generell nicht für Aufnahmen bei wenig Licht gedacht sind, muss man dies aber nicht allzu stark kritisieren.

Die Bildstabilisierung arbeitet bei der GoPro HERO nicht intern, dafür wird die Quik-App benötigt. Wer seine Aufnahmen stabilisieren möchte, muss daher stets die App nutzen. Diese Lösung ist aus unserer Sicht umständlich und kostet unnötig viel Zeit. Die Ergebnisse können sich immerhin sehen lassen, wenngleich die Stabilisierung nicht ganz das Niveau der Black-Modelle erreicht.

Links eine Aufnahme ohne Stabilisierung, rechts mit Stabilisierung:

Links eine Aufnahme ohne Stabilisierung, rechts mit Stabilisierung:

Die Akkulaufzeit:
Während die GoPro HERO in puncto Bildqualität deutlich hinter den Black-Modellen zurückbleibt, sieht es bei der Laufzeit anders aus. Aufgrund der recht geringen Auflösung und Bildrate sind der Bildprozessor und der Sensor der Kamera nicht allzu stark gefordert, weshalb die Aufnahmen im Test kein einziges Mal durch eine Überhitzungswarnung unterbrochen oder beendet wurden. Die geringe Auslastung macht sich auch beim Gehäuse bemerkbar, dieses erwärmt sich wesentlich weniger stark als die Gehäuse der HERO Black-Modelle auf. Alle Messungen erfolgten bei 20  Grad Umgebungstemperatur, weshalb bei hohen Temperaturen und Sonnenschein doch Begrenzungen möglich sein könnten.

Beim Akku der HERO handelt es sich um ein fest verbautes Modell mit 1.255mAh, das Einsetzen eines anderen Akkus ist somit nicht möglich. Dadurch sind längere Aufnahmen auf eine Akkuladung begrenzt, wenn keine Stromversorgung per USB-C-Port zur Verfügung steht. Im Vergleich zu den HERO Black-Kameras ist das natürlich von Nachteil, die sehr lange Akkulaufzeit minimiert dieses Manko in der Praxis aber deutlich. Laut GoPro filmt die Kamera bis zu 92 Minuten in 4K, wir kamen im Test sogar auf 94 Minuten. Dies ist ein sehr langer Zeitraum. In Full-HD soll die HERO laut GoPro sogar 141 Minuten schaffen. Das haben wir nicht getestet, erscheint uns aber durchaus realistisch zu sein. Gut zu wissen: Da sich der Akku im Test schon nach wenigen Tagen stärker entladen hat, sollte der Ladestand vor Aufnahmen stets überprüft werden.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro HERO:

Fotoaufnahmen mit 12 Megapixel:

Links eine Aufnahme in 4K-Auflösung, rechts in 2,7K-Auflösung

Zwei Videos in 1080p-Auflösung (links 1080p30 und rechts 1080p60):

Unser Fazit:
Die GoPro HERO ist eine sehr kompakte und leichte Actionkamera, die GoPro der HERO13 Black als Einsteigermodell zur Seite gestellt hat. Die HERO ist als Vorteil sehr klein und leicht, nur die früheren HERO-Session-Kameras waren noch etwas kompakter. Im Gegensatz dazu verfügt die HERO 2024 allerdings über ein 1,76 Zoll großes Display auf der Rückseite. Dieses löst zwar nicht so hoch wie bei den Black-Modellen auf, lässt sich aber trotzdem gut zur Bildkontrolle verwenden. Eingaben sind damit ebenso möglich, zudem besitzt die HERO die bekannten Modus- und Auslösetasten. Grundsätzlich bedient sich die Actionkamera dadurch wie Kameras der Black-Reihe. Als großer Unterschied gibt es jedoch viele Einschränkungen.

Die HERO bietet klassische GoPro-Qualitäten, mit maximal 4K30p aber kein tolles Videoangebot:

Videos speichert die HERO maximal in 4K-Auflösung und das auch nur mit 30 Vollbildern pro Sekunde. Ersteres halten wir bei einer Kamera der Einsteigerklasse zweifellos für akzeptabel, lediglich 30 Vollbilder pro Sekunde sind aber zu wenig. 60 Vollbilder pro Sekunde sehen wir heutzutage als Standard und gerade mit einer Actionkamera möchte man auch schnellere Motive flüssig einfangen. In 2,7K-Auflösung sind dann immerhin bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde möglich, höhere Bildraten unterstützt die HERO aber nicht. Das ist schade. Die Qualität der Videos fällt akzeptabel aus, wirklich geeignet ist die HERO – wie alle Actionkameras – aber nur für Aufnahmen bei ausreichend Licht.

Bei Fotos erreicht die GoPro HERO mit ihrem 12 Megapixel auflösenden Sensor befriedigende Ergebnisse, RAW- oder HDR-Aufnahmen werden leider nicht unterstützt. Verzichten muss man grundsätzlich zudem auf die Wahl des Sichtfeldes und generell andere Aufnahmemodi. Intervall- und Serienaufnahmen fehlen daher genauso wie Zeitraffer-Videos oder Langzeitbelichtungen. Nun kann man sich bei einer Einsteigerkamera durchaus fragen, ob hier viele Funktionen benötigt werden. Zweifellos nicht in dem Umfang, der bei Oberklassemodellen zur Verfügung steht. Nahezu alle Einstellungen zu streichen, was GoPro getan hat, halten wir jedoch für falsch.

Im Vergleich zu den HERO Black-Modellen ist die HERO deutlich kleiner und leichter:

Natürlich sollten bei einer Kamera der Einsteigerklasse keine RAW-Fotos, extreme Bildfelder oder spezielle Lichtmalerei-Modi erwartet werden. Einfache Zeitraffer, kurze Serienaufnahmen und zumindest zwei Bildfelder sollten aus unserer Sicht jedoch vorhanden sein. Schaut man sich einmal vergleichbare Einsteigermodelle an, kann man diese dort zweifellos finden. Hier hat GoPro den Rotstift eindeutig zu stark angesetzt. Nicht optimal ist aus unserer Sicht des Weiteren der Verzicht auf eine kameraeigene Stabilisierung. Als nicht optimal hat sich im Test auch die Verbindung zur App herausgestellt, diese war bei Übertragungen des Livebildes nicht stabil.

Funktionen gibt es nicht viele, die Akkulaufzeit und die Aufnahmedauer sind jedoch sehr gut:

Sehr positiv ist dagegen die Akkulaufzeit der Kamera zu erwähnen. Zwar ist man durch den fest verbauten Akku auf eine einmalige „Ladung“ beschränkt, damit hält die GoPro HERO aber sehr überzeugende 94 Minuten in 4K durch. Dabei kam es im Test zu keiner Überhitzung. Grundsätzlich erwärmt sich die Actionkamera im Vergleich zu den HERO-Black-Modellen nur recht wenig, problematische Temperaturen konnten wir zu keiner Zeit feststellen. Beim Gehäuse muss man gegenüber den Oberklassekameras zwar Abstriche machen, wasser- und staubdicht ist die HERO allerdings auch.

Der dkamera.de Award zur GoPro HERO:

Autor: dkamera.de Redaktion
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