Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit
Nachdem wir uns im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO ILS die Bedienung und den Einsatz von Objektiven angesehen haben, prüfen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität bei Fotos und Videos sowie die Akkulaufzeit. Am Ende fassen wir die Ergebnisse aller drei Teile zudem zusammen und ziehen ein Fazit.
Die GoPro MISSION 1 PRO ILS nutzt wie die beiden anderen MISSION-1-Kameras einen 50 Megapixel auflösenden Sensor der 1,0-Zoll-Klasse. Dank dieses Bildwandlers und des GP3-Chips ist die Actionkamera in der Lage, Videos mit bis zu 8K-Auflösung aufzunehmen. 8K-Videos sind dabei sowohl mit klassischen 7.680 x 4.320 Pixel (16:9) als auch mit 7.680 x 5.760 Pixel (4:3) möglich. Letztere Option wird von GoPro als Open-Gate bezeichnet, da hier nahezu der gesamte Bildwandler ausgelesen wird. Wer Videos mit der maximalen Pixelzahl aufzeichnen möchte, sollte sich für diese Option entscheiden. Wir greifen für unseren Bildqualitätsvergleich auf die klassische 8K-Auflösung zurück. Damit zeichnet die Actionkamera im Unterschied zur Open-Gate-Aufnahme bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde auf. Im Alltag dürfte diese Option daher in den meisten Fällen sinnvoller als das Open-Gate-Recording sein. Bei 8K60p liefert die GoPro MISSION 1 PRO ILS sehr detailreiche Aufnahmen, für ein Modell der Actionkameraklasse sind sie hervorragend.

Für höhere Bildraten und ansprechende Zeitlupen muss man auf die 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) zurückschalten. Damit lassen sich bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde aufnehmen. Das reicht für hervorragende 8-fache Zeitlupen. Natürlich sind hierbei Abstriche bei der Bildqualität zu machen, die Qualität reicht aber selbst für die Wiedergabe auf großen TV-Geräten aus. Bei Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) sieht dies anders aus. Diese Aufnahmen zeigen sichtbar weniger Details. Mit bis zu 480 Vollbildern pro Sekunde bei klassischen Aufnahmen und bis zu 960 Vollbildern pro Sekunde beim Einsatz des „Serienfoto Slo-Mo“-Modus kann man allerdings extreme Zeitlupen erstellen. Während wir 480 Vollbilder pro Sekunde aufgrund des geringen Abstandes zu 240 Vollbildern pro Sekunde (die in 4K möglich sind) nicht für sonderlich interessant halten, sind die 960 Vollbilder pro Sekunde zweifellos eine tolle Option. Damit lassen sich auch sehr schnelle Motive sehr langsam wiedergeben.

Wenig Licht war und ist für Actionkameras immer ein Problem, denn die Sensoren fallen mehrheitlich deutlich kleiner als bei Systemkameras aus. Bei den MISSION-1-Kameras ist dies dank der 1,0-Zoll-Chips etwas anders. Die GoPro MISSION 1 PRO ILS kann dadurch bei wenig Licht deutlich mehr Details als beispielsweise die ältere HERO13 Black wiedergeben. Da man mit dem speziellen Modus für „wenig Licht“ die Qualität nochmals sichtbar verbessern kann, würden wir uns stets für diesen entscheiden. Gut zu wissen: Besitzer der GoPro MISSION 1 PRO ILS können im Vergleich zur MISSION 1 PRO oder MISSION 1 (jeweils Blende F2,8) natürlich zu deutlich lichtstärkeren Objektiven greifen. Mit einer Optik mit Blende F1,4 ließe sich die einfallende Lichtmenge beispielsweise vervierfachen. Derartige Objektive gibt es mit dem MFT-Bajonett zu sehr günstigen Preisen.
Ein sehr gutes Ergebnis erreicht die GoPro MISSION 1 PRO ILS auch beim Dynamikumfang. Helle und dunklere Bildbereiche werden gut wiedergegeben, zum Ausbrennen kommt es erst recht spät. Durch die Wahl eines flachen Bildprofils kann man grundsätzlich noch etwas mehr herausholen, auch ohne schneidet die Actionkamera aber sehr ansprechend ab.
Wie gut die Stabilisierung der Actionkamera ausfällt, hängt sehr stark vom verwendeten Objektiv und dessen Brennweite ab. Bei kurzen Brennweiten (unterhalb von 30mm KB) werden auch stärkere Bewegungen noch effektiv ausgeglichen, mit steigender Brennweite nimmt die Stabilisierungsleistung immer weiter ab. Dies sollte niemanden verwundern, da längere Brennweiten für stärkere Verwacklungen sorgen und dafür schnell nicht mehr ausreichend viele Pixel zum Ausgleich zur Verfügung stehen. Wer die MISSION 1 PRO mit Brennweiten deutlich oberhalb von 50mm KB betreiben möchte, sollte auf jeden Fall ein Stativ benutzen, um starke Wackler zu vermeiden. Für die optimale Stabilisierung sollte zudem ausreichend Licht vorhanden sein, damit kurze Belichtungszeiten möglich sind.
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Für Fotos gilt: Sowohl die Detailauflösung als auch die Farbwiedergabe und die Dynamik wissen zu gefallen. Mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde lassen sich extrem schnelle Serien aufzeichnen, die Bildqualität ist mit 12 Megapixel dabei gut. Bei 50 Megapixel sinkt die Bildrate auf zehn Aufnahmen pro Sekunde ab, Details werden dafür noch sichtbar besser wiedergegeben. Durch die Wahl von RAW-Dateien erhält man zudem einen großen Bearbeitungsspielraum.
Trotz des großen und hoch aufgelösten Sensors konnte GoPro die Laufzeiten seiner Actionkameras im Vergleich zu den HERO-Modellen verbessern. Das liegt am stromsparenden GP3-Prozessor sowie dem neuen Enduro-2-Akku mit 2.150mAh Kapazität. Dieser reicht laut unseren Messungen bei 8K-Aufnahmen mit 60 Vollbildern pro Sekunde für 68 Minuten lange Aufnahmen. Dieser Wert entspricht dem Ergebnis der GoPro MISSION 1 PRO. Derart lange kann man ohne aktive Kühlung allerdings nicht am Stück filmen. Bei 24 Grad Umgebungstemperatur brach die Aufnahme nach 23 Minuten wegen einer zu heißen Kamera ab. Hier liegt die 1 PRO ILS immerhin zwei Minuten vor der MISSION 1 PRO. Bei 4K240p wurde die Aufnahme aufgrund einer zu hohen Gehäusetemperatur nach 21 Minuten gestoppt, bei 4K60 ergaben sich keine Einschränkungen.
Ist der Akku leer, kann man diesen in der Actionkamera oder auch mit dem Dual-Battery-Charger von GoPro aufladen. Dieses dauert 44 Minuten (0 bis 100 Prozent). Schon nach 14 Minuten ist der Akku allerdings wieder zur Hälfte gefüllt. Diese Werte können sich sehen lassen, die HERO-Kameras werden deutlich übertroffen.
Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro MISSION 1 PRO ILS (mit Laowa 9mm F2,8):
Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 5.760 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde (GP-Log2)
Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 240 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 960 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24 Vollbildern pro Sekunde
Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24 Vollbildern pro Sekunde (Low Light)
Unser Fazit:
Die GoPro MISSION 1 PRO ILS ist auf der einen Seite eine Actionkamera, auf der anderen Seite handelt es sich um ein Modell abseits der Masse. Dafür sorgt natürlich das MFT-Bajonett. Durch dieses weicht sie nicht nur optisch von Actionkameras ab. Sie ist weder wasser- noch staubdicht und auch etwas größer. Abhängig von der verwendeten Optik sind die Abweichungen von den anderen MISSION-1-Modellen mal kleiner und mal größer. Das Bajonett hebt die GoPro MISSION 1 PRO ILS aber natürlich auch von der Konkurrenz ab und macht sie zu einem einmaligen Modell, das praktisch ohne Konkurrenz ist.
Lässt man das Micro Four Thirds-Bajonett außer Acht, schneidet die GoPro MISSION 1 PRO ILS so gut wie die GoPro MISSION 1 PRO mit fest verbautem Fisheye-Objektiv ab. Die Bildqualität fällt für eine Kamera der Actionklasse sehr hoch aus. Aufnahmen sind in 8K Open-Gate (4:3 mit bis zu 30p) möglich, in klassischer 8K-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde und stärkere Zeitlupeneffekte lassen sich in 4K (bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde) mit einer sehr guten Qualität realisieren. Besonders starke Zeitlupen-Effekte (32-fach) macht der „Serienfoto Slo-Mo“-Modus möglich. Hier muss man allerdings mit einer sichtbar schlechteren Detailwiedergabe leben. Für die Kamera sprechen zudem ihre zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten, mehrere Farbprofile (inkl. GP-Log2) und die ansprechende Bildqualität bei wenig Licht. Fotos kann man auf Wunsch mit einer sehr guten Bildqualität oder einer sehr hohen Bildrate (bis zu 60 Fotos in einer Sekunde) aufnehmen.
Positiv erwähnen kann man zudem das rückseitige OLED-Display mit ansprechender Wiedergabequalität, die sehr ordentliche Akkulaufzeit bei 8K-Aufnahmen (68 Minuten bei 60p) und die schnelle Ladezeit des Akkus (14 Minuten von 0 bis 50 Prozent). Wie üblich ist die Aufnahmelänge von der Umgebungstemperatur und der Kühlung (durch Airflow oder Ähnlichem) abhängig, mit 23 Minuten bei 8K60p (ohne Luftstrom) wird aber ein solides Ergebnis erzielt. Bei 4K240p kommt man auf mindestens 21 Minuten und bei 4K60p gibt es im Regelfall überhaupt keine Grenze.
Am Ende stellt sich die Frage, für wen die MISSION 1 PRO ILS infrage kommt. Hier sehen wir vor allem Nutzer, die ganz besondere Ansprüche, wie zum Beispiel ein sehr kleines Gehäuse, haben. Des Weiteren ist sie für Freunde von Slow-Motion-Aufnahmen interessant, die keine sehr teure Highspeed-Kamera erwerben möchten. Im Alltag sind die Nachteile gegenüber einer klassischen Action- oder Systemkamera allerdings schon groß. So muss man sowohl auf die meisten Vorteile einer Actionkamera als auch den schnellen Autofokus einer Systemkamera verzichten.