Die SD-Speicherkarten-Kaufberatung

Alles Wichtige zur Geschwindigkeit, der Kapazität und empfehlenswerte Modelle

An Speicherkarten kommen Fotografen nicht vorbei, einen internen Speicher besitzen schließlich die wenigsten aktuellen Kameramodelle. Wir informieren in folgendem Artikel über die wichtigsten technischen Daten von Speicherkarten und erläutern, auf was beim Kauf geachtet werden sollte. Am Ende des Artikel finden Sie zudem verschiedene Kaufempfehlungen.

Die Kompatibilitätsfrage:
SD-Karten lassen sich heutzutage in zwei unterschiedlichen Größen erwerben. Die 24 x 32 x 2,1mm messenden SD-Modelle werden in vielen Fotokameras verwendet, die 15 x 11 x 1mm großen microSD-Karten kommen vor allem bei Smartphones zum Einsatz. Per Adapter lassen sich die kleineren microSD-Modelle auch in Geräten mit SD-Slot verwenden, dabei sind keine Einschränkungen hinzunehmen.

Mit einem Adapter lassen sich microSD-Karten in SD-Slots einsetzen:

Ob sich eine Speicherkarte in einer Kamera nutzen lässt, hängt vor allem vom Speicherkarten-Standard ab. Neuere Standards werden von älteren Modellen nicht unterstützt, in diesem Fall sollte das Verwenden der Speicherkarte nicht möglich sein. Welche Speicherkarten eine Kamera unterstützt, lässt sich in der Regel im Handbuch nachlesen. In den letzten Jahren vorgestellte Kameramodelle können in der Regel mit SD, SDHC und SDXC-Karten umgehen.

Standard

SD

SDHC

SDXC

SDUC

Name

Secure Digital Standard Capacity

Secure Digital High Capacity

Secure Digital eXtended Capacity

Secure Digital Ultra Capacity

Ankündigung

1999

2006

2009

2018

Minimale Kapazität

128MB

4GB

64GB

 

Maximale Kapazität

2GB

32GB

2TB

128TB

Dateisystem

FAT16

FAT32

exFAT

exFAT

Des Weiteren muss nach dem verbauten Interface unterschieden werden. Höhere Übertragungsgeschwindigkeiten werden durch einen höheren Arbeitstakt sowie durch zusätzliche Schnittstellen ermöglicht. Karten mit UHS-I-Interface oder älteren Schnittstellen besitzen eine Pin-Reihe, neuere Karten zwei oder sogar drei Pin-Reihen. Im Handel sind aktuell vor allem UHS-I- und UHS-II-Speicherkarten zu finden.

Links eine UHS-I-Speicherkarte mit einer Pin-Reihe, rechts ein UHS-II-Modell mit zwei Pin-Reihen:

Dank der Rückwärtskompatibilität lassen sich UHS-II-Karten auch in Kameras mit UHS-I-Slot nutzen, höhere Datenraten als bei UHS-I-Karten sind dann aber natürlich nicht zu erreichen. Informationen zum verbauten Speicherkarten-Interface sollten dem Handbuch oder der Produktseite einer Kamera zu entnehmen sein.

Die Geschwindigkeitsfrage:
Die Geschwindigkeit einer Speicherkarte ist ein sehr relevanter Parameter. Langsame Speicherkarten können die Bildrate und die Länge von Aufnahmeserien negativ beeinflussen oder sogar zum Abbruch bestimmter „Aktivitäten“ (z. B. Videoaufnahmen) führen. Vor dem Kauf einer Speicherkarte sollte man sich daher gut informieren, welches Modell benötigt wird oder optimalerweise zum Einsatz kommen sollte. Von besonderer Relevanz ist die minimale Datenrate beim Schreiben. Diese ist für die Aufnahme von Videos wichtig, beim Unterschreiten der minimalen Datenrate können Videos unter Umständen von der Kamera gestoppt werden. Welche Geschwindigkeit eine SD-Speicherkarte erreicht, wird durch die sogenannte Speedclass angegeben. Hier werden leider unterschiedliche Standards verwendet, das kann gerade Einsteiger verwirren. Nachfolgend daher eine kurze Übersicht.

Minimale Datenrate (Schreiben)

Speed Class

UHS Speed Class

Video Speed Class

2MB/s

Class 2

nicht vergeben

nicht vergeben

4MB/s

Class 4

nicht vergeben

nicht vergeben

6MB/s

Class 6

nicht vergeben

V6

10MB/s

Class 10

UHS U1

V10

30MB/s

nicht vergeben

UHS U3

V30

60MB/s

nicht vergeben

nicht vergeben

V60

90MB/s

nicht vergeben

nicht vergeben

V90

Manche Digitalkameras setzen für Videoaufnahmen gewisse Speedclass-Einstufungen voraus. Ohne diese lassen sich Videos teilweise nicht starten, selbst wenn die Schreibgeschwindigkeit in der Praxis ausreichend wäre. Welche Geschwindigkeit für die Aufnahme unbedingt erreicht werden muss, sollte im Handbuch der verwendeten Kamera stehen. Nachfolgend finden eine Übersicht der bei Videos benötigen Speedclass-Ratings.

Auflösung und Datenrate

Minimale Datenrate
(Schreiben) in MB/s

Speedclass
(minimal bzw. Empfehlung)

 

HD oder Full-HD mit 16Mbit/s

2

Class 2, besser Class 4

Full-HD mit 24Mbit/s

3

Class 4, besser Class 6

Full-HD mit 28Mbit/s

3,5

Class 4, besser Class 6/V6

Full-HD mit 36Mbit/s

4,5

Class 6/V6, besser Class 10/V10

Full-HD oder 4K mit 50Mbit/s

6,25

Class 10/V10

Full-HD oder 4K mit 100Mbit/s

12,5

UHS U3/V30

Full-HD oder 4K mit 200Mbit/s

25

UHS U3/V30

4K mit 400Mbit/s

50

V60

4K mit 800Mbit/s

100

V90 eventuell problematisch

Geschwindigkeit in der Theorie und Praxis:
Welche Geschwindigkeit eine Speicherkarte maximal erreicht, schreiben die Hersteller entweder als „Megabyte pro Sekunde“-Wert oder als „x-fache“-Angabe auf die Speicherkarte. Es finden sich daher Beschriftungen wie „100MB/s“, „1.000x“ oder „R:300MB/s“ und „W:250MB/s“. Wird nur ein Wert angegeben, ist mit höchster Wahrscheinlichkeit die maximale Datenrate der Speicherkarte gemeint. Eine Speicherkarte mit der Aufschrift „100MB/s“ hat also eine maximale Geschwindigkeit von 100MB/s zu bieten. Dabei handelt es sich in der Regel um die Lesegeschwindigkeit, die Schreibgeschwindigkeit kann deutlich niedriger ausfallen. Ohne Angabe ist diese nicht zu erkennen, die bereits erwähnte Speedclass gibt allerdings die minimale Schreibgeschwindigkeit vor. Eine Class-10-Karte erreicht beispielsweise mindestens 10MB/s. Bei der Angabe mit dem „x-fachen“-Wert sieht das ähnlich aus. Auch damit wird normalerweise die maximale Datenrate bezeichnet. 1-fach steht dabei für 150 Kilobyte pro Sekunde, 1.000-fach bedeutet somit maximal 150MB/s. Bei unserem dritten Beispiel „R:300MB/s“ und „W:250MB/s“ handelt es sich um die genaueste Angabe. Diese Speicherkarte sollte 300MB/s beim Lesen (R = Read) und 250MB/s beim Schreiben (W = Write) schaffen. Die minimale Schreibgeschwindigkeit, welche die Speicherkarte immer erreicht, lässt jedoch wieder nur an der Speedclass-Angabe ablesen.

Wird nur eine Geschwindigkeit angegeben, ist damit fast immer die Lesegeschwindigkeit gemeint:

Welche Übertragungsgeschwindigkeit beim Schreiben von der Kamera auf die Speicherkarte erreicht wird, ist allerdings nicht nur von der eingesetzten Speicherkarte abhängig. Hier spielt auch die verwendete Kamera eine Rolle. Je nachdem welches Interface genutzt wird und wie schnell die Speicherkarte angebunden ist, ergeben sich deutlich Unterschiede. Die höchsten Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen Kameras mit UHS II-Schnittstelle. Diese Schnittstelle erlaubt in der Theorie Datenraten von bis zu 312MB/s, in der Praxis sind es in der Spitze bis zu etwa 200MB/s. Kameras mit UHS-I-Schnittstelle schaffen theoretisch bis zu 104MB/s, in der Praxis sind es maximal etwa 95MB/s. Nach unten können sich jeweils deutlich Abweichungen ergeben. Sony-Kameras mit UHS-I-Slot schaffen beispielsweise nur rund 30-35MB/s.

Neben der Speicherkarte ist das Interface der Kamera für die Übertragungsrate relevant:

Wenn eine Kamera ein langsames Speicher-Interface besitzt, das beispielsweise keine höheren Übertragungsgeschwindigkeiten als 50MB/s schafft, sorgt auch eine schnelle Speicherkarte (z. B. ein Modell mit bis zu 95MB/s) für keine höheren Datenraten.

Die Kapazitätsfrage:
Die Datenmengen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, dafür sind immer höher auflösende Sensoren und Videos mit immer mehr Pixeln verantwortlich. Welche Speichermenge Fotos und Videos ungefähr benötigen, zeigen unsere folgenden Tabellen.

Typische Dateigrößen von JPEG-Aufnahmen (von Kamera, Kompression, Motiv und ISO-Wert abhängig):

Auflösung

Megabyte pro Bild

12 Megapixel

circa 6

16 Megapixel

circa 8

20 Megapixel

circa 10

24 Megapixel

circa 12

36 Megapixel

circa 18

50 Megapixel

circa 25

Typische Dateigrößen von RAW-Aufnahmen (von Kamera und RAW-Kompression abhängig):

Auflösung

Megabyte pro Bild

12 Megapixel

circa 15

16 Megapixel

circa 20

20 Megapixel

circa 25

24 Megapixel

circa 30

36 Megapixel

circa 45

50 Megapixel

circa 60

Typische Datenraten und Dateigrößen von Videos:

Auflösung und Datenrate

Megabyte pro Minute

HD oder Full HD mit 16Mbit/s

120

Full-HD mit 24Mbit/s

180

Full-HD mit 28Mbit/s

240

Full-HD mit 36Mbit/s

270

Full-HD oder 4K mit 50Mbit/s

375

Full-HD oder 4K mit 100Mbit/s

750

Full-HD oder 4K mit 200Mbit/s

1.500

4K mit 400Mbit/s

3.000

4K mit 800Mbit/s

6.000

Besitzer einer Kamera mit 24 Megapixel müssen bei der Aufnahme von JPEG-Fotos etwa 12MB pro Bild einplanen, bei RAW-Aufnahmen sind es etwa 30MB pro Foto. Bei Videos in Full-HD sind Werte von rund 200 bis 750MB pro Minute gängig, bei 4K-Aufnahmen sollte man zwischen etwa 400 bis 1.500MB pro Minute einplanen. Die meisten Kameras haben bei Fotos sowie Videos unterschiedliche Kompressionsstufen zu bieten, im Zweifelsfall würden wir uns immer für eine möglichst geringe Kompression entscheiden. Diese kostet Speicherplatz, sorgt jedoch für die bestmögliche Bildqualität.

Die Bildgröße ist unter anderem von der verwendeten Kompression abhängig:

Bei einigen Kameras lässt sich die Video-Bitrate wählen (hier 60MBit/s oder 100MBit/s):

Eine Ausnahme von dieser Empfehlung stellen RAW-Datei dar. In den allermeisten Fällen lässt sich mit komprimierten RAW-Dateien genauso gut wie mit nicht komprimierten RAW-Dateien arbeiten. Da nicht komprimierte RAW-Dateien oftmals doppelt so groß wie komprimierte RAW-Dateien ausfallen, würden wir uns für die komprimierte Variante entscheiden. Es gilt jedoch wie immer: Ausprobieren ist sinnvoll!

Welche Kapazität stellt nun die beste Wahl dar?
Da Speicherkarten heutzutage nicht mehr allzu viel Geld kosten, lohnt es nicht kaum, daran zu sparen. Kamerabesitzer, die nur JPEG-Fotos und Full-HD-Videos aufnehmen, sollten bereits mit einem 32GB großen Modell sehr gut auskommen. Beim Speichern von RAW-Dateien bieten sich schon etwas höhere Kapazitäten an, je nach Kamera sind 64GB oder 128GB eine gute Wahl. Videoaufnahmen benötigen im Vergleich zu Fotos deutlich mehr Platz, innerhalb kurzer Zeit werden viele Gigabyte an Daten erzeugt. Bei Aufnahmen in 4K-Auflösung sind 64GB quasi Pflicht, 128GB aber sicherlich ratsam.
Eine grundsätzliche Empfehlung: Verwenden Sie lieber mehrere kleinere als eine sehr große Speicherkarte. Mit kleineren Karten meinen wir dabei nicht 8GB oder 16GB fassende Modelle, sondern 64GB statt beispielsweise 256GB oder 512GB. Zum einen sind Speicherkarten mit sehr hohen Kapazitäten pro Gigabyte teurer, das Preis-Leistungs-Verhältnis wird also schlechter. Zum anderen nimmt die Gefahr des Datenverlustes zu, wenn sich alle Dateien nur auf einer Speicherkarte befinden. Kommen mehrere kleinere Karten zum Einsatz, sollte der Defekt einer Karte nicht ganz so „schmerzhaft“ sein. Auf regelmäßige Backups sollte man aber natürlich trotzdem nicht verzichten.

Bei Speicherkarten sollte man nicht sparen, der Griff zu den bekannten Herstellern ist sinnvoll:

Die Herstellerwahl:
Nachdem man sich bei seiner neuen Speicherkarte für eine Kapazität und eine Geschwindigkeitsklasse entschieden hat, bleibt nur noch eine Frage: Welchet Hersteller? Anders als bei XQD- oder CFexpress-Speicherkarten gibt es bei SD-Speicherkarten eine riesige Auswahl. Viele bekannte aber auch unbekannte Hersteller bieten SD-Modelle in diversen Ausstattungsserien an. Wir meinen: Kaufen Sie Speicherkarten von bekannten Herstellern. Hier gibt man zwar den ein oder anderen Euro mehr aus, kann jedoch langlebigere Speicherkarten und eine gleichbleibende, hohe Qualität erwarten.

Unsere Speicherkarten-Favoriten bei Amazon:

Hinweis: Wir haben jeweils das 64GB große Modell einer Serie ausgewählt, es lassen sich auch andere Kapazitäten erwerben.

Für Kameras mit UHS-I-Slot:

Gut und günstig*:

SanDisk Extreme Serie

Toshiba Exceria Pro N401 Serie

Für Kameras mit UHS-II-Slot:

Gut und günstig*:

Sony SD M-Serie

Besonders schnell*:

Sony Tough G Serie

SanDisk Extreme Pro Serie

Autor: dkamera.de Redaktion
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