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dkamera.de Grundlagenwissen: Stativköpfe

Wissenswertes zu Typen, Spezialfällen und Ausrichtungshilfen

In einem vorangegangenen Grundlagenwissens-Artikel haben wir uns mit Stativen beschäftigt. Da Stativ und Köpfe untrennbar zusammenhängen, wollen wir uns in diesem Artikel um die Stativköpfe kümmern. Stativköpfe ergänzen das Stativ und sind das Verbindungsglied zwischen dem Stativ und der Kamera. Daher sollte dem Stativkopf die gleiche Aufmerksamkeit wie dem Stativ gewidmet werden. Prinzipiell kann eine Kamera zwar auch ohne Kopf auf einem Stativ befestigt werden, die Ausrichtung der Kamera ist dann aber deutlich aufwendiger. Auf einen Stativkopf sollte man daher nicht verzichten.

Während sich bei einfacheren Stativen bereits ein Kopf im Lieferumfang befindet, muss dieser bei teureren Modellen oftmals zusätzlich erworben werden. Der Grund dafür ist, dass Benutzer von einfacheren Stativmodellen in der Regel keine höheren Ansprüche an den Stativkopf haben. Daher lassen sich günstige Stative mit ebenso günstigen Köpfen als Komplettpakete anbieten. Wer sich dagegen für ein hochwertiges Stativ entscheidet, möchte in der Regel auch einen hochwertigen und vor allem einen genau auf seine Ansprüche abgestimmten Kopf erwerben. Dieser kann dabei schnell den Preis des Stativs überschreiten oder zumindest daran heranreichen.

Ein 3-Wege-Neiger zum Anpassen des Kopfes in drei Achsen:

Stativköpfe sind in verschiedenen Bauarten erhältlich:

Die Neiger:
In der Klasse der „Neiger“ werden unter anderem 1-Weg-Neiger, 2-Wege-Neiger, 3-Wege-Neiger und Getriebe-Neiger angeboten. Während sich bei 1-Weg-Neigern die Kamera nur um eine Achse drehen lässt, ist dies bei 2-Wege-Neigern dementsprechend um zwei und bei 3-Wege-Neigern um drei Achsen möglich. Die verschiedenen Achsen werden dabei jeweils getrennt voneinander konfiguriert. Bei den Getriebe-Neigern handelt es sich um eine besondere Ausstattungsform der Neiger. Wie herkömmliche Köpfe mit Neigefunktion erlauben auch die Getriebe-Neiger das Drehen um mehrere Achsen. Dieses wird allerdings über spezielle und besonders präzise Getriebe realisiert. Daher lässt sich bei den meisten Modellen eine auf das Grad genaue Drehung vornehmen. Dies kann zum Beispiel bei der Makrofotografie wichtig sein. Um die Positionierung des Kopfes trotzdem relativ flott möglich zu machen, besitzen einige Modelle eine Option zum groben Wählen der Neigung und eine zweite Option zur präzisen Konfiguration.

Die Spezialfälle:

Der Kardankopf:
Kardanköpfe werden auch als Teleneiger bezeichnet und sind spezielle Stativköpfe für Teleobjektive. Um mit den oftmals mehreren Kilogramm schweren Teleobjektiven komfortabel hantieren zu können, besitzen Kardanköpfe in der Regel zwei neigbare Achsen. Das Objektiv und die Kamera lassen sich bei Teleneigern im Schwerpunkt ausrichten und daher besonders leicht, aber auch stabil bewegen. Besonders Letzteres kann ein Kugelkopf kaum gewährleisten, da bereits bei kleinen Bewegungen ein Absenken des Kopfes zur Seite möglich ist. Um das Objektiv in der Waage zu halten, wäre daher eine permanente Kontrolle des Kopfes notwendig.

Ein speziell zum Filmen optimierter Videoneiger (2-Wege-Neiger):

Der Videoneiger:
Bei einem Videoneiger handelt es sich im Prinzip um einen 2-Wege-Neiger. Dieser richtet sich allerdings, wie der Name bereits verrät, an Videofilmer und ist daher besonders ausgestattet. Während bei gewöhnlichen Neigern kein besonderer Wert auf eine möglichst sanfte Bewegung des Kopfes gelegt wird, da diese Funktion für Fotos uninteressant ist, müssen Videoneiger ein möglichst ruckelfreies Drehen und Schwenken ermöglichen. Dafür besitzen Videoneiger in der Regel eine „Fluid-Patrone“, bei der eine flüssige Substanz im Inneren das langsame und ruckelfreie Drehen sowie Schwenken des Kopfes erlaubt.

Ein Kugelkopf mit seitlicher Feststellschraube:

Der Kugelkopf:
Bei Kugelköpfen handelt es sich um die heutzutage am häufigsten verwendeten Stativköpfe. Bis auf einige wenige Ausnahmen (z. B. Getriebe-Neiger für Makroaufnahmen, Kardanköpfe für Teleobjektive oder Videoneiger für Videoaufnahmen) bieten Kugelköpfe den höchsten Komfort. Man kann sie daher auch als Allroundköpfe bezeichnen.

Mit der Feststellschraube wird die Kugel arretiert:

Bei einem Kugelkopf sind das Drehen und Schwenken, genau wie bei einem 3-Wege-Neiger, in drei Achsen möglich. Der Unterschied liegt allerdings in der Funktionsweise. Beim 3-Wege-Neiger wird die Drehung jeder Achse unabhängig voneinander vorgenommen. Bei einem Kugelkopf lassen sich dagegen alle drei Achsen auf einmal verändern. Dazu muss nur die Feststellschraube des Kopfes gelöst werden. Durch diese Tatsache lässt sich mit einem Kugelkopf besonders schnell, aber natürlich nicht ganz so präzise arbeiten. Aber auch die Präzision eines Kugelkopfes ist in den meisten Situationen ausreichend. Kugelköpfe erlauben zudem in der Regel auch die Fotografie im Hochformat. Dafür besitzen diese meistens spezielle Einbuchtungen, in denen sich der Kopf um bis zu 90 Grad neigen lässt.

Per Einstellrad erfolgt die Friktionskontrolle am Kugelkopf:

Mit welchem Widerstand sich der Kugelkopf bewegen lässt, ist von der gewählten Friktion abhängig. Diese wird entweder über die Feststellschraube des Kopfes oder eine eigene Schraube realisiert. Je nachdem wie stark diese Schraube angezogen oder gelockert ist, lässt sich der Kopf mit einem unterschiedlichen Widerstand bewegen.

Die Friktionskontrolle erlaubt daher ein genaueres Anpassen des Kopfes, ohne dass sich dessen Position sofort nach dem Lösen der Arretierung stärker verändert.

Ein Kugelkopf mit Pistolengriff und Fernauslöser:

Kugelköpfe mit Pistolengriff:
Bei einem Kugelkopf mit Pistolengriff handelt es sich um einen gewöhnlichen Kugelkopf. Dieser wird allerdings um einen Griff zur besseren Kontrolle der Position des Kopfes erweitert. Ebenso kann im Griff ein Auslöser integriert werden, über den sich die Kamera per Kabelauslöser steuern lässt.

Bei diesem Kugelkopf ist eine Gradanzeige für die Aufnahme von Panoramen vorhanden:

Panoramaköpfe mit Rasterung:
Mittlerweile häufiger bei Kugelköpfen zu finden ist eine Gradanzeige. Diese soll die Aufnahme von Panoramen erleichtern, da sich dadurch Bilder mit einem bestimmten Abstand voneinander aufnehmen lassen. Oftmals werden diese Köpfe daher auch als Panoramaköpfe bezeichnet. Nicht jeder Kopf mit Gradrasterung ist allerdings gleich gut zur Aufnahme von Panoramen geeignet. Bei einem guten Panoramakopf sollte die Drehung um die eigene Achse ohne das Lösen der Arretierung des Kopfes möglich sein. Ist dies nicht der Fall, kann sich die Position des Kopfes auch in anderen Achsen verändern. Dies macht die Ausrichtung der Kamera schwerer und ist nicht optimal. Wer einen Kopf speziell für Panoramen erwerben möchte, sollte vor dem Kauf daher prüfen, ob für die Panoramadrehung eine eigene Feststellschraube vorhanden ist.

Was es sonst noch zu beachten gilt:

Die Belastbarkeit des Kopfes:
Neben der Tragfähigkeit des Stativs ist auch die Belastbarkeit des Stativkopfes von Bedeutung. Diese gibt an, mit welchem maximalen Gewicht der Kopf belastet werden kann. Gerade bei einfacheren Modellen werden dabei oftmals unrealistisch hohe Werte genannt, die in der Praxis nicht eingehalten werden. In diesem Fall kann es vorkommen, dass ein schräg eingestellter Kopf nach der Arretierung seine Position langsam oder auch schneller verändert und zur Seite oder nach vorne bzw. nach hinten kippt. Dies ist im Besonderen bei Langzeitbelichtungen problematisch. Vor der Aufnahme von Bildern sollte daher zuerst die Funktionstüchtigkeit des Kopfes mit dem schwersten Objektiv in einer schrägen Stellung getestet werden.

Per Nivellierlibelle lässt sich die Ausrichtung des Kopfes kontrollieren:

Nivellierlibellen als Hilfe:
Ein Stativkopf soll das Ausrichten der Kamera besonders einfach und schnell erlauben. Oftmals ist es dabei gewünscht, eine waagerechte oder senkrechte Ausrichtung zu erreichen. Um dies kontrollieren zu können, besitzen viele Stativköpfe eine oder mehrere integrierte Wasserwaagen. Im Optimalfall ist für jede Achse eine Wasserwaage vorhanden, zudem sollte sich diese oberhalb der Kugel und nicht darunter befinden. Nur dann lässt sich die korrekte Ausrichtung der Kamera prüfen.

Ein Kugelkopf mit Schnellwechsel-System:

Die Schnellwechselplatte wird über das Stativgewinde an der Kamera befestigt:

Das Schnellwechsel-System:
Der Stativkopf dient – wie erwähnt – zum schnellen Ausrichten der Kamera. Um die Montage der Kamera auf den Kopf besonders schnell zu ermöglichen, gibt es die sogenannten Schnellwechsel-Systeme. Hier muss die Kamera nicht langwierig durch Drehen am Kopf befestigt werden, sondern wird mit einer Stativplatte arretiert. Die Stativplatte wird über das Stativgewinde mit der Kamera verschraubt und erlaubt im Regelfall (je nach Größe) das problemlose Fotografieren auch ohne Stativ.

Die Schnellwechselplatte lässt sich bei diesem System komfortabel im Kopf einklinken:

Wird zur Fotografie ein Stativ benötigt, kann die Kamera über die Schnellwechselplatte einfach und komfortabel im Schnellwechselsystem eingeklinkt werden. Hier gibt es allerdings unterschiedliche Systeme, fast jeder Hersteller kocht sein eigenes "Süppchen". Oftmals ist es daher nicht möglich, eine Stativplatte des einen Herstellers im Schnellwechselsystem eines anderen Herstellers zu befestigen.

Selbst bei denselben Herstellern könnte dies bei unterschiedlichen Stativtypen nicht möglich sein. Wer mehrere Stativköpfe sein Eigen nennt, sollte daher auf die sogenannte Arca-Kompatibilität achten, wenn die Kamera mit derselben Platte auf unterschiedlichen Modellen eingesetzt werden soll.

Links sehen Sie ein 3/8-Zoll-Gewinde, rechts ein 1/4-Zoll-Gewinde:

Die Verbindung von Stativ und Kopf:
Ein weiterer Punkt, den wir bislang noch nicht besprochen haben, ist die Montage des Kopfes auf dem Stativ. Diese erfolgt per Schraube an einem Stativ und einem Gewinde im Stativkopf. Bei Kameras wie auch Stativen und Köpfen kommen zwei Standards zum Einsatz. Bei den meisten Kameras, aber auch einigen Stativen handelt es sich um 1/4-Zoll-Gewinde. Bei den meisten Stativen und Köpfen werden dagegen 3/8-Zoll-Gewinde verwendet.

Per Gewinde-Adapter lässt sich ein 1/4-Zoll- zu einem 3/8-Zoll-Gewinde "verwandeln":

Dadurch können auch kleinere Gewinde mit größeren kombiniert werden:

Stimmen das Gewinde des Kopfes und die Schraube des Stativs nicht überein, lässt sich dies mit einem Gewinde-Adapter lösen. So kann beispielsweise ein Kopf mit 3/8-Zoll-Schraube auf einem Stativ mit 1/4-Zoll-Schraube befestigt werden.

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