Fokus Stacking mit Adobe Photoshop

Erstellen eines Bildes aus einer Videoaufnahme mit der Post-Fokus-Funktion von Panasonic

In einem vorangegangenen Praxistest haben wir die Post-Fokus-Funktion von Panasonic unter die Lupe genommen. Diese erlaubt die nachträgliche Fokussierung eines Bildes im Wiedergabemodus bei verschiedenen Kameramodellen mit 4K-Aufnahme. Hierfür werden Bilder in kurzer Zeit mit unterschiedlichen Fokuseinstellungen aufgenommen. Außerhalb der Kamera können die Aufnahmen zum Erstellen von Bildern mit besonders großer Tiefenschärfe verwendet werden. Da Panasonic dafür allerdings kein Programm oder eine automatisierte Lösung anbietet, zeigen wir in diesem Tutorial, wie man sich mit Adobe Photoshop behelfen kann.

Die zum Einsatz kommende Technik nennt sich "Fokus Stacking" und wird vor allem bei Makroaufnahmen verwendet. Hier fällt der scharfe Bereich eines Bildes in der Regel sehr klein aus. Da sich die Tiefenschärfe durch Abblenden nicht unbegrenzt vergrößern lässt - unter anderem führt zu starkes Abblenden zu einer Verschlechterung der Bildqualität durch die sogenannte Beugungsunschärfe - muss die Tiefenschärfe nachträglich per Bildbearbeitung "erzeugt" werden.

Erster Schritt in Photoshop: Auswahl der Bilder:

Vor dem Stacking:
Da Panasonic die Aufnahmen bei der Post-Fokus Funktion als Video abspeichert, müssen vor dem eigentlichen Stacking-Prozess zuerst einmal die Einzelbilder aus dem Post Fokus-Video extrahiert werden. Dies ist beispielsweise mit Programmen wie dem VLC-Player möglich. Ebenso kann die Extraktion auch in der Kamera erfolgen. Mit Adobe Photoshop funktioniert dies jedoch einfacher. Zur Extraktion der Einzelbilder laden wir das Video in Photoshop und suchen beim fotografierten Motiv den Frame (=Einzelbild), bei dem der vorderste Teil des Motivs scharfgestellt ist. Da die Kamera bei der Post-Fokus-Funktion den Fokusbereich durchfährt, muss in einem der nächsten Frames zudem das Bild gefunden werden, bei dem der hinterste Teil des Motivs scharfgestellt wurde. Alle Bilder dazwischen werden ebenso benötigt.

Über "Exportieren" und "Video rendern" gelangt man zur Bildausgabe:

Die automatisierte Ausgabe einer Videosequenz in Einzelbildern nimmt viel Arbeit ab:

Wenn beide Frames bekannt sind, exportiert man die Einzelbilder über Datei -> Exportieren –> Video rendern. Hier muss statt der Option "Adobe Media Encoder" allerdings „Photoshop Bildsequenz“ ausgewählt werden. Nun kann man bei der Bereichs-Option den Anfangsframe und den Endframe angeben. Im Folgenden werden nach dem Drücken des Rendern-Buttons alle Einzelbilder vom ersten bis zum letzten Frame abgespeichert.

Wer möchte, kann die Einzelbilder natürlich auch per Hand speichern und weniger Bilder extrahieren. Dies ist aber deutlich aufwendiger und bringt keinen Vorteil beim späteren Stacking.

Die Bilderverrechnung erfolgt mit der Photomerge-Funktion:

Das Fokus Stacking: (ab Photoshop CS4 möglich)
Um mehrere Einzelbilder mit unterschiedlich scharfen Bereichen zu einer Aufnahme mit großer Tiefenschärfe zusammenzurechnen, lädt man alle Einzelbilder per Datei -> Automatisieren -> Photomerge in Photoshop. Zu den Quelldateien werden alle Aufnahmen hinzugefügt, der standardmäßig gesetzte Haken bei „Bilder zusammen überblenden“ muss entfernt werden. Nun startet man den Vorgang mit einem Klick auf „OK“.

Im Fenster der Photomerge-Funktion werden die Bilder ausgewählt:

Danach erfolgt das Zusammenrechnen zu einer Aufnahme mit großer Tiefenschärfe:

Im Dialog wählt man "Bilder stapeln":

Photoshop lädt nun alle Einzelbilder als Ebenen. Ist dieser Vorgang beendet, werden alle Ebenen markiert und die Option „Ebenen automatisch überblenden“ unter „Bearbeiten" ausgeführt. Hier muss man sich zudem für „Bilder stapeln“ entscheiden.

Der folgende Vorgang kann abhängig von der Anzahl der Bilder und der Rechenleistung des Computers einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. In unserem Fall wurde für 15 JPEG-Bilder (mit jeweils acht Megapixel) rund eine Minute bei einem Quadcore-Prozessor mit 3,3GHz benötigt.

Zur weiteren Bearbeitung müssen die Einzelbilder auf eine Ebene reduziert werden:

Möchte man das fertige Bild weiter bearbeiten, markiert man alle Ebenen und reduziert diese per Rechtsklick und „Auf eine Ebene reduzieren“ auf eine Ebene. Im Regelfall muss das Bild zudem noch ein klein wenig am Rand beschnitten werden, da Photoshop alle Ebenen gleich ausrichtet, was zu einer kleinen Verschiebung führen kann. Bei der Arbeit mit einem Stativ ist dieser Bereich am Rand allerdings sehr gering.

Das hier gezeigte Fokus Stacking funktioniert natürlich auch mit Aufnahmen, die per Hand ohne Post-Fokus-Funktion aufgenommen wurden. Bei einigen spiegellosen Systemkameras von Olympus gibt es dafür sogar spezielle Optionen.

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