Speicherkarten in der Krise kaufen: 4 Tipps für die richtige Wahl

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Die Preise von Speicherkarten haben sich im Laufe dieses Jahres dramatisch erhöht. Während Mittelklasse-Modelle (V30-Speedklasse) mit 256GB Kapazität Ende des letzten Jahres noch für etwa 20 Euro erworben werden konnten, sind dafür mittlerweile 40 bis 50 Euro fällig. Etwas schnellere Modelle (V60-Speedklasse) kosteten mit gleicher Kapazität Ende 2025 etwa 30 bis 40 Euro, nun muss man dafür rund 60 bis 70 Euro einplanen. Ein Ende des Anstiegs ist dabei nicht in Sicht. Wer aktuell unbedingt eine Speicherkarte benötigt, sollte beim Kauf mehrere Punkte beachten. Wir haben vier Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Vor dem Kauf den Bedarf bestimmen
Die letzten Jahre waren für Käufer von Speicherkarten goldene Zeiten. Die Preise kannten nur eine Richtung, die meisten Karten wurden stets billiger. Mitte 2025 hatten viele Speicherkarten derart niedrige Preise erreicht, dass sich auch höhere Kapazitäten problemlos bezahlen ließen. Nicht wenige Käufer griffen daher gerne zu Modellen mit etwas höheren Kapazitäten. Der Aufpreis war meistens schließlich recht gering. Mittlerweile sieht das ganz anders aus, die Hersteller lassen sich jedes Gigabyte teuer bezahlen. Wer früher zu Modellen jenseits der 64GB gegriffen hat, kann sich daher aktuell durchaus fragen, ob er derart viel Speicherplatz überhaupt benötigt. Natürlich gibt es auch weiterhin Szenarien, in denen man auf Karten mit höheren Kapazitäten angewiesen ist. 64GB reichen für viele Nutzer aber vollkommen aus.

Speicherkarten mit hohen Kapazitäten benötigt bei weitem nicht jeder:

Bei einer Kamera mit 24 Megapixel reicht diese Speichermenge für rund 5.000 JPEG-Bilder oder ungefähr 1.500 RAW-Dateien. Bei Videoaufnahmen mit klassischen 100Mbit/s erlauben 64GB etwa 1,5 Stunden lange Aufzeichnungen. Bei 128GB kommt man dann natürlich auf die doppelte Bildanzahl bzw. rund drei Stunden lange Videos. Derart viel Speicher benötigen nur wenige Fotografen und bei weitem auch nicht alle Videografen. Bei so vielen Aufnahmen bietet es sich zudem grundsätzlich an, die Karte des Öfteren zu leeren und ein Backup vorzunehmen. Dann schmerzt der Defekt einer Speicherkarte oder der Diebstahl der Kamera (und der eingesteckten Speicherkarte) oftmals gleich etwas weniger.

Tipp 2: Nicht immer muss es die Speicherkarte mit der höchsten Geschwindigkeit sein
Für die Geschwindigkeit gilt Ähnliches wie für die Kapazität. Schnelle Speicherkarten wurden in den letzten Jahren immer günstiger. Wirklich langsame Modelle sind mittlerweile zudem die Ausnahme und werden vor allem von No-Name-Marken angeboten. Wer sich für Modelle bekannter Anbieter entschieden hat, konnte daher nicht allzu viel falsch machen. Zumindest letzteres gilt auch heute noch, nicht in jedem Fall muss man aber zu einer Speicherkarte der höchsten Geschwindigkeitsklasse greifen. Bei SD-Modellen handelt es sich dabei um Karten der V90-Speedklasse und bei CFexpress-Modellen um Karten mit dem 4.0-Standard. Letztere werden in der schnellsten Ausbaustufe von aktuellen Kameras noch gar nicht unterstützt und werden daher stets mit dem 2.0-Standard betrieben. Zu früheren Zeiten war es angesichts der niedrigen Preise natürlich durchaus sinnvoll, an die Zukunft zu denken. Heutzutage ergibt dieses Vorgehen nur noch für wenige Nutzer Sinn.

Nicht in jedem Fall muss man zum schnellsten Modell greifen:

Bei CFexpress-Karten, egal ob Typ A oder Typ B, würden wir daher zu 2.0-Modellen greifen, wenn sich damit etwas Geld sparen lässt. Darüber hinaus muss man sich auch nicht in jedem Fall für die schnellste Geschwindigkeitsklasse entscheiden. CFexpress-Karten mit einer garantierten Schreibgeschwindigkeit von 400MB/s reichen für nahezu alle Aufgabengebiete aus. Allein bei der RAW-Video-Aufnahme oder sehr langen Serienaufnahmen im RAW-Format können sich durch noch schnellere Karten deutliche Vorteile ergeben.

Bei SD-Karten bzw. microSD-Modellen sollte man sich mindestens für die V30-Speedklasse entscheiden. Damit funktionieren die meisten Kameras problemlos. Bei längeren Aufnahmeserien kann das Abspeichern der Bilder damit natürlich etwas länger dauern und eventuell kann man sich bei Videos auch nicht für Aufnahmen mit den allerbesten Spezifikationen entscheiden. Letztere Fälle sind jedoch vergleichsweise selten. Wer etwas höhere Datenraten benötigt, fährt mit UHS-II-Speicherkarten mit der V60-Speedklasse meistens sehr gut. Derartige Speicherkarten sind in der Regel noch bezahlbar und leisten in nahezu allen Kameras hervorragende Dienste. Die schnellsten Speicherkarten der V90-Klasse kosten oftmals signifikant mehr und bringen nur für sehr wenige Fotografen deutliche Vorteile. Sie können wie bereits erwähnt jedoch für Videos mit sehr hohen Bitraten vonnöten sein. Derartige Informationen lassen sich dann jedoch dem Handbuch der Kamera entnehmen.

Auch etwas langsamere Karten reichen für die meisten Kameras aus:

Tipp 3: Bei der Herstellerwahl flexibel sein
Speicherkartenhersteller gibt es einige. Am bekanntesten sind natürlich SanDisk und Samsung. Aber auch abseits davon gibt es Unternehmen bzw. Marken, die gute Produkte anbieten. Denn eines sollte bei der Wahl von Speicherkarten stets gelten: No-Name-Hersteller oder Billig-Marken gilt es – trotz aller Preisvorteile – aus unserer Sicht zu meiden. Schließlich möchte man seine Fotos und Videos behalten und nicht durch einen Datenverlust verlieren.

Nachfolgend haben wir eine Liste von Herstellern zusammengestellt, die unserer Erfahrung nach langlebige Speicherkarten produzieren (A-Z):

  • Angelbird
  • Kingston
  • Kioxia
  • Lexar
  • PNY
  • Samsung
  • SanDisk
  • Sony
  • Transcend

Natürlich können auch andere, hier nicht genannte Unternehmen hochwertige Modelle anbieten. Mit diesen konnten wir bislang jedoch keine Erfahrungen machen. Des Weiteren gilt, dass auch bei hochwertigen Speicherkarten ein Defekt möglich ist. Daher kann es sinnvoll sein, sich für einen Hersteller mit längerer Garantiezeit zu entscheiden.

Tipp 4: Achtung vor Fake-Angeboten
Schon lange gilt es bei Speicherkarten zu beachten, dass der Kauf bei einem bekannten Händler erfolgen sollte. In Zeiten hoher Preise würden wir diese Regel strikter denn je befolgen. Speicherkarten-Fakes sind aktuell besonders attraktiv und machen für die Betrüger hohe Margen möglich. Wer Angebote findet, die zu gut sind, um wahr zu sein, sollte diese besser nicht wahrnehmen. Hier ist der Datenverlust fast vorprogrammiert. Wer bereits eine derartige Karte erworben hat, kann diese mit der H2testw-Software auf Fehler überprüfen und damit feststellen, ob es sich um eine Fake-Speicherkarte handelt. Wichtig: Das Überprüfen der Speichermenge im Dateiexplorer oder in der Kamera reicht nicht aus, da diese Daten bei Fake-Speicherkarten manipuliert wurden.

Autor: dkamera.de Redaktion
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