Testbericht der Gimbal-Kamera DJI Osmo Pocket 4P (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und (optionales) Zubehör

Nachdem wir uns im ersten Teil des Testberichts der DJI Osmo Pocket 4P die technischen Daten im Detail angesehen hatten, gehen wir in diesem zweiten Teil auf die Bedienung der Gimbal-Kamera ein. Zudem nehmen wir das Zubehör unter die Lupe, das DJI bei der "Vlog Combo" beilegt.

Die Osmo Pocket 4P ist DJIs neues Spitzenmodell in der Klasse der Travel-Vlogging-Kameras. Abseits der neuen Aufnahme-Hardware, die neben einem neuen Bildwandler bei der Hauptkamera auch die zusätzliche Telekamera umfasst, setzt DJI bei der Osmo Pocket 4P allerdings auf bekannte Technologie. Dazu gehören unter anderem das Gehäuse in Griffform, das drehbare Display und die Bedienelemente in Form eines Joysticks und mehrerer Tasten. Wer die Osmo Pocket 4 oder ein älteres Modell bereits sein Eigen nennt, fühlt sich bei der Pocket 4P daher sofort heimisch.

Die DJI Osmo Pocket 4P ist 16,0 x 6,3 x 3,4cm groß und 230g schwer:

Der Griff wurde auf der Rückseite mit einer strukturierten Oberfläche versehen:

Mit Abmessungen von 16,0 x 6,3 x 3,4cm ist die Pocket 4P natürlich etwas größer als die 14,4 x 4,4 x 3,4cm messende Pocket 4 und mit 230g auch ein gutes Stück schwerer (Pocket 4: 191g). In der Hand liegt die Gimbal-Kamera durch das sinnvoll geformte und teilweise mit einer Gummierung versehene Gehäuse trotzdem komfortabel. Das schwenkbare OLED-Display (2,0 Zoll; 556 x 314 Pixel) macht in allen Lebenslagen mit einer hohen Helligkeit und einer ansprechenden Wiedergabe eine gute Figur, der clevere Schwenkmechanismus erlaubt neben der Hochformat-Bildkontrolle das schnelle Ein- und Ausschalten der Pocket 4P.

Eingaben werden über einen Joystick, drei Tasten und das Touchscreen vorgenommen:

Die C-Taste lässt sich frei mit Funktionen belegen:

Für weitere Eingaben gibt es einen Joystick, eine Record-Taste, eine Zoom-Taste und eine Custom-Taste. Während die Funktionen der Record- und der Zoom-Taste selbsterklärend sind, kann man über die Custom-Taste verschiedene Aktionen durchführen (einmaliges, zweimaliges oder dreimaliges Drücken). Unter anderem lässt sich hierüber der Gimbal neu zentrieren oder zwischen den Aufnahmemodi wechseln. Der Joystick wird hauptsächlich zur manuellen Steuerung des Gimbals verwendet.

Das Menü der Gimbal-Kamera ist gut bekannt:

Einstellungen werden wie gewohnt vorgenommen:

Für die Navigation im Menü sowie für weitere Eingaben wird der Touchscreen des Displays verwendet. Das Menüdesign der Pocket 4P entspricht dabei – bis auf geringere Unterschiede, die auf die abweichende Hardware-Ausstattung zurückzuführen ist – der Pocket 4 und ist ebenso von den Actionkameras des Unternehmens bekannt.

Durch Wischen von unten nach oben werden die Aufnahme-Einstellungen (Auflösung, Bildrate, Seitenverhältnis, ...) aufgerufen, durch Wischen nach unten erreicht man das Hauptmenü. Das Wischen vom linken Rand nach rechts öffnet das Wiedergabemenü und das Wischen vom rechten Rand nach links die Belichtungs- und Audioeinstellungen.

Der Pro-Modus erlaubt viele manuelle Einstellungen:

Dazu gehören die Belichtung ...

... und der Filmlook:

Hierüber können ambitionierte Nutzer auf eine Reihe von manuellen Einstellungen zugreifen. Dazu gehören unter anderem die Belichtungskorrektur (-3 bis +3 Stufen), die Sensorempfindlichkeit (manuell von ISO 50 bis ISO 12.800 bzw. ISO-Automatik-Begrenzung), der Weißabgleich (AWB oder manuelle Einstellung in Kelvin), das Farbprofil (Normal 10-Bit oder D-Log(2) 10-Bit) und der Filmlook (unter anderem „Pastell“, „Negativfilm“ und „Warmer Ton“).

Beeinflussen lässt sich auch der Fokusmodus:

Konfigurieren lassen sich darüber hinaus der Fokusmodus („Einzel“ oder „Kontinuierlich“) und es gibt spezielle Optionen für Produktvorstellungen sowie für die Motivverfolgung. Soll der Gimbal dem Motiv auch mittels Drehung der Kamera-Einheit folgen, ist dafür die Tracking-Option im Menü zu aktivieren.

Beim Gimbal kann man sich für unterschiedliche Modi entscheiden:

Das Tracking ist ebenso konfigurierbar:

Im gleichen Menü finden sich zudem Einstellungen für das Dynamic Framing und spezielle Aufnahmemodi wie den „SpinShot“ (90 Grad oder 180 Grad). Damit lassen sich Kamerafahrten automatisiert vornehmen, für die man sonst einen extra Kameramann benötigen würde. Diese Funktionen sind daher für alle besonders interessant, die ohne zusätzliche helfende Hände auskommen müssen.

Weitere Optionen sind beim Ton vorhanden:

Beim Ton kann man sich unter anderem für die Kanal-Anzahl, die Audioaufnahme-Richtung, die Geräuschreduktion oder die Stimmverstärkung entscheiden. Möchte man dabei nicht den Ton der integrierten Mikrofone nutzen, lassen sich externe Modelle via Bluetooth über das Hauptmenü mit der Kamera verbinden. Die Tonkontrolle und -pegelung erleichtert die eingeblendete Pegelanzeige, den Akkustand des externen Mikrofons kann man bei kompatiblen Modellen ebenso anzeigen lassen.

Als weitere Bedienoption steht die Gestensteuerung zur Verfügung:

Zum Steuern der Osmo Pocket 4P kann man ohne direkten Zugriff auf die Gimbal-Kamera natürlich die Mimo-App nutzen, aus kurzer Entfernung ist zudem die Gestensteuerung möglich. Die Option der Sprachsteuerung existiert dagegen nicht.

Optionales Zubehör:
DJI liefert seine Kameras mit unterschiedlichen Combos aus. Käufer der "Vlog Combo", auf die wir in diesem Test zurückgreifen, erhalten unter anderem das DJI Mic Mini 2 (Testbericht). Das erst kürzlich vorgestellte Mikrofon lässt sich an der Person seiner Wahl per Magnet oder mit einem klassischen Clip befestigen und kommuniziert drahtlos mit der Osmo Pocket 4P. Dafür wird kein zusätzliches Zubehör benötigt, die Verbindung und Bedienung ist ganz einfach über das Menü der Gimbal-Kamera und die Tasten am Mikrofon möglich.

Das Mic Mini 2 verbessert die Tonqualität bei Sprachaufnahmen:

An dessen Seite befinden sich Eingabetasten zum Einschalten und für die Kopplung:

Das 2,9 x 2,8 x 1,4cm große und 11g schwere Mikrofon kann die Tonqualität gegenüber den intern verbauten Mikrofonen deutlich verbessern und erlaubt die Montage eines Windschutzes. Daneben lässt sich das Frontcover tauschen. Hier werden unterschiedliche Farben sowie spezielle Designs angeboten.

Das Frontcover kann bei Bedarf getauscht werden:

Die Befestigung des Mikrofons erfolgt per Clip oder Magnet:

Zu den Tonaufnahmeoptionen gehören der Stimmklang (normal, reichhaltig, hell), die Geräuschunterdrückung (aus, niedrig, hoch) sowie die Mikrofonverstärkung (-12 bis 12). Eine volle Akkuladung des 170mAh starken Akkus reicht laut DJI für bis zu 11,5 Stunden, die maximale Übertragungsreichweite liegt bei 400m.

Zur Steuerung aus der Ferne legt DJI der Osmo Pocket 4P das sogenannte FrameTap bei. Dabei handelt es sich um eine Fernsteuerung, die zusätzlich die Kontrolle des Livebildes ermöglicht. Unterstützt wird die Wiedergabe der bereits gespeicherten Aufnahmen und auch die Steuerung des Gimbals sowie das Zoomen sind möglich.

Die FrameTap genannte Fernbedienung ermöglicht Eingaben und die Bildkontrolle:

Per Joystick lässt sich aus der Ferne der Gimbal bewegen, zudem gibt es eine Rec-Taste:

Für Letzteres ist die Fernbedienung mit einem Joystick ausgerüstet, eine große Rec-Taste gibt es ebenso. Das Aufladen erfolgt per mitgeliefertem Kabel, per USB-C ist das nicht möglich. Auf freiem Feld kann man von einer Reichweite von rund zehn bis 15m ausgehen, innerhalb geschlossener Räume sollte man maximal eine Wand dazwischen einplanen.

Das Fülllicht wird über der Kamera-Einheit montiert und von der Kamera mit Strom versorgt:

Die Lichtleistung reicht für das Aufhellen naher Motive:

Beim Fülllicht werden verschiedene Optionen angeboten:

Daneben umfasst die "Vlog Combo" ein kleines LED-Licht. Dieses wird von DJI Fülllicht genannt und erlaubt das Aufhellen naher Motive. Montiert wird das Fülllicht direkt am Gimbal der Pocket 4P, per Schnittstelle erfolgt zudem auch die Stromversorgung. Einstellen kann man über die Kamera sowohl die Helligkeit als auch die Farbtemperatur.

Die Griffverlängerung wird an der Unterseite montiert:

Sie rüstet ein 1/4-Zoll-Gewinde nach:

Die Gimbal-Kamera mit Griffverlängerung und Mini-Stativ:

Damit lässt sich die Osmo Pocket 4P recht sicher aufstellen:

Für ein besseres Handling kann bei der DJI Osmo Pocket 4P die Griffverlängerung sorgen und mit dem Mini-Stativ lässt sich die Gimbal-Kamera sicher aufstellen. Ohne Griffverlängerung ist dies nicht möglich, da auf der Unterseite statt eines 1/4-Zoll-Gewindes der USB-C-Port verbaut ist.

Im dritten Teil unseres Testberichts der DJI Osmo Pocket 4P gehen wir auf die Bildqualität der Aufnahmen und die Akkulaufzeit der Travel-Vlogging-Kamera ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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