Adobe Photoshop CC: Verwacklungen reduzieren

Mit dem Scharfzeichnungsfilter „Verwacklung reduzieren“ lassen sich verwackelte Bilder korrigieren

Bei der Aufnahme von Bildern gibt es verschiedene Ärgernisse. Eines davon ist die falsche Belichtung des Motivs, ein anderes sind unscharfe Bildergebnisse. Zum einen können Letztere durch eine falsche Fokussierung entstehen, zum anderen aber auch durch eine Bewegung des Motivs oder ein Wackeln des Fotografen bei der Aufnahme. Diese Probleme möchte Adobe Photoshop seit der Version CC abmildern und hat dafür den Scharfzeichnungsfilter „Verwacklung reduzieren“ integriert.

Warum wird der Scharfzeichnungsfilter „Verwacklung reduzieren“ überhaupt benötigt? Photoshop bringt doch bereits zahlreiche andere Scharfzeichnungsfilter mit?

Herkömmliche Scharfzeichnungsfilter, wie sie bei Adobe Photoshop CC unter den Namen „Scharfzeichnen“, „Selektiver Scharfzeichner“ oder „Unscharf Maskieren“ zu finden sind, versuchen den Kontrast an den Kanten zu erhöhen. Dabei werden alle Kanten gleichmäßig im Kontrast angehoben, so dass unter anderem an bereits scharfen Kanten unschöne Artefakte entstehen. Bei Aufnahmen, die durch eine zu kurze Belichtungszeit unscharf ausfallen, also verwackelt erscheinen, liegt zudem ein besonderer Fall vor. Hier werden einzelne Pixel durch die zu lange Belichtungszeit nicht an einem „Ort“ auf dem Bild abgebildet, sondern gleich an mehreren. Je nachdem, in welche Richtung die Bewegung erfolgte, entstand auch die Verwacklung. Diese Tatsache nutzt Photoshop – etwas verkürzt dargestellt – zum Zurückrechnen der „Verwacklungsspur“.

Der Filter „Verwacklung reduzieren“ ist unter den Scharfzeichnungsfiltern zu finden:

Zum Anwenden des Filters öffnet man das zu bearbeitende Bild und wählt den Filter unter „Filter“ -> „Scharfzeichnungsfilter“ und „Verwacklung reduzieren“ aus. Nun öffnet sich ein neues Fenster. Dieses beinhaltet neben der Vorschau des Bildes verschiedene Optionen.

Der Bereich zur Bestimmung der Verwacklung kann automatisch sowie manuell gewählt werden:

Mehrere Bereiche lassen sich auch kombinieren:

Da der Filter wie bereits erwähnt anders als die bekannten Scharfzeichnungsfilter arbeitet, finden sich hier auch andere Optionen. Als ersten Schritt sollte man Photoshop einen Bereich im Bild vorgeben, der die typische Verwacklung der Aufnahme zeigt. Daraus berechnet Photoshop die sogenannte Verwacklungsspur, also den Grad und die Richtung der Verwacklung.

Das Bildrauschen lässt sich unter anderem mit der Option "Quellrauschen" optimieren:

Den Bereich zur Berechnung der Verwacklungsspur kann Photoshop allerdings auch automatisch wählen, ein manuelles Eingreifen kann die Korrektur jedoch verbessern. Um die Korrektur nochmals erfolgreicher zu gestalten, lassen sich zudem mehrere Bereiche vorgeben, aus denen die Informationen berechnet werden. Im „Erweitert“-Fenster ist diesbezüglich eine kleine Informationsgrafik zu finden, die den Verlauf der Verwacklung anzeigt.

Eine Verwacklungsspur kann auch per Hand vorgegeben werden:

Ganz „Mutige“ können die Verwacklungsspur auch händisch per Weichzeichnerrichtung-Werkzeugs (links neben dem Vorschaubild) vorgeben und dabei zusätzliche Einstellungen vornehmen. Bei unserem Test funktionierte die Automatik jedoch immer besser als eine manuelle Vorgabe. Erstellte Verwacklungsspuren lassen sich als Bonus speichern und können somit auch auf andere Bilder angewendet werden.

Verwacklungsspuren lassen sich abspeichern sowie auch laden:

Als weitere Optionen sind beim Filter „Verwacklung reduzieren“ ein Verwacklunsgsspur-Limit, eine Quellrauschen-Option, eine Glättungs-Einstellung und ein Slider zur Wahl der Stärke der Artefaktunterdrückung zu finden. Mit dem Verwacklunsgsspur-Limit ist es möglich, die Größe der Verwacklungsspur vorzugeben, mit dem Quellrauschen und der Glättungs-Option kann auf das Bildrauschen Einfluss genommen werden. Die Artefaktunterdrückung dient zum Minimieren von Artefakten, die beim Nachschärfen entstehen.

Das Berechnen der Verwacklungskorrektur kann einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen:

Sind alle Einstellungen getroffen und per Vorschau kontrolliert, können diese über den „OK-Button" auf das Bild angewendet werden. Abhängig von der Auflösung und der Rechenleistung des Computers, kann die Reduzierung der Verwacklung einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Da sich die optimalen Korrekturparameter allerdings nur durch Probieren herausfinden lassen, ist der Filter „Verwacklung reduzieren“ eigentlich auch nur zum Bearbeiten von relativ wenigen Aufnahmen geeignet.

Drei Beispielaufnahmen mit (rechts) und ohne (links) Verwacklungskorrektur im Vergleich:

Unser Fazit zum Scharfzeichnungsfilter „Verwacklung reduzieren“:
Verwackelte Bilder sind für jeden Fotografen sehr ärgerlich, die Aufnahmen sind in diesen Fällen meistens verloren. Der Filter „Verwacklung reduzieren“ ist daher ein nettes Feature und erzielt deutlich bessere Ergebnisse als alle anderen herkömmlichen Scharfzeichnungsfilter. Wunder sollte man aktuell allerdings noch nicht erwarten, bislang können nur leicht verwackelte Aufnahmen wirklich „entwackelt“ werden. Bei stärkeren Verwacklungen leistet Photoshop CC zwar auch gute Dienste und sorgt für einen deutlich schärferen Gesamteindruck, die Ergebnisse sind allerdings bei Weitem nicht perfekt. Da die Entwicklung in diesem Bereich kontinuierlich fortschreitet, dürften in nicht allzu ferner Zukunft aber wohl noch besser arbeitende Filter zur Verfügung stehen.

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